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Archiv: Steely Dan

2017 25 Sep

The Walter of Life

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To the music of Walter Becker (Feb 20 1950 – Sept 03 2017)
 
 

Have you ever beeing bored by a fusion guitarist who was able to hit the ten-second mark in a relay race with John McLaughlin and thereby running empty as a dried up rain butt in the Mohave desert? Then take a look to the west coast – to California, home of Steely Dan! It will bring back to you the refreshing Walter of Life. Guitarist Becker was somehow a slowhanded counterpoint to the fastness of McLaughlin and part of the duo Donald Fagen & Walter Becker and their joyful mix of jazz, folk, blues and fusion elements combined with witty lyrics and songwriting. The result of this hybrid, multicoloured culture product was always something bigger than the sum of its parts and sustainably lasting like the flashbacks of a joint.

„Way back when, in Sixty-seven …“ – it was in 1980, previously doped and musically beeing hooked by dealers like Joe Zawinul, Joni Mitchell, Lowell George, Robert Palmer, John Martyn and Jean Luc Ponty. One expected, after the great pleasure of The Royal Scam, new stuff from the californian west coast and that came along quite under-cooled. The cover however is like a Picasso painted statue of the ever-dancing couple – elegantly and with that same subtle irony as the clever lyrics of the Zeitgeist-architects from the westcoast. Texts were not fully understood at that time anyway, despite language courses in Cornwall.

The dandy mistaken for „Gaamakiii“ was not that bon vivant woken up by an early-morning cock-scream. As the gamma chi he was rather high up – and just by listening one never would have been able to enscript what nowadays you can easily read by having insight to the written lyrics. The story of the albums perhaps best and still listenable song is quickly told: the protagonist travels from Boston to Scarsdale, two and a half hours on a public bus to meet a nineteen-year-old girl. He is irritated because the teeny doesn’t know „Retha“ Franklin and he feels his age. But the Mexican tequila and the Colombian grass make the night a wonderful thing – same as the salsa spiced ending of this song: sweet and delightful in the aftertaste.

 
 
„Hallo Neunzehn“ (Hey Nineteen) – remixed and translated.

 

 
 
 

also setzte ich mich in den Toyoten und rauschte in das Stuttgarter Land. Nachdem ich mich bei diversen Stadtmagazinen (ein Lob dem Hohen Norden, dem Wilden Westen, dem Tiefen Bayern) umgetan hatte, war die Sache mit der „promo copy“ rasch erledigt. Unterwegs war schon der erste „download link“ angekommen, ich ging auf Nummer sicher, hatte drei geordert, und zwei Original-CDs wurden mir zudem noch ans Herz gelegt, ich sagte, sorry, eine Pizza nach Wahl, ansonsten nur Radio, und der „Baltimore Chronicle“! So lernte ich zwei Stammhörer der „Klanghorizonte“ kennen, von denen ich noch nie gehört hatte. Zeit für eine kurze Pause im Spessart. Ich fuhr Stunde um Stunde ab, im Radio wurde der Knaller „City On Fire“ vorgestellt, dieser Scheissregen (aber da helfen  ‚on the road‘ die 34 Songs von Native North America, Vol. 1: Aboriginal Folk, Rock and Country 1966-1985″, sowie der neue Stoff von M. Ward und The Coral) – endlich angekommen, brauchte ich erst mal ein Wurstbrot und ein Bier, ja, was Deftiges, von Ästheten wird immer angenommen, sie trinken Sekt korrekt und reden schlaue Sachen über Quentin Tatantino. Aber heute ging es beim Treffen mit einem meiner besten Freunde nur um eins: ich drückte, zur Einstimmung, eine weniger bekannte Single von Herman’s Hermits, „My Sentimental Friend“. Und die Jukebox tat ihre Arbeit. Wir liessen den Song nachwirken, und ich kniff mich, weil ich mich wie 17 fühlte. Als dann Stille herrschte, Waldrandstille zumindest, hörten wir gemeinsam, und zum ersten Mal überhaupt, „The Ship“, das neue Album von Brian Eno. Wir hatten im Vorfeld etwas darüber gelesen, hatten gewisse Vorstellungen, aber was dann passierte, auf unseren Gesichtern, zwischen den  Ohren, die Laute, ab und zu, aus halb geöffneten Mündern, sprach eine andere Sprache, und doch Bände. „Wahnsinn“ war noch das komplexeste Wort. Dreimal lief fas Album von Anfang bis Ende. Ich sagte Gregs: – hier, Freund der schwäbischen Maultaschen, ich habe heimlich was geöffnet in der Küche, das hat jetzt genug Luft und die richtige Temperatur. Two Left Feet, Molly Dooker, Jahrgang 2013! – Und nun? – Gregs, komm, ich schlage „Aja“ vor, von Steely Dan, sonst dauert es mit dem Einschlafen. Uns war schon klar, dass „The Ship“, wenngleich völlig anders, so doch vom Kaliber „On Land“ oder „My Life in the Bush of Ghosts“ ist.

