Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Schöne Überraschung.

Längere Zeit schon hatte ich die npr-Musikseite nicht besucht, dann vor ein paar Tagen las ich folgende Zeilen:

 

„There’s an untouchable quality to the works of Elliott Smith, the singer-songwriter whose 2003 death haunts his already-haunting songs about pain, longing, love and survival. As with the similarly ill-fated Nick Drake, attempts to emulate or cover Smith’s music tend to capture the feathery beauty while missing the bruised quality that makes it burrow under the skin as deeply and indelibly as a tattoo. Elliott Smith’s work, particularly his best-known solo material, sits best as-is, unchanged and untouchable.

So there’s something deeply refreshing about Heaven Adores You, a companion soundtrack to the new Smith documentary of the same name.“

(npr.org, January 2016)

 
 
 

 
 
 

Morgen, am 5.2. erscheint sie, die neue CD von Elliott Smith: Heaven Adores You, die Musik zu dem gleichnamigen Film über Elliott Smith. Ich bin gespannt auf den Film, der Einblicke bieten soll in das Leben und Werk dieses Ausnahmemusikers. Zunächst müssen wir uns mit der Musik zufrieden geben und die verspricht schon einiges. Die CD beginnt mit einem frühen Stück des Meisters, 84 Sekunden: „Untitled Guitar Finger Picking“, gefolgt von „Untitled Melancholy Song“. Zu hören ist im weiteren Demomaterial, Ungeschliffenes, durchaus auch Raues, bekannte Lieder, Instrumentalstücke und einmal mehr eine Version „Say Yes“ aus dem Film Good Will Hunting, ebenso findet sich auf der Platte „Miss Misery“ aus eben diesem Film. Die CD schließt mit einem bisher unveröffentlichtem Stück „I Love My Room“.

Neben dieser neuen Platte sei hier noch an ein paar unvergessliche Lieder von Elliott Smith erinnert:

 

„Son Of Sam“

„Between The Bars“

„Looking Over My Shoulder“

„Angeles2

„Waltz 2“

„Angel In Snow“

„Somebody That I Used To Know“

„Pretty Mary K“

Nun sind es fast schon wieder 14 Tage her, dass uns die Nachricht vom Tode David Bowies erreichte. Neben der großartigen Blackstar-Platte hat mich das Video zu dem Stück Lazarus doch sehr fasziniert. Erstaunlich, ich konnte sogar mit meinen Schülern darüber sprechen. Doppelt erstaunt war ich: einmal, welche Wirkung dieses Video auf die jungen Leute hatte, wie sie mit dem Thema TOD umgehen, sich in jungen Jahren für diese Thematik interessieren und dann: David Bowie ist ihnen ein Begriff und: sie können mit ihm und seiner Musik etwas anfangen. Ich fasse es nicht. Sechs Jahre vor meinem Abitur erschien die erste Bowie-Platte, wir schreiben das Jahr 1967.
 
 
 

 
 
 
Meine erste Platte, die ich mir von ihm gekauft habe, Space Oddity, erschien 1969, ich war immer noch Schüler der Mittelstufe. Und nun 2016, am Ende meines Berufslebens, kann ich mit sechzehn, siebzehnjährigen SchülerInnen über Blackstar diskutieren. Das ist meiner Ansicht nach um so unglaublicher, weil Bowie ja nun nicht unbedingt immer die eingängigste Musik veröffentlicht hat. Ist er doch in jenen Songs besonders gut, in denen die Hörer wieder einmal von unerwarteten Harmonien überrascht werden. Und dennoch scheint Bowie über Generationen hinweg Musikinteressierte gleichermaßen anzusprechen.-
Ja, der Plattenschrank, er wurde geplündert in den letzten zwei Wochen, überall liegen David Bowie-Platten: Space Oddity, The Man who sold the world, The Rise an Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars, Young Americans, Low und Heroes und viele mehr.
 
 
 

 
 
 
Es gibt aber auch Grundanderes zu vermelden. Gestern brachte der Briefträger die 3CD-Box Tariverdiev. Am 29.12.2015 erschien hier auf manafonistas.de ein Hinweis auf diese Platten. Es hat ein bisschen gedauert, aber dann kam die Post mit der Box, und… sie ist so gut…., meine Schüler würden sagen: übelst gut! Danke für die Empfehlung! Und schon jetzt ist klar, diese Platten kommen auf die Jahreshitliste 2016!

