Ian William Craig: Centres
(the title is the review)
Archives: Juli 2016
2016 20 Juli
I want to vanish in these songs
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
2016 18 Juli
Joachim Ringelnatz – Der Maler kehrt zurück
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Kunst | 1 Comment
Buchstäblich in letzter Stunde vor Schließung bin ich gestern nach Solingen ins Zentrum für verfolgte Künste gefahren, um die außergewöhnlich gute Malerei von Ringelnatz (1883-1934) anzusehen. Da er schon über 70 Jahre tot ist, wird hier niemand etwas über meine gezeigten Fotos beanstanden können. Leider ist die Qualität der aufgenommenen Bilder nicht überragend, aber da die Gemälde von Ringelnatz selten gezeigt werden und der Katalog sofort vergriffen war und nicht wieder auferlegt wird, versuche ich zu retten, was zu retten ist. „WAR EINMAL EIN BUMERANG“, wir kennen ihn alle als Dichter, aber als Maler? Er malt vom Herzen aus. Seine Orte sind keine Abbilder der Natur. Sie sind bescheiden gemalt, aber mit sicherem Können. Sehr authentisch denkt man, weil man ihn von den Gedichten, Kindertexten her kennt …
2016 18 Juli
We and the storms, we are one
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
„Cause when life looks like Easy Street, there is danger at your door …“ .
Er nimmt ganz einfach seinen Hut und geht spazieren. Auf seinen Gängen sammelt er reiche Eindrücke, die er in seinem armen Zimmer verarbeitet. Wie schön beim Ausüben seines Hobbys zu sterben! Robert Walser’s Vergnügungen waren seine Wanderungen. Wir wissen, dass er sich auf seinem letzten Spaziergang in den Schnee zur ewigen Ruhe legte (Der Spaziergang von Robert Walser).
Obwohl es eine ähnlich metaphorisch übereinstimmende Szene sowohl bei Robert Walser als auch in dem Werk Gehen von Thomas Bernhard gibt, [wo sie ihre Kleidung wechseln wollen, um in eine andere Identität zu schlüpfen], ist doch der Spaziergang in „Gehen“ ganz und gar nicht von heiterer Art. Als Studentin habe ich auf all meinen Reisen dieses Buch dabei gehabt, immer wieder las ich darin oder zitierte es irgendwo. Besonders die Stelle vom Hosenkauf, dieser „tschechischen Ausschussware, mit diesen „schütteren Stellen“. Nie zuvor hatte mich ein Buch so in seinen Sog gezogen, es war tatsächlich „zum Verrücktwerden“.
Dank Michael’s Monatstipp habe ich nun THE OLD WAYS von Robert Macfarlane gelesen und – never before – hat mir ein so friedliches Buch vorgelegen. Körper und Geist gehen vereint daher. Dieses Buch muss man zelebrieren. Da es leider kein Kartenmaterial bietet, habe ich die von meiner Wanderung auf den Hebriden mitgebrachten Faltkarten hervorgeholt, ein Glas Whiskey daneben gestellt und die Alten Wege verfolgt. Dazu einladend und mitsingend begleiten Grateful Dead:
„Come along or go alone, let me know your mind …“
2016 14 Juli
Rock Bottom
Jochen Siemer | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Sons of Anarchy, TV Serien | 2 Comments
Wenn Clay und Gemma sich fetzen, wirkt selbst das Polizeirevier fragil wie eine Pusteblume. Dort nämlich begegnet sich das Ehepaar zufällig, unterschiedlicher Delikte wegen. Sie hatte gerade einer jungen Nebenbuhlerin mit einem Skateboard die Nase demoliert. Die Rockerlady kommt in die Menopause, spürt ihre Jahre und die Jüngere als schmerzliche, bedrängende Konkurrenz. Rührend, wie dann – beide wieder auf freiem Fuss – der mit allen Wassern gewaschene Bandenseniorchef (man kennt Schauspieler Ron Perlman als den Glöckner von Notredame und als ungestaltigen Mönch in Der Name der Rose) nach seinem Seitensprung mit dem Teenie seiner Frau Liebe und Reue schwört und beide frisch versöhnt auf der Harley abziehen. Überhaupt, das Powerpotential dieses Kultbikes ist hier Massstab aller Dinge und der grandiose Soundtrack trägt ein Übriges dazu bei. Allein der Themesong zu Beginn der abendlichen Episodendosis bestätigt einmal mehr, was man schon immer wusste, vielleicht vorrübergehend nur vergass: I love Rock. Und wer als eher Zartgebauter vor Zeiten einmal eine Honda Goldwing kurz spazierenführte, der weiss, was von Gewicht ist. Für manchen bleibt vielleicht das Crossbike noch Relikt für Männerfreiheit, Freiflug, kleine Fluchten – und als Metapher für den mystikschwarzen Gaul. So wie der Eine am Vergaser bastelt, so stellt der Andere Shimanokomponenten fein ein. Wie dem auch sei: in zahlreichen Serien, bei Sons of Anarchy aber besonders, wirken die Bilder für die Songs wie Geschmacksverstärker und umgekehrt. Dass hier demnächst auch der einst so geschätzte Paul Brady zu hören sein wird mit einem Stonescover, ist spätes Glück.
