Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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1975, eine Imbissbude irgendwo: Elendes Gejaule aus einem verstaubten Minilautsprecher, ich bestelle einen Hamburger und eine Cola. Ziemlich geistlose Leute hier, Bildzeitung überall, ein netter älterer Herr, ein flinker Kellner, man verschlingt Pommes und Curry-Würste, einer raucht HB, einer Roth-Händle, der alte Herr ähnelt Henry Miller, schon wieder werden Curry-Würste verteilt, dreckige Biergläser tauchen in schon lange nicht mehr ausgewechseltes Wasser, der Kellner klemmt sich ein Kaugummi zwischen die Zähne, nimmt die Gläser aus dem trüben Wasser, ein neuer Schlager ertönt, der Schmalz tropft aus dem Minilautsprecher, man mampft Pommes, manche fallen auf den Fußboden, werden festgetreten, einige, die an der Theke stehen, wiegen den Körper im Takt zu den `schwierigen´ Melodien, immerhin, die Cola ist schön kühl, hält mich wach. Tage, wie diese, häufen sich in letzter Zeit, ich will allein sein, lesen, Dylan Thomas, Handke oder Musik hören:

 
 
 

 
 
 

David Bowie: Space Oddity; Roxy Music: Love Is The Drug; Ralph McTell: Streets of London; Steve Harley & Cockney Rebel: Make Me Smile (Come Up And See Me); John Lennon: Imagine; vielleicht aber auch mal eine meiner neuen LPs auflegen, etwa die neue Platte von Led Zeppelin: Physical Graffity (grandios!!!) oder die von Bob Dylan: Blood On The Tracks …

 

„Und einst, da sie an einem warmen aber trüben Morgen vors Tor hinausgingen, sagte Iffland, dies wäre gutes Wetter, davonzugehen – und das Wetter schien auch so reisemäßig, der Himmel so dicht auf der Erde liegend, die Gegenstände umher so dunkel, gleichsam als sollte die Aufmerksamkeit nur auf die Straße, die man wandern wollte, hingeheftet werden.“ (Karl Philipp Moritz: Anton Reiser, zitiert nach Handke, Peter: Der kurze Brief zum langen Abschied)

 
 
 


 

Eigentlich wollte ich endlich einmal wieder den Plattenschrank öffnen, aber jetzt kamen die Literaturlisten der Kollegen dazwischen – hätte nicht viel gefehlt und ich hätte mich beteiligt, ein anderes Mal vielleicht. Aber eine Anmerkung nun doch: In diesen Listen fehlt nämlich ein großer, ein wichtiger Name: Peter Rühmkorf. Nun möchte ich mich jetzt nicht über das Werk von Rühmkorf auslassen, sondern lediglich auf ein Buch aufmerksam machen, das im Frühjahr dieses Jahres im Wallstein-Verlag erschienen ist: Marcel Reich-Ranicki / Peter Rühmkorf: Der Briefwechsel.

 
 
 


 
 
 

Dass Rühmkorf mit Reich-Ranicki einiges zu tun hatte, war mir schon bekannt, nur, ich habe es eben erfolgreich verdrängt, konnte ich doch mit dem Großkritiker nie wirklich viel anfangen (vorsichtig ausgedrückt). Neugierig geworden, erwarb ich das Buch in der wunderbaren Autorenbuchhandlung in München. Inzwischen habe ich den Band gelesen und bin begeistert. Rühmkorf schreibt nicht nur wunderbare Gedichte, Märchen und Tagebücher, sondern vor allem betreibt er eine Briefkultur auf allerhöchstem Niveau. Mit den fast 300 Briefen, die zwischen 1972 und 2006 entstanden sind und sich in diesem Buchen finden – übrigens, hervorragend ediert – kann der Leser nicht nur das Verhältnis zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, verstehen lernen, nein, er kann sich mittreiben lassen auf den Wogen der Literatur- und Zeitgeschichte dieser Jahre. Der Grundaufbau des Briefwechsels folgt fast einem festem Ritual: Reich-Ranicki, Förderer des von ihm anerkannten, ja, bewunderten Dichters, bietet Rühmkorf eine Besprechung, eine Kritik, eine Rezension eines Werkes für die FAZ an oder bittet um die Mitarbeit an der „Frankfurter Anthologie“. Rühmkorf nimmt das Angebot an oder bittet um die Möglichkeit der Besprechung eines anderen Buches, das dem Meister dann aber vielleicht nicht ins FAZ-Konzept passt usw. Oft passiert dann folgendes: Rühmkorf kann nicht pünktlich liefern, Reich-Ranicki kocht, Rühmkorf, immer ruhig, stets gelassen, liefert, aber vielleicht einen zu langen Text. Reich-Ranicki außer sich, schreibt zurück, die Bedingungen seien doch besprochen etc. –

Natürlich fiebert der Leser dem Moment entgegen, dem entscheidendem Sommer 1995, als Reich-Ranicki Ein Weites Feld von Günter Grass, sowohl im SPIEGEL, als auch im Literarischem Quartett verriss. Immerhin existierte eine enge Freundschaft zwischen Grass und Rühmkorf. Und tatsächlich, Rühmkorf kündigt mit dem Brief vom 27.08.1095 die Freundschaft auf, ja, noch mehr, er sagt auch jede weitere Mitarbeit ab und das mit den Worten Bartlebys (siehe die Erzählung von Herman Melville): „Ich möchte lieber nicht!“ Wie es dann weitergeht, möchte ich hier jetzt nicht schreiben, habe ich doch schon mehr als genug verraten.