2016 11 Jan

David Bowie ist gestorben

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Eigentlich fasse ich es noch immer nicht, kann es nicht glauben … Vorgestern hab ich mich noch mit dem neuen Titelsong seines jüngsten, gerade erst Freitag erschienenen neuen Albums Blackstar beschäftigt, und war überrascht, sogar ein wenig überwältigt, habe mich über den Artikel von Michael gefreut, wollte gerade noch einen Kommentar dazu schreiben und höre nun vor ein paar Minuten diese unglaubliche Nachricht. Das Jahr ist noch so jung und nun: nach Paul Bley David Bowie …

2016 7 Jan

Paul Bley ist mit 83 Jahren gestorben

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Gerade höre ich Eddy Louiss & Michel Petrucciani live at „Petit Journal Montparnasse“ und lese nichts Böses ahnend die SZ, da werde ich auf einen Artikel aufmerksam („Ein paar Töne bleiben zurück und schauen sich um“) und denke, nanu, was wird das sein, lese weiter und … „Vom unerhörten Reichtum musikalischer Möglichkeiten: Der kanadische Jazzpianist Paul Bley ist mit 83 Jahren gestorben.“ Ich bin schockiert. Schon lange habe ich nichts mehr von meinem Lieblingspianisten gehört oder gelesen. Vor gar nicht langer Zeit habe ich hier auf manafonistas.de sein musikalisches Werk, seine Schallplatten vorgestellt. Von niemandem besitze ich mehr Tonträger als von ihm, Paul Bley. Ich trauere um Paul Bley. Bereits am letzten Sonntag verstarb dieser Ausnahmepianist.

Uwe Meilchen schrieb am 2. Januar, dass er am ersten Tag des Jahres Tabula Rasa und Adam´s Lament von Arvo Pärt gehört habe, beide Werke habe er sich bei einer ECM Adventskalender-Aktion gekauft. Zweierlei fällt mir dazu ein: das war doch eine richtig schöne, ja liebevolle Aktion von ECM, zum einen war es ja wirklich spannend, was sich hinter der nächsten Tür verbergen würde (was für eine kindliche Freude!), zum anderen gab es an manchen Tagen noch eine tolle Überraschung auf die Bestellung oben drauf. So habe ich Arvo Pärts Passio und Tabula Rasa als MC bekommen. Da war die Freude natürlich groß, ein Grund mehr den alten, hochwertigen Kassettenrecorder von AKAI wieder anzuwerfen. Wo gibt es so etwas, da werden die Lager einer Firma geräumt und die Musikkassetten nicht um 50% verscherbelt, sondern verschenkt. Uwe hat mich nun allerdings außerdem auf die Idee gebracht auch meinerseits, von meiner ersten Platte, die ich im neuen Jahr aufgelegt habe, zu erzählen. Es mag verrückt klingen, andere reden über letzte Musikstücke, die ein Mensch in seinem Leben hört, nun meine ich, über erste Musikstücke im neuen Jahr schreiben zu müssen. Okay, das alte Jahr verging mit dem Lauschen der letzten Minuten des Deutschlandfunks auf der Mittelwelle. Als angemessene Hörquelle habe ich mir meine Musiktruhe Nordmende Arabella Stereo aus dem Jahre 1958 ausgewählt. Und tatsächlich, die Mittelwelle wurde abgeschaltet. Das neue Jahr sollte nun mit einer ganz besonderen Platte eingeläutet werden, der einzigen Langspielplatte, die ich mit voller Absicht zweimal besitze: Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band.

 
 
 

 
 
 

Ich besitze das Original aus dem Jahr 1967, das mir so wertvoll ist, das ich es nur äußerst selten auflege, normalerweise höre ich eine spätere Wiederveröffentlichung. Nächstes Jahr wird sicherlich auf allen Kanälen über diese Platte vieles zu hören und zu lesen sein, denn dann wird die Scheibe 50 Jahre alt. Am 26. Mai 1967 wurde die Platte veröffentlicht. Mir ist noch gut in Erinnerung, dass diese LP ganz oben auf meiner Wunschliste stand – aber 21,00 DM, das war für einen Schüler ein großer Batzen Geld. Entgegen kam mir, dass ich in jenem Jahr von einem Schulfreund in den Sommerferien auf dessen Bauernhof eingeladen worden bin, dort mithelfen konnte und mich am Ende meiner Zeit dort über 20,00 DM als Dankeschön freuen konnte. Die Kohle war kaum in meiner Hand, da war es auch schon ausgegeben, eben für Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles. Der erste in der Klasse zu sein, der diese Platte sein eigen nennen durfte, war ein schöner Nebeneffekt. Die Musik hat mich umgehauen und noch heute gehört diese Platte zu meinen 20 Lieblingsplatten. Ein angemessenes Einläuten des neuen Jahres 2016, finde ich.

