Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2017 14 Dez

ECMologie gerätselt

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Es macht neugierig, durch einen ECM Wald zu spazieren und vor lauter CDs nicht mehr die echten ECMs zu erkennen.
 
Wer kann unterscheiden?
 
 

  1. Mathias Eick
  2. Tord Gustavsen
  3. Sylvie Courvoisier
  4. Enrico Rava
  5. Wadada
  6. Wolfgang Dauner
  7. Leo Smith
  8. Blossom Dearie
  9. Teddy Edwards
  10. Avishai Cohen
  11. Zakir Hussain
  12. Ketil Bjørnstad
  13. Nels Cline

2017 4 Dez

Lajla startet durch

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Ich bin ein begeisterter Biathlon Fan. Unglaublich wie Denise Herrmann in Oestersund die ersten 5 Scheiben fehlerfrei traf.
 
Hier meine:
 

01. Kimmo Pohjonen: Sensitive Skin
02. Maarja Nud: Une Meeles
03. Sinikka Langeland: The Magical Forest
04. Arve Hendriksen: Towards Language
05. Tara Minton: The Tides of Love

 
Auch die zweiten 5 Scheiben meisterte Denise Herrmann liegend mit fehlerfreier Schiesseinlage.
 
Hier meine:
 

06. Karl Hyde: Fatherland
07. Father John Misty: Pure comedy
08. Ray Davies: Americana
09. Mo Pitney: Behind this guitar
10. Neil Young: Hitchhiker

 

Denise hatte die schnellste Laufzeit, 25,8 Sekunden Vorsprung, obwohl sie zweimal wackelte und daneben zielte.
 
Hier meine zwei Strafrunden:
 

Paul Motian (kommt wohl noch)
Wilco: For (not) being there

 
Meine heimischen Lieblinge:
 

Hauschka: In Dubious Battle (soundtrack)
LaBrassbanda: Around the world

2017 16 Nov

Kurt Weill Variationen

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Bei einem Kreuzberger Weihnachtskehraus vor zwei Jahren sang eine Frau Kurt Weill Songs. Ich fragte sie, weshalb sie so begeistert von Kurt Weill sei. Sie lachte, nicht von Weill, sondern von Lotte Lenja, seiner Frau. Tatsächlich hatte die Berlinerin die gleiche signifikant kühle Schepperstimme wie Lotte.

 

Lotte: Do you know that they just found the song, you composed for me?

Kurt:  Which one do you mean?

Lotte:  Gosh,  honey, it was

Kurt: „Speak low, when you speak love.“

Lotte: I was searching for that song all over after your death. 

Kurt: Why did it mean so much to you?

Lotte: Kurt, it was the song about the white cheese. I sang it with all my power. Do you remember that wonder healer,  who preached: it was  done with white cheese compresses and two prayers.

Kurt: Yeah, I do remember.  „We were sooooo satisfied then.“

(Das „Lied vom weissen Käse“ ist vor ein paar Tagen in Berlin wieder gefunden worden)

 

Wiki speaks:

Kurt Weill wird in Dessau 1900 geboren. Er war ein deutsch-amerikanischer Komponist. Er stammte aus einer jüdischen Familie aus Dessau.  Auch er floh vor den Nazis nach New York, wo er 1950 starb. Er erlangte zunächst Bekanntheit durch die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht (z.B. die Dreigroschenoper u.a.). Aufgrund von künstlerischen Dissonanzen trennten sie sich. Brecht versuchte ihn ganz für sich zu vereinnahmen. Weill wehrte sich: „… glauben Sie Brecht habe meine Musik komponiert? Brecht ist ein Genie, aber für die Musik in unserem Werke, dafür trage ich allein die Verantwortung.“

Lotte Lenja war die einzige Frau, die den Verführungen Brechts widerstanden hatte.

 

Brecht auf deutsch-türkisch 

 

Isch lieb nur disch

Isch mach dir Kind

Du mach mir Text


 
 
 

 
 
 

Omg – a musical!

Als Kurt den Broadway entlangschlenderte, traf er Moss Hart, der frisch von der Couch runterkam. Die Psychoanalyse blühte. Ein Glück für Weill, der mit Hart jemanden gefunden hatte, mit dem er neue Musikformen im Theater ausprobieren konnte. Sie arbeiteten daran, wie die Traumsequenzen als Songs so in die Wort- und Theatertanzakte eingebaut werden könnten, um dem Stück „Lady in the Dark“ mehr Spannung zu verleihen.

 

„My ship has sails that are made of silk …“

 

Wie oft wurde dieser Song – THE SHIP – aus dem Musical LADY IN THE DARK gecovert: von Flora Purim, Cindy Blackman, Herbie Hancock, Miles Davis, Gil Evans …

 
 
 

 
 
 

Ich bin im Kurt Weill Zentrum in Dessau.

Es ist in einem der Meisterhäuser (Bauhaus / Feininger) untergebracht. Auf dem Tisch liegt das Kurt Weill Festspielprogramm für 2018. „Lady in the Dark“ wird aufgeführt werden und Till Brönner wird aufspielen. Mich hätten die Folksongs zu dem Musical „Huckleberry Finn“ am meisten interessiert. Wo sind sie bloß?

Ich habe lange überlegt, was ich von dem Häuptling der Schreihälse auswählen soll. Ich habe mich für seinen Abschiedsbrief entschieden, weil er über sein Leben in der Oktoberrevolution hinausragt.

 

An alle! (Moskau, 12. April 1930)

Ich sterbe, macht niemand dafür verantwortlich, und bitte kein Gerede. Der Verstorbene hasste das.

Mutter, Schwestern und Genossen, verzeiht – es ist keine Art (ich empfehle es niemand), doch ich sehe keinen Ausweg.

