Manafonistas

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2017 14 Dez

ECMologie gerätselt

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Es macht neugierig, durch einen ECM Wald zu spazieren und vor lauter CDs nicht mehr die echten ECMs zu erkennen.
 
Wer kann unterscheiden?
 
 

  1. Mathias Eick
  2. Tord Gustavsen
  3. Sylvie Courvoisier
  4. Enrico Rava
  5. Wadada
  6. Wolfgang Dauner
  7. Leo Smith
  8. Blossom Dearie
  9. Teddy Edwards
  10. Avishai Cohen
  11. Zakir Hussain
  12. Ketil Bjørnstad
  13. Nels Cline

 

 
 
 

This is a photo shot in my electric cinema. I’ve been listening (some might recognize fragments of the cover) to the Eno-produced MORE SONGS ABOUT BUILDINGS AND FOOD from the salad days of the TALKING HEADS, some fucking moons ago, and this, dear Ian from Glasgow, was a life-changer. A „lifer“ like few others. This record is anti-matter and remedy at the same time. Gimme hard times, I turn it on, LOUD, gimme happy times, and I turn it in on, LOUD, gimme happy-sad times, and I turn it on, LOUD. I was listening to it on a cheap cassette recorder when it came out, and I‘m listening to it on a surround-mix today. This record kills me, and makes my life new, every time I listen to it. This is what I call magic. I believe in white magic. I‘m a pagean. When I was a teenager T Rex‘s ELECTRIC WARRIOR has had a similar effect on me. Multiple effects. Made even masturbation more exciting. Stay hungry. Plan is: in my very last radio show, I will play music from this album, at the very end, and call it a day, a night, an epiphany. I know what an epiphany is. Even pageans can know that. And, by the way, dear readers, these lines are an exercise in understatement.

 

 

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Michael’s choice. Here they are, the awesome dozen of the year. England‘s masterclass LINE OF DUTY (4) is one of them, for sure (photo). Do yourself a favour, and go for the whole series. TATORT, in comparison, is like „Bauernschwank with Sozialkunde“. We are no completists, so some possible contenders for the year’s final flashback cannot be seen and evaluated in time (Twin Peaks 3, Detectorists 3, Game of Thrones 7). Nevertheless, you‘ll be stunned. Stand-alones (meaning shows that can be seen without starting with the first season) are marked. FARGO 3 is a case in point, LINE OF DUTY 4 definitely not. Apart from the usual suspects there are some discoveries that have been sailing too long under the radar and no finally go front page on  Manafonistas. Good news for friends of ghost towns, broken dreams and lonesome figures with a gun – one show is coming  from the old „western“-genre, bleak and black as the night can be – GODLESS is its name. Letting oneself be immersed by GODLESS, some of us will meet a good old aquaintance. Of course, you might want to add, contradict, join sides!

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One – The Leftovers 3
Two – Halt and Catch Fire 4
Three – Godless (standalone) – Netflix
Four – Line of Duty 4
Five – Stranger Things 2 – Netflix
Six – Fargo 3 (standalone) – Netflix
Seven – The Deuce (standalone)
Eight – Vikings 4
Nine – The Punisher (standalone) – Netflix
Ten – Glow 1 
Eleven – Mindhunter (standalone) – Netflix
Twelve – Ozark (standalone) – Netflix

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Damon Lindelof and Tom Perrotta’s post-Rapture drama LEFTOVERS 3 finished its three-year run with eight episodes of alternately wrenching, surreal, and bleakly funny storytelling about the psychological aftermath of loss and the quest to superimpose narrative on a seemingly chaotic world. I should admit this pick comes with an asterisk: Lindelof told me that certain themes and images, and the totality of episode five, were inspired by my personal writing about the death of my first wife. I loved the season before I knew that, so I’m leaving The Leftovers where I think it would’ve gone otherwise; however, if you consider the personal aspect disqualifying, go ahead and bump The Leftovers off the list and move everything up a notch.“ (Matt Zoller Seitz‘s no. 1, on vulture) 

 

2017 12 Dez

Automatic for the People

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„Culturally, 1992 in America was not an easy place to be. We’d been through 12 years of politically the darkest era America had ever seen with Reagan, Bush and AIDS. I think the record was a response to that. I wanted to make a record about loss, transition and death — the biggest transition we all know.“

Michael Stipe, Automatic Unearthed

 

 

Ich empfehle sehr Trollers Dokumentarfilm „Deutschland in den 70er Jahren.“ Immer wieder ist es ein jung machender, witzig gedrehter Film über meine besten Jahre. Ich mag das Interview, das er mit Gisele Freund gemacht hat, besonders. Mit welch herbem Charme die Fotografin ganz einfache Fragen von Troller wie z. B. „Konnten sie als Kleinkind aus dem Fenster gucken?“ mit enormer Aussagekraft beantwortet. 

