Gestern haben meine grossen Ferien begonnen, mit Aufräumarbeiten und Reiseplanungen. Die Fahrt nach Grassau habe ich mit Uschi auf den Herbst verlegt. Die Romane im Gepäck: „Utopia Avenue“ (Zeitreise in die „psychedelische Ära“), und ein schwedischer Kriminalroman der Extraklasse (bin mittendrin), „Was ans Licht kommt“. Morgen vielleicht „Warten auf Bojangles“ im Kino. Und hier noch zwei TV-Serientipps, bevor ich davonbrause: „In With The Devil“, apple+, und „Indian Summers“, arte mediathek.
„I had this idea that—I’m not a religious person, but I do believe that there’s a spirituality to a lot of people and they’re not religious. You don’t have to be religious to be a spiritual person, right? You just don’t have to. There should be an acceptance, or a way of recognizing spirituality without it being overtly religious.
The only prophets worth a shit are the reluctant ones, and so it was that right before he started working on what would become his new album, The Bible, Lambchop’s Kurt Wagner found himself at the proverbial crossroads. Nearing the end of Lambchop’s third decade as a recording artist, Wagner felt musically isolated. He questioned whether continuing to make music even made sense. “I feel weird because I’m going to be 64, dude,” he says on the phone in between drags of a cigarette. “What the fuck am I doing?”“
Mein Schallplattenarchiv ist ein schön (und keineswegs heillos) geordnetes Durcheinander. Ich habe eine gute Stunde darin gestöbert, um meine Seelennahrung für die kommenden Monate zusammenzustellen. Was mir da alles in die Hände fiel: „Tales of Mozambique“ von Count Ossie and The Mystic Revelation of Rastafari“, „360 business / 360 bypass“ von Pan American, „English Settlement“ von XTC, „Dawn Of Midi“ von Dysnomia, „El Corazon“ von Don Cherry und Ed Blackwell, „Everybody‘s Talking“ von Fred Neil (die Langspielplatte, nicht die Single), „Masterpieces“ von Duke Ellington, „Hybrid“, von Michael Brook (mit Eno und Lanois), „Staircase“ von Keith Jarrett, „Magical Mystery Tour“ von den Beatles (in Mono), „Hitchhiker“ von Neil Young, „Trios“ und „Tropic Appetites“ von Carla Bley – dies und das. (Während dieser Minuten nahm übrigens eine Idee etwas konkretere Gestalt an, für einen eigenen youtube-Kanal, mit der vorläufigen Bezeichnung „The Vinyl Griot Corner“. Dazu werde ich mal Michael Ludwigs aka „Mr. 45RPM“ befragen. Der Mann hat schliesslich Ökonomie und Philosophie studiert, und wird mir (haha!) ein paar Rosinen aus dem Kopf picken.)
Aber ganz zu Beginn des freudigen Wühlens stiess ich gleich auf eines meiner liebsten Alben mit Songs aus dem 21. Jahrhundert, Lambchops „Showtunes“. Und hörte es von vorne bis hinten. Das fraglos experimentellste Werk von Kurt Wagner ist nicht weniger herzergreifend als sein erster Klassiker „Is A Woman“ – ein grösseres Kompliment gibt es für solche kühn gestaltete Texturen kaum, die ja nicht auf Ohrwürmer und Jukeboxen zielen.
Gleich entfaltete sich in meinen Hintergedanken die kleine Liste aus der Anteilung „my most stunning, beloved albums with songs from 2000 onwards“, und, was findet sich da, in munter assozierter Reihung, was kommt mir als erstes in den Sinn, neben „Showtunes“, unvollständig sowieso: „Everyday Robots“ von Damon Albarn, „Someday World“ von Eno und Hyde, „The Ship“ von Eno und ohne Hyde, „Another Day On Earth“ von Eno, „Cuckooland“ von Robert Wyatt, „Psychedelic Pill“ von Neil Young with Crazy Horse, „Dream River“ und „Apocalypse“ von Bill Callahan, „Negative Capability“ von Marianne Faithfull, „Pure Comedy“ von Father John Misty, sowie, ähem, „Mr. M“, „Damaged“, „FLOTUS“, „This Is (What I Wanted To Tell You“), allesamt von Lambchop (ich sollte einem Fanclub gründen), und, für spezielle Nächte, „The Drift“ von Scott Walker.
Und nun ist es soweit, der Herbst verkündet neue Liederzyklen von Brian Eno (ausgrechnet auf dem Klassik-Label „Deutsche Grammofon Gesellschaft“, was ich bis vor kurzem für unmöglich gehalten hätte) und – Lambchop. Der Titel „The Bible“ – und geht man von dem ersten zu hörenden „Song“ aus, „Police Dog Blues“, wandelt Kurt weiter auf unerschrocken unausgetretenen Pfaden. Auch da habe ich gleich das Vinyl bestellt, mit einer sehr speziellen Farbe, eventuell gibt es ein weiteres „Zoom“-Interview dazu. Hinzu kommt wohl noch ein allerseltsamstes Klavieralbum (ohne Songs) von Daniel Lanois. Soweit zum munteren Stöbern in der Vinylsammlung, im Gedächtnis (mit all den aufspürbaren Falltüren, doppelten Böden, Überblendungen, Traumstoffen).
Lambchop: The Bible, starring:
Jim Anton: Electric Bass
Bells of the Lakes Choir: Lutheran Bells Choir 😂 (oh, my god, a lutheran choir)
Tony Crow: Inspiration 😉 (nice gesture for the old companion)
Chris Bierden: Electric Bass
Andrew Broder: Piano, Arrangements, Programming, Electric Guitar, Synths, Beats, Turntables, Bongos
CJ Carmen Camerieri: Horns and Horn Arrangements
Cole Davis: Upright Bass
Tim Fain: Violin
John Fields: Electric Bass
Madison Hallman: Additional Featured Vocal on “Police Dog Blues”
Bridget Kibbey: Harp
Kim, Kim, and Harmony: Gospel Choir
Derrick Lee: Gospel Choir Direction and Arrangement
Bill Mathis: Bells Choir Direction
Matthew McCaughan: Processing and Arrangement
Blake Morgan: Throat Singing and Background Vocals
Paul Niehaus: Steel Guitar
Alex Nutter: Electric Bass
Jeremy Nutzman; Beats and Programing
Ryan Olson: Arrangements, Editing, Programing, Processing, Beats
Evan Slack: Electric Guitar
Sid Sriram: Additional Featured Vocal on “Little Black Boxes”
Alastair Sung: Cello
Matt Swanson: Electric Bass
Twit One: Beats
Kurt Wagner: Vocal, Processing, Nylon Guitar, Arrangements
Produced by Ryan Olson and Andrew Broder