2016 1 Mrz

„Peg“

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Bass player Chuck Rainey pulled off a muted slap-bass effect on the bridge without Donald’s or Walter’s knowledge, crouching behind a partition during the recording sessions to hide his thumb action. „Aja“ was released during the height of the disco craze, and Becker and Fagen wanted absolutely nothing to do with that genre, but Rainey succeeded in adding an underlying funk edge to what is easily the album’s best groove track. Combined with the drumming of Rick Marotta, with his subtle high hat slips and syncopated bass drum, the sick guitar solo from Jay Graydon, and the 4-part overdubbed vocal harmony of Michael McDonald, Rainey’s playing helped make „Peg“ my favorite cut on „Aja.“

2014 13 Aug

Steely Dan live

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Angesichts des Publikums, das überwiegend aus reiferen Jahrgängen bestand, hatte ich schon befürchtet, er würde – wie in seinem Buch angedroht – Bingozahlen ansagen. Aber Mr. Fagen entschied sich dann doch für sein Fender Rhodes. Und für den Gesang. Wenn er auch die hohen Töne nicht mehr packt, die Stimme ist unverkennbar.
 
 
 

 
 
 
Seit 42 Jahren sind Steely Dan auf der Szene. Entdeckt habe ich sie erst in den 80ern, als es sie eigentlich schon nicht mehr gab. Aber ihre Musik ist im besten Sinne zeitlos geblieben. Und wenn Steely Dan eigentlich auch eher ein Studiokonstrukt war: Sie können es auch live, wie ich gestern abend im Benedum Center in Pittsburgh bei ihrer „Jamalot Ever After“-Tour erleben durfte.

Das Opening wurde gestaltet von der Bobby Broom Organi-Sation, einem Chicagoer Jazztrio, das mit halbakustischer Gitarre, Drums und einer Hammond-B3 den passenden Einstieg lieferte. Interessant übrigens, dass das US-Publikum in der Regel den Supporting Acts gern und mit Sympathie zuhört. In Deutschland habe ich das sehr oft anders erlebt.

Eine Band, die tourt, obwohl sie kein neues Album im Koffer und auch sonst nichts zu promoten hat und trotzdem alle 56 Termine innert weniger Stunden ausverkauft (und das bei Ticketpreisen bis zu 200 Dollars, von den Resellerpreisen mal gar nicht zu reden), kann es sich leisten, keine Interviews zu geben und auch auf sonstige Reklame zu verzichten.

Die achtköpfige Backing-Band begann den Abend mit „Cubano Chant“, einem Ray-Bryant-Cover, das auch „Pittsburghs very own“ Art Blakey mal gespielt hat (man ist hier stolz auf sowas), dann gesellten sich Walter Becker, Donald Fagen und drei Sängerinnen (Carolyn Leonhart-Escoffery, La Tanya Hall, Cindy Mizelle), von denen jede einen eigenen Abend tragen könnte, hinzu und stiegen mit „Black Cow“ (vom „Aja“-Album) ein.

Es folgte eine zweistündige Show, an der zwar bis in die Lichtdramaturgie hinein nichts spontan war, die aber auch nie in allzu offensichtliche Routine abdriftete. Fagen, der hinter seinem E-Piano mit dunkler Brille und zurückgelegtem Kopf beim Singen immer ein bisschen wie Ray Charles wirkt, brauchte zwei oder drei Stücke, um stimmlich auf Betriebstemperatur zu kommen, aber das war auch fast alles, worüber man sich beschweren könnte. 