Größte Freude bereitet dem Leser natürlich auch die Sprache des Dichters, seine Wortschöpfungen, sein Satzbau, sein Rhythmus….Keine Kostprobe hier, selber lesen!

Auch ich bin im Besitz einiger Briefe des Meisters aus Övelgönne, der Grund, ich wollte ihn für eine Tagung gewinnen und, vor allem: die beiden TABU-Bücher haben mich seinerzeit zu einigen Begleitmusiken animiert. Und so habe ich die mit meinen musikalischen Einfällen bespielten Kassetten Peter Rühmkorf gesandt und zurück kam beispielsweise folgender Brief:

 
 
 

 

 

 

 

 

(siehe auch: Peter Rühmkorf: Von mir – zu euch – zu uns, Göttingen 1999)

Bernie Krause: DAS GROSSE ORCHESTER DER TIERE
 

Berbie Krause, ein musikalisches Wunderkind, er spielte schon mit dreizehn in einem symphonischem Orchester, entdeckte dann bald aber die Gitarre und die Popmusik für sich, hatte die Möglichkeit bereits als sehr junger Mann an Aufnahmen für das Motown-Label in Detroit mitzuwirken, ging dann aber nach einem kurzen Ausflug als Mitmusiker bei The Weavers wieder zurück an die Uni und studierte Musik bei Karlheinz Stockhausen und Pauline Oliveros. Seine Freundschaft mit Paul Beaver bewegte ihn dazu, elektronische Klänge, namentlich Synthesizer-Klänge in die Musik einzubringen, ja, diese sogar mit Naturgeräuschen zu mischen. Krause arbeitete auf diese Weise mit den Doors, George Harrison, Bob Dylan, den Byrds, Stevie Wonder und anderen zusammen. Einen Namen machte sich Krause auch durch die Produktion von Filmmusik (Rosmary´s Baby, Love Story u.v.m.).

 
 
 

 
 
 

Als sein Freund Paul Beaver starb, sollte sich in Bernie Krauses Lebens noch einmal alles ändern. Nach einer Promotion über Bioakustik, entwickelte er sich zum Forscher in Sachen Biophonie. Fortan nimmt Krause wie besessen Naturgeräusche auf: von der Geräuschen der Buckelwale bis zu den Trauerklagen eines Bibers, der den Tod seiner Partnerin beweint. „Tiere heulen, meckern, knurren, zirpen, gurren, trillern. Sie zwitschern, gackern, klacken, stöhnen, jaulen, brüllen, piepsen, seufzen, pfeifen, mähen, quaken, glucksen, krächzen, hecheln, bellen, schnurren, krähen, summen, kreischen, schreien, zischen, kratzen, rülpsen, schnattern, singen Melodien, stampfen mit den Füßen, hüpfen durch die Luft und schlagen mit den Flügeln…Das einzige Geräusch, das noch lauter ist als ihr gemeinsamer Chor, ist das Heulen des Windes bei einem großen Unwetter … Das Plätschern des Wassers – der nahe gelegene Bach – ist hier die einzige konstante nicht-bioloische Erkennungsmeldodie.“ (S.12) Auf seinen Weltreisen nahm Krause über 15000 Arten und 4000 Stunden `soundscapes´ verschiedener Habitate auf.

Krause unterscheidet zwischen Geophonie (natürliche Klänge aus nicht biologischen Elementen, wie Wind, Wasser, Regen etc.), Biophonie (Klänge aus der Tier- und Pflanzenwelt) und Anthropophonie (von Menschen produzierte Klänge – Musik, Lärm, Sprache etc). Der Biophonie – schließlich lautet der Titel des Buches Das große Orchester der Tiere – widmet der Autor den größten Teil seines Buches. Über seine Hörerfahrung auf dem Gebiet der Biophonie schreibt der Autor: „… ein hochgradig orchestriertes Arrangement der Laute von Insekten, Tüpfelhyänen, Uhus, afrikanischen Waldkäuzen, Elefanten, Baumschliefern, in der Ferne brüllenden Löwen und mehreren Laubfrosch- und Krötengruppen. Jede einzelne Stimme schien mir in ihrer akustischen Bandbreite ihren Platz zu haben – so sorgfältig ausgewählt, dass ich mich an Mozarts bis zur Vollendung durchgestaltete Sinfonie Nr.41 in C-Dur, KV 551, erinnert fühlte.“

Dankenswerter Weise hat der Antje Kunstmann-Verlag den Lesern des Buches die Möglichkeit eröffnet, an bestimmten gekennzeichneten Stellen des Buches, eine Internetseite aufzurufen und sich die beschriebenen Klänge anzuhören (www.kunstmann.de/orchester).

