Manafonistas

on music beyond mainstream

Autoren-Archiv:

2014 11 Apr

Es war Neuland

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Vor ein paar Jahren begrüßte man das Internet, diese schöne neue Wohltat, als eine ungekannte Form der geistigen und imaginären Ausweitung, begeistert von der Möglichkeit, nun von seiner Wohnung, seinem Zimmer aus, vom Schreibtisch her, mit und in einer Sphäre zu kommunizieren und sich spielend leicht Informationen heranzuholen. Es war Neuland. Man genoss den wilden Wechsel zwischen Realwelt und virtual reality und wenn man kurz mal zum Einkaufen über die Strasse ging – wofür kaum Zeit blieb – dann war man in Gedanken noch auf seinem Desktop. Welt am Draht. In einer digitalen Wolke schwebend, fühlte man sich jung, geadelt, zugehörig. Wunderbare Metamorphose, aus Looser wurde User. Und wenn einem dabei, wie von einem Auto angefahren, im Tagtraum eine zahnlose Alte rücklings hinterherrief: “Das Internet wird euch noch alle ins Verderben bringen!” – entgegnete man etwas angefasst: “Ja red´ du nur!” Auch die ehrwürdige Grossmutter verweigerte schliesslich noch zeitlebens jegliches Telefonat – und die ersten Eisenbahnen galten als viel zu schnelles Teufelszeug … Aber die Zeiten ändern sich. Man kehrt heut gerne tendenziell zurück: zu den habhaften und handlichen Dingen, zu den Menschen, zur konkreten Welt. “Das einfache Leben!” forderte Susanne und Jan bejahte das. Seine Haut retten und sein Hirn – vor diesem nimmermüden Flackern der Bilder: Bitte Augen schließen, bitte zum Abschluss kommen, bitte sterblich werden.

 
 
 

 
 
 
Byung-Chul Han: Bitte Augen Schliessen.
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2014 26 Feb

Hallo Neunzehn

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“The Cuervo Gold, the fine Colombian, make tonight a wonderful thing.”

Wer in seinem Leben je einem Fusiongitarristen begegnete, der in der Lage wäre, mit John McLaughlin im Staffellauf die Zehnsekundenmarke zu unterbieten und sich dennoch dabei so leer fühlte wie eine ausgetrocknete Regentonne in der Mohave-Wüste, der müsste nur rüber zur Westküste schauen, nach California, Heimat von Steely Dan. Das Verdienst des Duos Fagen & Becker bestand nämlich auch darin, Jazz und Fusionanteile mit gewitzten Texten und Liedermacherei anteilig zu vermischen. Dabei entstand etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile und nachhaltig wirkt wie die flashbacks eines Joints. Way back when, in Sixty-seven … Es war im Jahr 1980, zuvor gedopt und musikalisch angefixt von Dealern wie Joe Zawinul, Joni Mitchell, Lowell George, Robert Palmer, John Martyn und Jean Luc Ponty, erwartete man nun, nach weidlichem Genuss des Royal Scam, auch neuen Stoff von der kalifornischen Westküste. Der kam dann aber reichlich unterkühlt daher. Das Cover allerdings: wie eine von Picasso gemalte Statue des ewig tanzenden Paares, elegant und mit der gleichen feinsinnigen Ironie durchtränkt wie die klugwitzigen Texte der Zeitgeist-Architekten von der westcoast. Aber Texte wurden damals sowieso nicht ganz verstanden, trotz Englisch-Abi und einem Sprachkurs in Südengland. Der mit “Gaamakii” benannte Dandy war nicht etwa ein vom Hahnenschrei geweckter Lebemann, sondern als Gamma Chi wohl schlichtweg äusserst abgehoben – allein durchs Hören wäre man nicht drauf gekommen, was man heute liest. Die Geschichte des vielleicht besten und immer noch hörenswerten Songs des Albums ist schnell erzählt: der Protagonist reiste von Boston nach Scarsdale, zweieinhalb Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln, um eine Neunzehnjährige zu treffen. Dann ist er irritiert, weil sie nicht Rehta Franklin kennt, und er spürt sein Alter. Doch der mexikanische Tequila und das kolumbianische Gras machen die Nacht dann doch zu einer guten Sache – ebenso wie der salsagewürzte Ausklang dieses Songs: süsslich und wunderbar leicht im Abgang.

