Manafonistas

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Kategorie: Blog

 

1) Die lange Weile von Bossa und Nova 

2) Eine Geschichte mit George Duke

3) Magie im Theatre de Mouffetard anno 1973

4) Eine der ersten englischsprachigen Besprechungen der neuen Arbeit von Robert Forster

5) Der Abschied vom Punktfestival (eine preisverdächtige Short Story)

6) Wie ich einen Abend mit Lloyd McNeill in New York verbrachte

7) Die Moebius-Schleifen in der langen Nacht der Klanghorizonte 

 

Aus gegebenem Anlass: Jazz em Agosto in Lissabon
 
 
Zunächst ist man skeptisch, wenn man liest, um was es sich bei diesem Album handelt: um das Update eines Werkes, das der junge Österreicher Mantler 1968 als Fünfundzwanzigjähriger mit den ebenfalls jungen Grössen einer kleinen New Yorker Szene dort aufnahm, das heisst mit ebenso eigenwilligen und höchst fähigen Musikern wie Cecil Taylor, Don Cherry, Gato Barbieri, Roswell Rudd, Pharoah Sanders etc … Es ist evident, dass die Entstehungssituation dieser Musik weder mit den alten (soweit noch verfügbar) noch mit neuen Musikern auch nur annähernd zurückholbar ist. Mantler hat also eine Reihe von Eingriffen in das Werk vorgenommen, wozu auch andere Instrumentationen gehören. U.a. spielt im Update die elektrische Gitarre, besetzt durch Bjarne Roupé, eine prominente Rolle. Neu eingeführt auch ein Streichquartett besetzt durch das Radio.string.quartet.vienna. Für solche Bearbeitungen, die man bei klassischen Komponisten für recht normal ansieht, gibt es zahlreiche berühmte Beispiele.

Was ist dann im Mantlerschen Fall anders und was liefert uns dieser Update, der mit der 19köpfigen Nouvelle Cuisine Big Band unter Leitung von Christoph Cech aufgenommen wurde? Wenn man hineinhört, was auch in beliebiger Reihenfolge der Tracks möglich ist, ist man erstaunt. Erstaunt über die Wucht dieser Musik, ihr wild-fröhliches, fast unbekümmertes Herumströmen. Erstaunt über das, was da alles beinahe urwüchsig auftaucht, sich verbindet und verschwindet. Intuitiv bestimmt, aber getrieben von starkem Formempfinden und Ausdruckswillen. Vor allem aber kann man (immer noch) klar hören, dass die Klänge aus dieser, d.h. jener Zeit stammen, dass sie auch in diesem Update noch reichlich jene Zeit atmen.

Jüngere oder jüngste Musiker aus dieser, der heutigen Zeit würden so nicht schreiben (können). Die Updates enthalten diese Spannung und zeugen mit der nötigen Dialektik vom damaligen Tumult – um ein einschlägiges Wort Enzensbergers zu gebrauchen. So gesehen ist es gut, dass man die Originalaufnahme nicht dabei hat. Neugierig wird man schon. Nicht nur auf die alten Aufnahmen, sondern auch auf die Beantwortung der Frage, wo die Unterschiede zu dem liegen, was vergleichbare Dreiundzwanzigjährige heutzutage an Musik entwerfen.
 
Mantlers Update ist bei ECM herausgekommen. Die Rezension ist eher auch im Printmagazin Jazzthetik erschienen.
 
Mantlers Werk wurde beim Moers Festival gespielt (siehe ARTE tv und meine Besprechung) und nun, ein paar Monate später mit dem besten grossen Jazzensemble von Portugal, dem Orquestra Jazz de Matosinhos aus Porto eine Truppe, die eine stolze Tradition der Zusammenarbeit mit Jazzgrössen hat.

