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Archives: Brian Eno

2018 28 Apr.

Lass‘ leise krachen …

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… on Record Store Day. Da vermutet man doch fast Ambient music, wenn ich mit das Cover so anschaue. Aber was ist das? Heavy Ambient? Trittschallgedämpfter Hardcore? Brüllende Stille? Sehr laut sollte man es hören, die Musik bettele förmlich darum. Vielleicht ist es auch ein erhabenes Winseln. Mit langer Hallfahne versteht sich. Fängt irgendwo da an, wo The Ship aufgehört hat. Beinahe ein Song, der sich aber schnell verliert in dezentes Gitarrenkreischen, Schwellungen und abgründig verfremdete Glockenklänge.  Und noch ein Stück, sphärischer, schwebender, wie bleihaltiger Bodennebel, der langsam unerwartetes Gelände emporkriecht. Sehr vielschichtig und wieder bislang ungehörte Akzente. Lass‘ sehr leise krachen!

 
 
 

 

2018 7 März

Music for Installations

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You know that investment yo u made in steel reinforcements for your music shelves? It’s about to pay off, big time. 4th May will see the worldwide release of UMC’s Music for Installations, a new box set that collects some of the music Brian has created for his video and sound installations from 1985 through to 2017 and beyond. Will be released in May, the month of his 70th birthday.

Designed by Brian and his long-time collaborator Nick Robertson, the beautifully bound package comes with a 64-page ubooklet featuring rare and unseen exhibition photographs and a new essay written by Eno. A few pieces were previously released through EnoShop and Lumen London but are difficult to find now, and there is a fair amount of unfamiliar and new material. For tracklisting go to EnoWeb on our blog roll …

2018 15 Jan.

The tape is now the music

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The biggest arguments about validity are almost always about this subject: whether or not certain things are allowed to be included as suitable areas for artistic attention, and whether or not certain others can be left out. Peter Schmidt used to have a phrase: “ … to omit what no one else has thought of leaving out.“ In music, no one thought of leaving out the music.

 

Brian Eno: A year with swollen appendices. Brian Eno´s diary.

Faber and Faber, 1996, p. 374

 

 

Ich empfehle sehr Trollers Dokumentarfilm „Deutschland in den 70er Jahren.“ Immer wieder ist es ein jung machender, witzig gedrehter Film über meine besten Jahre. Ich mag das Interview, das er mit Gisele Freund gemacht hat, besonders. Mit welch herbem Charme die Fotografin ganz einfache Fragen von Troller wie z. B. „Konnten sie als Kleinkind aus dem Fenster gucken?“ mit enormer Aussagekraft beantwortet. 

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„Jazz“ in Hamburg hate lange Zeit die Pflege des Althergebrachten bedeutet. Damit hatte man sich abzufinden. Das „Birdland“ in der Gärtnerstraße, wo auch anderes möglich wurde, lag noch in weiter Ferne, und die Hamburger Jazzbands waren durchweg pflegeleicht und konnten alles, von der Jazzband-Battle im Schauspielhaus bis zur Möbelhauseröffnung Montag morgen um zehn. Die Jazzkneipen hatten den typischen 70er-Charme; der Wirt der „Riverkasematten“ war es schon gewohnt, dass regelmäßig im Frühling ihm der Fluss einen Besuch abstattete und der Laden dann wochenlang durchfeuchtet roch, im „Cotton Club“ dauerten Sessions manchmal bis in den Morgen, die Musiker schliefen dann auch gern mal dort und wurden morgens vom Wirt mit Schlehengeist geweckt. Vom Pö gar nicht zu reden.

 

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Mittlerweile war mein Traum von einer fangfrischen Forelle ausgeträumt, ich gab mich mit einem Stück altdeutschem Käsekuchen zufrieden, schoss noch ein Foto von der von jedem Windhauch befreiten Idylle des Hofes. Am Rand nahm ich wahr, wie verriegelt die Dorfpizzeria war (ein Schild mit der Aufschrift „GESCHLOSSEN FÜR IMMER“ hätte mich nicht aus dem Gleichgewicht gebracht) – doch erst im Nachhinein wurde mir klar, wie leicht ich hier, in Mellrichstadt, am Ende der Welt, die Zeit hätte anhalten können. Ein idealer Ort für Liebende und Verlorene. Hinter der Ortsgrenze hiess das erste Lied, das ich hörte, „Hawai“, von Neil Young, er sang es 1976, in einer Sommernacht, auf seiner kleinen Ranch nahe Malibu.

