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2017 12 Jun

Der grosse Fluss

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | 3 Kommentare

 

Nicht unter dreissig Seiten, so eine Nacherzählung. Und dann müsste alles fiktionalisiert werden, die Namen zumindest, und in kleinen Episoden, sollte es gut gemacht sein, ein Nachhall geschaffen werden. Tatsächlich ist die Weser kein gemächlicher Fluss, und es bedurfte schon kundiger Hilfe, die guten windgeschützten Orte für das Baden und die Boxen zu finden. Nirgends tauchen in Forst museale Zonen auf, von den Relikten aus alter Zeit ganz zu schweigen. Keine berühmten Sonnenschirme, nicht mal die Bäume vom Cover von „Sowiesoso“. Wir wären ja auch verrückt gewesen, Bäume zu suchen. Auch von dem berühmten Bordell im Wald, ein Edelkurtisanenbetrieb alter Schule, mit Stil, Klasse und exotischen Schönheiten, war Dorfältesten nicht mal ein „Es war einmal“ zu entlocken. Das halbe Dutzend der Einheimischen hatte die 80 satt überschritten, und war mehr im Vergessen als Erinnern angekommen. In einem anderen Dorf gab es eine gesicherte Feuerstelle, die keinen offenen Brand zuliess, und wir karrten die Scheite zusammen, stöpselten die Boxen ein, holten den Strom aus einem still gelegten Wirtshaus, und liessen uns von den beiden Harmonia-Platten umrauschen. Der Wein ging rum, das Haschisch, und alle schliefen im Umkreis von zwei Kilometern. Zuvor aber hielten uns das Feuer und die Dämmerung und die Musik gefangen, und jeder erzählte eine Geschichte.

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 12. Juni 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Tatsächlich waren dies die einzigen Alben, die während dieser Zeitreise liefen, auf der grossen Anlage, in Ghettoblastern, alten Kassettenrecordern und Discmen:

    Cluster: Zuckerzeit
    Cluster: Sowiesoso
    Harmonia: Musik von Harmonia
    Harmonia: Live 1974
    Harmonia: Deluxe
    Harmonia ’76: Tracks & Traces
    Cluster & Eno
    Eno Moebius Roedelius: After The Heat
    Brian Eno: Before and After Science

  2. Joanie Rotten:

    A la recherche du temps perdu? Immer anders als man denkt!

  3. Michael Engelbrecht:

    In der Tat, aber nur die alte Musik zu hören, war schon ein gutes Transportmittel in die Jahre 1974 bis 1978.


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