2014 18 Feb

Eigene Musik (7)

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2014 3 Feb

Magie und Verlust

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“Der Mensch kann zaubern, er darf es nur nicht wollen.”
(Dietmar Kamper)
 
 

Sie kam an einem Januartag. Ein kalter Wind blies, und die Gehwege waren vereist. Die Wolken hingen tief, die Luft war voller Feinstaub und auf den Bäumen hockten schwarze Krähen. Man schrieb das Jahr 2014. Kultur, Musik und alles übrige Geschehen waren sehr weit fortgeschritten. Joachim, der im wirklichen Leben Johannes hiess, schaute aus dem Küchenfenster. Unten auf der Strasse sah er einen gelben Lieferwagen knirschend zum Halt kommen. Etwas Bedrohliches, gleichzeitig Verheissungsvolles – man kannte das aus Hitchcockfilmen – ging aus von dem Gefährt. Die Schiebetür öffnete sich langsam, der Fahrer klemmte sich ein braunes Paket unter den Arm. Beim Aussteigen tastete sich sein Fuß widerwillig dem Schneematsch entgegen. In diesem Moment wurde Joachim klar, dass die Lieferung für ihn bestimmt war und einen Preisgewinn enthielt. Die Erkenntnis überrumpelte ihn und er musterte den Fahrer noch eingehender.

Eine schmächtige Gestalt in bis zum Hals zugeknöpfter Jacke klingelte an der Wohnungstür, überreichte das Paket und hielt den Scanner zwecks Unterschrift unter seine Nase. Dann drehte der Fahrer sich um und verschwand im Nichts. Joachim riss die Verpackung auf, entfernte die Schutzfolie, legte die Cd der Pat Metheny Unity Group in den Player, setzte die Kopfhörer auf und lauschte erwartungsvoll. Verwunderung und Skepsis: Wozu soll das gut sein? Wer will sowas hören? Eine eingeschworene Fangemeinde vielleicht, zu der er längst nicht mehr gehörte. Herz, Seele und Verstand suchten stets nach Nahrung, auch in der Musik. Aber längst vergangen waren jene Zeiten, in denen es geheimnisvoll und schwebeleicht begann. Musik als Begleiter: gleitend, raumgreifend, grenzüberschreitend. Davon nur Restspuren. So soll nun also alles enden? Manche Orte der Vergangenheit verlieren ihren Zauber. Pat Metheny konnte zaubern – damals, als er es nicht wollte.

Joachim, also Johannes, suchte Ablenkung und griff zu seinem Kindl. “Faustinas Vollendung” – es war die Leseprobe eines ihm empfohlenen Thrillers, mit einem verheissungsvollem Anfang: “Er kam an einem Novembertag. Ein kalter Wind blies, und die Felder waren vom Regen durchtränkt. Man schrieb das Jahr 1701. Von meinen Privatgemächern aus sah ich seine Kutsche knarrend zum Halt kommen.” Joachim stutzte. Wie sich doch Fiktion und Wirklichkeit wieder einmal vermischten. Magie lag in der Luft. So may it secretly begin …

 

