Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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THE MEYEROWITZ STORIES, on Netflix, a movie, and, gosh, how boring in my eyes. Can anyone tell me what‘s this pointed at? Minority opinion :) – on the other end of moving pictures, the land of series, sequels and surrender, I fell, 2017, with a sharp and thinking eye, and broader sentiments, for the gorgeous three seasons of THE LEFTOVERS, the complete four seasons of HALT AND CATCH FIRE – and, surprise, STRANGER THINGS 2 (easily lives up to the opening season, fantastic soundtracking, by the way, the title melody softly alludes to THE X-FILES). Honorary mentions (I learned the word here) for a church organ album from the near future, recorded in Suffolk (!) that made me often forget to hear exactly that, a church organ, being that playful, non-directive and inventive. A propos Suffolk: DETECTORISTS 3 is on my What-I-love-to-do-on-Christmas-list. And TWIN PEAKS 3. Who dares to say the magic wouldn‘t work anymore …

 

 

It was yesterday, after my return from Prague, that a record waited for me to be played. The musicians: Brian Blade, drums, Jon Cowherd, piano, harmonium, mellotron, Chris Thomas, bass, Melvin Butler, tenor saxophone, Myron Walden, alto saxophone and bass clarinet, Dave Devine, guitar. Dave Devine wouldn‘t be my favourite name, if I were a guitar player :) The whole group is a long time affair and its full name is Brian Blade & The Fellowship Band. „Body and Shadow“ is the title, some critics miss the body, dislike the shadows. This fantastic album is full of quiet textures, carefully dosed outbursts, folk- and gospel-tinged laments that all rise from the deep bottom of a well called fucked-up America, a land that has never really entered the stage of a „post rassistic“ era. Thank you for these thirty-something blue minutes, fellows – all bodies fully awake, all shadows (slowly) dancing!

 

Wir fuhren durch eine strahlende Winterallee, geblendet vom Schnee, aber Sylvia gab mir eine Sonnenbrille aus dem Handschuhfach. In diesen südlichen Stadtbezirken waren wir selten unterwegs, und sie erinnerte mich, dass hier in der Nähe Karin ein kleines Winterfest veranstalte. Ich hatte meine geschätzte Kollegin aus den nicht so wilden Neunzigern in Erinnerung: einmal rollten wir über einen alten Perser, und spielten, als ich in ihr und unter ihr war, our „favourite game“, wer zuerst kommt, gehört dem andern. Ich bin gut im Zurückhalten, aber gegen ihre tantrischen Tricks und silbernen Fusskettchen (mein einziger Fetisch, sie wusste es) hatte ich wenig auszurichten, und musste den Rest des Tages Liebesdienste verrichten, mit einem Dauerständer, und ausgefüllten Einkaufszetteln. Sie war noch besser im Bett als Klaudia von der Milchstrasse, aber zum Glück war es keine Liebe, keine Obsession, nur ein Spiel ohne Blumen. Kaum ein Bluesakkord, dass wir uns bald aus den Augen verloren. Sylvia hielt vor einer grossen Villa mit ausgebauter Dachterasse und einem Garten, der von der Südküste Dorsets importiert schien. Und schon kam Karin vors Haus, begrüsste uns mit irritierender Lässigkeit. Ich blickte überhaupt nicht durch, und bediente mich erstmal am Früchtekorb in der durchgestylten Küche. Nach und nach wurden uns die Gäste vorgestellt, von denen mir einige bekannt vorkamen, wie Begegnungen aus lang zurück liegenden Jahren, die einst die Entscheidung probten zwischen Freundschaft und Flüchtigkeit, und sich für letzteres entschieden. Und dann erkannte ich Susanne, die einmal eine ganze Strasse mit über 150 Hausnummern abgelaufen war, um mich zu einer Paella und einmaligem Bettgeflüster einzuladen. Sie fand mich aber nicht, und so gab es weder das eine noch das andere. Sie war verkleidet, aber ich hatte sie nach einer Serie prüfender Blicke unter dem französischen Pagenpony identifiziert. Susi war mit ihrem Freund dort, der kurz zuvor Spanien vom Baskenland bis Barcelona durchquert hatte, sein langer Bart war echt, nur seine falschen Augenbrauen zupfte er ab, und wir erinnerten uns an ein Konzert von Nico in Bochum, ein gutes Jahr, bevor sie auf Ibiza tot vom Rad stürzte. Karin führte Sylvia und mich in ihr Schlafgemach, und gab mir ein Zeichen, es gut sein zu lassen, und mit Susanne eine neue Paella in Angriff zu nehmen. Sie gab meiner Reisegefährtin ein Zeichen, sich auf das Futon zu legen, zu den bunten Decken und den brennenden Kerzen. Sie steckte zwei Finger in den Mund von Sylvia, die ihren Blick schon seit geraumer Zeit von mir abgewendet hatte, und als Sylvia leise stöhnend einen Song von Jim Croce begleitete, zog ich mich zurück. Karin sagte, du brauchst keine Angst haben, das war das letzte, was ich hörte, bevor ich mich auf einer Matratze im grossen Wohnzimmer niederliess. Ich blickte auf den englischen Garten, und wies einen Fremden zurück, der mir die Hose öffnen wollte. Ich hatte eine weitaus bessere Idee, ging in den Garten, zog mich in der bibbrigen Kälte aus, und sprang in den körperwarmen Swimmingpool, aus dessen Nebelschwaden sich kurzzeitig amazonische Figuren aus Fleich und Blut schälten. Ich begrüsste eine Gestalt nach der andern, heiter und voller Selbstvergessen, mit einer Kanadierin namens Cameron sang ich die Zeilen eines alten Lieblingsliedes: „People come and go and forget to close the door and leave their stains and cigarette butts trampled on the floor and when they do remember me remember me“.

