Manafonistas

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2014 25 Sep

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (81)

von: Gregor Mundt Filed under: Blog | TB | 6 Comments

Morgen ist es soweit, einmal mehr ein großer Tag, ein Tag, an dem ein neuer Roman von Thomas Pynchon veröffentlicht wird. Es soll ja Leute geben, die schon Wetten abgeschlossen haben, wer den jeweils neuen Roman wohl zuerst in den Händen halten würde. Da soll dann der eine einen Buchhändler dazu bewegt haben, besagten Roman schon einen Tag früher herauszurücken, Wette trotzdem verloren! Denn der andere soll sich bereits Tage vorher die Druckfahnen des Romans besorgt haben: Gewonnen!  Blödsinn machen manche Leute … Morgen geht alles ganz seriös zu, ich werde, wenn alles gut geht, mit dem Öffnen des Buchladens meines Vertrauens um neun Uhr den neuen Roman des Meisters in Empfang nehmen. Leider muss ich aber dann für den Rest des Tages arbeiten, am nächsten Tag die 96er im Stuttgarter Stadion nach Kräften unterstützen, aber dann kann die Lektüre beginnen …
 
 
 

 
 
 
Immer wieder spielt ja auch Musik eine Rolle in den Romanen Pynchons. Das Motto des mir neben Enden der Parabel liebsten Romans von Pynchon Gegen den Tag lautet: „It´s always night or we wouldn´t need light“, und es stammt von keinem geringerem als Thelonious Monk. Dieser wunderbare 1596-Seiten-Roman, aus dem ich jetzt am liebsten seitenlang zitieren wollen würde, steht also unter einem Zitat eines der ganz großen Jazzpianisten. Grund genug, den Plattenschrank nach Monk-Platten zu durchforsten und den Abend vor der Veröffentlichung des neuen Pynchon-Romans mit Monk>-Platten zu verbringen, zum Beispiel:
 
Thelonious Monk: Straight No Chaser (Music from the Motion Picture, prod. Orrin Keepnews!)
 

Folgende Monk-Stücke werden dann aber auf jeden Fall aufgelegt: Monk´s Dream Round about Midnight /Hackensack / Evidence / We See / Let´s Call This / Friday The 13th / Skippy / Straight No Chaser / Mysterioso u.a.
 
 
 

 
 
 
Aber halt: Pynchon hat noch ein weiteres Buch unter das Motto eines Musikers gestellt, nämlich Vineland. „Jeder Hund hat seinen großen Tag und ein guter vielleicht auch zwei“ – dieses Zitat stammt von Johnny Copeland. Dieser Bluesmusiker, geboren 1937 in Haynesville, Louisiana, gestorben 1997 in New York, veröffentlichte eine Menge guter Platten. Ich schlage vor, wir beenden den Vorabend der Veröffentlichung von Bleeding Edge mit der 2006 veröffentlichten CD An Introduction To Johnny Copeland, deren letztes Stück „Traveling Blues“ besonders genossen werden muss.
 
 
 

 
 
 
P.S. Vor einer Woche verstarb Kenny Wheeler, 84jährig – ich gedenke seiner mit den Platten  Angel Song aus dem Jahre 1997 (Kenny Wheeler, Lee Konitz, Dave Holland und Bill Frisell) und Double, Double You aus dem Jahre 1984 (mit John Taylor, Dave Holland, Mike Brecker und Jack DeJohnette.

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6 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Als BVB-Gan warte ich noch auf die grossen Tage in meinem „Hundsleben“: 2:2 gegen Stuttgart ist einfach nur bitter, trotz der vielen Verletzten.

    Im Pynchon-Lesewettbewerb sind wir nun zu dritt. Unser regelmässiger Leser Olaf W. wird auch daran teilnehmen. Sonntag in einer Woche postet dann jeder seinen kleinen Kommentar zu den ersten 50 Seiten: dass heisst, das Kapitel nach so einer Zahl sollte aber noch zuende gelesen werden.

    Und es wird immer nur 1 Statement abgegeben, keine Diskussionen. So funktioniert das, wie ein Paralleltagebucheintrag :)

    Da ich mich an den Rhythmus halten wollte, habe ich das Buch schon vor zehn Tagen von Rowohlt als Besprechungsexemplar bekommen :) – ein Heimsieg gestern wäre mir wichtiger gewesen.

    Habe schon meine ca. 57 Seiten gelesen, und das Buch extra zuhaus gelassen. Auch hier an der Algarve gibt es hohe Wellen, hat was!

    Ich lese hier den nächsten Thriller of the Month, den ich auch bei uns in einer kleinen Besprechung vorstellen werde. Grossartiges Werk.

  2. Gregor:

    Okjay, okay, so machen wir das!

    Bzgl. BVB: sei mal nicht so ungeduldig, das wird schon. Gönn´ doch den 96ern einmal Platz 3!

    Wir fliegen schon bald wieder runter. Das Spiel gegen Köln war ja nun wirklich auch kein Prachtstück. Dass du den Roman schon hast, geht eigentlich gar nicht, also, überhaupt gar nicht! Dass du das erwähnst, ihn schon zu haben, macht die Sache ein Klitzekleinesbisschen besser!

  3. Uwe Meilchen:

    Blick ins Buch:

    http://www.rowohlt.de/fm/131/Pynchon_Bleeding_Edge.pdf

  4. Michael Engelbrecht:

    Also, nochmals: im Moment sind wir zu dritt. Vielleicht kommt noch jemand dazu.

    Meine kleine Herbstmusiksammlung wird deine Top 20, ich ahne es, noch mal kräftig ddurcheinander wirbeln.

    Übrigens habe ich heute einen kleinen Horrortrip hinter mir, das häuft sich scheinbar in letzter Zeit. Ein Foto von meinem linken Bein erspar ich dir heute.

  5. Olaf:

    Ich hab‘ den Pynchon am Dienstag bestellt und konnte ihn dann – ganz entspannt – schon am Mittwoch abholen. Habe mich dem Wälzer aber nur oberflächlich genährt: den schönen goldbraunen Einband betastet, an den Seiten gerochen … und den letzten Satz auf S. 50 – der ersten Zwischenstation – gelesen: „Ja, verstehe, männliche Angst wäre natürlich viel besser.“

    Schon sehr gespannt auf die Lektüre, bisher bin ich 2x an Pynchon gescheitert … werde mich nachher an die ersten Seiten machen. Zum Musikhören war mein Tag zu laut, da würde höchstens noch „Monk Alone“ gehen – schaunmermal!

  6. Gregor:

    Sag mal, das geht ja gar nicht … und ich hocke hier ohne Buch.
    Danke, Uwe, für den Link über die ersten 24 Seiten, da geh ich jetzt ran!


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