Manafonistas

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When you pile all your toys in the bed and there is no room left for you.

 

 

Vielleicht war es nur diese Stunde, aber die Stadt war mir nie so schäbig, so verlassen vorgekommen; ich hatte das Gefühl, dass nur Jasper, ich und der Taxifahrer übrig waren, vielleicht noch das Arschloch, das mein Auto gestohlen hatte, wenn er nicht schon halb die Küste rauf war. Der koreanische Taxifahrer wirkte verstört, schon als ich einstieg, und er wurde immer aufgewühlter, während wir die Stadt durchkreuzten. Die ganze Nacht, laut wie sie war, hatte sich selbst aus den Angeln gehoben, die übliche Kakophonie von Sirenen und Hubschraubern hatte sich aufgelöst, Leere, und nur der Wind kam durchs Taxifenster und die Geräusche rennender Schritte und Schreie im Dunkeln, die weder nach Menschen klangen noch nach Tier. Durch die Äste der Bäume, die durch die Winde von Santa Ana rausgerissen waren, sah ich, wie Fensterläden schlugen und Fenster geschlossen wurden, um die Nacht draußen zu halten. Hinter der Windschutzscheibe war der Himmel rot vom Feuer. Brennen sie heute wieder?, fragte ich den Fahrer, aber alles, was er antwortete – und er musste es fünf Mal wiederholt haben zwischen Hollywood und dem Rangierbahnhof östlich des Zentrums – war „Heute Nacht seltsame Stadt, seltsame Stadt“ und er sagte es auf eine Art, dass ich nicht sicher war, ob es sich um eine verschlüsselte Nachricht handelte oder nur um gebrochenes Englisch.

 
Steve Erickson: Amnesiascope, Übersetzung: Martina Weber

 

(First Hour) Yo La Tengo: There‘s A Riot Going On / Terminal Sound System: The Endless Sea (2 tracks) / Venetian Snares and Daniel Lanois / Anna von Hausswolff: Dead Magic / Venetian Snares and Daniel Lanois / Prairie: After The Flash Flood (2 tracks) 

 
 
 

 
 
 

(Second Hour) Dave Liebman, Adam Rudolph & Tatsuya Nakatani: The Unknowable / Splashgirl: Sixth Sense / National Jazz Trio of Scotland: Standards Vol. IV (three tracks) / Jakob Bro: Returnings / Elena Duni: Partir / Frode Haltli: Avant Folk / Elena Duni: Partir / Mathias Eick: Ravensburg / Amandus Schaap & Evert Kramer: Done (s. photo)

 

(Third Hour) – „The Quiet Spaces of Suffolk – Roger Eno‘s music“ – taken from his albums between 1985 and 2017, including, in non-linear sequences, „Voices“, „This Floating World“, „Swimming“, „Ted Sheldrake“, „Lost In Translation“, „Between Tides“, „The Flatlands“, and tracks from the compilation „Little Things Left Behind (1988-1998)

 

(Fourth Hour – Time Travel 1) – Shankar: Vision (1984) / Mabrak: Drum Talk (Jamaika, 1976:  In terms of smoked-out after midnight vibes, it’s about as close as you’ll come to the deeply cherished reissue of the Dadawah album „Peace and Love“ in Dug Out’s catalogue) / Soul Jazz Presents: German Elektronische Musik Vol. 3 (1971-1981) / Plastikman:   Consumed

 

(Fifth Hour – Time Travel 2) – Donovan: Wear Your Love Like Heaven (1967) / Boards of Canada: Music Is The Right To Children (April 1988) & Campfire Headphase (2006) / / Roberto Musci: Tower of Silence & one more track from Yo La Tengo (the „underwater horn lamento“:))

 
 
 

 
 
 

The fifth hour starts (surprisingly) with a Donovan song from 1967 and sets the tone for some reflections on the 20th anniversary of Boards of Canada‘s „Music Has The Right To Children“.  I keep things short, and everybody who, by this show, has discovered or re-discovered his love for that 1998 classic, can go deeper by reading two essays by Mark Richardson and Simon Reynolds.

