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Archiv: Björk

2017 26 Nov

Into Utopia

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split into many parts

splattered light beams into prisms

that will reunite
 
 

Elektronische venezolanische Vögel eröffnen einen Mahlstrom des Atopischen, der sich erst langsam zum Utopischen hin entfalten und öffnen wird. Schicht um Schicht lagern sich an- und übereinander, kein musikalischer Wegweiser, keine vorab erkennbare Richtung und doch wirkt alles schlüssig, folgt einander organisch.

 
 
am i keen or not keen

to be seen or not seen
 
 

Ist das noch Musik, wie wir sie kennen? Komplexe Strukturen, die die überbordenden Ideen Joanna Newsoms weit hinter sich lassen, Klänge und Rhythmen, die mehr präsent und letztendlich dennoch noch mehr abstrakt sind als David Sylvians Versuche Horizonte des Songwritings zu dehnen.

 
 
it defines us

how we overcome it

recover repair from loss

freedom aphrodisiac
 
 

Field recordings by Chris Watson, sourcing and sample clearing by David Toop and Stephen O’Malley, L’Oiseaux du Venezuela by Jean C. Roché, electronics and beats by Arca and this still incredible voice, not really singing, not really speaking. And flutes plain, sampled and distorted, magic flutes. Backward driving rehabilitation of recorders. Some sound sources of undefinable spices grown far beyond all fields and woods i’ve ever crossed before.

 
 
i draw laser lines through lake

to take physicality

inhale

i inhale this physicality

this forest in me
 
 

Archaische Stimmen, sich durcheinanderschichtende Songideen, ein futuristischer Urwald, eine schamanistische Trance, ein ritueller Tanz aus einer Parallelwelt, kryptische Klangfetzen aus der Schmerzverarbeitung der verwundeten Heilerin, eine organische Dunkelkammer der Seele, ein Ruhelager mit bizarren Federwollobjekten, neben dem artifizielle Kräuter einen hypnotischen Duft verströmen, die die Aussenwelt bedeutungslos werden lassen und Inneres sanft verwirbelnd nach außen kehren.

 
 
so i reserve my intimacies

i bundle them up in packages

my rawward longing far too visceral

did i just fall in love with love?
 
 

Da ist er wieder, der Strom von Schauern, den ich auch beim Hören von Homogenic empfunden habe, dessen Geschichte ganz aktuell von Emily Mackay bei 33 1/3 ganz wunderbar erzählt wird. Wie ich als Kind an Winterabenden im Garten meiner Eltern stand und in die Unendlichkeit des klaren Sternenhimmels schaute und Sternschnuppen zählte, so klingen hier die Nordlicht durchwebten Nächte Islands aus einer ganz anderen Zeit wieder und die Sternenschauer umfließen meine Wirbelsäule.

 
 
music heals too

i’m here to defend it
 
 

Hören, nochmal hören. Eine abschüssige Eisfläche, die sich ganz warm anfühlt. Ein Tsunami an Ideen, die die immensen 72 Minuten einfach fluten, wegspülen, erneut vorgeben nur die Spitze eines Eisberges zu sein, angedeutete Rhythmen die jedes Zeitgefühl schreddern und so die Morgenröte nach dem polaren Winter aufleuchten lassen. „Papa, was hörst du denn da schon wieder?“ – „Das ist ja – vielleicht der heißeste Anwärter auf das Album des Jahres!“

 
 
 

 
 
 

utopia it’s not elsewhere

it’s here,
 

… but are we already here, too?


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