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„Jazz“ in Hamburg hate lange Zeit die Pflege des Althergebrachten bedeutet. Damit hatte man sich abzufinden. Das „Birdland“ in der Gärtnerstraße, wo auch anderes möglich wurde, lag noch in weiter Ferne, und die Hamburger Jazzbands waren durchweg pflegeleicht und konnten alles, von der Jazzband-Battle im Schauspielhaus bis zur Möbelhauseröffnung Montag morgen um zehn. Die Jazzkneipen hatten den typischen 70er-Charme; der Wirt der „Riverkasematten“ war es schon gewohnt, dass regelmäßig im Frühling ihm der Fluss einen Besuch abstattete und der Laden dann wochenlang durchfeuchtet roch, im „Cotton Club“ dauerten Sessions manchmal bis in den Morgen, die Musiker schliefen dann auch gern mal dort und wurden morgens vom Wirt mit Schlehengeist geweckt. Vom Pö gar nicht zu reden.

 

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Mittlerweile war mein Traum von einer fangfrischen Forelle ausgeträumt, ich gab mich mit einem Stück altdeutschem Käsekuchen zufrieden, schoss noch ein Foto von der von jedem Windhauch befreiten Idylle des Hofes. Am Rand nahm ich wahr, wie verriegelt die Dorfpizzeria war (ein Schild mit der Aufschrift „GESCHLOSSEN FÜR IMMER“ hätte mich nicht aus dem Gleichgewicht gebracht) – doch erst im Nachhinein wurde mir klar, wie leicht ich hier, in Mellrichstadt, am Ende der Welt, die Zeit hätte anhalten können. Ein idealer Ort für Liebende und Verlorene. Hinter der Ortsgrenze hiess das erste Lied, das ich hörte, „Hawai“, von Neil Young, er sang es 1976, in einer Sommernacht, auf seiner kleinen Ranch nahe Malibu.

2017 10 Dez

Musikvideos 2017

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Über die Jahresbestenlisten verschiedener Webseiten mache ich immer wieder Entdeckungen; schon habe ich CDs von Andre Cymone (den ich erstaunlicherweise gar nicht kannte), Circuit des Yeux und Ambrose Akinmusire (den ich bisher eher als langweiligen Mainstreamjazzer eingeordnet hatte) bestellt. Nicole Mitchells Album Mandorla Awakening, Kidal von Tamikrest und SZAs Ctrl stehen als nächstes auf der Liste. Und James Holden & the Animal Spirits wart schon eine exzellente Spät-Neuentdeckung.

Über die Jahresrückblicke stößt man hin und wieder aber auch auf interessante Videos. Kendrick Lamars überdrehtes Humble wurde ja tausendfach geteilt, und bestimmt hat es jeder schon gesehen. Interessanter ist daher vielleicht Jonas Lindströms Video für Element, in dem Fotografien von Gordon Parks in der Gegenwart zum Leben erweckt werden. In München gab es in diesem Jahr eine großartige Retrospektive, die verdeutlichte, wie aktuell Parks‘ Werk doch ist. Nabils surreales Video zu DNA mit einem exaltierten Don Cheadle greift die gleichen Themen auf und ist auch sehr gut, wenn auch weniger spektakulär. Die aufgedrehte Stimmung von Kendricks Damn und die entsprechenden Videos scheinen mir 2017 gut auf den Punkt zu bringen.

Natürlich muss ich in diesem Zusammenhang Algiers‘ Video The Underside of Power (Regie Henry Busby & Marcus Tortorici) zumindest erwähnen – eine Mischung aus Performance-Video, das die Bandmitglieder latent als Untergrundkämpfer zeichnet, und Zeitkommentar zu den brennenden Themen des Albums. Mit ähnlichen Themen hantiert auch Noga Erez‘ Dance while you shoot; die Sängerin aus Tel Aviv thematisiert in ihren Texten das Leben in Israel zu einer sehr zeitgemäßen Musik, die oft zu Vergleichen mit M.I.A. u.ä. führte. Das Video (directed by Zhang + Knight) setzt da an. Starkes Album.

