Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Ick weit einen Eikboom vull Knorrn un vull Knäst

Up den fött kein Biel nich un Axt

Sien Bork is so ruuhig und sien Holt is so fast

As was hei mal bannt un behext

Ok dat Gelee wier wat för mi.

Man ein Deil nich, dat segg ick di.

Dei Mammelad künn ‚k nich verknusen,

Wäg’n all deine Karns man miene Kusen
 
(Fritz Reuter 1810-1874)

 
 


 
 

 
 

Rezept für Heidelbeermarmelade

 

1 kg Heidelbeeren

400 gr Gelierzucker

1 Banane

1 kl. Stück Ingwer

Eine halbe Limone ausdrücken

 

Alles 5 Min. kochen

Gläser mit heißem Wasser füllen

Gläser leeren und mit Marmelade füllen

Gläser stürzen für 10 Min.

Gläser umdrehen

 

2017 25 Jul

„Call It Dreaming“

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Iron & Wine

say its here where our pieces fall in place
any rain softly kisses us on the face
any wind means we’re running
we can sleep and see them coming
where we drift and call it dreaming
we can weep and call it singing
 
where we break when our hearts are strong enough
we can bow because our musics warmer than blood
where we see enough to follow
we can hear when we are hollow
where we keep the light we’re given
we can lose and call it living
 
where the sun isn’t only sinking fast
every night knows how long its supposed to last
where the time of our lives is all we have
and we get a chance to say before we ease away
for all the love you’ve left behind, you can have mine
 
say its here where our pieces fall in place
we can fear because a feelings fine to betray
where our water isn’t hidden
we can burn and be forgiven
where our hands hurt from healing
we can laugh without a reason
 
because the sun isn’t only sinking fast
every moon and our bodies make shining glass
where the time of our lives is all we have
and we get a chance to say before we ease away
for all the love you’ve left behind, you can have mine
 
 
 

 

Matthew Bourne: Isotach / Grizzly Bear: Painted Ruins / Audun Kleive & Jan Bang: The Periphery of a Buildung / Carlos Casas: Pyramid of Skulls / David Rawlings: Poor David’s Almanack / Vijay Iyer Sextet: Far From Over / Iron & Wine: Beast Epic / Erik Honoré: Unrest / Björn Meyer: Provenance / Tim Berne’s Snakeoil: Incidentals / Moebius – Story – Leidecker: Familiar / V. A.: Sky Music – A Tribute To Terje Rypdal / The Gist: Holding Pattern (unveröffentlichtlichte Aufnahme aus dem Jahr 1983) / Shit and Shine: Some People Really Know How To Live / Gary Peacock Trio: Tangents / Alexei Lubimov: Carl Philipp Emanuel Bach / Randy Newman: Dark Matter / BJ Nilsen: Massif Trophies / The National: Sleep Well Beast / Rodach: Die Zeit ist rund / Hannah Peel: Mary Casio – Journey to Cassiopeia

 

Nathalie Merchant war auch mal jung und eine Plattendiebin, das erste Album, das sie klaute, in ihrem lokalen „drugstore“, war „Taking Tiger Mountain (By Strategy)“. Als sie Brian später einmal bei einer Musikveranstaltung traf, versuchte sie ihm zu erklären, was sie an seinen Soloalben, und nicht zuletzt an der „Tigerbergmusik“, so liebte: nicht die Welt schien ihr mit 14 ein besonders lebenswerter Ort zu sein, sondern die Räume, die Brians Musik aufschloss. Wäre Nathalie da nicht schon eine gestandene Künstlerin gewesen, Brian hätte Angst haben müssen, einen besonders fanatischen Fan vor sich zu haben. „I couldn’t even recognize the instruments that were being played, it was so outrageously original and bizarre“.

Tatsächlich klang hier manches nach Synthesizern, was allein auf das „treatment“ klassischer Instrumente zurückging. Und wenn „Here Come The Warm Jets“ eine in alle Richtungen schiessende Freisetzung kreativer Energien darstellte, „Astral Weeks a la Eno“ (es muss sich zu Roxy-Zeiten einiges aufgestaut haben), ging es auf dem Nachfolger konzentrierter, konzentrischer, zur Sache, die Lieder besassen eine in seltsamen Kreisläufen verlaufende Form, in denen „singalongs“ an Moebiusschleifen erinnerten – und einmal sagte Eno, er wollte  das  Empfinden erzeugen, diese Lieder würden um ein  „imaginäres Zentrum kreisen“.

Als ich den ersten Song hörte, „Burning Airlines Give You So Much More“, Mitte der Siebziger, wusste ich, dass ich hier einen neuen Lieblingsmusiker (Seelenverwandten) gefunden hatte, der mich zu Roxy-Music-Zeiten noch seltsam ungerührt liess. Ich mochte die surrealen Geschichten von Menschen, die kleine Kameras in ihrem Haar trugen, durch den Dschungel wanderten und in lauter Abenteuer verwickelt schienen. Das war großes Theater. Einmal, lange vor meinen Journalistenjahren, rief ich beim Hauptquartier von Polydor in London an und abeitete mich mit charmanter Hartnäckigkeit zu einer Sekretärin vor, die mir Enos handgeschriebene „lyrics“ fotokopierte und nach Würzburg schickte.

