Manafonistas

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Hubro is my label of the year, this time. Andreas Meland is the man in the background. A programm of excellent, very good, and  good works that, in 2017, even surpasses last year’s output of a Nordic / Norwegian spectrum between free improvisation, chamber folk, electric wilderness, altered states of mind & sound, minimal drone studies, post-exotica, songs & sounds & atmospheres. They even put out an album by the band aptly called „1982“, including a church organ being deprived of all its gravitas.

Now Erik Honoré’s second Hubro album ist out, „Unrest“, and, as he has told during bis lecture in Kristiansand about making music in dark and turbulent times, he sees it as the „dark-eyed sister“ of his excellent first solo album „Heliographs“. In fact, it’s  a shadowy affair, with a spoonful of atonality and testing the limits of high-pitched violins, free floating, slow piano runs – and a theatre of voices, hiding,  murmuring, wondering. Not to forget „The Sheriffs of Nothingness“!

Erik Honore and his companions (yes, a great cast!) know how to build up suspense and release, and the sequence of the tracks is immaculate. You have to listen to it as an album, and, if you want to do yourself a favour, in the dark. While being immersed, you’ll easily be haunted by the thrill of dissonant textures, well placed grooves and swirling melodic lines that happen when you least expect them to appear. The last track is the perfect closer, an apparently simple song with an irresistible tune. And, well, part  of the magic of Hubro albums is the cover art of Yokoland (Aslak Gurholt and Thomas Nordby) – for „Unrest“ it works as warning sign – and invitation!

 
 
 

 

 

Dumpfe Parolen und „Rechtspopulismus“ (kleiner Euphemismus für, in Teilen, unverhohlenen nationalsozialistischen Gedankendreck) sind also gesellschaftsfähig geworden. Jetzt auch auch der Durchbruch der Idioten in Österreich. Es entsteht ein neuer schlechter Ton, ein braunes Summen im grossen Pack. Die Wahl eines amerikanischen Landschweins zum Präsidenten ist eben nicht das fruchtbare Signal, Demokratie neu zu überdenken, nur ein Zeichen für neue Hordenbildungen. Den Dialog mit einem von der AfD zu pflegen, ist so vielversprechend, wie einem Polizisten aus Texas, der einfach mal so einen Schwarzen abknallt, Tom Sawyer als Bettlektüre zu empfehlen. Die Zeit des runden Tisches ist vorbei. Die Fronten sind gezogen, die Musik leistet nur noch Beiträge zur Abteilung „Preaching To The Converted“.

 

2017 16 Okt

Schöne alte Welt

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Manchmal lebt es sich schwer im Menschenpark.

Man fühlt sich unter all den hereindonnernden Turbulenzen wie Tweek in Nordkorea. Um sich positiv zu halten, hört man gute Musik oder erheitert sich an philosophischen Themen.

So geschehen dieser Tage bei einem Vortrag eines Transhumanisten. Man weiss was Posthumanismus ist. Sven Helbig ist ein Beispiel für posthumanistische Musik (Autumn song!) Und der fluoreszierende Hase von dem brasilianischen Künstler Eduardo Kac ein anderes. Aber was ist Transhumanismus?

Den Begriff hat Julian Huxley bereits 1951 geprägt. Während es dem Bruder Aldous um Bewusstseinserweiterung unter LSD ging, versucht der Transhumanist eine Selbst-Bewusstseinserweiterung. Die Kant’sche Frage „Was ist der Mensch“ wird mit neuen Überlegungen erweitert:
 
 

Kann der Mensch digitalisiert werden?

Wie wird das funktionalistische Bild des Geistes aussehen?

Wie steht’s um die Moral? Wie werden digitale Geschöpfe bewertet?

Wird der in den weltweiten Verfassungen verankerte Begriff der „Würde“ entkrustet? Brauchen wir dann neue Grundlagen für moralische Einstufung? (Etwa, ganz gefährlich! auf der Grundlage: keiner soll leiden).

Was meinen Transhumanisten wie Ray Kurzweil (angestellt bei Google) mit ihren Zukunftsideen wie z.B. „mind uploading“?

 
 
Den smarten Professor Sorgner, mit dem es während seines Vortrags ein schönes Augenspiel gab, hätte ich gerne mal kurz gedrückt, um ihm mit loriotschem Schalk auf einen wichtigen Punkt aufmerksam zu machen: Das Gefühl, wo bleibt das Gefühl?