 

„Reach a certain age and you notice a peculiar thing: your thoughts frequently get interrupted by non sequitur memory images, seemingly insignificant but disconcertingly vivid. It’s as if your overstuffed brain is calling up ancient files with a view to deleting for space.“

(S.R. on Boards of Canada‘s „Campfire Headphase“)

 

The last twenty minutes of the long night dive into Roberto Musci‘s „Tower Of Silence“ (an excellent compilation of the label with the telling title „Music From Memory“). For many listeners Roberto Musci will be a treat, and they will ask themselves (as I did): „How come I never heard of him?“

 

Eine Autofahrt durch Los Angeles bei Nacht. Sunset Boulevard, Bevery Hills, der Black Clock Park. Wer von der Zed Zeitzone in die Mulholland Zeitzone gelangt, muss die Uhr acht Minuten vorstellen, um nicht die Orientierung zu verlieren. Aber man verliert die Orientierung schnell. Im Autoradio läuft Jajoukamusik aus Nordafrika, immer auf Station 3. Es war Vivs Idee, Sarah zu kidnappen und während der Erzähler im Rückspiegel zusieht, wie sich Viv und Sarah gegenseitig entkleiden und küssen, weiß er selbst nicht, ob das schon die Probe für den Pornofilm ist oder noch ein Teil der Bewerberauswahl. Von der Ocean Zeitzone geht es in die Zeitzone des Vergessens. Elf Minuten Zeitunterschied. Wer ist hier verantwortlich für den Plot? Justine findet sich überall in der Stadt auf Plakaten, niemand weiß, wofür sie wirklich Werbung macht, dieser rote Engel von L.A. Der Erzähler in „Amnesiascope“ arbeitet als Filmkritiker bei einer Zeitung, die Sache mit dem Pornofilm war eine gemeinsame Idee mit Viv. Weißes Geflüster. Eine Begegnung in einer Bar (oder nicht?), eine Begegnung im Hotel (oder doch nicht?). Und wie kommt es, dass immer wieder Leute in der Stadt über den Film „Der Tod des Marat“ diskutieren, wenn es den Film gar nicht gibt? Viv ist Künstlerin, ihr Projekt ist eine Konstruktion von Fernrohren, das Memoryscope, dafür reist sie nach Europa. Die Plakate mit Justine lösen sich auf, sie hängen in Streifen herunter. Die Zeitzonen werden kleiner und kleiner, bis es Millionen von Uhren gibt in der Stadt, und jede von ihnen zeigt eine andere Uhrzeit. Der Erzähler ruft eine Nummer an und er selbst meldet sich, ein Ich aus früherer Zeit. „Amnesiascope“, dieser wundervolle Roman von Steve Erickson aus dem Jahr 1996 wurde nie ins Deutsche übersetzt. Dieser Roman mit seinen doppelten Böden ist ein Grundlagenwerk zu Traumlogik und Apokalypse. Es gehört zu den Büchern, die wir deshalb brauchen, weil sie die Wirklichkeit unmöglich machen.

2018 20 Apr

Song of the Day

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2018 20 Apr

Definierter

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Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst, und wir sagen unseren Künstlern nicht, was ihre Texte enthalten sollten und was nicht. Zweifellos haben einige Songtexte auf JBG3 viele Menschen zutiefst verletzt. Andererseits waren viele Menschen ganz klar nicht so sehr verletzt, insofern, dass es zu einem der meistverkauften Alben des vergangenen Jahres in Deutschland wurde.

(BMG-Statement)

 

Heißt im Klartext: Wir finden die Angelegenheit auch irgendwie geschmacklos, aber nicht so geschmacklos, dass wir auf das Marktsegment verzichten möchten.

Das Album hat soeben die 4-Millionen-Euro-Umsatzgrenze überschritten, dreieinhalb davon mit einem prachtvollen Boxset. Für ihr jüngst aufgelegtes Antisemitismusprogramm hat die Firma Bertelsmann 100.000 Euro eingeplant. Insgesamt.

– Your antics in Black Ark Studio became legendary: blowing smoke on the microphone, lighting fires, rubbing the tape head. Do these rituals work?

– Cliff Richard?

Rituals!