Was ganz anderes, ohne Politik: Jeremy Bibles poetische Luftaufnahmen von Ohio zum Gitarrenstück Black Grasshopper von High Aura’d. Wahnsinnig komplex sind Kevin McGloughlin abstrakte Grafiken zu Max Coopers Stück Symmetry. Und auch Maxime Causeret hat ein faszinierendes grafisches Video zu einem Track von Max Cooper erstellt: Order from Chaos.

Sevdalizas lynch-haftes, mit Emmanuel Adjei entwickeltes Video zu Human ist zwar schon im November 2016 veröffentlicht worden, das Album Ison (zu dem es nebenbei bemerkt auch eine Art Slow-Motion-Video der kompletten 66 Minuten des Albums) dazu allerdings erst im Sommer 2017. Es passt hervorragend zu der dunkel-surrealen Stimmung des Albums. Mehr mit dem surrealen Charme alter VHS-Elemente (vgl. The Ring) spielt das wilde, ins Abstrakte gehende Video der frankokanadischen Filmemacherin Jacqueline Castel zu Zola Jesus‘ Albumhighlight Exhumed.

Wie Exhumed, so klingt auch folgendes super über Kopfhörer: Eigentlich kein Musikvideo, aber mich hat dieses Video von zwei Tracks (Deliverance und The Conduit) der audiovisuellen Performance von Belief Defect beim Atonal Festival in Berlin sehr beeindruckt. Ich war selbst nicht dabei, hätte das aber gerne erlebt. Die intensive Klangwelt des großartigen Industrial-/Noise-Techno-Albums kommt live sicher sensationell in dieser Umgebung im Berliner Kraftwerk.

Mir gefällt auch Protomartyrs für diesen Post-Punk ungewöhnliches, seltsames, düsteres Video zu A Private Understanding (Tony Wolski & Trevor Naud) sehr; auch wenn ich mir ehrlich gesagt keine große Mühe gemacht habe, Text und Handlung zusammenzubringen.

Und zum Schluss noch was Witziges: Young Thug erschien nicht (oder nur halb) zum Dreh seines 100.000 Dollar teuren Videos Wyclef Jean, also musste Ryan Staake aus der Not eine Tugend machen.

Es gibt zahllose Passagen in der ersten Staffel der Marvel-Serie „The Punisher“ (auf Netflix), die das ganze Spektrum von unüberbrückbarer Nähe und schmerzhaftem Verlust einfangen. Frank Castle hat alles verloren, seine Familie wurde ermordet, er gilt als tot und lebt wie ein Geist im Verborgenen. Wir sind hier in New York City, und die Stadt ist ein Labyrinth. Sein anfänglicher Gegenspieler, Micro, musste ebenfalls ins Reich der Als-Tot-Geltenden abtauchen, um seine Familie zu schützen – über diverse Kameras folgt er dem häuslichen, traumatisierten Alltag  seiner Frau und seiner beiden Kinder, da tut jeder Blick weh. Alles hängt zusammen mit dem Afghanistan-Krieg, mit dem verdecktem Heroinschmuggel korrupter Militärkreise. Frank Castle ist „The Punisher“, und er will Rache. Das ist der alte „Ein Mann sieht rot“-Topos, den man spätestens seit Charles Bronson in Erinnerung hat, und der nicht nur simple Strickmuster im Schlepptau führt, sondern auch Meisterwerke wie Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“ (wieder mit Charles Bronson, und einem der grossartigsten Soundtracks der Westernhistorie).