2014 14 Jan

Neues vom Tord

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War es wahr oder nur ein verzettelter Traum, in dem der norddeutsche Rocksänger Heinz Rudolf Kunze darauf hinwies, die aktuelle Popmusik könne vom Jazz viel lernen, vor allem von den Norwegern dort oben? So verwegen ist der Gedanke nicht, und so teilt unsereins, den Kunzes Musik nie wieder so ansprach wie auf jener nächtlichen Autobahnrückfahrt, von einem BAP-Konzert im Bremer Aladin kommend Richtung Neue Heimat Hannover, diese Ansicht. Die krautrockige Singersongwriterstimme, zu vernehmen in einem englischen Sender, sang: “Wir leben alle im Erdgeschoss!” Wunderlich war Jahre später auch eine Begegnung in den Herrenhäuser Gärten, als dort der hier Schreibende – sich mental und emotional in einem französischen Liebesfilm befindend, mit sich selbst in der Hauptrolle und einem blondhaarigen Geschöpf als Objekt des Begehrens – den Klängen folgte, die da tönten: “Dein ist mein ganzes Herz!” In einem Amphitheater – strahlende Mittagssonne, Mittsommernachtstag – probte der deutsche Barde im Hippielook den Sommernachtstraum. Ein Musiker vom Fjord, an den ich bei Kunzes obenstehenden Hinweis sogleich dachte, ist der norwegische Tord. Bei herbeigesehnten Minusgraden bald und bei beschaulichem Winterwetter wird daheim am Kamin der Tee genossen werden. Im Player wird sich dann Extended Circle drehen, man wird aus dem Fenster schauend eine schwebende Schneeflocke verfolgen und sich idiosynkratisch einwickeln in die kongenialen Klänge des Gustavsenschen Quartetts.

2013 31 Dez

Hochlichter

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Das Jahr begann und endet mit literarischen Highlights. Unvergessen jene ruhigen, beschaulichen Tage des vergangenen Winters, die zwar als überdurchschnittlich dunkel in Erinnerung bleiben, aber durch das daily biking program aufgehellt wurden, und auch durch unterhaltsame Begleitlektüre – die wie Trüffel oder Pralinen portionsweise genossen, einige Wochen frischhielt wie kostbarer Vorrat: von Zeilen und Tagen ist die Rede, Peter Sloterdijks Tagebuchnotizen. Selbst ein passionierter Radfahrer, spricht er dort oft genug von diesem Sport: von Velomanen. Diese Manie lässt man sich gerne gefallen. Ein Beispiel: nach einer Bergtour auf Korsika wurde es auf der abendlichen Abfahrt etwas frisch und er notiert bedauernd und selbstvorwurfsvoll, bei solchen Gelegenheiten dürfe man doch die Jacke nicht vergessen. Der Leser wird Zeuge, wie er sich dann wochenlang mit einer hartnäckigen Erkältung herumschleppt, die ihn aber nicht davon abhält, diverse Vorträge zu halten und Auslandsreisen zu unternehmen, gemäß dem Motto, man müsse stets sein tägliches Pensum Selbstüberschreitung absolvieren.

Das Jahr endet nun mit einer literarischen Wiederbegegnung mit dem Schriftsteller Botho Strauss. Einst sah man sich selbst im Kreise eingeweihter, ausgeweiteter Einzelgänger und man fand Zeugenschaft in Büchern: Autoren wie Peter Handke, Walter Benjamin, eben Botho Strauss, Phillippe Jaccottet, Michel Serres, Octavio Paz … – für die der Weltzugang immer auch mit einer mystischen Absonderung einherging, verbunden mit dem Zugang zu Rückzugsorten und den Erlebnisresultaten und Evidenzerlebnissen von Wanderungen. In Botho Strauss´ aktuellem Buch jetzt, genannt Die Lichter des Toren – Der Idiot und seine Zeit nimmt der Autor die windowsmodulierte und quasi verapplete schöne neue Welt aufs Korn und bietet neben der erhebenden Bestätigung, ein von der Masse abgesonderter, halbgebildeter Idiot zu sein (im positiven Sinne, denn wussten wir doch: nur stotternd und stolpernd ist der Mensch er selbst) auch noch jede Menge Futter für die Frage, was sich denn verändert habe nach dem digitalen turn – dieser ganz besonderen Kehre. Man ist mittendrin beim Lesen und vergnügt sich: guten Rutsch!