Zu hören gab es Repertoire, „Greatest Hits“, wobei zur Enttäuschung etlicher Fans allerdings ausgerechnet „Do It Again“ und „Rikki Don’t Lose That Number“ fehlten. Auf Beckers und Fagens Soloalben wurde verzichtet, auch von Steely Dans Alben von 2000 und 2003 war nur jeweils ein Stück zu hören. Dafür war der Anteil des „Aja“-Albums überdurchschnittlich hoch.

Hervorzuheben sind der Drummer Keith Carlock, der es an Präzision mühelos mit der auf dem „Gaucho“-Album verwendeten Drummaschine („Wendel II“) aufnehmen konnte, und der Gitarrist Jon Herington, dem selbst das vertrackte Solo aus „Bodhisattva“ keine Probleme bereitete. Der Sound blieb den ganzen Abend über ein wenig blechern, aber 13 Musiker live abzumischen ist auch keine Kleinigkeit.

„Reelin‘ In The Years“ und „Kid Charlemagne“ waren die Zugaben. Ein glückliches Publikum erlebte einen perfekten Abend. Gerne wieder.
 
 
 

 

2014 26 Feb

Hallo Neunzehn

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„The Cuervo Gold, the fine Colombian, make tonight a wonderful thing.“

Wer in seinem Leben je einem Fusiongitarristen begegnete, der in der Lage wäre, mit John McLaughlin im Staffellauf die Zehnsekundenmarke zu unterbieten und sich dennoch dabei so leer fühlte wie eine ausgetrocknete Regentonne in der Mohave-Wüste, der müsste nur rüber zur Westküste schauen, nach California, Heimat von Steely Dan. Das Verdienst des Duos Fagen & Becker bestand nämlich auch darin, Jazz und Fusionanteile mit gewitzten Texten und Liedermacherei anteilig zu vermischen. Dabei entstand etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile und nachhaltig wirkt wie die flashbacks eines Joints. Way back when, in Sixty-seven … Es war im Jahr 1980, zuvor gedopt und musikalisch angefixt von Dealern wie Joe Zawinul, Joni Mitchell, Lowell George, Robert Palmer, John Martyn und Jean Luc Ponty, erwartete man nun, nach weidlichem Genuss des Royal Scam, auch neuen Stoff von der kalifornischen Westküste. Der kam dann aber reichlich unterkühlt daher. Das Cover allerdings: wie eine von Picasso gemalte Statue des ewig tanzenden Paares, elegant und mit der gleichen feinsinnigen Ironie durchtränkt wie die klugwitzigen Texte der Zeitgeist-Architekten von der westcoast. Aber Texte wurden damals sowieso nicht ganz verstanden, trotz Englisch-Abi und einem Sprachkurs in Südengland. Der mit „Gaamakii“ benannte Dandy war nicht etwa ein vom Hahnenschrei geweckter Lebemann, sondern als Gamma Chi wohl schlichtweg äusserst abgehoben – allein durchs Hören wäre man nicht drauf gekommen, was man heute liest. Die Geschichte des vielleicht besten und immer noch hörenswerten Songs des Albums ist schnell erzählt: der Protagonist reiste von Boston nach Scarsdale, zweieinhalb Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln, um eine Neunzehnjährige zu treffen. Dann ist er irritiert, weil der Teenie Rehta Franklin nicht kennt, und er spürt sein Alter. Doch der mexikanische Tequila und das kolumbianische Gras machen die Nacht dann doch zu einer guten Sache – ebenso wie der salsagewürzte Ausklang dieses Songs: süsslich und wunderbar leicht im Abgang.

2012 13 Okt

Three stars for „Sunken Condos“

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„Each new Donald Fagen album is like trading in your old car for a new version of the same model“, Andy Gill writes. Hmm. Sometimes it seems to be nice when things stay the same. Always crashing in the same car, David Bowie once sang. Donald Fagen is never crashing, everything is well-oiled. There is coolness, there is irony, there is sarcasm, there is a constant feel-good groove, there are old lovers and young women. There is only one reason Woody Allen never used a Steely Dan-song for end titles or a theme song: he prefers Dixieland. Within its constraints of good taste and old formulas, „Sunken Condos“ works fine. But, as Paul Simon writes, „pity there’s still too much syrup to wade through (…). Next time, please, less smooth, more rough.“

2012 2 Okt

Eine Steely Dan Chronologie

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„Do it again!“ Das lässt man sich nicht zweimal sagen, wenn es darum geht, Songs von Steely Dan zu analysieren und als Gitarrenmusik zu antizipieren resp. transskribieren. Mangels eigener Plattensammlung – aber mittels Wikipedia habe ich mal recherchiert, um diese Songs, die mich seit Urzeiten (The Caves Of Altamira) begleiten, chronologisch zuzuordnen. Angegeben sind meine persönlichen Favoriten. Mein Tipp: die Kompilation SHOW BIZ KIDS hört sich gut an – und hat für den selbst Musizierenden den Vorteil, dass die alten Lieder dort auf den aktuellen Kammerton A „geeicht“ sind.