2016 14 Juli
„a thousand miles away“ – in memory of a song and a book
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
2016 14 Juli
The Golden Age of TV – Remembering „True Detective“
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: True Detective, TV Serien | 1 Comment
Since my childhood days I have been attracted to crime series on TV. There were The Avengers (with Emma Peel and John Steed), there was even mainstream stuff I liked, 77 Sunset Strip, Rockford and many others. Then Peter Falk entered the scene with his dirty old automobile.
Many years later, David Lynch extended the limits of crime and mystery with the glorious first season of Twin Peaks. Unforgettable: Angelo Badalamenti’s soundtrack. And several scenes (the dream with the dwarf) that burned deep into the unconscious. With HBO and the hard core suspense counter terrorist dramas of 24 a new period of television started. Homeland, for example.
During the last two years, other outstanding crime stories wrote TV history: Broadchurch, Sherlock Holmes, Top of the Lake, Die Brücke revealing that Scandinavia, New Zealand and England could contribute to top notch crime dramas. Germany is a wasteland in this field. I was thrilled by them all. But, nothing matched the quality of TRUE DETECTIVE. Sometimes it was really dangerous to dive into the story, cause I easily forgot breathing. And this is for fans of great soundtracks: the way T Bone Burnett provided the musical score with original instrumentals and a bunch of songs from the Americana genre (oldtimey folk, gospel etc.) added another layer – a perfect mix of sounds and sceneries!
Right to the end, True Detective danced around cop drama tropes and transcended them. It was pitch black, philosophical (the spirit of Albert Camus!), unabashedly entertaining, thoughtful and ultimately hopeful and human storytelling that trusted its audience’s intelligence and their capacity to be challenged. And the last song is a real closer: „The Angry River“, with Father John Misty.
(Remix from June 2014)
2016 13 Juli
David Mitchell’s last reading experiences
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
„Books on the go this summer include: The Awakening by Kate Chopin, an exquisite novella about a woman in 1890s New Orleans chafing against the strictures of her times; the modern classic Alone in Berlin by Hans Fallada, about a Berliner in 1940 who embarks on a campaign of sending anonymous anti-Hitler postcards, and the Gestapo officer ordered to hunt the dissenter; Fell by Jenn Ashworth, a fresh, lyrical novel about a sick girl, a faith healer, the woman the girl grew into, the spirits of her parents and unfinished business. In the last week I’ve finished Pachinko by Min Jin Lee (out in 2017 from Head of Zeus), a deep, broad, addictive history of a Korean family in Japan enduring and prospering through the 20th century; and the new book by Peter Ho Davies, The Fortunes (Sceptre) – a poignant, cascading four-part novel about being Asian and western, about immigrants and natives, about belonging in a country and one’s skin. It’s not out until August, but if your bookseller owes you a favour, cash it in for a reader’s proof. It’s outstanding.“
2016 12 Juli
Shaun Keveny’s „Pub & Ship-Talk“
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Brian Eno, The Ship | 1 Comment
2016 12 Juli
Das Ende des Fado
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Anders als Gregs bin ich kein Freund des Films Lisbon Story von Wim Wenders (der da zu viel schlaumeierte) – ein Werk, das dennoch dazu beitrug, der Gruppe Madredeus zu grosser Populärität unter melancholiewilligen Deutschen zu verhelfen. Nun ist das reine Empfindungssache, aber ich bin bei Fado-Musik ähnlich auf Fluchtreflexe konditioniert wie bei stimmungsseligen Salsa-Parties. Auch kann ich bei aller Liebe für Stunden wahrer Empfindungen Fernando Pessoas Buch der Unruhe (ein Klassiker fraglos) rein gar nichts abgewinnen, und erinnere mich, wie, als das Buch in meiner Studentenzeit in Mode kam, betrübte Germanistik- und Romanistikstudenten noch etwas betrübter als sonst beim Anblick des Milchschaums ihrer Kaffeetassen ihren oft nicht ganz so schrecklichen Nöten nachhingen und Sätze in Pessoas Depressivum anstrichen. Nun aber haben sich die Zeiten und Dinge geändert. Nach dem Sieg der Portugiesen über die Franzosen kann der Fado abgeschafft werden. Wenn schon Drama, dann a la Ronaldo: diese Wandlung von der tragischen, tränenreichen Figur zu einem, am Spielfeldrand in Louis de Funes-Manier rumtobenden, co-coachenden Irrwisch, wird Geschichte schreiben. Dass Ausgelassenheit und reine Euphorie einmal portugiesisches Recht werden, hätte man seit der Erfindung des Fado nie für möglich gehalten.