 
 
 

 

2013 18 Dez

Klangblütenzeit

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In diesen Tagen hörte ich mit Begeisterung eine mir bislang unbekannte junge japanische Pianistin – sie gilt wohl längst als Weltstar und als Wunderkind zudem. Im Sternzeichen Widder stehend, ist ihr Klavierspiel virtuos, vielseitig und energiegeladen. Auf der Strasse, so geht die Sage, lief ihr einst Chick Corea über den Weg. Die beiden verabredeten sich sogleich zum gemeinsamen Konzert. Zwei Generationen trafen und ergänzten sich an zwei Flügeln. Dabei erinnerte sich ich mich auch wieder an dieses grandios groovende Konzert in Hannovers Kulturzentrum Faust: dort trat Gunter Hampel auf – mit einer Schar junger Musiker aus New York. Ein Rapper war dabei und Hampels Sohn am Schlagzeug. Es funktionierte prächtig: das erfahrene, abgeklärte Jazzspiel des Älteren an Vibrafon und Saxofon und dazu die vitale Energie der Jugend. In dem unten präsentierten Konzertmitschnitt ereignet sich Ähnliches: Hiromi Uehara spielt mit dem Gitarristen David Fiuczynski, der als Berklee-Dozent seine Mitspielerin Hiromi einst als Schülerin hatte. Die Zeiten haben sich geändert, so sagt er selbst, denn nun sei er der Schüler – und er warnt vor dem Ergebnis: “Strap on your seatbelts!”

 
Hiromi´s Sonicbloom – “Time Difference”

2013 6 Dez

Best of 2013

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  1. Giovanni Guidi Trio – City of Broken Dreams (ECM)
  2. John Abercrombie – 39 Steps (ECM)
  3. Marc Sinan – Hasretim (ECM)
  4. Zsófia Boros – En Otra Parte (ECM)
  5. Vicente Amigo – Tierra (Sony Music)
  6. Robben Ford – Bringing It Back (Mascot Records)
  7. Gilad Hekselmann – This Just In (Jazz Villa)
  8. Satoko Fujii – Time Stands Still (NotTwo)
  9. Tim Bernes Snakeoil – Shadow Man (ECM)
  10. Craig Taborn Trio - Chants (ECM)
  11. Chris Speed & Lama - Lamaçal (Clean Feed Records)
  12. Bill Callahan – Dream River (Drag City)
  13. José Luis Montón – Solo Guitarra (ECM)
  14. Rudresh Mahanthappa - Gamak (ACT)
  15. Massacre – Love Me Tender (Tzadik)
  16. Satoko Fujii New Trio – Spring Storm (Libra Records)
  17. Stefano Battaglia – Songways (ECM)
  18. Jenny Hval – Innocence Is Kinky (Rune Grammofon)
  19. Eleni Karaindrou – Concert in Athens (ECM)
  20. Steve Coleman – Functional Arrhythmias (Pi Recordings)

 
 
 

 

2013 11 Nov

Scobel trifft Billy the Kid

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“Diesen Snowdon finde ich gut”, sagt Susanne morgens in der Kaffeepause und Joachim verschweigt dabei eine Bildungslücke, die es alsbald zu schliessen gilt. Wozu Wikipedia, wenn nicht, um solch blinde Flecken nachzubessern?

Zum 5-Uhr-Tee dann: Joachim recherchiert die faszinierende real-life-story, in der Polit-Thriller und Medien-Philosophie Hand in Hand gehen. Wann wohl die Filmrechte vergeben werden für diesen Megaplot? Es begann auf Hawaii und Edward lebte dort ein traumhaftes Leben, doch er verfolgte seit langem schon einen ausgeklügelten Plan … Genialerweise fügt sich auch das abendliche TV-Programm nahtlos in die Recherche ein.

“Was gibts denn heute bei Scobel? Überwachte Welt – na, da fügt sich was!”