 

 
 
 

Ich habe mich in diesem und letztem Jahr kundig gemacht über die Mikrodosierung von LSD, die m.E. in Zukunft eine grössere Rolle spielen wird, zwischen emotional klug angegangener Bewusstseinserweiterung und fortschrittlicher Psychotherapie / Psychiatrie, als dies gemeinhin angenommen wird. Noch immer hat man die Verteufelungen von LSD im Hinterkopf, die Historie von Timothy Leary, und wird die Substanz gemeinhin in einen Topf mit Schreckensdrogen wie Heroin, Kokain und Meth. Ayelet Waldman (die Frau an der Seite von Michael Chabon), hat in ihrem interessantem Buch, das auch die Geschichte der amerikanischen Drogengesetze gekonnt darlegt (als gelernte Rechtswissenschaftlerin eine leichte Übung, die Frau schreibt auch Mystery), aufgeräumt mit manchem tradierten Widersinn und einen reflektierten Umgang mit LSD und der Mikrodosierung des Stoffes angemahnt. Essentiell ist die Prüfung der Ware auf astreine Qualität, ein genaues Studium des Procederes, alles, was leichtsinnigem „Versuch und Irrtum“ widerspricht. In Kalifornien kommt man natürlich über die vielen New-Age-Adepten leicht an das Zeug heran, ich muss dafür schon nach Tschechien reisen. Ganz faszinierend ist der Umstand, dass mein Album des Jahres (wie ich vorgestern herausfand) nicht zuletzt unter mindestens temporärem „LSD microdosing“ entstand – ich kann allerdings garantieren, dass, wenn man Zugang zu meinem persönlichen Favoriten des Jahres 2017 findet, grüner Tee vollkommen ausreicht, um die tieferen Schichten der Musik auszuloten, auch heisser Kakao und alkoholfreie Longdrinks, argentinischer Mate, ein halber Liter Wasser, Hirsebrei, oder Grünkohl mit Mettendchen. Schöne Grüsse vom Weihnachtsmarkt in Prag!

 

No doubt, a lot of films are spriraling down after catching you at first with clever trickery. Even so called „art films“ often give away their secrets all too quickly. I’ve not seen a lot of movies in 2015 that stayed in my mind, but these films still make a difference. Some of them I saw again and again, and I‘m grateful to have my infamous „electric cinema“ and can see them on a big screen with excellent surround sound.