Natürlich erinnerte ich mich beim Lesen des Buches an den Musiker und Komponisten, der für mich die schönste und bewegendste Musik geschrieben hat: Olivier Messiaen. Er hat seine Musik den Vögeln abgeschaut bzw. „abgehört“.

Drei wunderbare kleine große Bücher möchte ich gerne weiterempfehlen. Zunächst von Erri de Luca Das Gewicht des Schmetterlings (Deutsch von Helmut Moysich). Erri de Luca, geboren 1950 in Neapel, politisch aktiv, arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen, Kraftfahrer, Lagerist, Werksarbeiter bei Fiat, veröffentlicht 1989 seine erste Erzählung über seine Kindheit in Neapel. Inzwischen umfasst sein Werkverzeichnis zahllose Erzählungen, Romane, Lyrik, Sachbücher zur Bibel und sogar eine Bibelübersetzung. In letzter Zeit engagiert sich der Autor auch bei musikalischen Projekten. Die Erzählung Das Gewicht des Schmetterlings erschien 2013 kongenial übersetzt von Helmut Moysich (Professor für Deutsche Literatur in Cagliari/Sardinien) in Deutschland. Erzählt wird die Geschichte eines einsamen Jägers, der am Ende seines Lebens, nachdem er im Laufe der Jahre in den italienischen Alpen hunderte Gemsen erlegt hat, nun mit dem König der Gemsen, dem Unbesiegbaren, kämpfen will. – Der Leser wird von diesem Büchlein gepackt, entführt in die Einsamkeit der Bergwelt und mithineingenommen in diesen letzten Kampf des alten Jägers. Ein kleines Meisterwerk!
 
 
 

 
 
 
Ein vollkommen ungewöhnliches Buch jetzt: Per Olav Enquists Das Buch der Gleichnisse, und unterhalb des Titels heißt es: „Ein Liebesroman“. Ob es ein Liebesroman ist, darüber könnte man trefflich streiten – aber nicht mit mir, ich finde diese Frage und auch die Anmerkung, ob es in diesem Buch überhaupt um Gleichnisse gehe, wirklich unwichtig. Ein Erzähler findet einen verloren geglaubtes Büchlein mit Liebesgedichten, die sein Vater einst geschrieben hatte. Diese Gedichte motivieren den Erzähler dazu, sich der Frage nach der Liebe zu stellen. Der Erzähler, aufgewachsen in einer streng konservativen Freikirche, musste erst einmal lernen, mit der anerzogenen puritanischen Sexualmoral umzugehen. Hilfreich war dem fünfzehnjährigem Jungen bei diesem Unterfangen eine einundfünfzigjährige Frau… Mehr wird nicht verraten. Es geht um etwas in diesem Buch, um Liebe und Tod, um die Befreiung aus einem vollkommen verquastem Christentum: „Die Vernunft hatte ihm gesagt, dass er bisher in einer Sekte gelebt habe, doch jetzt wolle er nein sagen. Und daraufhin war er ausgestoßen worden, nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch von der Familie. Von Frau, Eltern und Kindern. Und hatte ausziehen müssen, praktisch auf ungesatteltem Pferd. … Sein ganzes Leben lag in Trümmern, aber er hatte Frieden mit seinem Gewissen geschlossen.“ Der Autor, Jahrgang 1934, gilt als einer der bedeutensten Autoren Schwedens. Dieses Buch, erschienen schon 2013, ist eine Kostbarkeit.
 
 
 

 
 
 
Das dritte kleine Büchlein möchte ich nur kurz erwähnen: Gräser der Nacht von Patrick Modiano. Auch mit seinem jüngsten Buch, erschienen 2014, begeistert mich der Autor der leisen Töne wieder ungemein. Und natürlich ist wieder jemand verschwunden, eine Frau, Jean Dannie, in die sich der Erzähler einst verliebt hatte … „Du hast eine kurze Zeit deines Lebens – einfach so in den Tag hinein, ohne dir Fragen zu stellen – unter seltsamen Umständen gelebt, umgeben von seltsamen Menschen. Und erst viel später kannst du endlich verstehen, was du erlebt hast und wer diese Menschen aus deiner Umgebeung eigentlich waren, vorausgesetzt, man gibt dir endlich die Möglichkeit, eine verschlüsselte Sprache zu entwirren …“

2015 27 Jun

Downtown Music Gallery

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Gestern erreichte mich dieser ungewöhnliche Newsletter:
 
The rich get richer and the poor get worse
Ain’t nothing left but dust in my purse
We all have families so how we gonna feed’em?
Where’s Robin Hood when we really need him?
Summer is here and the heat is a drag
I wish I had some answers so I could brag

Music is the only thing that keeps me sane
So listen closely before it all goes down the drain.
Time to check out some New Music from Our Favorite Folks:

John Zorn/Dreamers‘ Pellucidar! Dave Douglas! High Risk! Ingrid Laubrock
Anti-House III! Thollem/Nels Cline/Wimberley! Blind Idiot God Returns!
Anthony Coleman! Schlippenbach/Hubweber/Schubert/Thomas/Kellers!

