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2017 30 Jul

Eine kleine Nebenbemerkung zu einem möglichen Weltgeschichtendesaster

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | 7 Kommentare

Dass wir hier Verschwörungstheorien das Wort reden, darauf kommt zurecht niemand. In den letzten Jahren tauchten in Film und Fernsehen des öfteren Weltuntergangsszenarien auf, prä- und postapokalyptische Szenarien. Mal trashig, mal hollywoodesk, mal so tief und abgründig wie in den drei Staffeln von „The Leftovers“, wohl eine der besten TV-Serien aller Zeiten, und immer noch Geheimtipp. Psychoanalytiker argumentieren da gerne mit den Ahnungsfeldern des Kollektiven Unbewussten, genauer gesagt, zielt das auf die schwarz auf weiss oder nur vorbewusst wahrgenommene Addition des wahrgenommenen politischen Wahnsinns. Richtet man allein den Blick aufs Weisse Haus, sollte man endlich aufhören, zu viele Witze zu machen, die ja auch nur eine „coping strategy“ sind, sich das Unaushaltbare hellschwarz zu malen. Die Lage ist viel ernster. Der Irre schart immer mehr Gleichgeschaltete mit hohem Soziopathiewert um sich, und seine grosse Fresse konterkariert seine Führungsschwäche. Wer innenpolitisch von einem Abgrund zum nächsten stolpert, sorgt gerne für einen grossen aussenpolitischen Coup. Und der könnte verhängnisvoll werden. Einige hardliner vom Grosskapital, vom Militär, vom Stamme der finstersten Rednecks, hat der Geistesschwache schon in den engsten Kreis gelotst. Glauben Sie allen Ernstes, da wird noch Schlimmeres abgewendet!? Und bevor Sie einen Rest von gesundem Menschenverstand herbei halluzinieren, lesen Sie einfach die zwei angefügten Artikel aus „The Guardian“!

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 30. Juli 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

7 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/jul/30/observer-view-of-donald-trump-unifit-for-office

    https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/jul/28/trump-disgust-president-repulsive-behaviour

  2. Jan Reetze:

    Was mich immer noch halbwegs ruhig atmen lässt, ist die Tatsache, dass Trump mit Ausnahme der Neubesetzung des Supreme Courts noch nichts, aber auch wirklich gar nichts, durchbekommen hat — außer Personen auf den Präsentierteller zu stellen und sie sich gegenseitig abschießen zu lassen.

    Weniger leicht fällt mir die Vorstellung, dieser unwürdige Zirkus solle noch dreieinhalb Jahre so weitergehen.

    Und ich frage mich mehr und mehr, wo eigentlich die Demokraten sind. Von denen hört man so gut wie nichts. Immer noch Schockstarre?

  3. ijb:

    Ja, interessant, dass gerade jetzt The Leftovers hier auftaucht.

    Ich habe mit der ersten Staffel vor ein paar Tagen begonnen und bin nach vier Folgen noch nicht allzu begeistert. Ich las aber, dass die zweite Staffel richtig toll sein soll – und die dritte außergewöhnlich gut.

    Bis jetzt hat sich bei mir noch keine wirkliche Emotion eingestellt, kein rechtes Interesse an den Figuren und ihrer Lage. Auch visuell / erzählerisch bin ich nach den erzählerischen Qualitäten von The Affair und Broadchurch u.a. ein bisschen underwhelmed.

    Ich hoffe, das geht noch bergauf …

  4. Michael Engelbrecht:

    Ich finde bereits die erste Staffel herausragend, und war von Anfang an im „flow“ …

    Was selten passiert, bevor ich die zweite bekam, sah ich die erste noch einmal, so „ergriffen“ war ich, umd teilweise in tiefer Trance. Absolutely oberwhelmed!

  5. Ingo J. Biermann:

    Ich glaube, bislang fehlen mir etwas die Zwischentöne. Es ist alles so laut und überdeutlich in Dialogen ausgesprochen und inszenatorisch unterstrichen, als würde man annehmen, dass der Zuschauer ohnehin nicht mit voller Aufmerksamkeit zuschaut, zumindest war das mein Eindruck bei den Folgen um den Pastor, der seine Kirche verliert, und um den Polizeichef, der das Jesus-Kind aufzutreiben versucht.

  6. Michael Engelbrecht:

    Tja, was soll ich sagen, ich erlebe das anders und zwischentonreich …

  7. Joanie Rotten:

    Ja, wenn Du mich hier schon fast persönlich ansprichst …

    Von Serien bin ich auch eher underwhelmed, aber Untergangsszenarien sind immer interesting. Nur gibt’s die nicht nur in den letzten Jahren sondern filmmäßig gesehen etwa seit dem kalten Krieg, als die Kommunismus- und Gleichschaltungsfurcht den Film-Alien gebar. Seither toben die Invasions- und Untergangsszenarien durch die Kinos, wobei aber auch Gewissensbotschaften und strenge Vaterfiguren mit verquickt wurden, die Aliens sind immer eine Gemengelage von mehrerem.

    Nach dem kalten Krieg wurde es freundlicher, in den 70ern reüssierten die freundlichen Aliens von Spielberg (und Alf! Herrlich! Frisch gepresster Katzensaft!). In den 80ern bekamen dann die Frauen die Rache für ihre Emanzipation zu spüren ( Alien- Tetralogie von Scott), und die zunehmend bewusstwerdende Umweltzerstörung äußerte sich im Katastrophenfilm – auch die radioaktive Kontaminierung (Mörderspinnen – herrlich!), und als die Ressourcenverknappung bewusster wurde begannen die Aliens wieder bedrohlich und oral gierig zu werden (Independence Day, Krieg der Welten) und auf der Erde auf Futtersuche zu gehen.

    Inzwischen hat sich nichts Wesentliches geändert, auch nach der Wahl des blonden Frettchens nicht – finde ich – ausser natürlich den special effects und den breit ausgewalzten Technologien – Emmerich-Onanie sozusagen, da gehen die Botschaften unter, auch die der kollektiven Angst. Untergang gab’s da schon immer und Du bist selber schuld wenn Du mich nach meinem Hobby fragst.

    Kennst Du „The Day the earth stood still“, Fassung von 1940, also pure Magie des SchwarzweißKinos? Also ich tu mir jetzt die Leftovers mal an, wozu ist man in Rente?

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