Lilja – liebe mich.

Genosse Regierung, meine Familie – das ist Lilja Brik, meine Mutter, meine Schwestern und Veronika Witoldowna Polonskaja.

Solltest du ihnen ein erträgliches Leben einrichten – danke.
Die unvollendeten Gedichte übergebe man den Briks, sie werden damit fertig.

Wie man so sagt –
„der Fall ist jetzt erledigt“
das Liebesboot
am Alltagskram zerschellt.
Ich bin mit dem Leben quitt,
es ist nicht nötig,
dass man sich Not
und Qual
entgegenhält.

Den Hinterbliebenen Glück.

Wladimir Majakowskij

2017 3 Nov

Il faut aimer les femmes

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  1. Maria Callas La Mamma Morta
  2. Joni Mitchell A case of you
  3. Fairuz Eh Fi Amal
  4. Anne Clark Our darkness
  5. Aimee Mann Wise up
  6. Lucinda Williams Ghost of highway 20
  7. Leni Stern The guitar
  8. Ricky Lee Jones Satellites
  9. Mercedes Sosa Gracias a la vida
  10. Tamar Diesendruck Dagger
  11. Chrissie Hynde Spiritual high
  12. Oum Kalthoum Leile wa Leila
  13. Regine Chassange Mountains beyond mountains
  14. KD Lang’s Crying
  15. Gretchen Politically incorrect
  16. Justina Repeckaite Tapisserie
  17. Barbara Göttingen
  18. Xenaki Rebouts B
  19. Sheryl Crow Alone in the park
  20. Sinead O‘ Connor This is a rebel song

 

2017 21 Okt

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Er sagte, dass die Menschen vor dem Feuer wegrannten, fliegende Feuerobjekte hätten sie dann eingeholt und verbrennen lassen. Er sagte, dass er sich nicht vorstellen könnte, was die Wahrheit sei: Brandstiftung oder monatelange Hitze. Er sagte, dass es auf der ganzen Welt in toto nur 60 Feuertote gãbe, allein in Portugal über 40. Er sagte, wenn ich in Porto sei, solle ich zum Douro gehen, dort sei das Gold von Portugal: das Wasser und der Portwein. Er sagte, dass die Francesinha das beste Essen sei, so ganz nach den kleinen Französinnen benannt. Er sagte, dass im Casa Musica der beste Jazz gespielt wird, die Architektur mitunter das Modernste ist, was sein Land vorzeigen könnte. Zum Schluss sagte er nichts. Seine beijos sprachen für sich.

 

2017 20 Okt

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Schwarze Schaufensterpuppen in einer Boutique in Lissabon könnten mit der Geschichte in Angola zusammenhängen. Das wäre mal eine gelungene Integration. Aber vielleicht auch zu weit hergeholt.

Hubert Fichte lebte 1964 in Lissabon, bevor er in die schwarze Welt aufbrach. Als Studentin habe ich seine Bücher neugierig gelesen. Fichte schrieb aus einer Welt, die bis heute viel mit Unterdrückung und Gewalt zu tun hat. „Der Ledermann“ z.B. harte Kost. Dass jetzt Diedrich Diederichsen hier in Lissabon an ihn erinnert, finde ich wunderbar.

 

2017 19 Okt

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In Zeiten von Harvey Schweinstein können gar nicht genug Proteste von Frauen und Männern gegen Gewalt und Unterdrückung gezeigt werden. Die portugiesische Malerin Paula Rego (1935-) hat sich in ihren Werken viel mit diesem Thema auseinandergesetzt.

 

2017 18 Okt

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Aufbruch ins Feuerland …

 

2017 16 Okt

Schöne alte Welt

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Manchmal lebt es sich schwer im Menschenpark.

Man fühlt sich unter all den hereindonnernden Turbulenzen wie Tweek in Nordkorea. Um sich positiv zu halten, hört man gute Musik oder erheitert sich an philosophischen Themen.

So geschehen dieser Tage bei einem Vortrag eines Transhumanisten. Man weiss was Posthumanismus ist. Sven Helbig ist ein Beispiel für posthumanistische Musik (Autumn song!) Und der fluoreszierende Hase von dem brasilianischen Künstler Eduardo Kac ein anderes. Aber was ist Transhumanismus?

Den Begriff hat Julian Huxley bereits 1951 geprägt. Während es dem Bruder Aldous um Bewusstseinserweiterung unter LSD ging, versucht der Transhumanist eine Selbst-Bewusstseinserweiterung. Die Kant’sche Frage „Was ist der Mensch“ wird mit neuen Überlegungen erweitert:
 
 

Kann der Mensch digitalisiert werden?

Wie wird das funktionalistische Bild des Geistes aussehen?

Wie steht’s um die Moral? Wie werden digitale Geschöpfe bewertet?

Wird der in den weltweiten Verfassungen verankerte Begriff der „Würde“ entkrustet? Brauchen wir dann neue Grundlagen für moralische Einstufung? (Etwa, ganz gefährlich! auf der Grundlage: keiner soll leiden).

Was meinen Transhumanisten wie Ray Kurzweil (angestellt bei Google) mit ihren Zukunftsideen wie z.B. „mind uploading“?

 
 
Den smarten Professor Sorgner, mit dem es während seines Vortrags ein schönes Augenspiel gab, hätte ich gerne mal kurz gedrückt, um ihm mit loriotschem Schalk auf einen wichtigen Punkt aufmerksam zu machen: Das Gefühl, wo bleibt das Gefühl?

Wer sich trotzdem vertiefen will: Stefan Lorenz Sorgner – Transhumanismus, erschienen im Herder Verlag.


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