Karl Berger & Kirk Knuffke! Sara Serpa & Ran Blake! John Hollenbeck &
Frankfurt Big Band! Frank Lacy & Mingus Big Band! Sean Sonderegger’s
Magically Inclined! Motian Sickness! Joan Wildman & Joe Fonda!

Ken Aldcroft & Scott Thomson! Helio Parallax! Karin Krog Anthology! Peter
Tosh! Waylon Jennings! Lou Reed! Lemon Pipers! And even more …!

Zunächst einmal öffne ich meinen Bücherschrank. Darin findet der gut aufgelegte Leser schnell die Abteilung Flann O´Brien, schnell übrigens deshalb, weil diese Abteilung ein halbes Regalbrett einnimmt. Da findet er unter anderem Aus Dalkeys Archiven, Der dritte Polizist, Irischer Lebenslauf, Durst und andere dringende Dinge, In Schwimmen Zwei-Vögel, Trost und Rat und Das harte Leben.

Allen Büchern gemeinsam ist die Tatsache, dass sie von Harry Rowohlt übersetzt wurden. Eine Ausnahme, man mag es kaum glauben, aber so ist es nun mal: das Büchlein Das harte Leben wurde nicht von Rowohlt, sondern von Annemarie und Heinrich Böll übersetzt. Gestern hörten wir, dass Harry Rowohlt mit gerade einmal 70 Jahren in Hamburg am 15.06. verstorben ist.

Ich habe von Harry Rowohlt übersetzte Bücher geliebt und nun mal eben den Autor herausgesucht, über den ich Rowohlt kennen gelernt habe. Besonders köstlich ist ihm die Übersetzung von In Schwimmen Zwei-Vögel und Trost und Rat gelungen. In letzterem Büchlein findet sich das Kapitel über die Buchhandhabung. O´Brien schildert hier eine geniale Geschäftsidee, über die sich jene Leute freuen dürften, die zwar nie lesen, aber dennoch vor ihren Mitmenschen als belesen und gebildet eingestuft werden wollen.

Zunächst muss man sich freilich die richtigen Titel für seine Bibliothek zusammenstellen, die Titelliste sollte natürlich in dem Buch Ulysses von James Joyce gipfeln, nebst ausgewählter Sekundärliteratur (übrigens, so spricht das einfache irische Volk über Flann O´Brien: „So hätte Joyce geschrieben, wenn er nicht so bescheuert gewesen wäre.“) Nun, die Bücherwand steht, vielleicht auch mit Hilfe der besten von Marcel Reich-Ranicki ausgewählten Romanen.

Ungelesene Bücher machen aber nun nicht viel her, deshalb kommt nun der Buchhandhaber ins Spiel, er bietet fünf verschiedene Stufen der Handhabung an, von ziemlich preiswert bis sündteuer. Stufe 1: Unser Schwachkopf von einem Kunden möchte, dass seine Bekannten ihn nach einem flüchtigem Blick ins Haus für einen Intellektuellen halten. Dazu reicht es, wenn jeder Band mit vier Eselsohren versehen wird, einem Straßenbahnfahrschein oder sagen wir einem Gepäckschein-Abschnitt. Stufe 2: Neben den Eselsohren und den genannten Papieren, werden in 25 Bänden geeignete Passagen mit Rotstift unterstrichen, außerdem bekommen sie als vergessenes Lesezeichen je eine Flugschrift über Victor Hugo in französischer Sprache.

Mit Handhabung De Luxe erreichen wir die dritte Stufe: „Jeder Band wird übel zugerichtet, die Buchrücken der kleineren Bände werden in einer Weise beschädigt, die den Eindruck entstehen lässt, sie seien in Brust- oder Hosentaschen herumgetragen worden; eine Passage in jedem Band wird mit Rotstift unterstrichen plus Ausrufungs- oder Fragezeichen am Seitenrand; ein altes Programm vom Gate Theatre wird jedem Band als vergessenes Lesezeichen beigelegt.“

Die vierte Stufe nennt man Traitement Superbe. Hier wird die Handhabung nur von ausgewiesenen Handhabungsmeistern vorgenommen. Neben allem bereits genannten werden in 50% der Bücher Randbemerkungen eingefügt, etwa: „Quatsch! / Ja, allerdings! / Sehr wahr, sehr wahr! / Da bin ich aber ganz anderer Meinung. / Warum? / Ja, aber vgl. Homer, Od.III, 151 / Na, na, na! / Schon, aber Boussuet hat in seinem Discours sur l´histoire universelle den gleichen Nachweis geführt und viel gehaltvollere Erklärungen abgegeben. / Unsinn, Unsinn! / Gut gegeben! / Aber warum, um Himmel willen? / Ebendies hat mir vor Jahren der arme Joyce gesagt.“

Kann man sich noch eine Steigerung vorstellen? Nein?