„Dead Oceans is happy to welcome the pianist Tom Rogerson to the roster. His elegant and evocative debut, Finding Shore, a 13-track collaboration that began after Rogerson met Brian Eno outside the toilets after a gig, arrives December 8th.

Finding Shore is the sound of Rogerson distilling the essence of what he does after a protracted musical journey from childhood until now. He took the traditional route of music lessons and learning notation before starting composing “properly”. As a 17-year-old he had the odd contrast of being taught by the composer Harrison Birtwistle but also working as lounge pianist in a dilapidated hotel in Peterborough.

He spent some time in New York playing jazz, recording with Reid Anderson of The Bad Plus, and had a successful career with post-rock group Three Trapped Tigers, yet however enjoyable that experience was, he admits it was “definitely a diversionary tactic”. Everything seemed to be an escape from the classical world or, as Rogerson himself puts it, “falling out of my ivory tower very slowly”. Upon meeting Eno, the pair didn’t speak about music at all, but bonded over their roots in the Suffolk town of Woodbridge, located on the strange flat landscape of Eastern England, all heathland, military testing sites, estuary mud and the site of the ancient Sutton Hoo ship burial.

Eno’s influence on Finding Shore began by enabling Rogerson to overcome his fear of committing any one piece to its own album. As a way to open Rogerson up, Eno suggested they try experimenting with the Piano Bar, an obscure piece of Moog gear that works by using infrared beams focused on each piano key; these are then broken as the keys are played, transforming the piano’s note into a midi signal that can then be used to trigger or generate new, digital sound. As Rogerson improvised at the piano, Eno improvised with the midi signal to create a unique piece of music. The chance meeting with Eno and subsequent conversation about the Suffolk landscape did find its way into Finding Shore.“

Ich möchte mit einem Experiment beginnen: Denken Sie an ein Kunstwerk – an ein Stück Literatur oder Musik zum Beispiel -, das historisch betrachtet möglichst alt ist, von dessen Urheber Sie jedoch eine bildliche Vorstellung haben, vielleicht eine Büste von Plato oder ein Gemälde, das Mozart zeigt. Beeinflusst das Bild des Künstlers Ihre Rezeption des Kunstwerks? In seinem Essay „Edges and Center“ aus dem Jahr 1996 hat Brian Eno das Diagramm einer Pop-Platte mit den Schichten einer Zwiebel verglichen: Nur aus Bequemlichkeit, schreibt er, deponiert er im Zentrum die Musik selbst, dann kommen die Texte, dann der Look der Band, die Modelandschaft, der Lifestyle und die Geschichten. Wo liegen die Grenzen des Kunstwerks? Die Hochkultur beansprucht, reiner Inhalt zu sein. Das zentrale Spiel der Popkultur dreht sich hingegen um die Frage: „Wer könnte ich sonst noch sein?“ Der schöpferische Akt der Fotografie ist die Entscheidung, welche Art von Lüge man zeigen will, in den Nuancen von Licht. Brian Eno hat seinen Essay in mehreren Büchern mit Künstlerportraits von Anton Corbijn publiziert, zum Beispiel in dem faszinierenden Band „Anton Corbijn: everybody hurts“. Hier finden sich Portraits, meist von Musikern, aus einer Zeitspanne, die Mitte der 70er Jahre beginnt und bis über die Jahrtausendwende reicht. David Bowie, Joe Cocker, Ian McCullough, Iggy Pop, Jon Bon Jove, Keith Richards (mit Shelfie! Wenn Sie den Begriff nicht kennen, geben Sie ihn bei der Manafonistas-Suchfunktion ein.) Eno erzählt auch von Corbijns Tricks. Wie der Fotograf es schafft, dass jemand bereit ist, sich versuchsweise zum Volltrottel zu machen. Die Portraits wirken nicht nur auf das Publikum, sondern auch auf die Portraitierten zurück. Alan Bangs schrieb in einem Essay „Splendid Isolation“, der sich ebenfalls in dem genannten Buch findet, Corbijn sei davon überzeugt, seine Aufnahmen von Depeche Mode hätten der Musik eine neue Richtung und ihr mehr Tiefe gegeben.