 
 
Besetzung In Lissabon
 
 
CHRISTOPH CECH (direção)

MICHAEL MANTLER (trompete)
WOLFGANG PUSCHNIG (saxofone alto, flauta)
HARRY SOKAL (saxofones tenor e soprano)
DAVID HELBOCK (piano)
BJARNE ROUPÉ (guitarra elétrica)
JOÃO PEDRO BRANDÃO (saxofone soprano, flauta)
JOÃO GUIMARÃES (saxofone soprano, clarinete)
MÁRIO SANTOS (saxofone alto, clarinete, clarinete-baixo)
JOSÉ PEDRO COELHO (saxofone tenor, flauta)
RUI TEIXEIRA (saxofone barítono)
GILENO SANTANA (trompete)
JAVIER PEREIRO (trompete)
JOÃO GASPAR (trompa)
ANDRÉ GOMES (trompa)
DANIEL DIAS (trombone)
GONÇALO DIAS (trombone baixo)
SÉRGIO CAROLINO (tuba)
DEMIAN CABAUD (contrabaixo)
JOSÉ CARLOS BARBOSA (contrabaixo)
DIOGO DINIS (contrabaixo)
MARCOS CAVALEIRO (bateria)
 
 
P.S.: Für diejenigen, die nicht gleich etwas mit dem Namen Michael Mantler verbinden können: Mantler hat immer wieder mit Robert Wyatt zusammengearbeitet, wovon auch einige Alben zeugen.

 

 
 
 

Flying Saucer Attack’s new album, simply called “Instrumentals”, is a fine example of an artist who does an old-school job with guitar and tape delay – and succeeds. Nothing much happens here, all has been there before, somehow, somewhere, between bedroom record history, ambient music, and delicate noise. But here it is, nearly undescribable: the magic factor “X” that captures our attention or lets our thoughts run wild (in slow motian). Not a bad idea to listen to this music in the background while reading the first chapter of “How We Are”, ahem, in parts, a, well, self-help book: don’t run away now. And why should you? Some change might be welcome in the best of lifes. It’s on the bright side of this genre, a richly textured book about breaking routines and patterns, or just about sticking to well-trodden paths. (“Don’t try to change me,” Bertie Wooster says in one of PG Wodehouse’s stories. “It spoils the flavour.”). Vincent Deary is a psychologist and philosopher, and he’s moving far beyond the simple pleasures of “positive thinking”: “We live in rooms haunted by ourselves”. You are the main character of this book, dear reader, one that might make spin your head, in good ways. And you can have a lot of fun when reading the book, cause Dreary never turns on the modus operandi of a guru. Be happy you’re not the protagonist of the brilliant new thriller of Carol O’Connell: of course Mallory is a young, attractive, female and intelligent detective, but, she’s a sociopath, too. Carol O’Connell is quite unknown in Germany, but her “Mallory novels” belong to the rare examples of thrillers pushing boundaries and successfully mixing elements of surrealism with American nightmares, black humour and highly inventive story-telling. “The Chalk Girl” (“Kreidemädchen”, btb-Taschenbuch) is a pure reading adventure, the translation very good.  In some ways you can regard Fred Vargas as a soulmate of Carol O’Connor. Kicking genres is their favourite game. “The Strange World of the Strands” offers insights into another dream world, but here we are in Liverpool, watching Michael Head (back in the late 90’s) finding buried melodies in the Mersey River, fighting demons of drug addiction, searching for exits, love and a way out of a self-built prison. With songs thst go under your skin.

“Das ist das Fragwürdige am Fortschritt: Im Licht der Städte kannst du die Sterne nicht mehr sehen.” Unendlich ernst vorgetragener Existenzialismus aus den siebziger Jahren, Lebensweisheiten eines Tramps. Mallory, Katzengesicht, grüne Augen, kein Vorname, hat auf dem Beifahrersitz ihres als VW-Käfer getarnten Porsche einen Packen alter Briefe liegen.

Diese Reiseerinnerungen und ein Guidebook mit den Sehenswürdigkeiten der mythischen Route 66 sind ihre Orientierungshilfen. Und die Leichen, die ein Serienkiller am Rande der Nebenstraßen drapiert hat, die einmal die berühmteste Verbindung zwischen Chicago und Santa Monica waren.

Carol O’Connell, geboren 1947, hat Kunst studiert und sich lange mit Gelegenheitsjobs und surrealistischer Malerei durchgeschlagen. Surrealistisch sind auch Szenerie und Erzählweise ihres neuen Kriminalromans Such mich! Alles ist im Fluss. Mit schnellen Sprüngen zwischen den Szenen in New York (Auffindung einer erschossenen Frau in Mallorys Apartment), Chicago (vor dem Institute of Art liegt eine Leiche und weist westwärts: dieser Route müsst ihr folgen) und Tankstellen, Imbissen, Telefonzellen gerät der ganze Roman in rollende Bewegung.

