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Archiv: The Beatles

 

 
 
 

ONE The Beatles: Sgt.Pepper’s Lonely Hearts Club Band (double cd oder, auch wenn das immer doof klingt, die „super deluxe edition“) – die Herstellung einer wundervollen Stereobalance beweist, dass die Jungs damals wirklich mono bevorzugten, die Transparenz ist atemraubend, der Bass druckvoll. Wer stets gern zu der Garagenband aus Liverpool zurückkehrt, lese das Buch „Dreaming The Beatles“.

 

TWO Brian Eno: Taking Tiger Mountain (By Strategy) (double vinyl) – die „vier half-speed masters“ von Enosvier Songalben aus den Siebzigern sind jeden Cent wert, obwohl die erhältlichen CD-Masters von 2004 auch keine Wünsche übriglassen. Ich schätze tatsächlich alle vier Alben gleichermassen, Favoriten wechseln mit den Jahreszeiten.

 

THREE Brian Eno: Here Come The Warm Jets (double vinyl) – das wildeste Songalbum ist alles, Protopunk vor Punk, wundervoller Pop, extravaganter Melodienrausch, das englische Wort „overflowing“ findet hier seine vollendete Entsprechung. Aus so einem Reigen  könnten andere Künstler ganze Karrieren schöpfen, Eno gönnt es sich nur einmal.

 

FOUR Brian Eno: Another Green World (double vinyl) – man garantiere mir 25.000 Euro, und ich schreibe ein 120 Seiten umfassendes Prosalanggedicht zu diesem sicher einflussreichsten der vier Alben, ohne ein pathetisches oder schwärmerisches Wort. Am 16. Oktober geht es um diese „big four“ in der „Nahaufnahme“ der Klanghorizonte im Deutschlandfunk. 

 

FIVE Brian Eno: Before And After Science (double vinyl) – ein Kieferklapptrunter-Erlebnis unter guten Kopfhörern, ich höre nie auf, das Album zu entdecken, und hatte in diesem Jahr gar einen luziden Traum, in dem ich einen perfekten neuen Enosong hörte, der nur auf dieses Album gepasst hätte. Echtes Copyright-Problem. Die englische Kurzgeschichte (non-fiction) dazu wird mit Ian McCartney verfasst. Kein Witz. 

 

SIX Radiohead: OK Computer NOTOK 1997 2017 – ehrlich gesagt, habe ich erst in diese Jahr einen Narren gefressen an diesem Album, besser spät als nie. Unfassbar „zeitgenössisches“ Werk, um diesem altbackenen Ausdruck mal etwas Feuer zu geben.

 

SEVEN Bark Psychosis: Hex – kaum einer kennt diese Musik, die ähnlich verstörend ist wie spätes Zeug von Talk Talk – noch heute absoluter „underground“ für die Psyche und nächtliches Lauschen!  „Sheer beauty. Knife-slit tension“. 

 

EIGHT Arthur Russell: Instrumentals (double vinyl) – es ist tottraurig, dass der singende Cellist, Tanzbodenforscher und Verhallungskünstler zu Lebzeiten nie das ernten durfte, was ihm posthum an Lobgesängen zugetragen wird, dieses Werk darf man auch unter „new exotica“ katalogisieren, aber es steht immer noch recht einsam da, wartet auf jeden Zuhörer. Und die kleine neue Vinyledition ist schon wieder vergriffen.

 

NINE Midori Takada: Through The Looking Glass (double vinyl) – japanischer Minimalismus, und so viel mehr. Ein Traum von Henri Rousseau, lauter „twilight zones“, ein einsam und allein eingespieltes Kunststück in arg begrenzter Studiozeit. „Beauty hurts, darkness works as medicine“.

 

TEN Pep Llopis: Poiemusia La Nau Dels Argonautes (vinyl)- die mediterrane, tiefentspannte Variante der Minimalisten & Argonauten, in der alles aquamarin funkelt, und jede Oberfläche eine eigene Tiefenströmung produziert. Ibiza ist nicht so weit von Valencia entfernt. Es ist das Jahr 1983.

 

ELEVEN Barney Wilen: Moshi (double vinyl) – eine schillernde Collage, die keine Verschmelzung der Welten vorgaukelt. Man spielt mit Einheimischen, schliesst Freundschaften, studiert neue Perkussionsinstrumente, singt alte und neue Hymnen. Die Musiker aus Frankreich lassen sich mit Haut und Haar auf die Fremde ein, lernen die blauen Menschen kennen – psychedelischer Jazz, erotischer Taumel, surreale Maskenbälle!