 
 
Cant Buy A Thrill (1972)

  • Do It Again
  • Dirty Work
  • Only A Fool Would Say That

Countdown to Ecstasy (1973)

  • Bodhisattva
  • Show Biz Kids

Pretzel Logic (1974)

  • Ricky Dont Loose That Number
  • Any Major Dude

Katy Lied (1975)

  • Black Friday
  • Bad Sneakers
  • Doctor Wu

The Royal Scam (1976)

  • Kid Charlemagne
  • The Caves Of Altamira
  • Dont Take Me Alive
  • The Fez
  • Green Earrings
  • Haitian Divorce

Aja (1977)

  • Deacon Blues
  • Peg
  • Josie

Gaucho (1980)

  • Hey Nineteen

Two Against Nature (2000)

  • What a Shame About Me
  • Two Against Nature
  • Jack of Speed
  • Cousin Dupree
Everything Must Go (2003)
  • Things I Miss the Most
  • GodWhacker
  • Lunch with Gina

2012 26 Sep

Die Steely Dan Renaissance

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Den einen gilt sie als belanglos, anderen als vertraut und genial – oder aber als ein alter, abgelegter Hut: Musik von Steely Dan. Unsereinen jedenfalls trieben einst Songs wie „Peg“, „The Fez“ oder „Green Earrings“ in Ekstase und auf die Tanzfläche, im Maschinenhaus etwa, einer Bremer Disko in den Siebzigern. Unvergesslicher Moment auch: unterwegs mit Freunden, frischem Führerschein, Richtung Cote d´Azur. Durch Monaco dann – und im Rekorder läuft The Royal Scam. Meinte Kant so etwas mit Erhabenheit?

Becker und Fagen gerieten alsbald in Vergessenheit und andere Horizonte taten sich auf – Jazz, David Sylvian, südamerikanische Musik. Nach langem Schweigen erschien dann Two Against Nature – mit einer Renaissance von Songs, wie man sie unmerklich vermisst hatte: cool, witzig, funky, selbstironisch und sophisticated. Da waren Zwei zwar gegen die Natur, gehörten aber lange noch nicht zum alten Eisen.

Ein Song auf diesem Album heisst „Shame About Me“. Geschildert wird eine Situation, die auch bei einem Abituriententreffen stattfinden könnte. Ein wohl gescheiterter Schriftsteller („I´m writing on that novel, but i´m just about to quit“) trifft beim Herumflanieren auf eine Jugendfreundin, die längst zum Hollywoodstar avancierte. Nach ausgiebiger Plauderei ist sie es, die auf die Idee kommt, man könne doch mal eben ins Hotel gehen und die alten Zeiten wieder aufleben lassen.

Sie sähe zwar hinreissend aus, er aber fühle sich dem heute nicht mehr gewachsen, so seine Antwort: „Babe you look delicious and you’re standing very close – but like this is Lower Broadway and you’re talking to a ghost.“ Zeilen dieser Art und Güte sind es, die – neben delikatem Gesang, delikaten Gastmusikern (John Herington on guitar oder Chris Potter am Saxofon), ausgetüftelten, jazzigen Arrangements und glasklar abgemischten Sounds – solcher Musik etwas ewig Aktuelles verleihen.

Es sei am Rande erwähnt und ist doch von Bedeutung: ein gewisser Joey Sample, seines Zeichens Gitarrist, konnte nie gut E-Gitarre spielen – mit John Herington etwa nicht im Geringsten mithalten, weil: schlichtweg zu langsam (shame, shame, shame). Als er aber Walter Becker in diesem Song spielen hörte, beeindruckte ihn der verzögerte, funkige Anschlag und er hatte er ein Erweckungserlebnis: So spielen – das ist machbar!


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