Wer sich trotzdem vertiefen will: Stefan Lorenz Sorgner – Transhumanismus, erschienen im Herder Verlag.


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Last swim before departure. A week full of radio work. Brutal ardour on Lanzarote. Good time for caves. This man with a history is still adventurous after all these years, and playing in Jameos del Agua adds to every possible magic spell. If you haven’t lost it, you’ll probably bring it all out here. Ten autumns ago, the trumpet player had visited the island for the first time, with his wife and his two children, and then „breathing in“ the archaic space with the ear of a musician, he dreamt of playing the volcanic power spot one day. That day was yesterday.

Molvaer’s big first statement was Khmer, an album that filled some of the space left by pioneering works of „Electric Miles“ and „Fourth World Hassell“. When I did my first interview with him (I only did two) – he was just about to release his third album after Khmer – I asked what he would do to keep his sound fresh. He said: „That’s a good question!“ Its certainly was (and a bit mean) – an artist who has discovered a certain formula, often tends to repeat it till nostalgia is creeping out of every note hanging in the air.

And, in fact, after his first two albums on ECM records, something seemed to be lost on the way, the auditoriums were sold out, the people got what they (a lot of them) wanted, the „Molvaer sound“, the „Molvaer grooves“ with all its shades of night and club and neon. Exhaustion easily comes with riding a first wave of success. It took a while for Nils Petter to reconsider, and then, someday (would be hard to nail it down), a good quantum of the old freshness came back with risky line-ups, with forgetting of being a virtuoso or being the man who knows all the tricks.

His last album, for example, Buyoancy, is a good example of keeping the spirits high – as is his quartet of yesterday’s evening. Geir Sundstol, Jo Berger Myhre (a broad spectrum of playing and treating guitars), and Erland Dahlen (percussion) were not just good company, they shaped and re-shaped everything from scratch, never played by the book. At least so it seemed. Stunning. At one point, near the end, I had the impression Geir Sundstol has been delivering his version of a Daniel Lanois-pedal steel guitar composition. Circles closing in so many ways, circles that never forget the to look for promising exit signs – caves always have some hidden ones.

 

Do you ever think about the 14th of October? The Great Vanishing? The Sudden Departure? The clusterfuck of the modern era?

 

„The Leftovers“ beginnt mit einer Science-Fiction-Szenerie in Mapleton, New York, und gelegentlich wird ihr Datum erwähnt: es ist der 14. Oktober eines nicht genannten Jahres. Auf einen Schlag verschwinden zwei Prozent der Weltbevölkerung. Ein Baby-Boy, der auf dem Autorücksitz ohne Unterbrechung schrie, löst sich in Luft auf. Ein Einkaufswagen rollt ins Leere, weil der Mann, der ihn geschoben hat, nicht mehr da ist. Nach diesen Eingangsszenen gibt es einen Zeitsprung von drei Jahren. Drei Jahre, das  ist, so heißt es, die Zeitspanne für die seelische Bewältigung eines einschneidenden Ereignisses. Immer noch wird von behördlicher Seite versucht, das rätselhafte Ereignis zu klären. Detaillierte Fragebögen sollen dabei helfen, möglichen Mustern in der Persönlichkeitsstruktur der Verschwundenen auf die Spur zu kommen. Es gibt die Moonies, weiß gekleidete lebende Metaphern. Und das Rätsel um die Hunde, die ihr Gezähmtsein vergessen haben.

 

2017 14 Okt

77 steps to a concert

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Wäre ich ein hohe Miete zahlender Rentner in München, würde ich mich schleunigst nach einem Häuschen oder einer Wohnung in Helmbrechts umsehen. Die Preise für Immobilien liegen dort weit unter Münchner Niveau, es schwebt weniger Feinstaub in der Luft, die Landschaft ist unspektakulär schön – das Fichtelgebirge in Sichtweite, zum Frankenwald sind es ein paar Schritte.

Ich würde keineswegs in einer Kleinststadt wohnen, wo nix los ist. Im Gegenteil. Die nicht weit entfernten Städte Hof, Bayreuth, Coburg, Bamberg, auch der Raum Nürnberg/Erlangen dürften kaum das Kulturangebot zu Helmbrechts übertreffen – sieht man davon ab, dass in all diesen Städten Theater- und Opernhäuser, sinfonische Orchester oder gar Festspiele zu Hause sind. Die Kulturwelten Helmbrechts präsentieren nun wieder zwischen September und Januar rund 40 Veranstaltungen von hohem und höchstem Niveau.
 
