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2017 30 Okt

Jazz, A bis Z – Don Ellis

von: Hans-Dieter Klinger Abgelegt unter: Blog | TB | 8 Kommentare

 

Dass ich – von der Klassischen Musik kommend – den klingenden Düften des Jazz erlegen bin, liegt bestimmt an J.E. Berendts Jazzbuch. Meine erste Jazzplatte war Erroll Garners Concert by the Sea. Sie rotierte einst fast täglich auf meinem Philips Plattenspieler (Auflagekraft ca. 11 pond), und von den in der Frühzeit der LP üblichen mindestens 150 g Vinyl haben sich bestimmt einige Gramm in Staub aufgelöst.

Ansonsten war ich damals abhängig vom Rundfunk, der nicht über die Reichweiten verfügte wie heutzutage. Für mich waren nur RIAS – allerdings veredelt von Walter Bachauer – und der Bayerische Rundfunk erreichbar, abgesehen von Sendern der DDR, die ich kaum beachtete. Beim Bayerischen Rundfunk war Werner Götze der Herr über den Jazzgeschmack – Limes beim SWING. Das ging mir nicht weit genug. Es führte gar zu einer Abneigung gegen Swing Jazz und ganz besonders gegen Big Band Jazz.

Aus dieser Taubheit erlöste mich Don Ellis. Ich weiß nicht mehr wie ich auf Don Ellis‘ Electric Bath gestoßen bin. Das war weiß Gott elektrisierende Big Band Music, ich wurde beim ersten Hören reingewaschen von meiner Abneigung gegen Big Band Jazz. Dieses Album gehört zu meinen wertvollsten.

Ich weiß nicht, ob das Andenken an Don Ellis, der anno 1978 im Alter von 44 Jahren verstorben ist, in diesen Tagen noch hoch gehalten wird. Im Jahr 2017 wurde sein bei MPS produziertes Album Soaring, das ich bis dato nicht kannte, auf Vinyl und CD wieder veröffentlicht. Vor ein paar Wochen habe ich zugegriffen. Überraschung: Track 1 hat den Titel WHIPLASH.

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 30. Oktober 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

8 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Ja, dieser „Song“ wurde dann auch für den Film aufgegriffen. Mir ging es ganz ähnlich mit dem Big Band Jazz, und mit der Erlösung. Ich weiss aber nicht mal mehr, wie die Platte hiess, von Don Ellis, irgendwas mit 13 (???). Ich glaube, ein Doppel(?)-Album bei CBS. Das war ein Hammer!

    Ich glaube, es war Don Ellis: Live at Fillmore

  2. Michael Engelbrecht:

    I was 15 when I got this album in 1972. I had already gotten into some jazz–especially traditional jazz. The very bearded guy at the local record store (Gary) told me that anyone who was getting into jazz needed this album. Thank you Gary. May your beard never gray.

    I brought the album home and put it on my stereo and listened to the whole thing through. I had a headache by the end. This music was shockingly different than anything I had ever heard. My experience with odd time signatures via Dave Brubeck had not prepared me for this.

    I put the records away for 6 months and then, when I was cleaning my room one day, I put it on and was amazed. The music that had seemed so strange made total sense to me when I wasn’t trying to concentrate only on it. From that day forward, I have loved that album. It still has a favored place in my LPs though it is battered almost beyond being playable. Five years ago, I spent several weeks making a digital restoration of those tired record faces. I never thought that anyone would get around to putting out CDs of this obscure recording.

    Well, I am happy to say I was wrong and all my work on remastering my LPs was for naught! This is one of the classiest, noisiest, most joyous live recordings ever made. Ellis shows off his virtuoso trumpet–his speed and his range. He also attacks the drums on a couple of the cuts reminding us that he started out being a drummer. He gives his band members, Fred Seldon and Hank Levy among others, ample soloing time too.

    I also have several of Ellis’s studio albums on LP. They are good but they lack some of the spontaneity and chemistry that sets this album apart. For anyone who wants to see what happens when you mix progressive jazz with hard rock in a way that compromises neither genre, this is the best recording to buy.

    From an amazon reviewer

  3. Hans-Dieter Klinger:

    Live at Fillmore ist ein Hammer. Was die da aus Hey Jude machen! Und Pussy Wiggle Stomp ist so ausgelassen.

    Die verrückteste Nummer – meinem Erleben nach – ist Turkish Bath aus dem Album Electric Bath
    – 7/4-Takt
    – 12-Takte-Bluesharmonieschema (natürlich kein Blues)
    – das Thema, gespielt auf 2 reeds (könnten s-saxes sein), im Vierteltonabstand

    Zwei Alben für die Hall of Fame des Jazz.

  4. Michael Engelbrecht:

    Klasse, ich habe mir die Doppel-CD zugelegt, nett, wie du meine Erinnerungen aufschliesst, und alles dank dieses fesselnden Films Whiplash :)

    Jetzt weiss ich endlich, dass die finale Stunde am 30. Dezember der Burner wird, zwei exzellente Live-Aufnahmen aus den Seventies … es wurde auch Zeit, Don Ellis wiederzuentdecken!!!

  5. Michael Engelbrecht:

    Der Spass sieht so aus, Rosato:

    In den ersten zwei Stunden Neuheiten, und kein Jahresrückblick, maximal zwei Alben, die ich 2016 schon gespielt habe und absolute Highlights sind.

    Vielleicht mache ich ein Imterview mit dem Pianisten / Keyboarder, der mit Eno FINDING SHORE herausbringt.

    In der dritten Stunde das Thema: Laraaji -wer hätte es gedacht, der Fachmann für Trance and Drones fand früh zu Oscar Peterson und Eroll Garner. Hört man jetzt seinen Klängen nicht unbedingt an…

    In der vierten Stunde, mit max. zwei Moderationen, HÖRNUM JUKEBOX MUSIC, ein Feuerwerk, keine Oldies

    Ja, und dann das wilder Finale mit Don Ellis, und der wildesten Platte eines anderen Cracks (beide live, top of their game)

  6. Norbert Ennen:

    Auch vom Big Band Jazz beeinflusst und hiermit empfohlen: Tony Allen – The Source, erschienen im laufenden Jahr. Übrigens lt. Brian Eno bester Drummer ever (neben Jaki Liebezeit …)

  7. Michael Engelbrecht:

    Probably Brian Whistler has been there, too :)

  8. Norbert Ennen:

    … & Klaus Dinger …

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