Ich schreibe diesen Artikel aus einem guten Grund. Meiner unbescheidenen Ansicht nach ist diese Serie tief beeindruckend, psychologisch fundiert und fesselnd, klug inszeniert, toll gespielt, und erhält, freundlich ausgedrückt, sehr gemischte Kritiken. Sie wird weit unter Wert abgehandelt, und das ist sehr schade. Zum Glück gibt es auch ein paar erhellende Besprechungen, die genau meine Eindrücke teilen, also bin ich kein einsamer Rufer in der „home cinema“-Wüste. Meine Warnung ist diese: etliche Gewaltszenen sind von brutalem Realismus, und, wer da nicht hinsehen mag, schliesse kurzzeitig, na gut, mitunter minutenlang, die Augen (mache ich auch bisweilen). Auf der anderen Seite ist „The Punisher“ herausragendes Fernseh-Kino, in welchem das reichhaltig gebrochene Seelenleben der Protagonisten in bestens austariertem Verhältnis steht zu fulminanten Action-Sequenzen. Ein Witz, dass manche Kritiker den 13 Folgen ein oft zu langsames Tempo vorhalten. Wer es lieber gediegen will, lese den letzten, vielgerühmten und mich nur ermüdenden Roman von John Le Carré.

2017 10 Dez

Dreamtime

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„It’s a pink moon
Hey, it’s a pink moon
It’s a pink, pink, pink, pink, pink moon.
It’s a pink, pink, pink, pink, pink moon.“

 
 

I purchased the first album when I was 14. I think it was the first LP I bought from my pocket money. I regularly listened to „das neue werk“ at NDR radio, so new sounds were something I knew and found interesting. But Kraftwerk, for me, hit a new bell: They amalgamated these esoteric avantgarde sounds and rock music. For me, this was an epiphany. (I also loved the cover grapic and the inside photo, by the way. I still do.)

 
 

Heute war ich in der Banksy Ausstellung. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich einige seiner Antithemen ansehen konnte. Marie war nicht mitgekommen, weil die App Affectiva ihr zu negative Emotionen zeigte. Sie führte das auf den gestrigen Besuch in der Lounge von radioeins zurück. Alle ihre Selfies zeigten ein frustriertes Gesicht. Zudem wären die 500g Reis plus Hähnchenspiess für ihre Vitalwerte verheerend gewesen. Ihre FitBit hätte rot angezeigt. Seltsam, dass sich Marie körperlich so vermessen lässt.

 
 
 

 
 
 

In Wirklichkeit heißt Bartos also Karlheinz. Zu Herrn Karl wurde er erst, als es darum ging,  seinen Namen für die Kraftwerk-Bühne in Neonrohr zu biegen: Da ist Karl eben nur halb so teuer wie Karlheinz.

 
 
Music, maybe it sometimes needs context like blood needs oxygen.

I remember getting the train from Warsaw to Łódź last year and (as luck would have it) I’d just downloaded a cracking Jesu album onto my Moto G4 (or was it Moto G3) and as the unfamiliar landscape fed my eyes, unfamiliar music bathed my brain.

 

It was a perfect winter afternoon. And Łódź was definitely my kind of town, and the music was the right accidental choice. Łódź, a perfect city.

 

Es ist noch dunkel, pink moon, die lady liest, begeistert sich an dem, was in und unter der Struktur der Sprache liegt, sie macht Notizen, beschriftet 1 Blatt Papier und mehr, setzt sich an die Maschine, verwandelt ihr Material in Magie, montiert sie mit anderen, bereits vorhandenen Notizen, die in ihrer Wohnung in Wien in kleinen bunten Plastikkörben gesammelt sind …

 
 
Today Kraftwerk is dead like Mungo Jerry. No artistic ambitions anymore, perfect masters of earning much money with pasttime glories. This is totally okay with me. Their first two  statements are strolling through too many sideways for corporate identity issues. Being first class business guys today, they put these gems behind (they might be bothered thinking about their „old fire“). They are icons, put them on stamps!
 
 

„NO NO NO NO“ (the chorus of the other side of the coin)

 

 
 
 

Today TWIN PEAKS „3“ will arrive in my yellow mailbox, and I did everything not to know anything about pot lines, ha ha, plot lines, or reviewers‘ spoiler-rich writings, except that two American friends normally sharing my tastes were totally enthusiastic about the new Lynch-fuelled drama from the mythical place of Twin Peaks that once set the standards for radically disturbing TV series. But what I heard again and again (by silent whispers): after Angelo Badalamenti‘s magic soundtrack of the first two seasons, this time around, the music would succeed again, and may put one spell and another on spectators in deep-watching mode. The most stunning four series I saw this year, were THE LEFTOVERS (1, 2, 3), HALT AND CATCH FIRE (1, 2, 3, 4), FARGO 3, and STRANGER THINGS 2. But now, the really big question is: will our hero still eat Donuts?

 


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