Doch, die Stufe 5. Neben allem vorangegangen genannten kommt gegen einen kleinen Aufpreis folgendes hinzu: Nicht weniger als sechs Bände werden mit gefälschten Zuneigungs- und Dankbarkeitsbezeugungen vom Autor des betreffenden Werkes versehen, z.B.: „Für meinen alten Freund und Zunftkollegen A.B. In liebevoller Erinnerung von George Moore …“ oder „Lieber A.B., deine unschätzbaren Vorschläge und dein Beistand – die Freundlichkeit gar nicht zu erwähnen, die du an den Tag legtest, als du das gesamte 3. Kapitel umgeschrieben hast – als das berechtigt dich wie keinen Anderen zu diesem ersten Exemplar von Tess. Dein alter Freund T.Hardy.“

So, ich werde jetzt Harry Rowohlts gedenken, indem ich in seinen von ihm genial übersetzten Flann O´Brien-Büchern blättere, natürlich nicht, ohne mir zuvor einen großen Schluck Laphroaig, einen zehn Jahre alten Islay Single Malt Scotch Wisky, eingossenen und die wunderbare neue CD aufgelegt zu haben, die zu meinem Gedenken gut passt: Charlie Haden & Gonzalo Rubalcaba: Tokyo Adagio, ein Mitschnitt eines Duo-Konzertes aus dem Jahre 2005.

Gestern war um 18:20 Uhr im SWR das Hörspiel Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge nach dem gleichnamigen Roman von Rainer Maria Rilke zu hören. Dass die Musik von Thomas Weber – Kammerflimmer-Kollektiv – komponiert wurde, wäre doch ein Grund mehr dafür, es sich einmal anzuhören (noch bis Samstag auf der SWR-Hörspiel-Mediathek).

Der SWR schreibt dazu:

Rilkes „Brigge“, bereits 1910 erschienen, gilt heute neben Prousts Recherche und Joyces Ulysses als Wegbereiter des modernen Romans. Sein Thema: die Entwurzelung des Subjekts und seine Rettungsversuche nicht zuletzt durch die Kunst in einer aus den Fugen geratenen Zeit. Die Erfahrung der Pariser Großstadt um die Jahrhundertwende dient dabei als Spiegel für eine Ästhetik des Hässlichen, der Krankheit und des Todes. Es gibt hier keine Handlung noch einen klassischen Erzähler: In der Form eines Tagebuches reiht sich assoziativ verknüpft eine Folge von Prosadichtungen, die zwischen Erinnerung, Beschreibung, Erzählung und Reflexion stehen. Aus ihnen schält sich schattenhaft die Figur eines 28-jährigen Dänen. Als letzter Spross eines alten Adelsgeschlechts versucht er, heimat- wie besitzlos, in Paris seine Existenz als Dichter zu begründen. Die Hörspielfassung arbeitet bewusst mit einem hohen Kürzungsfaktor. Im Zentrum stehen die Stadterfahrung und das sich in Sprache und Form auflösende Ich als Signatur moderner Erfahrung.

Wenn nicht der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt, sondern der Mazda K 360

 

Schon vor dem Öffnen der Kneipentüre erkannte ich die Musik, die im Inneres des Lokals lief: eine selten gehörte Nummer der Gruppe Free, „Mr Big“, Live at Fairfield House in Croydon 1970. Ja, dachte ich, hier bei Henry in der Hafenkneipe würde sich die Wurlitzer wohlfühlen. Free hatte ja schon richtig gute Musik gemacht, damals, man musste eben mal über „All Right Now“ hinaussehen.