– Ah. Everything I do in the studio is rich. Everything me beliveve in, it works. The reality is all that craziness, all that madness, I made it work, because it‘s nature, it‘s natural grace. In nature we have the big space overhead, the big sky, the orbit. Nature is crazy! I want my records to sound as crazy as nature. You see the bass? The part that the bass play in dub – boom boom boom, that mean the bass poop, right? The drum is the heartbeat – boof-boof boof-boof, and the bass is the brain cells. This song is the beat of your heart and your gut. That‘s dub, that‘s how it works.“

 

 

 

 

 

1976 proved to be a defining year for Lee ‚Scratch‘ Perry. He was in creative overdrive and used Island’s advances to buy the latest studio technology for the young Black Ark Studio which enabled him to continually develop his production signatures. 37 years later, Pressure Sounds‘ Roaring Lion collection delivers unknown tunes and mixes from that crucial year. Sixteen tracks of thunderous mixing by the Upsetter at his very best. Eleven of the tracks come from one master tape that has been laying on a shelf for 30 odd years. The other 5 tracks are made up of dub plates and alternate takes of previously released tracks. Roaring Lion offers a unique snap-shot of Lee ‚Scratch‘ Perry’s creative vibrations as producer and re-mixer, to the rising cultural religion of Rasta. The Black Ark was truly peaking in the red as he revved himself to full throttle and created some of the finest work of his unparalleled career.

2018 19 Apr

Der zweite Ed und das rasende Auto

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Zwei Eds spielen ein Rolle. Eine gute. Da ist einmal Ed, das sprechende Pferd, eine meiner liebsten Serien als Kind. Dann, als Student, kam der andere Ed ins Spiel, er half mit, dass ich von einer Hochzeit träumen durfte. Auch Hochzeiten haben ihr Verfallsdatum, wenn man nicht an der Ewigkeit schraubt. Jetzt haben wir einen Jungsurlaub geplant. Mindestens sieben Tage auf eine exotische Insel. Er sagte Sylt, ich sagte, ja, das ist exotisch. Abenteuerurlaub mit Piraten, keine Frage. Der Traum heute Nacht war ein Vorgeschmack. Ed fährt seinen Mercedes, als hätte er einen Rennfahrerkurs gemacht. Kann man so durch Kurven rauschen, ohne aus dem Leben rausgetragen zu werden? Cool. Wir landeten seltsamerweise im Münsterland, auf einer riesigen Hof- und Hotelanlage, mit einem Wasserschloss und galoppierenden Pferden. In einem Garten sassen wir auf einer Bank, der Kinks-Fan und der Beach Boys-Fan, ich drehte mich um und traute meinen Augen nicht. Schau mal, Ed, so etwas habe ich noch nie gesehen! Der Himmel zerfloss in grün durchrauschten Bäumen, ich versuche erst gar nicht, das Farbenspiel zu schildern. Ich sog das Szenario minutenlang auf. Ed, das ist wie ein Traum! Und ich merkte nicht, dass es wirklich ein Traum war, sonst wäre es ein luzider geworden. Es wird Zeit, wir werden uns bald auf den Weg machen. Currywurst a la Sansibar, und Abenteuer ohne Ende.

2018 18 Apr

A Frank Nikol Classic

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2018 18 Apr

Lost Classics: Seventeen Stars

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This week’s Lost Classics is Seventeen Stars by The Montgolfier Brothers. And what a fucking genius record it is.

Now, I’ve no idea whether the whole Heißluftballon thing is one of its themes, but it’s kind of inescapable for my ears. It’s a work that deals with vicissitudes, with contrasts, with ups and downs. Seems to me that the instrumental tracks on this are its moments of reflection, when everything’s (literally) up in the air. The album’s instrumentals are great – like miniature Eric Serra soundtracks that swap one Grand Bleu (the sea) for another (the sky). Meanwhile, the songs with words sometimes describe moments of upwardness and hope, and sometimes the opposite: a bump of earthwardness.

Seventeen Stars arrived by chance, by way of an automated playlist. The best records always come from nowhere, with no hype or announcement. One day you’re sitting there in your kitchen thinking you’ve heard all you’re likely to hear – then, boom: another classic arrives and renews your faith in music.

Listening to Seventeen Stars is a bit like going on holiday. Not a city break to, like, Bucharest or Vienna though – an actual holiday where there is space, time and sand. Here are the opening lines of the title track:
 

A trip down south
On the coast of France
An hour by coach –
Takes us from Bordeaux
To the middle of in-between
Arès and Arcachon
A mass of shuttered chalets
A stone’s throw from the beach

 
Stick Seventeen Stars on. Up, up and away.
 
 
 

 
 
 
Artist: The Montgolfier Brothers
Release date: 4 May 1999
Label: Vespertine
Producers: gnac, Roger Quigley
Genre: The concept of genre is what it is
 


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