Sie diskutieren im Fernsehstudio über die negativen Folgen zunehmender Transparenz. 

“Und wo bleibt Han?” fragt sich der philosophisch informierte Joachim. Und tatsächlich, im Verlaufe des Gespräches wedelt der TV-Gastgeber verschmitzt mit einem gelben Büchlein in der Hand und bedauert, der Autor des Schriftstücks sei so ungern Studiogast, weil er nicht zum Gespenst der Medien werden wolle – doch es gab ein Treffen.

Und da sitzen sie dann in einer konspirativen Kneipe tief im Wilden Osten der Republik. Scobel meets Billy the Kid alias Byung-Chul Han, den koreanischen Schriftsteller subversiver Phänomenologie in Minibuchform. Als Scobel Han nach Snowden fragt, wird dieser etwas ungehalten: das kommentiere er nicht, denn er hätte das Problem, lange bevor der whistleblower kamin seiner Transparenzgesellschaft schon beschrieben.

Vom Einspieler zurück in der Studiorunde, wird sogleich bestätigt, dass der Philosoph das Thema treffend analysiere und geradezu systemisch betrachte, sich in einem Punkt aber irre: es sei nicht auf individueller, sondern nur auf politischer Ebene zu lösen – schärfere Gesetze zum Schutz der Privatsphäre seien nötig.

Scobel stellt dann noch ein zukünftiges Interview mit Billy the Kid in Aussicht – bis dahin aber studiert Joachim weiterhin andächtig dessen Ansichten vom digitalen Schwarm, und er wird in einer morgentlichen Kaffeerunde mit Susanne sicher davon schwärmen.

2013 28 Okt

Ein erster Kreis

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Es war eines jener denkwürdigen Pat Metheny Konzerte in den Achtziger Jahren: nach einigen gespielten Songs betrat ein Musiker die Bühne, der namentlich mit Pedro Aznar vorgestellt wurde. “Er kam erst kürzlich zu uns, kennt das Programm noch nicht, doch seine musikalische Präsenz ist so stark, dass es reicht, wenn er mit einer Rassel in der Hand einfach nur dasteht.”

Der Argentinier sang dann aber doch noch jene Unisono-Passagen: diese hymnischen Melodielinien, die für lange Zeit den typischen Sound der Gruppe prägen sollten (Jahre später übernahmen dann die Herren Ledford und Blamires den Gesangspart) und eine Wendung zu lateinamerikanischen Einflüssen einleiteten. Das grammy-prämierte Album First Circle markierte Abschluss und Neuanfang. Es war das letzte ECM-Album der Gruppe und entstand in einer Zeitepoche, als Neuveröffentlichungen des Jazzgitarren-Reformators (seine Thesen schrieb er als Noten zu Papier) noch mit Spannung erwartet wurden.

Yolanda, You Learn hiess ein geradezu übermütiger Song darauf. Paul Wertico war der Schlagzeuger, mit dem der Gruppenchef laut Zeugenberichten und Selbstbekenntnissen eine manische Arbeitsgemeinschaft bildete. Denn da hatten sich Zwei gefunden, die besessen waren, ihr Spiel zu perfektionieren. Lebemensch Dan Gottlieb, seines Zeichens Drummer der ersten Stunde, passte wohl nicht mehr in dieses Arbeitsethos – ebensowenig wie die Produzentenauffassung, ein Album sei in gerademal drei Tagen fertigzustellen.

Unsereins hört die Musik der Pat Metheny Group – in der aus früherer Zeit noch Keyborder Lyle Mays und Bassist Steve Rodby dabei sind – nur noch selten, doch wenn einem Lieder wie Yolanda oder So May It Secretly Begin via Youtube wiederbegegnen, spürt man den Dritten Wind vergangener Tage, lauscht mit beiden Ohren, nimmt die Sechssaitige und spielt unisono mit, was einst die Vokalisten Aznar, Ledford und Blamires dazu sangen.


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