Manafonistas

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2017 28 Jun

Notiz zu Sloterdijks Siebzigstem

von: Jochen Siemer Abgelegt unter: Blog | TB | Tags:  | 1 Kommentar

 

 
 
 

Zum Meister der hohen Formulierungskunst wurde ja hier auf diesem Blog schon einiges geschrieben. In Zeilen und Tage, das zu meinen Lieblingsbüchern dieses Schriftstellers gehört, gibt er amüsante und bereichernde Einblicke in seinen Lebensalltag. Sowohl persönlich als auch erzählerisch philosophieren zu können, das Ganze mit originellen Wortschöpfungen zu würzen, dies hat er vielen seiner Berufskollegen voraus – um nicht zu sagen: er steckt sie locker in die Tasche. Ein stiller Traum wäre ja, einmal ein Buch herauszugeben, in dem Philosophen und andere Autoren übers Fahrradfahren schreiben. Es folgt eine Passage aus den gesammelten Tagebuchnotizen (von denen man sich wünscht, dass irgendwann noch weitere veröffentlicht werden), datiert mit „Wien, 14. Juni“ aus dem Heft 100 von Mai bis September 2008:

 

„Mit dem Fahrrad die grössere Runde an der Donau bis Tulln und zurück. Bin rechtzeitig wieder zu Hause, um a) die Zahnschmerzen, die seit Monaten nie ganz verschwunden waren, wieder mit einer Dosis Ibu niederzukämpfen, b) mir ein Glas Burgenland-Roten zu genehmigen, c) das Spiel zwischen Spanien und Schweden anzusehen, d) speziell für Günther Netzer die Zeitmaschine neu erfinden zu wollen, damit er in seine Spielerzeit zurückreist statt zu kommentieren.“

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 28. Juni 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

1 Kommentar

  1. Lajla Nizinski:

    Sloterdijk ist wirklich mein anregendster und aufregendster Philosoph.

    Für ihn spiele ich die letzten Tage den Presslufthammersong „Summer In The City“ von Lovin‘ Spoonful.


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