Wie aus dem Fenster eines fahrenden Autos gesehen sind die Szenen mal scharf, mal verschwommen. Eingeschoben Briefzitate, Bibeltexte, Albträume. Als Kind hatte Mallory täglich in der Central Station New Yorks die Vorübereilenden gemustert: Hast du meine Augen, bist du mein verschütt gegangener Vater? Jetzt ist sie erwachsen, gehärtet vom Schmerz. Sie ist die coolste, gefühlsärmste, penibelste und erfolgreichste Kriminalbeamtin New Yorks. “Eine Soziopathin”, sagt ihr Partner Riker, und man weiß nie, was sie tun wird.

Mit ihrem getarnten Geschoss rollt sie die Route 66 lang, inmitten eines Pulks von Eltern, die die Fotografien ihrer seit Jahren vermissten Kinder hochhalten. Unter ihnen ein abtrünniger Priester und Internet-Therapeut. Der hält – doppelt an Beichtgeheimnis und ärztliche Schweigepflicht gebunden – mobiltelefonisch Kontakt mit dem Killer, der nicht mehr, wie früher auf kleine Mädchen aus ist, sondern auf größere Opfer.

Die Kinder hat er an der Mother Route vergraben, und die Eltern hoffen, das die Jammerkavalkade begleitende FBI-Team werde ein paar der wieder ausgebuddelten Knöchelchen ihrer Familien-DNA zuordnen können. Dieser Zug der verzweifelt Hoffenden entlang einer sterbenden und musealisierten Straße, flankiert von dem rasenden kalten Engel Mallory ist ein verstörendes Bild amerikanischen Lebens – wahrhaftig, weil durch eine dieser polarisierten Sonnenbrillen verzerrt betrachtet.

O’Connell erzählt ihre Detektivgeschichte als Abenteuer, als traumatisch-groteske Wiederkehr des großen amerikanischen Trecks nach Westen, als Reiseepos zur Erlösung durch Untergang. Mallory wird, das darf verraten sein, ein Ende ihrer persönlichen Suche finden. O’Connell hat mich süchtig gemacht. Im Sommer will der Verlag den ersten Band der Serie mit Mallory wieder veröffentlichen. Und dann: immer weiter!” (Tobias Gohlis, unredigiertes Skript, Die Zeit, 2010) 

2015 29 Jul

Momentaufnahme

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Bin nun mal kein Liebhaber von Bestenlisten. Hier aber drei Reihen von Autoren. Die erste von Autoren, die ich mich schon lange begleiten, und die ich immer wieder lese, eine zweite von nichtliterarischen, bei denen ich viel gefunden habe, und die mich geprägt haben und eine dritte von solchen, die ich zwar nicht immer wieder lese, die aber tiefen Eindruck hinterlassen haben. Eine Momentaufnahme der Erinnerung …

 

Robert Creeley

Isaak Babel

Hans Magnus Enzensberger

Bertolt Brecht

Ernst Jandl

Wisława Szymborska

Elias Canetti

Rafik Schami

Kurt Schwitters

Karl Valentin

Oskar Pastior

Gregory Bates

Carlos Castaneda

Thomas Luckmann

Franz Kafka

James Joyce

Heinrich von Kleist

Georg Büchner

Samuel Beckett

Else Lasker-Schüler

Peter Weiss

Thomas Brasch

Günther Bruno Fuchs

Johannes Bobrowski

Francois Villon

Boris Vian

Giorgio Manganelli

Jakov Lind

Gabriel Garcia Marquez

Paul Bowles

Danilo Kiš

Amin Maalouf

 

Klar gibt’s mehr beim Zurück- und Weiterdenken … gleich, morgen, übermorgen … Und es gibt ein paar ganz wichtige Bücher, die hier nicht genannt sind. Ein anderes Mal …

1) Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quixote 2) Julio Cortazar: Rayuela 3) Edgar Allen Poe: Gesammelte Erzählungen 4) Arthur Conan Doyle: Die gesammelten Fälle des Sherlock Holmes 5) Robertson Davies: Die Deptford-Trilogie 6) Jean Paul: Siebenkäs 7) Samuel Beckett: Molloy (oder Watt) (oder Malone stirbt) 8) Don Winslow: Tage der Toten  9) Bram Stoker: Dracula 10) Ernst Augustin: Der amerikanische Traum 11) Mark Twain: Life on the Mississippi 12) Salman Rushdie: Mitternachtskinder 13) Julio Cortazar: Die Autonauten von der Kosmobahn 14) Jeffrey Eugenides: Middlesex 15) Ernst Augustin: Eastend 16) Wilkie Collins: Die Frau in Weiss 17) Thomas Hardy: Tess 18) Lars Gustafsson: Sigismund 19) Peter Handke: Der kurze Brief zum langen Abschied 20) Val McDermid: Echo einer Winternacht 21) Robert Pirsig: Zen oder die Kunst, ein Motorrad zu warten 22) Jules Verne: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 23) Dashiell Hammett: Der dünne Mann 24) Fjodor Dostojewski: Die Brüder Karamasoff 25) Marisha Pessl: Die amerikanische Nacht 26) John Steinbeck: Die Strasse der Ölsardinen 27) Paul Murray: Skippy stirbt 28) Enid Blyton: (welches nur?) 29) Walter Kempowski: Aus grosser Zeit 30) Carol O’Connell: Stone Angel 31) John Buchan: Die 39 Stufen  32) Raymond Chandler: The Long Goodbye 33) Karl May: Das Buschgespenst

 

 

p.s. – (hours later) – now i’m shocked, really shocked. the blood count of this list is extremely high, i mean death is all around here. but, hell, where are the love stories? look at the love stuff here, well, it’s love gone wrong. oh, my god, this fucking list speaks volumes. most private thing i put out in public ever. well i now should really see the second episode of “Hoff The Record”,  that’ll do the trick.

 

Haben Sie einmal beobachtet, wie Arbeiter an einem Rastplatz Abfallsäcke entleeren? Sie können einfach nur zusehen, Sie könnten aber auch einen Entschluss fassen. Zwischen dem 20. Mai und dem 23. Juni 1982 reisten Julio Cortazar (mit dessen hochintelligentem Roman „Rayuela“ man viel Zeit verbringen kann) und Carol Dunlop (Autorin, Fotografin, Aktivistin) in einem VW Wohnmobil mit Faltdach auf der Autobahn von Paris nach Marseille. Sie verließen die Autobahn nicht, sie hielten an jeder Raststätte und übernachteten auf jeder zweiten. Eine Forschungsreise. Notizen zum Wetter, zur Ernährung, Eindrücke zu den Raststätten, Zeichnungen zu ihrer Lage, Carol Dunlops wunderbare Schwarzweißfotografien, die Logistik der Lebensmittelversorgung durch Freunde in handyfreier Zeit. Und sonst? Tja, genau das ist die Herausforderung: Da etwas zu sehen, wo andere gar nichts sehen, weil sich die Besucher auf einer Raststätte normalerweise nicht viel länger aufhalten als nötig.

Der Charme des Buches entsteht durch die Mischung der Texte, die zuweilen Fäden wiederaufnehmen und die namentlich nicht gekennzeichnet sind, so dass der Leser zwar oft ahnen kann, aber nicht immer weiß, ob Cortazar oder Dunlop sie geschrieben haben. Tarotkarten und die Bedeutung von Spielregeln, die Bedeutung von Regeln in Anbetracht eines kleinen Ausflugs vom Parkplatz aus, Randgebiete, Übernachtungen in Hotels, „ich meine, dass es möglich ist, einen Wunsch zu projizieren, und dass er irgendwie in Erfüllung geht“, die Briefe von Cortazars Mutter, die ihren Sohn immer wieder auf der Raststätte sieht, ihn aber nicht erkennt. Überlegungen zur Nationalität der Reisenden, zur Phänomenologie der Lastwagen, die Hierarchie der Automarken und der damit verbundene Respekt, die Erfahrungen von Kindern, von Hunden, Reparatur- und Gartenarbeiten, die Angst vor Verfolgung (es ist illegal, länger als zwei Tage auf der Autobahn zu sein, und die Mautstationen können dies überprüfen), Studien zu Geräuschkulissen (die eine Auswahl der Musikkassetten einschließt), der Kampf gegen unerwünschte Insekten, die Wahrnehmung der Raststätte nachts als Stadt in ständiger Bewegung, „wenn man dem Phantastischen die Tür öffnet, kommt alles herein“, kleine Geschichten, darunter eine wunderbare amerikanisch anmutende Story über ein Liebespaar, das die Nacht in getrennten Räumen eines Motels verbringt. Die eigene Kindheit, die Körper bei Nacht, der Blick auf den LKW nebenan oder in die Autolichter. Die Zeit an den Uhren vorbeifließen lassen. Szenen eines Traums.