 
Omer Klein Trio – 07. Oktober 2017
 
 
   extremely brillant
   extremely sophisticated
   extremely entertaining
 
 
BEOGA – 11. Oktober 2017
 

BEOGA kannte ich nicht als ich die Tickets kaufte. Angekündigt als ‘Irish Folk’, als eine Band, die schon zusammen mit Ed Sheeran aufgetreten ist, ging ich auf den Vorschlag meines Mädels ein, die jenen Ed Sheeran kannte (ich jedoch genausowenig wie BEOGA).

Irish Folk mag ich schon, vor allem Planxty. Ich höre solche Musik aber selten und hatte noch nie ein derartiges Konzert besucht. Im Jahre 1971 war ich mit dem Fahrrad in Éire unterwegs. Das hat mich bewogen, Irish Folk näher kennenzulernen nach den urigen Eindrücken in entlegenen Dorf-Pubs. Von den Fotos dieser Reise sind nur wenige erhalten. Dieses mag ich besonders gern.
 
 
 

 
 
 

Ich war gespannt – und dann hingerissen wie im letzten Jahr bei Friend ’n Fellow. Die Rahmentrommel Bodhrán kannte ich nur vom Hören, von Aufnahmen des fantastischen Perkussionisten Glen Velez. Jetzt kenne ich sie vom Hören & Sehen. Beim Spiel von Mr. Eamon Murray kann einem Hören & Sehen vergehen.
 

Gewiß hängt swing mit dem afrikanischen Rhythmusgefühl zusammen. Aber trotzdem – Marshall W. Stearns hat darauf hingewiesen – gibt es in Afrika keinen swing. Swing entstand, wo das afrikanische Rhythmusgefühl auf das gleichmäßige Takt-Metrum der europäischen Musik ‘angewandt’ wurde.

(J.E. Berendt, Das Jazzbuch, Frankfurt/Main 1968, Seite 144)

 

Jetzt aber weiß ich, wo der rhythmische swing des Jazz seinen Ursprung hat: bei den Irish Jigs mit ihren treibenden 6/8- bzw. 9/8-Rhythmen – sicher eine musikwissenschaftlich unhaltbare Theorie, aber seit 2 Tagen meine Wahrheit. Ich bin überzeugt, dass der Fiddler Solomon Northup (Twelve Years a Slave) schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Jigs & Reels im Repertoire hatte.
 
BEOGA
 
   extremely brillant
   extremely funny
   extremely entertaining
 
Ach ja, da war auch die schöne Niamh Dunne, die mit betörender Stimme die herrlichen Old and New Irish Melodies sang und blitzsauber auf der Violine fiddelte.
 
   extremely beguiling …

 
 

 
 

2017 11 Okt

4.1, D 18

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Poetenladen Verlag, Frankfurt Book Fair, Oct. 11th to 15th. With: Picknick, POET & POETIN, Akrobat, Jump´n run. panik blüten. Ich sehe alles. Die Umschreibung des Flusses. erinnerungen an einen rohstoff. Apfel und Amsel. Mikadogeäst. Windei in der Wasserhose der Eisheiligen. Die dörfer unter wasser sind in deinem kopf beredt. Fossile Infanten. Ansicht der leuchtenden Wurzeln von unten. – Come and visit us. I´ll be there.

 
 
 

 

 

Es gibt nicht wenige Beiträge von Uli, die sind – wie sag ich’s nur möglichst treffend? – interessant. Interesse bedeutet ja dabei sein, und The world’s ugliest music ist eines von Ulis Fundstücken, das mich noch nicht losgelassen hat, ich werde noch lange dabei sein. Wie in einer Matrjoschka sind viele reizvolle Anregungen, Fragen und Assoziationen darin verborgen, die sich nach und nach enthüllen. Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es um Costas-Arrays, wohl eine knifflige Sache. Die akustisch sinnliche Präsentation eines erkennbare Wiederholung vermeidenden Arrays am Klavier, verbunden mit dem Nachdenken über das Schöne und Hässliche macht die Talkshow wirklich, ähm, interessant.

Heute ist Thelonious Monks Geburtstag. Das 100-jährige Schlitzohr hat eine wunderbar paradoxe Antwort auf diese Frage erfunden.

 

Thelonious Monk, Ugly Beauty

 


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