1970, das erinnert mich an einen sechswöchigen Aufenthalt in Edinburgh. Ich weiß nicht, wie oft ich am Abend Richtung White Elephant gelaufen bin, einem Musikclub in der Innenstadt. Diese Disco wurde tatsächlich als Club geführt, man musste Mitglied werden, um Eintritt gewährt zu bekommen. Gegen 23:00Uhr gab es eine Kleinigkeit zu essen, der ganze Aufwand nur deshalb, um die Polizeistunde nach hinten verschieben zu können. Eine Gruppe spielte dort öfter, leider habe ich mir den Namen der Truppe nicht gemerkt, aber ich weiß noch, sie spielte Musik der Gruppe Free nicht unähnlich. Was war das für ein schöner Sommer in Edinburgh: der Arthur´s Seat, die Forth Bridge, die Ausflüge in das Hochland …

 
 
 

 
 
 

Schluss mit der Nostalgie, zurück in die jüngste Vergangenheit, nach Hörnum/Sylt, die Fahrt mit diesem Mazda K 360 und seinen 16 PS und meine Wurlitzer 2150 auf der winzigen Ladeflüche festgezurrt, eine schwere, schwarze Plane schwungvoll darüber geworfen und festgezogen, um die Box möglichst ohne Wasserschaden zu ihrem Zielort zu befördern. Aber die Wolken hatten sich zurückgehalten, auch die Fahrt im Autoreisezug von Niebüll bis Westerland war bestens verlaufen, freilich, etwas nervig nur, die vielen neugierigen Fragen nach Auto und Ladung. In Westerland angekommen ging es dann – mit Rückenwind bin ich doch tatsächlich 65 km/h gefahren – Richtung Hörnum.

Ich erinnerte mich an meinen ersten Besuch auf Sylt … die Strandwanderung mit Martina, Treffen mit Lajla, die Insel-Besichtungstour mit Wolfram: Wir fuhren zunächst nach Norden, nach List, bzw. Gosch, überall Gosch, kein Ort für eine Jukebox und dann zurück mit seinem flotten Audi A3 nach Hörnum. Es war doch das Wochenende, an dem 96 gegen Augsburg, auch noch in Augsburg gespielt hatte, Michael, Wolfram und ich hatten uns das Spiel in einer Hotelbar angeschaut. Ich hatte schon in Aussicht gestellt, dass ich, sollte Hannover verlieren, wohl einen Abend in den Dünen verbringen würde, begleitet lediglich von einer Flasche kühlen Weißweins. Und dann doch gewonnen. Fahrt mit Michaels Leihwagen zum Abendessen, begleitet von Musik aus der neuen „Gary Peacock“: Now This. Tolle Platte!

 
 
 

 
 
 

Zurück nach Hörnum, in Henrys Kneipe am Rande des Hafens, direkt an der Nordsee gelegen. Die Box war entladen, ein geeigneter Stellplatz gefunden, die Aufhängungen entsichert, die Jukebox justiert, da erzählte mir Henry, dass er gerade Michael Chabon Buch „Telegraph Avenue“ (Köln 2014) lesen würde. Da außer drei Paaren, die mit sich selbst genug zu tun hatten, niemand im Raum anwesend war, wollte er mir seine beiden Lieblingspassagen aus dem Buch vorlesen. Also, es ginge in dem Buch um einen kleinen Jazz-Plattenladen, – Brokeland Records – der zwar gut sortiert und exklusiv bestückt am Rande der Pleite überlebe. Die beiden Besitzer, Net Jaffe und Archy Stallings würden nun durch die drohende Eröffnung eines Megastores in ihrer Existenz bedroht. Ähnlich, so Henry, ginge es ihm mit seinem Lokal auf Sylt schließlich auch. Er fühle sich doch auch in seiner Existenz bedroht durch Hotelketten und Luxusrestaurants und er hoffe, dass durch seine Idee mit der Wurlitzer und der konsequenten 70er-Jahre-Bestückung mehr Gäste in seine Kneipe gelockt würden.

Einmal, so Henry, war Archy am Ende, war nahe dran, den Laden aufzugeben und sich womöglich als Geschäftsführer der Plattenabteilung im neuen Megastore anheuern zu lassen: „… aus der dem Untergang geweihten Höhle von Brokeland Records zu kriechen, den düsteren Zukunftsaussichten auf endlose Mülldurchsuchungen und Flohmärkte zu entkommen, wo jeder Tag wie eine Platte auf den nächsten sank, am Ende des Tages die Kasse mit ihrem flachbrüstigen Bon, mit einer Kiste voll zerkratzter, schimmliger Schätze nach Hause zu kommen, nur damit die eigene Frau mit Lehrerstimme einen anhand von Zitaten aus einem Selbsthilfebuch über den moralischen Imperativ belehrte, alles aus dem eigenen Leben zu tilgen, was nicht wesentlich war …“. Und dann kommt der Investor, der Chef zahlloser Megastores doch tatsächlich in den Laden: „Er wusste, dass Nat und er sich finanziell in einem immer engeren Kreis drehten. Und da kam dieser Typ daher, der sich selbst in Zeiten, da die Plattenketten dichtmachten und ungezählte Gratis-Downloads in die Hosentasche passten, der es sich selbst jetzt leisten konnte, einen hammermäßigen Plattenladen zu eröffnen, fünfmal so groß wie Brokeland und zehnmal so umfangreich, der es sich des Ruhms und der Tugend zuliebe leisten konnte, Archy für alle Zeiten pleitegehen zu lassen, unerschöpflich finanziert durch sein Medienimperium, sein lizenziertes Abbild, sein alchemistisches Händchen mit Getto-Immobilien. Wehte an einem Samstagnachmittag bei Brokeland herein, ein König in Zivil, um seinen Stiefel in den Nacken der Eroberten zu setzen.“

