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2018 15 Feb

[AT 05] Asmus Tietchens: Musik aus der Grauzone

von: Jan Reetze Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , | 3 Kommentare

 

 
 
 
Damit es mit Herrn Tietchens in der chronologischen Reihenfolge weitergeht, hier die Musik aus der Grauzone von 1981. Eine C-60-Cassettenveröffentlichung, deren Auflage und genaues Veröffentlichungsdatum nicht mehr feststellbar ist, wahrscheinlich ist aber, dass sie zwischen Tietchens‘ ersten beiden Sky-Platten erschienen ist und wohl nur Eingeweihten überhaupt bekannt war.

Die Parallele zu frühen Cluster-Aufnahmen drängt sich auf, harsche Klangflächen beherrschen zunächst das akustische Bild. Rhythmus, wenn überhaupt vorhanden, wird durch die Verwendung eines Echogerätes erzeugt. Doch die akustischen Landschaften verändern sich langsam aber stetig, bis der Cluster-Eindruck am Ende verschwunden ist und ein eindeutiger Tietchens vorliegt. Hauptinstrument ist der Moog Sonic Six. Plattenknistern mischt sich in die Kulisse, unverständliche, teils elektronisch verzerrte Wortfetzen tauchen auf, ein sich überschreiendes Saxophon, dessen Herkunft ebenso unbestimmt bleibt wie das gelegentlich hineingehämmerte Klavierspiel. Das Ganze ist, obwohl in acht Stücke unterteilt, wohl als Einheit anzusehen und sollte in der vorgegebenen Reihenfolge gehört werden.

Musik aus der Grauzone ist insofern bemerkenswert, als es atmosphärisch komplett aus der Viererreihe der Sky-Alben herausfällt, was auf ein früheres Aufnahmedatum hinweisen könnte. Zudem ist die Cassette Teil einer eigenständigen Werkgruppe — schwer zu sagen allerdings, ob das von Anfang an so geplant war oder sich später ergeben hat. Dazu in späteren Posts mehr.
 
 
 

 
 
 
Musik aus der Grauzone
MC (C-60), Yorkhouse Records YHR 019 (1981)
Re-issue Auricle Music AMC 024 (1987)
 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 15. Februar 2018 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

3 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Wahrscheinlich geht die Herkunftsgeschichte des Wortes anders, aber für mich ist der Begriff Grauzone mit den Achtzigern verbandelt. Ich kannte bislang nur „Grauzone“ als Band aus der Schweiz, und ihren Song „Eisbär“….

    Wahrscheinlich wird bureau b das auch das Tietchens-Teil noch mal rausbringen – das Label betreibt wahrlich – unter anderem – Archäologie. Dort erscheint ja auch der französische Space-Rock der Band Heldon neu, den ich heute Nacht vorstellte… als ich mir das heute live anhörte aus dem Paris des Jahres 1975, und die Musik davor, Flying Saucer Attack, dachte ich, hmmm, manche nennen das „Kiffermusik“.

    Aber die Nachrichtensprecherin, cool und mit Yoga vertraut, auch nachts, als Energieschub, fand „meine Musik“ wie sie sagte, „total entspannend“. Das fand ich nett, denn ich hatte zwischenzeitlich schon das Gefühl, die Stunden drei und vier seien ziemlich „heavy“, oder „stoned“:)

  2. Jan Reetze:

    Leider habe ich die Sendung nicht hören / aufzeichnen können, wir hatten einen mehrstündigen Ausfall des Internets.

    Witzig, Grauzone habe ich gerade vor ein paar Tagen wiederentdeckt. Für eine Band, die im Fahrwasser der NDW schwamm, war die erstaunlich gut. Aus der Band ist ja später Stephan Eicher hervorgegangen, ein durchaus bemerkenswerter Songschreiber und -sänger, der in der Schweiz und Frankreich sehr erfolgreich war oder noch ist.

    Und bureau b traue ich ja vieles zu, aber ob sie *dieses* obskure Ding wiederveröffentlichen … Aber wer weiß, im Moment wird ja wirklich auch der entlegenste Kram wiederveröffentlicht. Für irgendein hobby-betriebens Minilabel lohnt sich das immer noch.

  3. Michael Engelbrecht:

    Jochen versucht gerade, drei ausgewählte Teile der Nacht hier zu platzieren. Aber selbst die einschlägig bekannte Quelle hat fehlerhaft aufgezeichnet. Möglicherweise Opfer eines Flying Saucer Attacks. Es war so witzig, aber als ich in Stunde Vier Heldon spielte, dachte ich, oh oh, das wird Hörerbriefe geben, und ich dachte nicht an freundliche Reaktionen.

    Das war von Kim Myhr bis Richard Horovitz alles Drone, Drone, Drone, und Minimal Fourth World.

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