Es geht um die Wahrnehmung durch sich selbst und durch andere, sehr viel geht es um Freiheit und wo wir ihren Kern finden. Und natürlich ist es eine Liebesgeschichte. Eine Fluchtlinie vor dem Tod. Den Raum betrachten und lernen, dieser Raum zu sein. Das klingt nach Zen. Zu Dunlops Reiselektüre gehörten die Tagebücher der Virginia Woolf. Cortazar las Gedichte von Paul Blackburn, der ebenfalls einen Anteil an der Expedition hat und der in seinen Gedichten (unleserliche Notiz).

Das Buch transportiert den Charme der frühen 80er Jahre. Wäre eine solche Forschungsreise heute noch möglich? Ich zeigte das Buch P und J, die gemeinsam zwei Theaterstücke geschrieben haben. Ich sprach keine vier Sätze darüber. Das machen wir auch, sagte J. Und wohin soll die Reise gehen, fragte ich. Nach Warschau. Wir saßen im Innenhof einer ehemaligen Brotfabrik, und wollten gerade aufbrechen, da standen schon große Lautsprecher am Ausgang und eine Artistenfamilie begann mit ihren Kunststücken. Ein indischer Philosoph sagte, kein Ziel ist beständiger als die Sterne, die Welt oder als ein einfacher Rastplatz.

 

Julio Cortázar, Carol Dunlop: Die Autonauten auf der Kosmobahn. Eine zeitlose Reise Paris – Marseille. Suhrkamp Verlag, 360 Seiten.

 

P.S. In deutscher Sprache erschien das Buch im Jahr 1996. Anlasslich des 100. Geburtstages von Julia Cortázar brachte der Suhrkamp Verlag im vergangenen Jahr eine Neuauflage heraus. Ich habe das Buch erst durch die Erwähnung von Gregor oder Michael hier auf dem Blog entdeckt.

2015 29 Jul

Sim, o trem no Lisboa

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wird manchmal etwas knapp …
 
 
 

 
 
 
besonders in der engen Kurve im oberen Teil von Alfama
 
 
 

 
 
 
Dann muss rangiert werden. Eine Trem setzt zurück auf ein Abstellgleis, dann kann’s weitergehen.
 
 
 

 
 
 
Dauert dann etwas. Kraxeln ist die Alternative …
 
 
©FoBo_HenningBolte
 

It’s almost august, windy, rainy and cold in Amsterdam. Good to leave for 10 days in warmer Lisbon to attend renowned Jazz em Agosto Festival there at the Gulbenkian Foundation.

It was in the summer of 2008 that I first got in contact with this Lisbon Festival organized in the first two weeks of august by the Gulbenkian Foundation. I came to Portugal at that moment to join two concerts of the group of ûd-player Rabih Abou-Khalil with fado singer Ricardo Ribeiro*, first at coastal place São Martinho do Porto and then at Centro Cultural de Belém in Lisbon. I travelled with my 14 year old son Dikran and when we were in Lisbon, we stayed in an apartment in Alfama, at the foot of the Monastery Såo Vicente de Fora. Alfama is Lisbon’s oldest district, the old Moorish town spreading on the slope between the São Jorge Castle and the Tejo river. The great 1755 Earthquake did not destroy the Alfama, which has remained a picturesque labyrinth of narrow streets and small squares. It was the best possible first acquaintance staying in the Alfama labyrinth.
 
 
 

 
 
 
Except the Rabih Abou-Khalil concert I had two appointments there, one with pianist Sylvie Courvoisier who was performing at the festival Jazz em Agosto, and then other with Pedro Costa of Clean Feed Records at the record shop Trem Azul on Rua do Alecrím near landing point Cais do Sodre at the Tejo river**.
 