Ich verstand Henrys Ängste, sortierte Platten in den Plattenkranz ein, Testphase, alles gut, alles lief bestens. Auch die Platten-Vorschläge von Jan, Uwe und Michael sind berücksichtigt worden. Gerade wollte ich den Besuch bei Henry mit einem Lagavulin abschließen, da rückte Henry noch mit zwei Plattenwünschen heraus: Midnight Theme (Fraternity 1975) und Redbonin´, eine Platte, die es im Juli 1972 bis auf Platz 32 der R&B-Charts geschafft hätte. Genaueres wusste Henry nicht, beide Plattentipps hätte er seinem Buch Telegraph Avenue entnommen. Na gut, beide Singles  besitze ich nicht, ich werde mal Downtown-Gallery kontakten.

 
 
 

 

 

Wenn nicht der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt, sondern der Mazda K 360

 
 
 

 
 
 

„… man darf gerne ergänzen“, schrieb ich vor gut zwei Wochen. Ja, und tatsächlich kam der eine oder andere Vorschlag für eine Erstbestückung der Wurlitzer 2150 aus dem Jahre 1957, die bestimmt ist für eine Kneipe auf der Insel Sylt. Jan Reetze zum Beispiel – und das freut mich besonders – nimmt die Aktion so ernst, wie ich es mir nur wünschen kann und macht darauf aufmerksam, dass es Hallogallo nie als Single gab. Er hat natürlich Recht, die Platte hätte ja auch Überlänge und hätte höchstens auf einer EP Platz. Ach ja, die EP (steht für Extended Play), in meiner privaten Jukebox findet man davon einige, z.B. Sondereditionen von den Rolling Stones, Michel Polnareff, France Gall und natürlich von den Beatles, allerdings war das eine ganz reguläre EP, noch dazu eine Doppel-EP, nämlich die Magical Mystery Tour vom Dezember 1967. Aber zurück zu der Anmerkung von Jan. Ich habe zunächst peinlichst darauf geachtet, dass nur Singles genannt werden. Manchmal war das aber gar nicht möglich herauszufinden, ob ein Stück als Single auf den Markt kam oder nicht. Im Falle von Led Zeppelin hatte ich zunächst gedacht, die Gruppe hätte nur LPs veröffentlicht, aber nein, der Immigrant Song erschien tatsächlich auf Singleplatte, was ich allerdings von Whole lotta love nicht sagen kann. Eine Empfehlung von Jan Neu! mit dem Titel Neuschnee, das war eine Single. Ist in Ordnung, die Platte kommt in die Box, ebenso Theme One von Van der Graaf Generator. Rod Stewart hätte ich aber trotzdem gerne in der Box behalten, die beiden Stücke werden eben sehr gerne gedrückt. Die Idee mit dem Flipper werde ich dem Wirt natürlich vortragen.-

Uwe Meilchen wünscht Titel der Gruppe Magma. Aus den siebziger Jahren stammen die Alben 1001° Centigrades //Mechanik DestruktiwKommandöh 1973 // Ẁurdah Ïtah und Köhntarkösz beide 1974 // und 1976 Üdü Wüdü // Attahk einschien 1977. Welche Platte wird bevorzugt, erschien ein Werk auf Single? Ja, und Lajla wünscht sich speziell für Sylt Peter Hammill: „The plague of the lighthouse“. Okay, auch diese Platte wird in die Box gestellt, damit hätten wir dann eine zweite Platte von Van der Graaf Generator. Ja,….und wir haben immer noch Platz für ein paar Platten …

 
 
 

 
 
 

Während der Manafonisten-Tage auf Sylt habe ich mich natürlich auch gefragt, wo so eine Box ihren besten Standplatz haben könnte. Im Norden der Insel, bei GOSCH passt sie wohl kaum hin, auch Westerland wäre nicht so geeignet, aber vielleicht Hörnum, im Hafen. Auf einem Hafenrundgang am Abend habe ich zum Beispiel diese schöne Kneipe direkt am Meer gefunden. Eine Jukebox gab es dort noch nicht, dafür einen köstlichen Weißwein, den ich ganz allein in der Dämmerung dort trinken konnte. Sylt kann auch sehr schön sein.