 

THE DUKE OF BURGUNDY is one of them. Erotic Cinema still has something to offer, and here we are, in the territory of seduction, devotion and surrender. There is a lot of darkness to dwell in, literally, dimly lit spaces that add to the spell of desire. Immersive. A MOST VIOLENT YEAR is another example for a „genre movie“ that transcends its rules and history. Far away from being a rip-off of film noir classics from the 70’s, it’s a masterpiece in reduction. You have to think a lot to nail down a „gangster drama“ with a similar amount of non-action. But it never leaves me off the hook, and, en passant, contains – surprise! – one of the most captivating „hunting scenes“ in modern film stories. EX MACHINA is Science Fiction of highest order, a chamber piece placed in a high-tech laboratory surrounded by wild nature. Here, too, „action“ is a foreign word; everything relies on camera, dialogue, soundtrack and sudden twists of perception. In one of its (instant) classic moments, you get a perfect example of how to transport a 70’s disco song into a scenario of controlled madness. Apart from that, Geoff Barrow and Ben Salisbury composed a soundtrack with sending-shivers-down-the-spine qualities. Another kind of creepiness: IT FOLLOWS can be labelled „horror movie“, but that is misleading, too. Situated in the decaying outskirts of Detroit, this film only uses some of the genre’s old motives to explore teenage angst, friendship and love in a world that mixes time zones in the most peculiar ways. A richly textured „edge-of-the-seat-experience“ with Dostojevski’s „The Idiot“ revealing a striking sub-text at the end … (all films on BLU RAY and DVD).

2017 25 Nov

The Visitor

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Dieses Album wird Prügel einstecken, es wird Agit-Prop genannt werden, schnell sich verbrennender Protest, man wird es einreihen in die gesammelten Abgesänge auf die Ära Trumps, die sowieso nur einen Scheiss bewegen, und dass wieder mal die Bekehrten bekehrt werden sollen, aber murmelt da nicht auch der 73-Jährige im letzten Song, das die Welt eine Kirche ohne Prediger sei. Dieses ganze Werk voll hingerissener Verlorenheiten wendet sich nicht an die, die sich gerne entrüsten, und ihre eigene Niedergeschlagenheit mit entsprechender Wallung kompensieren, dieses ganze Album ist komplett zerschossen, zynisch, und vollkommen am Ende. Neil Young spielt nur zu gerne den stumpfesten Blues-Stomper aller Zeiten, in dem er ein Loch gräbt, was er oft genug wiederholt, um in der Zeit wirklich ein Loch zu graben, gleichzeitig denkt er an seine Enkel und den verdammt langen Highway. Wer ganz schlicht im Geiste ist, fühlt sich womöglich aufgerufen, für seine Rechte einzutreten, und er kann auch die Ketten schleifen hören, mit denen sie den Irren wegschließen wollen. Aber das ist zu straightahead. Neil Young hat mit diesem Album, dessen Cover und Skizzenhaftigkeit und Ernüchterung mich entfernt und unmittelbar an Jackson Brownes „Running On Empty“ erinnern (ohne annähernd so einladend zu sein), das grosse rumpelnde Narrenschiff betreten. Mehr Otto Dix als Phil Ochs. Es gibt da, in Fragmenten, den alten Träumer, der die Träume  bloss  rigoros begräbt, den Protest gleich mit, und sowieso jede ach so hehre Botschaft. Hat er schon öfter angezettelt, etwa auf „Time Fades Away“, jedes „Heart of Gold“ ein abgenagtes Lebkuchenherz. Die Tage des Zeitlosen ausgezählt. Und deshalb ist „The Visitor“ eine verdammt gute Platte, mit dem Charme einer Whiskeyflasche, die gegen einen Art Deco-Spiegel geschleudert wird. Mal eine andere Art, wachgerüttelt zu werden, guys! „Out of the blue, and into the black.“

 

 
 
 

At first listening, this Polish-Scandinavian collaboration seems almost too archetypal ECM for its own good. But there‘s more to UNLOVED than the surface of the surface may offer. So wait and listen. My edition of Deutschlandfunk’s „JazzFacts“ on December 7th, 9.05 p.m., will shed some light over Marciej Obara‘s debut on ECM. And the sax player will speak about it, in his home language. Other themes are in preparation. Please let us not discuss t h i s album here. But: are there brand new or quite new jazz, jazz-related albums out there (from lesser known labels) I might present on that evening‘s program? Do I have to go back to some overlooked gems? Nearly no one knows, for example, the highly inventive approach to Erik Satie, performed by a piano player and a cornetist, right?! Released on Steeplechase Records. And, with special works, it’s always the question what can still be called jazz in the widest sense? Jon Balke‘s fantastic new album seems a bit far out for a program called „JazzFacts“. Mhmm …  For German listeners: a week later, December 14th, same time, Anouar Brahem’s internationally acclaimed new work is in the focus of Karl Lippegaus‘ portrait.

