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2017 24 Sep

Björn Meyers akustische Bassgitarre

von: Manafonistas Abgelegt unter: Blog | TB | 2 Kommentare

Jahrelang haben Björn Meyer, ein Vertreter des elektrischen Bassgitarrenspiels (man denke an seine Arbeiten mit Nik Bärtschs „Ronin“ oder Anouar Brahem) und der Instrumentenbauer Richard Rolf daran gearbeitet, eine akustische Bassgitarre zu entwickeln, die den Vorstellungen des Musikers entspricht. Auf der soben erschienen, fantastischen CD „Provenance“ (ECM) ist sie auf zwei Stücken zu hören.  Ich  fragte ihn, was genau er sich vorgestellt hatte, er könne es ruhig in analytischer Sprache formulieren, und dann habe ich sein charmantes Schweizerdeutsch (Björn ist gebürtiger Schwede) nur ganz dezent aufpoliert. (me) 

 

„Zuerst, nur dass es klar ist – die akustische Bassgitarre  kommt ja nur auf „Squizzle“ und „Garden of Silence“ vor, gell?

Also, zuerst physische Parameter: Mensur (leere-schwingende Saitenlänge) wie ein “normaler” E-Bass (ca.85 cm) – 6 Saiten, von tief bis hoch in etwa E-A-D-G (wie ein normaler Bass) dann C – F … mit der Möglichkeit, ein wenig herum zu experimentieren … ich  habe danach fast immer das E einen Ton tiefer gestimmt …  – Genügend Klang und Volumen, um unverstärkt mit z.b. Nyckelharpa und Geigen etc zu spielen, u.a. beim schwedischen Spielmannstreffen. Dabei will ich sowohl Bass als auch Malodie und Akkorde spielen können! – Wahrscheinlich eher Stahlsaiten …

Eher schwierige Parameter: “Wie eine sehr tief gestimmte stahlsaitige Gitarre klingen, aber mit ganz klar definierbarem Grundton! Bei Akkorden soll jeder Ton hörbar sein. Es soll „Attack“ haben wie z.b. Das gezupfte Cello, aber gleichzeitig lang klingen können, was natürlich mehr oder weniger unmöglich ist … – es soll dynamisch auf verschiedene Spielarten – Plektrum, Zupf, Slap, Flamencotremolos und Sonstiges sehr “organisch” reagieren können … nicht dass mit Plektrum gespielte Passagen unkontrollierbar stärker kommen als mit Finger gezupften …

Dann beim Saiten-Hersteller: Mehr Grundton als Marke X und mehr Obertöne / Brillianz als Marke Y … – Saitenzug möglichst wenig, so dass der Deckel möglichst frei schwingen kann, aber genügend,  um gute Volumen zu erhalten …

In etwa so ist es zu- und hergegangen … alles was mit Konstruktion und anderen Details zu tun hatte (Holz, Form, Grösse etc.) habe ich den Fachmännern überlassen!!

Was hört man wo ?

„Squizzle“:  Mensur länge wirkt hier fantastisch,  finde ich – der Klang der leeren Saiten in den melodiöseren Teilen – Auch dass jeder Ton heraushörbar ist, obwohl ich ziemlich wild herumschrumme – Attack und Dynamik bei verschiedenen Spielweisen erscheint mir  auch sehr gelungen.

„Garden of Silence“:  Es hat auch beim tiefsten Ton (D, den Grundpuls von Stück) genügend Klang, um das Auditorio Lugano zu füllen! – Der Deckel (Top) ist dünn genug um schwingen zu können aber stark genug um den gesammten Zug von 6 Saiten zu halten. Der Klang von diesen spezialgewickelten Stahlsaiten inpiriert mich sehr … Es wurden eben Stahlsaiten, aber mit ein wenig Nylon (im Dünnsten / Höchsten), um den Klang nicht ZU glitzerig zu machen …“

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 24. September 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

2 Kommentare

  1. Brian whistler:

    Nice to read, although it was bad they translated by Google translate. I think I got the gist of it though. Coincidence maybe – I’m just about to play this album for the first time. This interview gave me some insight into how it was created and what the artist was intending to achieve. So thank you!

  2. Michael Engelbrecht:

    This was a mail, answering my question concerning the development and vision of his acoustic bass guitar, built within three years. Lot of time. Most pieces are played on his electric guitar. „Provenance“ will be our „album of October“, and written with a Northern Calfornian vibe:)

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