 

TWELVE Lal and Mike Waterson: Bright Phoebus – „Get past a couple of hokey moments to be transported back, first to the communal hopes of the ’70s, and thence into the country lanes of centuries passed“ (Jim Irvin, Mojo)

 

 

P.S.: I’m only refering to reissues that got a special treatment by excellent remastering techniques (that surpass the quality of other available editions), or by extended and highly valuable extensions, or by brilliant design matching the brilliance of the music, or, simply being gems being saved from forgetting and ridiculously high prices at Discogs. David Bowie‘ s Berlin days  will join the circle later on. No, I’m not a Prince fan. And if  the number would be twenty, Deathprod, Oregon, Weather Report, and Ray Charles in mono would have got their songs of praise. The one who knows the writer who coined the title phrase on „darkness & beauty“, will get a free copy of the next Eno album in 2018, MHQ promises. The four prints that accompanied Before and After Science’s first edition in 1977 (double click on the pictures) are beautifully reproduced in the reissue’s design. 

Never believe a band that says it’s going to make a „dark“ album, Robert Forster once wrote. So, being very careful, I won’t say I will do a „dark“ radio show between Friday night and Saturday morning, but looking at the titles of the compositions alone might suggest to the innocent reader it possibly might become a „rather dark“ affair. And it cannot really calm anyone down announcing that my Scott Walker interview from today’s afternoon will probably be presented in three little excerpts – time enough left  for him to shout out (hair rising, shiver sending, making the idea of sleep a courageous thing) his „Lullaby“.

 
2

Ueb / Cease To Matter / Last Chance Gas & Water / Late Victorian Holocaust / Red Cafe / Soleil rouge / 12.1 / Tremens / 12.4 / Fetish / Night Procession / Bull / Cornubia / A Fearful Proper Din / A Darn Psi Inferno / Evening Star / Softy Gun Poison / Tomorrow Never Knows/ Atomos XI / Rawhide / Farmer in the City / Jesse / Epizootics! / Lullaby / Atomos II

 

3

Tremens is, as the other tracks, created in a state of amazement at the state of the world crumbling and tipping over to direct madness around us, as we play.

In the spring months we recorded, Ukraine, Syria, and ISIL happened, and for us, for the first time it is as if we are looking collective insanity in the eye.

We do not want to make program music as such, but this reality is reflected in the outpouring of sound as we try to sort out the bits of information we are fed, but are constantly diverted elsewhere.

In the same manner clarity in the music ( = pulse) is fed to you in bits, but ripped apart by sudden currents of parallel or opposite information .

This record is not a planned career move, it is a direct output of the energy in spring 2014 between the three of us.“

Jon Balke on the track „Tremens“ and the forthcoming album „Outland“ from Jokleba (Balke, Kleive, Jorgensen)

 
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Jokleba never said they were going to make a dark album. It just happened, and it is so wild and uncompromising that it deserves the absence of the usual old words.  (me) 

Vieles verdanken wir dem Spielen: Kultur, Kreativität, Lebensfreude. „Homo ludens“ – ein alter philosophischer Hut, der hübsch schräg auf dem Kopf sitzt. Norbert Bolz spürt in seinem Buch „Wer nicht spielt, ist krank“ diverse Antriebskräfte dieses letztlich Unernsten und doch Leicht-Ernst-Zu-Nehmendem auf. Eine Kernidee der Manafonistas basiert ja auch auf dem Spieltrieb: die Überraschung, die Freude an Überschneidungen, das lustvolle Pokern mit dem Hintersinn des Zufalls. Selbst das Ernste gewinnt bei uns gelegentlich eine leichte Qualität, in der Geschichtenerzählerei.

Eine famose, und toternste Geschichte erzählt der englische Kriminalschriftsteller Mark Billingham in seinem Thriller „Die Lügen der Anderen“. Seit Jahren ein Schöpfer guter und sehr guter Kriminalromane, gelingt ihm sein Meisterstück ausgerechnet da, wo er vertraute Figuren, Muster und Schauplätze hinter sich lässt. Auch eine Begleiterscheinung des Spielerischen: sich seitwärts treiben zu lassen, bis ein neuer Ansatz auftaucht, und neue Volten geschlagen werden.

Wieviel Klangträumerei, Versuch und Irrtum, abseitige Pfade, und Luftssprünge (gerne etwas solider „Aha-Erlebnisse“ genannt), im Spiel waren, als Erik Honore sein Album „Heliographs“ gelang, ist schwerlich zu ermitteln. Dieses Album ist fürwahr eine Entdeckung, und ein weiteres Highlight des aufstrebenden Osloer Labels „Hubro“ – nur dort können es interessierte Mittel-, Süd-, Ost- und Westeuropäer on-line als Cd und Lp erwerben, bevor es am 21. November offiziell ausserhalb Norwegens erscheint.

Und fast von selbst stellt sich die musikalische Wiederveröffentlichung des Monats auf – so vertraut, so einzigartig, dass nur  Desinteressierte und Anhänger des Sensurround-Sounds nicht in Verzückung geraten – die einzige Voraussetzung ist ein gediegener Plattenspieler – und die Ohren werden gross wie Scheunentore: The Beatles In Mono“.


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