 
 

 
 
 
In retrospect prominent scenes of concerts and personal meetings pop up immediately of the four editions of Jazz em Agosto festival I attented: the playful performance of bassist Barre Phillips and accordionist Philippe Contet (2008), the conduction of Butch Morris (2009), the performance of legendary trumpeter Bill Dixon with Chicagoan Exploding Star Orchestra (2009), the concert of the 19-piece Electro-Acoustic Ensemble of Evan Parker (2010), the first performances of Peter Evans (2009) and of saxophonist Darius Jones (2011) I ever saw, and Wadada Leo Smith’s ensemble Organic (2011). I have lively and precious memories of talks with Sylvie Courvoisier, Hernani Faustino, Pedro Costa, Rodrigo Amado, Gabriel Ferrandini, Rodrigo Pinheiro, Bill Dixon, Jack DeJohnette, Darius Jones, Ingrid Laubrock and Cecil Taylor.
 
 
 

 
 
 
It would have been impossible at other festivals to meet musicians and groups like in Lisbon and see them working and performing in such lush urban ambiance. Especially the atmosphere of the nightly outdoor concerts at the amphitheatre in the park of the Gulbenkian Foundation Is unforgettable and a special experience again every time. This year the number of concerts are reduced but will all be outdoors in the amphitheatre.
 
 
 

 
 
 
This year’s program offers a challenging melange of European and North American spearheading music. It starts on Friday, July 31, with a strong Scandinavian glaciation stream mainly from Sweden, the 19-piece Fire! Orchestra and the quintet Swedish Azz complemented by Austrian-Portuguese orchestral power with the Orquestra Jazz de Matesinhos from Porto with the update of Michael Mantler’s ground-breaking work for the first Jazz Composer’s Orchestra in 1968***.

This will be followed in the second half of next week by the Portuguese Red Trio joined by extraordinary British reedist John Butcher +. Thursday and Friday will have two impure jazz combinations: DJ Illvibe s will enter a playful family party with elderly legends Aki Takase and Alexander von Schlippenbach. Norwegian bass-canon Ingebrigt Håker Flaten will join forces with some hard-boiled young musical beasts called The Young Mothers****. It will all lead into a double peaking apotheosis, first the trio of Wadada Leo Smith, Henry Threadgill and Marcus Gillmore performing Wadada’s Great Lake Suites and then ending up with Orchestre National de Jazz*****.
 
 
 

 
 
 
Mats-olof Gustafsson is the man of this year’s festival summer. Artist in residence at Moldejazz and multiple appearances with “his” 19-piece Fire! Orchestra at European festivals******. And also at Jazz em Agosto he will act in an important role. It reveals he is a kind of core artist of the festival:

“Gustafsson has performed at Jazz em Agosto nine times, making him the festival’s most frequent performer. Those concerts have covered a broad spectrum, including appearances as a featured performer in other people’s bands, often with strong evidence of the free-jazz inheritance.” (p. 72 (Broomer e.a.)).

For the 30th edition of the festival in 2013 the Gulbenkian Foundation produced a book with 50 profiles out of musicians and groups who had played the festival, from Muhal Richard Abrahams to John Zorn:

Stuart Broomer/Brian Morton/Bill Shoemaker, Arrivals/Departures – New Horizons at Jazz em Agosto, Lisbon. Gulbenkian Musica. Lisbon 2014
 
 
 

 
 
 
*
It is related to the album Em Portugues (released in september 2008 on Enja label)

**
The interview with Sylvie Courvoisier was published in German magazine Jazzthetik. In the Clean Feed item nobody was interested in Germany or The Netherlands then.

***
It was also performed at Moers Festival with the Austrian Grand Cuisine Big Band. See my review.

****
See my recent radio program
+
See my radio program in 2011

*****
See my review of the orchestra’s appearance at Moers Festival and Jazzdor Berlin

******
See my review of Copenhagen Jazz Festival
 
 
©FoBo_HenningBolte
 

Does your creativity boost in a coffee shop atmosphere, but there is no café around? No problem, on coffitivity.com you can choose between morning murmur (gentle hum), lunchtime lounge (bustling chatter) and university undertones (scholarly sounds). Imagine the surreal feeling to listen to these sounds in an empty café.


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