Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Haben die Namen nicht schon was vom hohen Norden Deutschlands? Vor etlichen Jahren erlebte ich sie auf der Burg Wilhelmstein, und war überrascht, wie viele einzelne Lieder mitsingen konnten. KETTCAR sind alte Hamburger Schule, und erfrischend jung geblieben. Die Gesänge sind schön rotzig, mit dem Schuss Zartheit, der mit jedem Refrain ins Kämpferische gleiten kann. ICH VS. WIR heisst ihr jüngstes Album, grosse raue Stoffe ohne Weltbewegtheit. Da wird die im Scheitern erprobte Story des Ichs dem auch gern verfallenden Wir entgegengesetzt, die Stimme des Leadsängers so nah an die Instrumente gemischt, dass man froh ist, ein Textbuch dabei zu haben. „Nicht schlafen, bevor wir hier / Heute Nacht das Meer sehen / Spüren, wie kalt es wirklich ist / Benzin und Kartoffelchips / Jede Scheisse mitsingen können / Irgendwann ist irgendwie / Ein anderes Wort für nie.“ So geht es hier zu, und wer meint, es rumpelt ein wenig in der schnoddrigen Sprache, wie in der alten Rio-Reiser-Schule, der hat wohl recht, doch trifft hier vieles den richtigen falschen Ton im allerfeinsten Schrammelrock der Ungereimtheiten und botschaftsfernen Träumereien. So ein Album tut verdammt gut, vollkommen uncool. Hier werden die Reste linken Bewusstseins so zusammen gezimmert, dass man immer wieder in das Quantum Trotz einstimmen möchte, ein bisschen hymnisch, ein wenig verloren, am besten mit Textbuch.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 3. November 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

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