Der Anspruch, mit der Fotografie die Wirklichkeit abzubilden, wurde bereits während des Ersten Weltkriegs aufgegeben. Im Jahr 1917 reiste der Kriegsfotograf Frank Hurley an die Westfront, um das Geschehen dokumentarisch und möglichst unvoreingenommen festzuhalten. Der Erste Weltkrieg war jedoch der erste technisierte Krieg und das Schlachtfeld sah anders aus als in den Kriegen zuvor. „Ich habe immer wieder versucht, Ereignisse auf ein einziges Negativ zu bringen“,  schreibt Hurley in sein Tagebuch, „aber die Ergebnisse waren hoffnungslos. (…) Die Personen zerstreut, die Atmosphäre mit Rauch dicht erfüllt – Granaten, die einfach nicht explodieren, wenn man sie braucht. (…) Die Schlacht ist in vollem Gang, aber wenn ich meine Platten entwickle (…) Ich finde nichts als die Aufnahmen von ein paar aus den Gräben stürmenden Gestalten und einen Hintergrund aus Dunst. Nichts könnte einer Schlacht unähnlicher sein.“ Hurley fertigte die ersten Montagen in der Geschichte der Fotografie an, indem er in der Dunkelkammer mehrere Negative zu einem Abzug kombinierte. Diese Methode nannte er „composite printing“. Hurleys bekanntestes Bild setzt sich aus zwölf Negativen zusammen, die er im Oktober 1917 bei Zonnebeke aufgenommen hat. Es ist, wie die Fotografien Anton Corbijns, Teil des kollektiven Gedächtnisses.

 

 
 
 

ONE The Beatles: Sgt.Pepper’s Lonely Hearts Club Band (double cd oder, auch wenn das immer doof klingt, die „super deluxe edition“) – die Herstellung einer wundervollen Stereobalance beweist, dass die Jungs damals wirklich mono bevorzugten, die Transparenz ist atemraubend, der Bass druckvoll. Wer stets gern zu der Garagenband aus Liverpool zurückkehrt, lese das Buch „Dreaming The Beatles“.

 

TWO Brian Eno: Taking Tiger Mountain (By Strategy) (double vinyl) – die „vier half-speed masters“ von Enosvier Songalben aus den Siebzigern sind jeden Cent wert, obwohl die erhältlichen CD-Masters von 2004 auch keine Wünsche übriglassen. Ich schätze tatsächlich alle vier Alben gleichermassen, Favoriten wechseln mit den Jahreszeiten.

 

THREE Brian Eno: Here Come The Warm Jets (double vinyl) – das wildeste Songalbum ist alles, Protopunk vor Punk, wundervoller Pop, extravaganter Melodienrausch, das englische Wort „overflowing“ findet hier seine vollendete Entsprechung. Aus so einem Reigen  könnten andere Künstler ganze Karrieren schöpfen, Eno gönnt es sich nur einmal.

 

FOUR Brian Eno: Another Green World (double vinyl) – man garantiere mir 25.000 Euro, und ich schreibe ein 120 Seiten umfassendes Prosalanggedicht zu diesem sicher einflussreichsten der vier Alben, ohne ein pathetisches oder schwärmerisches Wort. Am 16. Oktober geht es um diese „big four“ in der „Nahaufnahme“ der Klanghorizonte im Deutschlandfunk. 

 

FIVE Brian Eno: Before And After Science (double vinyl) – ein Kieferklapptrunter-Erlebnis unter guten Kopfhörern, ich höre nie auf, das Album zu entdecken, und hatte in diesem Jahr gar einen luziden Traum, in dem ich einen perfekten neuen Enosong hörte, der nur auf dieses Album gepasst hätte. Echtes Copyright-Problem. Die englische Kurzgeschichte (non-fiction) dazu wird mit Ian McCartney verfasst. Kein Witz. 