 
 
 

 
 
 

Übrigens gibt es ein schönes Büchlein aus dem Wagenbach-Verlag über diese Beatles-Platte: Walter Grasskamp – Das Cover von Sgt. Pepper. Eine Momentaufnahme der Popkultur.

 

Heute, um 00:00 Uhr wird ein Stück Rundfunkgeschichte beendet werden. Startete 1923 mit der Inbetriebnahme des ersten Mittelwellensenders auf 750-kHz in Berlin die Geschichte unseres geliebten Radios, wird zumindest auf Mittelwelle mit deutschen Sendern jetzt Schluss sein. Der DLF wird heute Nacht alle seine Mittelwellensender abschalten.
 
 
 


 
 
 

Wir erinnern uns: Die Mittelwelle war neben der Kurzwelle in den 60er Jahren unsere musikalische Rettung. Mit zwei Aufnahmen von meinem Grundig Kofferradio „Ocean Boy“ verabschiede ich mich in knapp sechs Stunden von dieser Zeit.

 

Allen ein gutes neues Jahr 2016 wünscht Gregor.
 
 
 


 

 
Wenn der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt …
 
 
Das war nicht ganz einfach, jetzt, um diese Zeit, die Kneipiers zu erreichen, bei denen meine Boxen stehen. Viele haben im November und fast den ganzen Dezember hindurch geschlossen, andere den ganzen Winter über. Da fällt mir ein, jedes Jahr dasselbe, das Frühjahr bricht an, die Tore der Kneipen öffnen sich, frische Luft vertreibt den Wintermief, die Jukebox wird angeworfen und … tut sich nichts, die gewählte Platte wird zwar angesteuert, die Nadel setzt sich in die Eingangsrille und dann: nichts. Der Plattenteller dreht sich nicht; mindestens eine Hey-Jude-Länge passiert nichts. Dann, wenn der Wirt mich bis dahin nicht schon erbost angerufen hat, beginnt der Plattenteller zu ruckeln, zu zuckeln, die Platte eiert fürchterlich, weitere 30 bis 40 Minuten später kann man dann – vielleicht – die gewählte Platte in Originalgeschwindigkeit hören. Der Kenner weiß Bescheid, die Schmierung der beweglichen Teile der Box verharzt bei längerem Nichtgebrauch der Musikbox und dann kommt es zu dem eben geschildertem Effekt.
 
Zurück zum eigentlichen Thema: ich wollte die Kneipiers erreichen, um von ihnen zu erfahren, welche Platte denn am häufigsten gedrückt worden ist. Interessiert haben mich allerdings nur die 2015 erschienenen Musikstücke. Das macht die Sache natürlich kompliziert, weil in meinen alten Boxen ein mechanisches Zählsystem die zehn häufigst gewünschten Titel zwar anzeigt, aber natürlich nicht zwischen „Yesterday Man“ von Chris Andrews aus dem Jahre 1965 und Robert Forsters „Let Me Imagine You“ aus dem Jahre 2015 unterscheidet. In manchen Kneipen sind fast nur Oldies unter den ersten zehn am häufigsten gedrückten Platten und, wie erfahren wir dann, wie oft neuere Platten gedrückt wurden? Eben, schwierig. Jetzt wissen natürlich meine Jukebox-Pächter von meiner Vorliebe für Hitparaden und haben eine So-In-Etwa-Hitliste erstellt. Prima, das ist ja nun auch aussagekräftig. Und hier sind sie die Top 12 der Jukebox-Kneipen 2015 (wie gesagt, Oldies bleiben außen vor – gerne ein anderes Mal):
 
 
Ganz klar auf Platz
 
1. Sufian Stevens: The only thing, gefolgt von
2. Rickie Lee Jones: I´ai Connais Pas
3. Josh Ritter: Homecoming
 
 
 

 
 