 
 
 

 

Wenn der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt …

 

Wenn mich jetzt heute die Nachricht erreichen würde, dass ich auf Sylt mal mit meinen Boxen eine Chance bekommen würde … und mein Tempo würde streiken … Aber von vorne: da hätte nun irgendwo auf Sylt jemand die Möglichkeit, eine romantische Kneipe aufmachen zu können und der würde nun unbedingt eine meiner wunderschönen Wurlitzer-Jukeboxen mieten wollen, vielleicht eine Wurlitzer 2150 aus dem Jahr 1957, noch dazu sollte die Box mit hundert Single-Platten gefüllt werden und – wichtige Bedingung – es dürften ausschließlich 70er-Jahre-Platten in die Box … Bis zum Manafonisten-Treffen auf Sylt würde das natürlich gar nicht mehr laufen, aber man könnte ja mal angefangen zu sammeln (siehe unten, man darf gerne ergänzen).

Allerdings (siehe oben), der Tempo würde ja streiken, wie sollte ich jetzt die Box auf die Insel bringen? Das Glück wäre mir hold, jemand würde mir ein ganz tolles Auto leihen. Aber, was für eines?! Ich hätte von dem schönen Fahrzeug bisher nichts gewusst. Es wäre ein Mazda K 360, Baujahr 1960. Auch dieses Fahrzeug wäre, nein, ist ein dreirädriger Pritschenwagen, er hat 16 PS, 356cm³ und fährt immerhin 65km/h. Die Ladefläche ist sehr klein, sie würde gerade groß genug sein, um die Wurlitzer 2150 transportieren zu können. Die Platten und meine Werkzeugkiste würde ich wohl mit ins Fahrerhäuschen nehmen müssen. Kürzlich konnte ich auf einer Oldtimer-Messe ein paar Aufnahmen von dem wunderschönen Fahrzeug machen.

 
 
 

 
 
 
Das wären die ersten 80 Platten der 70er-Jahre-Erstbestückung:
 

The Clash: London Calling
Robert Wyatt: Sea Song
Robert Wyatt: Little Red Robin Hood Hit The Road
Stevie Wonder: I Wish
Stevie Wonder: Living for the City
Simon and Garfunkel: Mrs. Robinson
Simon and Garfunkel: Scarborough Fair
Lulu: The Man who sold the World
Van Morrison: Moondance
Van Morrison: He Ain´t Give You None
Gary Wright: Dream Weaver
10cc: Rubber Bullets
Lou Reed: Walk on the wild side
Steely Dan: Do it again
George McCrae: Rock me Baby
George Harrison: I live for you
Hawkwind: Silver Machine
Alice Cooper: Schools out
Steve Harley & Cockney Rebel – Make Me Smile (Come Up And See Me)
Eagles: Hotel California
 
 
 

 
 
 
Rod Stewart: Mandoline Wind
Rod Stewart: (I Know) I´m losing you
Commodores: Machine Gun
McGuinness Flint: When I´m dead and gone
Smokey Robinson and The Miracles: The Tears of a Clown
Kinks: Lola
Kinks: Strangers
Free: Alright Now
Steve Miller Band: Fly like an Eagle
Elton John: Saturday Nights Alright
Roxy Music: Amazona
Roxy Music: Editions of you
Beach Boys: Feel Flowers
Beach Boys: Add Some Music To Your Day
The Faces: Stay with me
Manfred Mann´s Earth Band: Mighty Quinn
Hues Corporation: Rock the Boat
Timmy Thomas: Why can´t we live together
Eric Clapton: Let it grow
Van Morrison : He ain´t Give You None
Stealers Wheel: Stuck In The Middle With You
Velvet Underground: Pale Blue Eyes
Velvet Underground: Sweet Jane
Crosby, Stills, Nash & Young: Carry On
Led Zeppelin: Immigrant Song
Led Zeppelin: Whole Lotta Love
Neil Young: Pocahontas
Neil Young: Heart Of Gold
Bob Dylan: Tangled Up In Blue
Bob Dylan: It´s All Over Now, Baby Blue
The Who: Let´s see action
The Who: We won´t get fooled again
The Allman Brothers Band: Jessica
Grand Funk Railroad: We`re An American Band
The Sparks: This Town ain´t big enough for both of us
The Sparks: Amateur Hour
David Bowie: Starman
David Bowie: Rebel Rebel
Pink Floyd: Money
Osibisa: Sunshine Day
 
 
 

 
 
 
Fleedwood Mac: Go Your Own Way
Fleedwood Mac: Don´t Stop
Shocking Blue: Venus
The Temptations: Papa Was An Rollin Stone
The Doobie Brothers: China Grove
The Doobie Brothers: Listen To The Music
Iggy Pop: The Passenger
Iggy Pop: Lust For Life
America: A Horse With No Name
Nick Drake: Pink Moon
Dash Crofts and Jim Seals: Summer Breeze
Edwin Starr: War
The Beatles: Accross The Universe
The Beatles: Let It Be
Santana: Black Magic Woman
Bill Withers: Lean On Me
NEU!: Hallogallo
John Cale: Fear Is The Man´s Best Friend
Rolling Stones: Hide Your Love
Rolling Stones: Wild Horses


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