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2017 22 Sep

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (145)

von: Gregor Mundt Abgelegt unter: Blog | TB | 7 Kommentare

1935 wurde er in Campo Santo (Provinz Salta / Argentinien), ein kleiner Ort am Fuße der Anden, geboren. Hierher, ins Tal seiner Kindheit – El Valle de la Infancia (ECM 2014) – sollte er, Dino Saluzzi, im Frühjahr 2013 zurückkehren. Bruder Felix „Cuchara“ ist mit seinem Saxophon und seiner Klarinette dabei und auch seine Söhne José Maria (Gitarre) und Matias (Bass). Erweitert wird die Gruppe durch Quintino Cinalli (Drums, Percussion) und Nicolàs “Colacho“ Brizuela (Classical Guitar). Aufnahmeort ist Buenos Aires.

 
 
 

 
 
 

Die lange Zusammenarbeit mit Manfred Eicher und ECM begann allerdings viel früher, in Ludwigsburg nämlich, im Tonstudio Bauer unter Tonmeister Martin Wieland. In der Nähe von Ludwigsburg, in Stuttgart, wohnte der Meister auch eine Zeit lang. Damals in Stuttgart arbeitend, lernte ich Saluzzi kennen und schätzen. 1982 erschien sein Debutalbum bei ECM: Kultrum. Zu meinen beiden frühen, ebenfalls in Ludwigsburg aufgenommenen Lieblings-Saluzzi-Produktionen, gehören allerdings das 1985 entstandene Werk „Once upon a time – Far away south“, mit Palle Mikkelborg, Charlie Haden und Pierre Favre und Volver (aufgenommen im Herbst 1986), mit dabei dieses Mal Enrico Rava, Harry Pepl (Guitar), Furio Di Castri (Bass) und Bruce Ditmas (Drums).

Once upon a time – Far away south“ zähle ich zu meinen Top-100-Lieblingsplatten, auf ihr finden sich so wunderschöne Kompositionen wie Josè, Valeria and Matias und Far away south. Charlie Haden steuert Silence bei, das er unter eigenem Namen zusammen mit Geri Allen – sie starb am 27.Juni 2017 mit nur sechzig Jahren – und Paul Motian 1988 in Italien in unvergesslicher Weise aufnehmen sollte. Palle Mikkelborg bringt We are the children ein, man hört auf diesem Stück Kinderstimmen, aufgenommen in einer Primary School in Argentinien.

 
 
 

 
 
 

All das ist lange her, doch gerade auf meinem Plattenspieler einmal mehr angehört, verzaubert diese Musik wie beim ersten Hören.

Diese Musik im Ohr, kurz vor Sonnenaufgang in den Wald, besser noch zu einem abgelegenen See mitten im Wald zu gehen, der aufsteigende Nebel, die Dämmerung, das erste Licht … das ist es eigentlich!

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 22. September 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

7 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Die berüchtigten „Räume der Kindheit“ – ich denke an den Titel der einen CD von Dino Saluzzi, mir dem „Tal der Kindheit“ – die ihre „Dämmerung behalten sollten“, kommen ja oft vor in den Einträgen der letzten sieben bis zehn Tage, vom Radeln durchs Ruhrgebiet über Brian Whistlers Zeitreise bis sonstwohin.

    Das erste Mal hörte ich Dino Saluzzi als „Begleitmusiker“ auf der besten Platte von Gato Barbieri: LATIN AMERICA, CHAPTER ONE (Impulse)

  2. Michael Engelbrecht:

    Das obere Foto erinnert an das Cover von SOWIESOSO …

    aber du warst ja nicht beim Workshop nahe Forst an der Weser dabei …

  3. Gregor:

    Die Fotos habe ich heute bei Sonnenaufgang gegen 7:00 Uhr in der Nähe von Stuttgart aufgenommen.

  4. Michael Engelbrecht:

    So früh gehst du im Neckar schwimmen?!

  5. Gregor:

    Nix da, Neckar. See. Schwimmen darf man da leider nicht: Trinkwasserspeicher.

  6. Brian Whistler:

    Once Upon a Time Far Away in the South is one of my all time favorite recordings. Your article and beautifully evocative pics have inspired me to put it on the box. Thanks so much for reminding me of this gem.

  7. Michael Engelbrecht:

    You’re learning German now, Brian ?! :)

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