 

SIX Radiohead: OK Computer NOTOK 1997 2017 – ehrlich gesagt, habe ich erst in diese Jahr einen Narren gefressen an diesem Album, besser spät als nie. Unfassbar „zeitgenössisches“ Werk, um diesem altbackenen Ausdruck mal etwas Feuer zu geben.

 

SEVEN Bark Psychosis: Hex – kaum einer kennt diese Musik, die ähnlich verstörend ist wie spätes Zeug von Talk Talk – noch heute absoluter „underground“ für die Psyche und nächtliches Lauschen!  „Sheer beauty. Knife-slit tension“. 

 

EIGHT Arthur Russell: Instrumentals (double vinyl) – es ist tottraurig, dass der singende Cellist, Tanzbodenforscher und Verhallungskünstler zu Lebzeiten nie das ernten durfte, was ihm posthum an Lobgesängen zugetragen wird, dieses Werk darf man auch unter „new exotica“ katalogisieren, aber es steht immer noch recht einsam da, wartet auf jeden Zuhörer. Und die kleine neue Vinyledition ist schon wieder vergriffen.

 

NINE Midori Takada: Through The Looking Glass (double vinyl) – japanischer Minimalismus, und so viel mehr. Ein Traum von Henri Rousseau, lauter „twilight zones“, ein einsam und allein eingespieltes Kunststück in arg begrenzter Studiozeit. „Beauty hurts, darkness works as medicine“.

 

TEN Pep Llopis: Poiemusia La Nau Dels Argonautes (vinyl)- die mediterrane, tiefentspannte Variante der Minimalisten & Argonauten, in der alles aquamarin funkelt, und jede Oberfläche eine eigene Tiefenströmung produziert. Ibiza ist nicht so weit von Valencia entfernt. Es ist das Jahr 1983.

 

ELEVEN Barney Wilen: Moshi (double vinyl) – eine schillernde Collage, die keine Verschmelzung der Welten vorgaukelt. Man spielt mit Einheimischen, schliesst Freundschaften, studiert neue Perkussionsinstrumente, singt alte und neue Hymnen. Die Musiker aus Frankreich lassen sich mit Haut und Haar auf die Fremde ein, lernen die blauen Menschen kennen – psychedelischer Jazz, erotischer Taumel, surreale Maskenbälle!

 

TWELVE Lal and Mike Waterson: Bright Phoebus – „Get past a couple of hokey moments to be transported back, first to the communal hopes of the ’70s, and thence into the country lanes of centuries passed“ (Jim Irvin, Mojo)

 

 

P.S.: I’m only refering to reissues that got a special treatment by excellent remastering techniques (that surpass the quality of other available editions), or by extended and highly valuable extensions, or by brilliant design matching the brilliance of the music, or, simply being gems being saved from forgetting and ridiculously high prices at Discogs. David Bowie‘ s Berlin days  will join the circle later on. No, I’m not a Prince fan. And if  the number would be twenty, Deathprod, Oregon, Weather Report, and Ray Charles in mono would have got their songs of praise. The one who knows the writer who coined the title phrase on „darkness & beauty“, will get a free copy of the next Eno album in 2018, MHQ promises. The four prints that accompanied Before and After Science’s first edition in 1977 (double click on the pictures) are beautifully reproduced in the reissue’s design. 

2017 7 Aug.

Before and After Dorothy

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Hello Brian,

here’s a „gospelmate“ of yours:

 

„The Great Debate“ is an eight-minute mini-musical that pits science against religion to determine, once and for all, who is right when it comes to humanity and existence. Though you are an atheist, in the song, the religious side comes out on top, largely thanks to the power of gospel music.

Randy Newman: Faith wins because it’s got Dorothy Love Coates, the Golden Gate Quartet, Bach, Beethoven, Mozart, Brahms, everybody. I don’t know whether I am a music lover, strictly – it’s hard to say how I feel about it – but I love good gospel music. No doubt. My side, the agnostic, atheist side, has got nothing like that. There’s no great song that’s like, “Let’s all not believe and play our agnostic hymnals!” They got everything: the high ceilings, the confessions – man what a hit idea.

