Manafonistas

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Guy Ware’s excellent new novel is about work, love, redundancy, crime, the afterlife AND the importance of well-polished shoes …
 

2015 19 Apr

Das erste Bild

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So beginnt der Film. Das ist das erste, was der Zuschauer sieht. Zehn Sekunden lang rührt sich nichts. Der Blick des Zuschauers schweift über das Bild, das das Laufen verlernt hat. Er fragt sich, was passieren wird, welcher Mensch aus der Tür hervorkommt, oder welches Auto, als erstes losfährt. Mit aufheulendem Motor? Nein, bestimmt in aller Ruhe. Es dauert. Dann hört man Schüsse aus dem Innern, zwei Schüsse. Eine Gestalt mit Sonnenhut kommt aus dem Gebäude, setzt sich in einen Wagen und fährt aus dem Bild. Die Kamera folgt dem Fahrer nicht. Dann kommt ein Greyhound-Bus angefahren. Alles passiert ohne Musik. Der Busfahrer ist ein Schwarzer, Ein bekanntes Gesicht. Kennen sie den Trailer? Der Film kommt im Sommer in die deutschen Kinos. Und es ist, trotz des berühmten Hauptdarstellers, ein Independant Film.

 

 
 

 
 
1) Andy Sheppard: SURROUNDED BY SEA 
2) Anders Jormin / Lena Willemark / Karin Nakagawa: TREES OF LIGHT 
3) Alva Noto: XERROX, VOL. 3 
4) Biosphere / Deathprod: STATOR 
5) The Mountain Goats: BEAT THE CHAMP 
6) Franz Schubert / Andras Schiff: DITO 
7) Bill Wells & Aidan Moffatt: THE MOST IMPORTANT PLACE IN THE WORLD 
8) Kate Moore / Saskia Langhoorn: DANCES AND CANONS 
9) Sufjan Stevens: CARRIE AND LOWELL 
10) Paolo Fresu – Daniele di Bonaventura: IN MAGGIORE 
11) Polar Bear: SAME AS YOU 
 
 
 

 

 
 

 
 
1) The New Jazz Orchestra: LE DEJEUNER SUR L´HERBE 
2) Darren Hayman: CHANTS FOR SOCIALISTS 
3) Sam Lee: THE FADE IN TIME 
4) Robert Wyatt: OLD ROTTENHAT 
5) Linton Kwesi Johnson: FORCES OF VICTORY 
6) Big Youth: SCREAMING TARGET 
7) Linton Kwesi Johnson: BASS CULTURE 
8) Brian Eno: ON LAND 
9) Karl Hyde: EDGELAND 
10) John Surman: THE AMAZING ADVENTURES OF SIMON SIMON 
 
 
 

 

 
 

 
 
1) Chick Corea: PIANO IMPROVISATIONS Vol. 1 

2) Ralph Towner: DIARY 

3) Edward Vesala: INVISIBLE STORM 

4) Nils Okland: MONOGRAPH 

5) Steve Tibbetts: NORTHERN SONG 

6) Shankar: SONG FOR EVERYONE 

7) Dave Darling: SOLO 

8) Federico Mompou / Herbert Henck: MUSICA CALLADA 

9) Andy Sheppard: SURROUNDED BY SEA 
 
 
 

 

Record Store Day – ich schlafe 400 Meter entfernt von Kölns wunderbarem Musikladen “a-Musik”. Für heute habe ich (auf Vinyl) “Exklusiv-Pressungen” geordert von Brian Enos “My Squelchy Life” und Willie Nelsons “Teatro”, produziert von Daniel Lanois in einem alten mexikanischen Kino. Country Noir – die Musik, die ich hören möchte, nachdem ich wieder mal Robert Altmans “The Long Goodbye” gesehen habe. Die dritte Stunde heut Nacht war speziell – bei der Beschreibung all der ausgewählten ECM-Cover hatte ich bald das Gefühl, etwas “psychedelisch” draufzukommen. Das Betrachten von Herbert Hencks Cover (zu Mompous Musica Callada) liess mich dann  entspannt in helles Blau eintauchen. Für den Rest der Stunde hatte ich ein “blaues Gefühl” – zuvor oder hernach erzählte ich meine Story der beiden Cover von Edward Vesalas MAN MADOL, ohne dass ein Ton dieses magischen Werkes zu hören war: so mutiert der neugierige Hörer zum Schatzsucher, mit oder ohne Robert MacFarlanes “Karte der Wildnis” zur Hand. Safe Journey!

 

 
 
 

Manafonistas haben schon öfter über ECM-Cover geschrieben. Die NAHAUFNAHME widmet sich dem Wechselspiel von Klang und Bild in der Cover-Ästhetik von ECM. Mit dabei die “Wintersonnenlichtszene” von L. Shankars “Song For Everyone”. Die ZEITREISE dreht sich durchweg um das alte England, mit frisch ausgegrabenen Jazzklassikern, Sam Lee, Darren Hayman und ein paar alten Bekannten – neben Linton Kwesi Johnson (der jamaikanische Wurzeln hat, aber in England lebt seit vielen Jahrzehnten) ist noch ein weiterer Jamaikaner mit von der Partie. Keith Levene erinnert an den Einfluss von Big Youth auf die frühen Jahre von The Clash, PIL und “The Flowers of Romance”:

“I’d known people like Mick Jones and Viv Albertine for some time. Paul Simonon was a great painter, and he looked good, but he couldn’t play bass at that time, but that didn’t matter. He looked great; these cheekbones and black suits from a 2nd hand thrift store or somewhere that he’d just torn up and spray painted. Mick Jones would just say to Paul, “play these notes: Here, this is how it goes, ok?” and Paul would do it. We all loved reggae b lines; those huge stepping bass lines, and mic chanters; people like Big Youth, who was so hip at the time. Screaming Target? Hail Jah Youth!”