Wie entstanden denn diese Songtexte, die, bei aller Exotik, mit skurrilem Humor, seltsamer Traurigkeit, und,  immer wieder auch, einem Quantum Sehnsucht durchsetzt waren? Das fragte ich Brian einst, im Sommer 2005, und erhielt folgende  Antwort. Will Nathalie Merchant wirklich dort leben? Sie sollte es sich gut überlegen. Zum Glück gibt es Paralleluniversen, und zum Glück wird hier auch eins lebendg, in dem ein Nachfahre von Lewis Carroll Verse in  die Popkultur schleust, und Atheisten Krippenlieder schmieden.

 

Witzigerweise fand ich vor drei oder vier Monaten das Notizbuch, in das ich die Songtexte von “Taking Tiger Mountain (By Strategy)” geschrieben hatte. Und es war sehr interessant , da einen Blick hineinzuwerfen. Da ist eine Seite, auf der ich einen ganzen Song in einem Rutsch geschrieben habe. Als hätte jemand anders mir alles diktiert. Der Text ist voll ausgeschrieben, manchmal ist ein Wort durchgestrichen und durch ein anderes Wort ersetzt. Oder zwei Zeilen veränderten ihre Position. Ich weiß nicht, ob meine Erinnerung mir einen Streich spielt und die Dinge schönt: ich erinnere mich jedenfalls, überhaupt keinen Zweifel und keine Schwierigkeiten gehabt zu haben, die Texte  zu schreiben. Es war, als wären sie schon alle in mir vorhanden gewesen. Und ich hatte ein sehr klares Bild von dem Gefühl, daß dieses Album vermitteln sollte.  Es war die Tragödie der „chinesischen Erfahrung“, dieses große Zerplatzen der Träume, die der Maoismus einst repräsentiert hatte. Und wie bei allen Zusammenbrüchen revolutionärer Hoffnungen, entwickelt sich ein kollektiver Unterton der Enttäuschung. Im letzten Song des Albums machen sich die Menschen auf den langen Marsch über den Berg, sie kämpfen sich durch Schnee und Eis in eine ungewisse Zukunft. Sehr melancholisch.“

 

 
 
 

„When I rise in the morning
It’s as if I’ve walked a hundred miles
What I once did so easy
Now comes in a hundred styles
Hundred styles in a magazine
The same summer to spring
What I need is persistence
Too Much Of One Thing“

 

 

„Junge Leute unterschreiben Major-Plattenverträge, bloß um über die Liebe zu singen. Hey, ich glaube ja an die Liebe. Aber for fucks sake: Wen interessiert das, wenn du von 15 Pfund in der Woche überleben musst?“, erklärt Jason Williamson, ehemaliger Hühnerfabrik-Fließbandarbeiter und Chef des Grantelrap-Duos Sleaford Mods aus Nottingham. Zusammen mit Beatmaker Andrew Fearn kümmert sich Williamson lieber um die Themen, die vom englischen Musikbusiness normalerweise ignoriert werden: die Conservative Party, Celebrity-Scheinwelten und das Leben am unteren Rand der Gesellschaft, zwischen Arbeitsamtsbesuchen und Sozialhilfeanträgen. Eine Haltung, die den beiden und ihrem Manager, dem Ex-Busfahrer und Betreiber des Avantgarde-Noise-Labels Harbinger Sound, Steve Underwood, in ihrer Heimat den Titel „Voice of the Working-Class“ einbrachte. Die Musikdoku „Bunch of Kunst“ erzählt die Geschichte von drei Überzeugungstätern, die mit scharfkantigem Sprechgepunk, Rumpel-Beats und DIY-Ethos das Musikbusiness nach ihren Regeln aufmischen. Ein Punkmärchen zwischen Boston (Lincolnshire) und Iggy-Pop-Audienz. Ein Film über Katzen. Ein Film über Fans. Ein Pop-and-Politics-Roadmovie durch die englische Provinz.“

 

 

 
 
 

Das war der erste Streich der vier Songalben von Eno in den Siebzigern, und über keine Platte aus diesem Quartett wurde in den Jahren der Manafonisten weniger gesprochen als über dieses erste Liederalbum nach Brians Weggang von Roxy Music. Völlig zu Unrecht, für mich steht es auf einem Level mit den drei Nachfolgern. Die Songs sind so bizarr und surreal wie das Cover, Eno wandelt seinen Gesang,  seine „persona“, von Track zu Track. So war es unmöglich, seiner Stimme ein kommerziell taugliches „branding“ zu verpassen – er entzog sich jeder biederen Vereinnahmung – viele andere Künstler, die „ihre‘ Stimme gefunden hatten, wiederholten diese Rezeptur bis zum Sankt Nimmerleinstag. Und die ständig wiederkehrenden herzerweichenden Melodien? Inmitten all der Songwildnis? Sie  konnten nie Hits werden, weil ihr instrumentaler Untergrund zu subversiv war, ihr Text zu erratisch. Proto-Punk. Psychedelic Exotica. Pure Pop. „Weird, very weird, very strange, disturbing and utterly beautiful.“  Am vierten August erscheint also das Quartett jener Dekade in „half speed-masters“. Obwohl ich diese vier Langspielplatten ohne Ermüdung und seit Jahrzehnten von vorne bis hinten höre und höre, lauschend wohlgemerkt, bin ich ein bisschen neugierig auf den möglichen magischen Mehrwert, obwohl mein Wunsch nach 5:1-surround-Abmischungen unerfüllt bleibt.