(from a new Pitchfork interview)

 

P.S. Though you’ve never been too much interested in your historical ego, it’s great to see how these four classics from the 70’s receive a lot of interesting thoughts and appraisals, funny enough, nearly no one has been diving deeper into the special sound quality of the new „half-speed masters“. And there should be an improvement – standing up three times to get the full experience, makes a difference to old time vinyl experiences :) – I’m prepared for some comparative listening soon … best, Michael

 
 
 

 
 
 

Thanks Micha,

I’m just reading Anthony Heilbutt’s book THE GOSPEL SOUND which has a lot about Dorothy Love Coates in it … I’m still in love with her.

Yes, the old albums have had a good reception. I should listen to them again myself 😉. Last time I listened to any of them I found myself thinking „Who was that person?“. Releasing little time-capsules called „albums“ certainly gives you some surprises later in life: surprises about how much you change over a lifetime, and about which bits don’t change.

And I see Randy Newman has a new record out too. I look forward to that – always admired him enormously as a songwriter (GOOD OLE BOYS one of my alltime favourite albums).

XXB

I built myself a metal shakuhachi. You will have to wait a bit, dear reader, for the return of this instrument. What am I doing just now, aside from listening, on various levels, to Brian Eno’s new piece of Thinking Music? Well, thinking, and stretching the now – ordering a Jack London novel, daydreaming about my next travel to the Northwestern Highlands. A grey day today. I’m not experienced in synaesthesia, but the slowly rolling tones of „Reflection“ add an unspeakable colour (of the mind) that makes the grey catchy in a non-catchy way. Drifting. Returning. There’s, from time to time, a whistling, a kind of whistling, but, probably, it’s no real or treated whistling. What kind of landscape does this music breathe?

Mhm. An early-morning-Emil-Nolde-coast-vibe. A memory of myself standing on the cliffs of Dunnet Head at the beginning of 2016. No colours exploding on this new album of, say it with a smile, „Modern Mood Music“: once upon a time, the great British music writer Richard Williams just used this expression as headline for his Melody Maker review of Brian Eno’s „Music for Films“, Weather Report’s „Mr. Gone“ and Jan Garbarek’s „Places“ (one of the best Garbarek albums, by the way). Nice reframing for the old use of „mood music“ from Muzak to Martin Denny’s Martini-Rosso-Exotica.

Wait a minute, „Reflection“ just draws me in again. Later on I will look for my exotic birds, darken the room, light an African candle (they are called „Swaazi“), put „The Jungle Book“ on the screen – bongos in the bush of ghosts. I divert. The Nolde-coast metaphor is just an imagination, nothing to be taken too seriously. I remember, an orange grove in Morocco inspired one of Eno’s other thinking pieces, „Neroli“. The place, the smell, the heat, it all might have added up to or informed some free floating tones, an unheard vibration – unfolding within another long stretch of the now.

London in summertime (long ago), a paper and pencil-shop, I’m looking for some postcards, suddenly I see a smart and beautiful looking woman, immediately ready to having a word with her, such as „Would you lead me through the streets of London?“ I’m just thinking of a somehow more prosaic first phrase, when I hear my name being called from the back of the shop: „Michael.“ It’s Brian, his old studio has been just around the corner, and we have an appointment for an interview on „Neroli“ later in the morning. So, within seconds, one of my favourite musicians and a dream girl in the same room, I was a bit confused, I explained (no kidding, but with all brevity required!) the complex situation to Brian, he apologized for interrupting me, I say, nevermind, how could you know, turned around again, she was gone. Like an apparition.

When you listen to „Reflection“, apparitions, memories, ideas, pictures, feelings, thinking (sideways), it all may come up, along with some really „deep listening“ (the term coined by the late composer Pauline Oliveiros, who really had a knack for the long lasting drones and uncompromised moods) engaging the left and the right field of your brain. Free floating trance. „I want to be the wandering sailor / We’re silhouettes by the light of the moon / I sit playing solitaire by the window…“ 

The old impact of asynchronism and generative processes in music: you always hear something different, though the components stay the same, or, nearly the same. Steve Reich was the pioneer, with „It’s Gonna Rain“, and some other tape pieces. Brian Eno, always keen on cybernetics, later created „Music for Airports“, and other Ambient classics, with this working method (as small part of the game of creating).