Und die Neuveröffentlichungen, die Abteilung NEULAND, was steht da im Programm? Ein paar Überraschungen auf jeden Fall. Ansonsten: Schwedischer Folk mischt sich mit japanischen Kotoklängen, Andy Sheppard ist “surrounded by sea”, und setzt das, u.a. mit Sebastian Rochford (Polar Bear) und Eivind Aarset eindrucksvoll in Szene.  Neben drei angloamerikanischen Songalben der Extraklasse (s. Foto, der junge Sufjan Stevens mit Mutter) gibt es neue Electronica von Deathprod und Alva Noto. Das Buch der Ausgabe heisst “Karte der Wildnis”,  stammt von Robert MacFarlane und kommt wahrscheinlich in allen drei Stunden vor.

Jürgen Klopp geht von Bord. Die Mannschaft ist nicht intakt. Thomas Tuchel kommt. Ein nervöser Intelektueller, der kein bisschen an das Charisma von Klopp heranreicht, und seine verbissene Aggressivität leider nicht mit Klopp’schem Humor kompensieren kann. Herr Tuchel hat auch nur ordentliche Arbeit in Mainz verrichtet, und wird massiv überschätzt. Sein Abgang aus Mainz war schlimmstes Bauerntheater, und der Mainzer Präsident Heidel, guter Klopp-Freund aus alten Tagen, hat den Kopf geschüttelt ob der Tuchel’schen Wirrnis. Es muss in Dortmund Zerwürfnisse, Risse zumindest, gegeben haben im Trio der Führungscrew, sonst hätte der Trainer diesen Schritt nicht erwogen. Das Verhältnis zur Mannschaft ist nicht zerrüttet, aber natürlich ist die Stimmung spätestens seit dem Turiner und Gladbacher Debakel im Keller. Allen drei ist sicher die jüngere Transferpolitik anzulasten (aber solche Jahre gibt es, überall, Bremen hat es vor Jahren erlebt, man kann nicht immer Weltklasse durch Weltklasse ersetzen) – von Immobile bis Ginter, von Mikhitaryan bis Kampl ein Trauerspiel. Die holt kein Trainer aus dem Tief, weil dieses Tief mittlerweile der Normalzustand der besagten Spieler geworden ist. Man nennt sie auch “Sonntagsfussballer”. Oder im besten Fall “gehobenen Durchschnitt”. Für spekatukäre Neueinkäufe fehlt das Geld – es sei denn, Hummels und Gündogan, die eklatante Formschwankungen aufweisen, gehen: dann kann man den berüchtigten Markt sondieren, mit einem gewissen Sachzwang, ein goldenes Händchen beweisen zu müssen. Wie soll das gehen – Klopp konnte Spieler mit Charme und Intelligenz dazu bewegen, nach Dortmund zu kommen, bei Tuchel werden das kalte Angebote und Taktikspiele aus der Retorte sein. Augsburgs Weinzierl ist ein Typ mit Klasse, der noch nie durch den gehemmt-aggressiven Sprachstil  eines Tuchel aufgefallen ist und Sensationelles leistet mit seinem Team. Aber der Deal ist lang schon durch. Hummels ist kein guter Leader, sonst hätte er seine Abwanderungsgedanken nicht zum denkbar dämlichsten Zeitpunkt ausgeplaudert. Kehl geht, und damit eine absolut integre Führungsfigur. Gute Nacht – keiner sollte mehr von Berlin träumen. Das kann der BVB nicht, in München gewinnen, anno 2015. Die nächste Saison wird unlustig, nicht nur auf den Pressekonferenzen. Was für eine Scheisse. Heute gab es nur eine gute Nachricht: am 21. Juni geht die zweite Staffel von TRUE DETECTIVE los, in den USA. Ach, und noch eins: schauen Sie sich das Spiel Dortmund gegen Paderborn an, und achten Sie darauf, wie ein grossartiger Trainer gefeiert wird. Auch wenn es einmal mehr den berüchtigten “Gurkenfussball der Überschätzten” geben wird. An alle Borussenfans meine Empfehlung: gehen Sie den Rest der Saison mit stoischer Ruhe an, und machen Sie eine Zeitreise mit Roland Rengs wunderbarem Fussballbuch “Spieltag”! Manchmal kann Nostalgie, die mit einem klaren Blick und guten Geschichten daher kommt, den Blick weiten und Gelassenheit spenden – ein leises Schmunzeln ist jetzt ohnehin besser als eine “kochende” Dortmunder Fussballseele.

The Wine Advocate – “Deep garnet-purple in color, the 2012 The Boxer Shiraz opens with tons of intense chocolate, vanilla and spice intermingling with an aromatic core of ripe and berry preserves. Very big, full and rich, it is so concentrated you could practically stand a spoon up in the glass. The medium-level velvety tannins hold through the long, slightly hot, finish.” (Aix Vinum, Aachen, Kleinmarschierstrasse)
 
 

 
 
One can hardly pass a comb through this session (ECM 1145) without singling out “The Laws Of Freedom”. With a minimal and open sense of play from Balke over the subtlest of drones one can imagine, this breathtaking journey into a piano´s beating heart turns reverberation into cloud and spirit, and presses between them footsteps of air.


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