Kurz nachdem ich Martinas kurzen Post über Bohren & Der Club of Gore gelesen habe, stieß ich auf das neue Album von A Winged Victory for the Sullen The Undivided Five. Auch eine Zeitlupenmusik, die sich still und unprätentiös aus dem Hintergrund in den Tag schleicht, ganz langsam, ganz getragen und voller skurriler Schönheit, auch was die Songtitel angeht. Hier sind verschiedene Einflüsse zusammengekommen, die Adam Wiltzie und Dustin O‘Halloran dazu brachten entgegen ihren bisherigen Arbeitsgewohnheiten sich mit alten Vintagesynthies hinzusetzen und zu improvisieren und die Ergebnisse dann als Grundlage für die Kompositionen des Albums zu nehmen, die subtil und verhalten ihr Dasein in irgendwelchen Parallelwelten führen, die mal in einer unbestimmten Vergangenheit („Our Lord Debussy“, „The Haunted Victorian Pencil“), mal in leisen Ambientwelten („Sullen Sonata“, „A Minor Fifth Is Made of Phantoms“) und mal im sanften Sog der Gravitation aus dem Schwerelosen („Adios, Florida“, „The Rhythm Of A Dividing Pair“) ins Bodenlose („The Slow Descent Has Begun“, „Aqualung, Motherfucker“ bis zum finalen „Keep It Dark, Deutschland“) schweben. Musik für verhangene Novembernachmittage.