 

Not easy. You really need access to all four seasons, and they are, via streaming, only accessible on Amazon Prime. Only seasons 1 and 2 got DVD/BLURAY releases, so, you better wait till the COMPLETE HALT AND CATCH FIRE BOX SET will have been released one day in the future. Future is anyway a main topic here, and, as in so many cases, a future long gone. So when time has come, you will dive into the world of four, five flawed main characters who are obsessed with the dawn of the then new computer age, and, in not so discreet ways, with one another, and their own demons. Full program. Soundtracking is great and overpowers the shitty mainstream of the ‚80s. Don‘t expect any far-reaching analysis deeply grounded in sociological and psychological knowledge here. Please. We have this knowledge, we‘re no dumbheads, but, may I say so in the the name of Joey, too, we are still rendered rather speechless by our heaven-and-hell-ride over the last weeks rushing by like an autumn leaf under a stormy evening sky. Clever writing is strictly forbidden when catharsis still works. The aftermath, the afterglow. It is very helpful to stay away from reading any reviews before entering the world of Cameron, Joe, Gordon, Donna and Bos. Stay innocent and let your heart be broken slowly. Seeing is creating. It works best in the dark, with your love or loneliness or ghost friends at your side. You’ll never watch alone. Interesting, though „Mercy Street“ is wonderfully placed at one point, I got, after having seen it all, a big hunger for a different Peter Gabriel album: MELT. The common ground: everything‘s constantly on the verge of falling apart (with great rhyhtms) – and, here we go, some damn good  story-telling may be on its way to you. Just melt away!

One week ago, a friend asked me about the best-sounding jazz album ever. What a question, I answered. I don‘t know anything about „ever“, but ask me about a certain time. Then he asked me about the best-sounding jazz album of my teenager years, and the best-sounding album „before my time“. Okay, choices made instantly. I said, „Dis“ with Jan Garbarek, Ralph Towner, and the short appearances of a wind harp. And thinking of the times before my time, I said, „Way Out West“. It was made in the middle of the night on March 7, 1957, in the shipping room of a small Los Angeles record company, with an underpaid engineer recording a trio playing cowboy songs on a first-generation stereo Ampex tape deck through a homemade mixing console. It seems an unlikely setting for one of the greatest jazz recordings of all time, musically and sonically. But the players were Sonny Rollins and Ray Brown and Shelly Manne, and, on that night, they were cookin’. What seems like strange duo of vinyl albums, makes some extra sense when realizing a strong bond between them: deep relaxation, high intensity, breathing space. Real favourites.

 

It is a distant beach, out of reach for any flight company. People gather on the beaches playing congas, bongos, everything you can hit on. A summer of love vibe in the air and I don‘t know the exact moment where I understood, oh, I‘m dreaming. It happened maybe fifteen years ago (in real life), I always loved the idea of being part of a community who has written peace and love on their flags, and really lives it.

In this dream I am looking for a woman of my dreams, and there she is, I leave out the details of her features, her dark brown skin. We have a lovely conversation about Antonioni‘s movie with the big villa exploding in the end. I tell her how similar this scenery is to the Hippie shangrila of the movie. She says, this is not a movie, and I know, this is a dream, but don‘t want to make things more complicated. She is so real, and her kisses full of life and extravaganza. I tried some of the tricks to stay inside the lucid dream. Quick turnarounds of the body, keeping yourself saying this is a dream. Interesting, all these strategies didn‘t interfere with my romantic feelings.

After another series of kisses and dense body contact – I never came closer to an orgasm inside a lucid dream without awakening – she‘s standing up being worried about the dark clouds appraching the sand with a surreal hurry. Within seconds hard rain is hitting the ground, and everybody‘s looking for shelter. In this tohuwabohu, where everyone is strangely on his and her own, the whole idea of  community is replaced by a nasty fight for survival. The rain coming down so hard, it hurts, makes all of us run, run, run, without thinking, without empathy, and I lose every bit of knowing the state of my mind of being inside a dream.

Cause, otherwise, I could‘ve stopped the rain.

 


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