Now „Reflection“ draws me in again, a kind of relaxed magnetism. Sometimes the composition is flooding my living space, sometimes I’m writing at other places, with the music in mind. That’s a difference, cause your memory is never shooting pictures of a track without some mild distortion or nostalgic timbre. Memory is a remix. In the windmills of your mind, certain motives swirl around, prevail, endure, vanish.

The term „old school ambient music“ might arise with first reviews, and, to be honest, this kind of labeling surely deserves a „kick-in-the-ass-treatment“. Compare, f.e., „Neroli“, „Thursday Afternoon“, „Discreet Music“ or „Lux“ – all these musics open up quite (understatement!) different fields of moods and rooms and surroundings (another question is, in a review full of diversions, it’s Thinking Music, isn’t it, why don’t Eno’s ambient works get some well-deserved 5:1-remixes, to make them even more immersive, „Reflection“, at least, will get its generative App for your computer).

So, returning to my kick-in-the-ass-treatment, a term like „old school ambient music“ narrows the focus and totally ignores the diversity, let me be more precise, the extreme diversity of all these slowly evolving compositions. For someone who is more on the „Metallica“ side of sounds, or the „real-music-is-handmade-and-sweating“-approach, this all may be boring stuff, for someone who can at least imagine that thrill-seeker’s paradise might be compatible with the „adagio“ unfolding and exploring of the never everlasting now, every single ambient record might by a seductive invitation into the unknown.

„I built myself a metal shakuhachi.“ What a weird sentence to pop up while listening? Is there anything that sounds like a metal shakuhachi on „Reflection“? Nope, or: dunno. Maybe it’s a metaphor for the music, another label (but ungraspable): „Metal Shakuhachi Music“ – though there’s no metal vibe and no Japanese bamboo flute artifact. But even more so there’s a melting  of the electronic/systemic and the soulful/organic. Left with uncertainties can be a gift – like not being trapped in old school knowledge can be a gift. Just, well, surrender. It even works on old, new vinyl.

 

Dear Micha

many thanks for that very interesting and inspired review. I really enjoyed reading it – and I hope other people can find some of the same depth in it that you’ve found. I deliberately downplay the musical qualities of these long ambient pieces because I prefer people to regard them as ‚functional‘ – and then to discover (if they want to, if they’re able to, if they need to) that they are really music. It’s a nice surprise for them then.. have a lovely christmas wherever you are. I shall be in Italy, probably sleeping. It’s been a busy year…

XXB

London, Dec. 18th

 

2017 5 Feb.

The Sisters of Reflection

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Hannah, Irial, Darla, Anya. Sisters. Generative Music, vier mal 15 Minuten und 13 Sekunden. Etwas wärmer als Reflection, organischer. Irgendwo zwischen solemnen und serenen Stratosphären. Ein elektronischer Mitternachtsraga …

Hätte vielleicht auch Daughters heißen können; kleine wunderbare Geschöpfe, die aus sich immer wieder neue Räume generieren. Aber halt: war ich da nicht schon einmal? Kommt mir die Ecke, diese Seitenstraße, dieses Fenster, dieser Horizont nicht bekannt vor? Ich versuche mich zu erinnern, aber alles, was aus der Tiefe meines Basalhirns aufsteigt, bleibt fragmentarisch. Wie ein Traum. Der Blick aus einem Fenster in New York, eine badende Frau, unendlich langsam oszillierende Farbflächen, so dass ich den Übergang nicht spüre. Den Übergang zu dieser fraglosen Gegenwärtigkeit, die gerade die leiseste Musik Brian Eno’s für mich immer ausgemacht hat.

Eine Zugabe. Zur hochpreisigen App, weil die brexikalen Kursschwankungen den Preis getrieben haben. Deshalb. Jetzt haben alle ein gutes Gefühl. Die Atmosphäre ist rein. Subtilationen …

 


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