 
4. Wilco: Maynetized
5. Montain Goats: Southwestern Territory
6. Joanna Newson: Sapokanikan
7. Robert Forster: Let me imagine you
8. Kacey Musgraves: Dime Store Cowgirl
9. Patty Griffin: Shine a different way
10. Buffy Saint-Marie: Ke Sakihitin Awasis (I Love you baby)
11. Martin Courtney: Northern Highway
12. Josh Ritter: Birds of the meadow
 
 

Und heute kommen die Top Twenty 2015 aus meinem Plattenschrank:
 
 
01) David Torn: Only Sky

02) Food: This Is Not A Miracle
03) Giya Kancheli: Chiaroscuro
04) Paolu Fresu: In Maggiore
05) Mette Henriette: Mette Henriette
06) Sufjan Stevens: Carrie & Lowell
07) Feldman-Satie-Cage: Rothko Chapel
08) Andras Schiff: Franz Schubert
09) Jakob Bro: Gefion
10) Trifonov: Rachmaninov Variations
 
 
 

 
 
 
11) Igor Levit: Bach Beethoven
12) Andy Sheppard Quartet: Surrounded By Sea
13) Robert Forster: Songs To Play
14) Reinartz Burkhard: Eine Olive des Nichts
15) Laurie Anderson: Heart Of A Dog
16) Kurt Vile: b’lieve i’m goin‘ down
17) Various Artists: Gazing With Tranquility – A Tribute To Donovan
18) Sinikka Langeland: The Half-Finished Heaven
19) Josh Ritter: Sermon On The Rocks
20) Estonian Philharmonic Chamber Choir, Tallinn Chamber Orchestra, Tönu Kaljuste: Gesualdo

 

 
Wenn der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt …
 
 

Am Anleger warten nur wenige Insulaner, die eines der letzten Schiffe dieses Jahres auf die Insel nehmen wollen. Bald würde bis Anfang März nächsten Jahres kein Schiff mehr die Insel anfahren, dann würde es nur noch den Weg durch das Watt mit dem Traktor oder der Pferdekutsche geben.

Meinen Tempo hatte ich in der Nähe des Hafens geparkt, die wichtigsten Werkzeuge für die Wartung einer NSM-Jukebox in die Tasche gepackt, dazu ein paar Ersatzteile, Schleppkabel, Flachriemen, sogar einen kompletten Laufwagen hatte ich eingesteckt, weil B., der Wirt, den ich besuchen wollte, mir mitgeteilt hatte, mit der Plattenauswahl der NSM-Jukebox würde irgendwas nicht stimmen.

Nebel, wo man nur hinschaut. Die Überfahrt auf der nahezu menschenleeren Fähre gleicht einer Fahrt auf einem Geisterschiff. Spiegelglattes Meer, es regt sich kein Lüftchen. Ich stehe als einziger auf dem Deck. Ich muss an Siegfried Lenz denken, wie grandios er gerade diese Situationen beschreiben konnte. Schattenhaft erscheint die Insel vor dem Schiff.

Auf der Insel: nicht ein Restaurant, nicht ein Kiosk hat geöffnet, keine Trinkhalle oder Kneipe lädt zum Verweilen ein. Auch die Turmkneipe hat geschlossen, erst nach heftigem Wummern gegen die schwere Eingangstüre kommt B. angeschlurft und öffnet. Immerhin, er freut sich, mich zu sehen. Kaffee gefällig? Na klar. In gewohnter Ecke steht die verlassene, dunkle, schweigsame Box. Die aufgestellten Stühle verbreiten nicht gerade eine einladende Atmosphäre. Okay, ich bin ja auch nicht zu einem gemütlichen Plausch eingeladen worden, sondern um zu arbeiten. Also ans Werk.

Es braucht tatsächlich einen neuen Laufwagen, ich würde versuchen den alten zuhause aufzuarbeiten. Die Box muss gereinigt werden, das Übliche eben. Nach zweieinhalb Stunden erst bin ich fertig. B. hatte mich solange unterhalten, den neuesten Inselklatsch erzählt und mich mit Kaffee versorgt. Noch habe ich eine gute Stunde Zeit, bis das Schiff zurückfahren würde. B. hat die grandiose Idee, mich zum Fischerfrühstück (Bratkartoffeln, Spiegelei und Krabben) einzuladen.

