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2017 1 Okt

Conny Plank: The Potential of Noise

von: Lajla Nizinski Abgelegt unter: Blog | TB | 7 Kommentare

craziness is holy“
 

Stephan Plank hat einen Film über seinen berühmten Tonmeister-Vater gedreht. Er wurde heute in Anwesenheit des Produzenten in Düsseldorf gezeigt. Der Film beginnt mit einer Szene in einer Spielhalle in Tokio, im Hintergrund läuft Brian Enos Music For Airports, im Vordergrund steht Conny und sagt: „Alle Geräusche können in Musik verwandelt werden, wenn es gefällt, ist es gute Musik.“ Brian Eno war nie in seinem Studio nahe Köln, in Wolperath. Die beiden haben sich 1977 in New York getroffen. Eno gab dem Sohn ein langes Interview, das demnächst in dem Buch von Stephan Plank zu lesen ist. Conny und Brian sind Wesensverwandte: revolutionär, geistreich, regellos, der Suche nach neuen Klängen für die Welt verpflichtet.

Stephan machte sich auf eine lange Reise, um den Weggefährten seines Vaters Fragen zu stellen. Annette Humpe antwortet am einfühlsamsten. Der Vater sei eher abwesend gewesen, immer am Mischpult. Auch Gianni Nannini sagt, dass er sich wenig um seinen Sohn gekümmert hätte. Er sei wie sie ein Elefant gewesen, der immer auf der Suche nach dem richtigen Groove war. Alle Interviewten bewunderten Conny. Für seine perfekte Arbeit am Mischpult, für seine grandiosen Einfälle zu ihren Werken, ohne sich je einzumischen.

Conny Plank war für Kraftwerk auch als Produzent von entscheidender Bedeutung. (Wie nachlässig, nicht zur Premiere in der hometown aufzutauchen.) Conny ist es gerade mit ihnen – aber auch mit Neu, mit DAF, mit den Scorpions, mit Humpe und Humpe, Harmonia – gelungen, den Sound of Westdeutschland zu kreieren. Auch mit der wunderbaren Christa an seiner Seite. 1987 starb er mit nur 47 Jahren.

 
 

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 1. Oktober 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

7 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    In meiner Erinnerung haben beide, Brian und Conny, an den beiden Alben „Cluster & Eno“ sowie „After The Heat“ zusammen in dem Studio bei Köln gearbeitet. Conny wurde einmal gebeten, mit U2 ins Studio zu gehen, aber er mochte Bono nicht, was ich gut verstehen kann, und hat gerne verzichtet.

  2. Lajla Nizinski:

    Sein Sohn sagte mir, Brian sei nie auf dem Bauernhof gewesen. Sein Vater mochte auch David Bowie nicht. Brian Eno hatte dann aber doch die Technik von Conny zu Bowie gebracht. Der Film bekam sehr viel Applaus von der heimischen Musikszene. Viele Insider darunter.

  3. Michael Engelbrecht:

    Laut Wikipedia:

    „After The Heat is a 1978 album by Brian Eno, Dieter Moebius and Hans-Joachim Roedelius (the latter two being the core members of Cluster), credited to „Eno Moebius Roedelius“. The album represents the second collaboration by the trio, the first being 1977’s Cluster & Eno. As with the previous album, After The Heat was created in collaboration with the influential „krautrock“ producer Conny Plank.“

    Was auch immer, zwei grossartige Alben!

  4. Jan Reetze:

    Achim Roedelius hat Eno 1977 in Conny’s Studio getroffen. Sie haben dort Aufnahmen zum „Cluster & Eno“-Album gemacht. So schreibt er jedenfalls in seiner Autobiografie. Kann Stephan evtl. zu jung sein, um sich daran zu erinnern?

  5. Michael Engelbrecht:

    Rodelius wird doch wohl irgendwas vermerkt haben, wenn Eno und Conny, wie es Wikipedia andeutet, in einem Studio gewirbelt haben.

    Ich habe in Erinnerung ein Interview mit Roedelius, wonach er sagte er, sinngemäss, ungefähr: „was die da im Studio machten, das verstand ich nicht mal richtig, so komplex war das … (bezog sich auf Eno, oder Eno und Conny)

  6. Lajla:

    Ich denke, Brian Eno war auch auf diesem Bauernhof, der übrigens noch steht, lediglich der Schweinestall, in dem das nach Sonnenverlauf! positionierte Mischpult stand, wurde abgerissen. Es wurde nach England gebracht.

    Ja, der Sohn war damals klein. Als ihn jemand aus dem Publikum nach seiner Lieblingsband fragte, sagte er: Die Beachboys.

  7. Jan Reetze:

    Es ist diese Geschichte, die ich in einem früheren Post schon mal erwähnt hatte: Roedelius und Eno arbeiteten in Connys Studio an dem Material, das mal „Cluster & Eno“ werden sollte. Dann musste Eno aus Termingründen weg, und Roedelius stand mit 30 Minuten Musik da, die nicht für ein Album ausreichten. Er bat daraufhin Asmus Tietchens, einzuspringen. Dieser spielte dann mit Okko Bekker das Stück „One“ in Okkos Studio ein (One = Eno rückwärts?) — das Stück auf „Cluster & Eno“, auf dem weder Cluster noch Eno zu hören sind.

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