2017 23 Jul

A new career in a new town

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Auch wenn die Zeitung noch täglich auf der Türschwelle liegt, so erreichen einen die schlechten Nachrichten meist übers Internet, zum Beispiel über die aufdringlichen Startseiten der Browser, derer man sich kaum erwehren kann. Man liest viel Unnötiges, müllt sich das Kurzreitgedächtnis mit Belanglosem zu, und dann fällt dir eine Überschrift wie diese auf – und dein Leben hat sich verändert.

Am 21. Juli 2017 hieß eine solche Meldung: „Sängerin stirbt während ihres Konzertes.“ Todesursache: Herzstillstand, wahrscheinlich im Zusammenhang mit einem elektrischen Stromschlag, vielleicht wegen der Gewitter in der Gegend, die an diesem Abend mehrfach zu Problemen mit der Stromversorgung führten; vielleicht kam noch dazu, dass die Sängerin barfuß auf ein defektes Kabel trat.

Barbara Weldens aus dem Herault wurde nur 35 Jahre alt. Ihre Karriere als Musikerin hatte erst vor einem Jahr so richtig begonnen, verlief dann aber rasant: sie bekam mehrere bedeutende Chanson-Preise verliehen, veröffentlichte ihre erste und einzige CD „Le grand H de l’homme“ im Februar 2017 und hatte eine große Sommertournee durch Frankreich vor sich.

Eine Station – die ungeahnt letzte – war das mittelalterliche südfranzösische Städtchen Gourdon-en-Quercy, wo jedes Jahr das Festival Léo Ferré in der gotischen Église des Cordeliers stattfindet. Es ist ein ruhiger Ort, der den 100-jährigen Krieg ebenso wie den Einmarsch der deutschen Wehrmacht überstanden hat, auf einem Hügel gebaut, mit weitem Blick in das Land, mit engen Gassen und vielen Kirchen. Ein Ort zum Sterben? Inmitten von Musik? Schnell, ohne nachdenken zu können oder zu müssen, und ohne zu leiden? Und gleich das nächste Klischee: was für eine Verschwendung von Talent und Kreativität! Wie viele glückliche Momente hätte sie ihren Fans, ihren Freunden noch geben können!

Der innige Kontakt zum Publikum ist selbst auf den kleinformatigen YouTube Videos zu spüren. Barbara Weldens war in einem Wanderzirkus groß geworden, jonglierte und arbeitete am Trapez. Später gründete sie mit ein paar Freunden den Circo Solo, den man in einer Besetzung von 1-4 Artisten und 1-3 Hunden für Straßenfeste und Kindergeburtstage engagieren konnte.

Anders als der meist stille Léo Ferré zeigte sich Barbara Weldens extravertiert, emotional offen, lebhaft, extrem ausdrucksfähig, mal leise, mal laut, beheimatet in der Tradition des französischen Chansons und „beyond“, mit einer wandlungsfähigen Stimme und einer Mimik und Gestik, die an Jacques Brel erinnert. Die erwähnte CD ist gelungen; man kann sie ergänzen durch ein paar technisch professionelle Video-Clips.

2 Tage lang lief hier Barbara Weldens Musik. Ich habe meine Zweifel, ob sie wirklich tot ist.
 
 

Barbara Weldens – „Purple Room“

 

2017 22 Jul

Good Luck for August

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K

k

Rosato might be back from Iceland and publish his diaries here, or forget about everything while listening to the forthcoming Alexei Lubimov recordings of C. P. E. Bach on an ancient instrument. Brian, The Whistler, might lead a (hopefully) quiet life on his North Californian ranch – with Weather Report’s newly remixed „Heavy Weather“ high on rotation, forgetting about his trans-atlantic friends. Gregor might cross one of the Seven Seas with a copy of Rodach’s wonderful „Die Zeit Ist Rund“ in his survival kit. We don’t know which part of „everything is magic“ the wild bunch of Manafonistas will experience within the next weeks – it’s adventure time -, but what we know is, that our suspensefully expected, monthly recommendations will materialize during the last days of July. At this moment of time, only the „bingewatch section“ has been decided – the first season of „Glow“ has a lot of qualities – placed in the mid-80’s it also reveals that the music of that decade had been better than people’s memories might actually believe!


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