 
 
 

 
 
 

Danach trinken wir noch einen Talisker (Distillers Edition 1989) – ein unglaublicher Malt – und unterhalten uns über Musik. B. mag auch so gerne persönliche Hitlisten, wir verraten uns gegenseitig die eine oder andere Platte, die den Sprung in die Jahreshitparade schaffen könnte. B. hat plötzlich die Idee, dass sich jeder von uns beiden eine Lieblingsplatte und davon ein Lieblingsstück wünschen dürfe, aktuell müsse sie sein, in diesem Jahre erschienen, dank Internet würden wir die Platte dann hören können.

Ich überlege, eigentlich wäre nur ein einziges Stück in dieser nebligen, einsamen Saison-Schluss-Atmosphäre passend, ein Musikstück, das uns beiden in dieser verlassenen Kneipe, bei ausgeschalteter Jukebox, bei aufgestellten Stühlen, an unserem kleinen Stammplatz am Fenstereck gefallen würde: Sufjan Stevens „The Only Thing“ von dem Album Carrie & Lowell.

Unterdessen hat B. seinen Titel bereits im Netz gesucht und schon erklingt der Marisa-Anderson-Song: „House Carpenter / See That My Grave is Kept Clean“. Was für ein wunderschönes Gitarren-Solo-Stück. Mit Sufjan Stevens´ „The Only Thing“ im Ohr verlasse ich die Turmkneipe und verschwinde im Nebel in Richtung Hafen.

 
 
 

 
 

John Cage: Organ²/ASLSP (Teil 2)
 
 

Die Aufführung der John Cage-Komposition Organ²/ASLSP faszinierte mich so sehr, dass ich versuchte mit einem Schulprojekt an diesem Vorhaben teilzunehmen. Nun muss man wissen, dass sich die Durchführung des Konzerts zum Teil durch den Verkauf der 639 Aufführungsjahre, genannt Klangjahre, finanziert. Jedem Sponsor, der ein Klangjahr für mindestens 1000 Euro kauft, wird mit einer Metallplatte für seine Spende in dieser Kirche gedacht. Die Gestaltung dieser Scheibe ist dem Spender überlassen. Man kann das Projekt aber auch über Mitgliedschaft in der Stiftung fördern oder auch durch regelmäßige Spenden. Hier zwei Beispiele für diese Gedenk-Platten:

 
 
 


 
 
 


 
 
 

Einige Kolleginnen und Kollegen meiner Schule haben sich nun in Halberstadt das Jahr 2059, in dem die Schule ihr 150-jähriges Bestehen feiern wird, reservieren lassen. Mit Schülerinnen und Schüler meines Literaturkurses besuchte ich daraufhin im Herbst 2007 Halberstadt. Wir wohnten ein paar Tage in dem Kloster, einige Schritte von St.Burchardi entfernt (zu DDR-Zeiten als Internat genutzt – es gab nur 12-Bett-Zimmer). Alle mitgereisten SchülerInnen waren von ASLSP begeistert und haben dort über das Cage-Projekt einen Film gedreht und ein Hörspiel produziert. Beide Projekte wurden während der Feierlichkeiten zum 100jährigem Bestehen unserer Schule präsentiert und sollen nun erst wieder während der Festes zum hundertfünfzigjährigen Bestehen unserer Schule aus dem Schul-Tresor geholt, angeschaut, bzw. angehört werden. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler haben versprochen, wenn es ihnen denn möglich sein wird, aus diesem Anlass ihre Projekte nochmals vorzustellen und unseres Klangjahres 2059 zu gedenken. Angesichts unserer schnelllebigen Zeit soll dieses Vorhaben als eine Form der versuchten Entschleunigung, der „Entdeckung der Langsamkeit“ verstanden werden. Die Investition in ein Konzert dieses Ausmaßes soll aber auch unser Vertrauen in die Zukunft verdeutlichen. Wir möchten uns durch das Pflanzen eines „musikalischen Apfelbäumchens“ immer wieder daran erinnern, dass wir an eine lebenswerte Zukunft glauben und versuchen an ihrer Verwirklichung mitzuarbeiten.

 
Nun noch die versprochenen Plattentipps John Cage betreffend:
 
 
 

 
 
 
John Cage: As it is (Alexei Lubimov & Natalia Pschenitschnikova) 2012 ECM
John Cage: Daughter of the Lonesome Isle 1994 New Albion
John Cage: Sonatas and Interludes (Herbert Henck) 2003 ECM
John Cage: Early Piano Music (Herbert Henck) 2005 ECM New Series
John Cage: The Seasons 2000 ECM New Series
 


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