Manafonistas

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Archiv: Mai 2017

2017 31 Mai

Not too late for the sky (Mountain Jam remix)

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„There’s a dark side to each and every human soul. We wish we were Obi-Wan Kenobi, and for the most part we are, but there’s a little Darth Vadar in all of us. Thing is, this ain’t no either or proposition. We’re talking about dialectics, the good and the bad merging into us. You can run but you can’t hide. My experience? Face the darkness, stare it down. Own it. As brother Nietzsche said, being human is a complicated gig. Give that old dark night of the soul a hug! Howl the eternal yes!“

(Chris in the morning, Northern Exposure)

 

Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger. Chris am Mikrofon. Cicely. Ein Rentier auf der Strasse. Seine kleine Radiostation. Ed schaut vorbei. Und ich dann auch, ein kleiner Gastauftritt. Chris wollte mal ein richtiges Interview machen:) Die wundervolle Serie „Northern Exposure“ („Ausgerechnet Alaska“). Jetzt endlich in originaler Version, in einer fetten DVD-Box. Vor längerer Zeit sah ich etliche Folgen wieder, auf grosser Leinwand, in einer ging es um Bella Italia, Dante, und die Tücken, eine neue Sprache zu lernen. In der anderen, „Fish Story“, traten drei Rocker auf, mit Motorrädern, am Ende der Welt. Und in der Kneipe lief plötzlich ein alter Song der Allman Brothers Band. Stunden vorher hatte ich daran gedacht, wieder mal im Fillmore East aufzutauchen, an diesen drei Abenden, 1971, an denen sie für die Ewigkeit spielten, Monate, bevor Duane verunglückte. Ich werde mich nie satt hören an diesem Doppelalbum. Diese Musik erfüllt mich, dabei war ich nie ein Blues Brother. „In Memory of Elizabeth Reed“ liebte ich als Teenager  genauso wie „Moon in June“. Ich hätte gerne nachts im Sender diesen Blick nach draussen, eine Sendestation an der West Coast würde mir auch gefallen, es muss ja nicht gleich ein Leuchtturm sein, und, wie einst bei John Carpenter, der Nebel des Grauens aufziehen.

 
 

Chris: What are your favourite Jackson Browne records?

Michael: Late For The Sky and Running On Empty.

Chris: When did you listen to them recently?

Michael: Not recently. I think maybe 20 years ago.

Chris: What happened?

Michael: Nothing. Time. But I really love them.

Chris: What is so great about them?

Michael: One is about being too late for the sky. If you are in misery, Late For The Sky (or is its title Too Late For The Sky) calms you down. Makes misery sound uplifting. Like slow-motion surfing on a long wave. Jackson Browne loves surfing, by the way.

Chris: And the other one? Running On Empty …

Michael: That one crosses different scenarios, spaces, atmospheres. It is deeper than most road sagas partly because Browne had the brilliant notion of recording on the fly … It also works because he tapped the culture’s circa-1977 sense that it was running on empty, feeling like a trashed Holiday Inn room. Empty is about something larger than the misery of room service.

Chris: What is the greatest American rock album ever?

Michael: The Allman Brothers Band Live At Fillmore East.

 

1970 – My husband went to 2 concerts of THE ALLMAN BROTHERS BAND in the auditorium in Santa Monica / California. He was overwhelmed by the guitar players Duane Allman and Dickey Betts. He enjoyed the real southernman, one of the two drummers.

1971 – FREE BIRD Duane died in a motorcycle crash.

1974 – Three of us traveled to Southern Italy. We climbed Stromboli and starred into the working vulcano. „Fährman hol över“ to Medina on Sicily. In a tiny station, we were told, that the next train would pass in 8 hours. I decided to stroll around the village. Coming back from my walk, my friend yelled at me: „Where have you been, the train just left“. I assume, he had read too much of Alfred Adler then. My lifelove just smiled at me and started to sing with his deep tender voice: SWEET HOME ALABAMA. This was my first experience  with the Allman Brothers. Until today they are my favorite rock and blues band. Unbeatable. There is no band, who can put me so much under spell with their 30 minutes play.

2017 – Yesterday I heard, that the Grateful Dead gave two concerts in L.A. …

No comparison, pleaaaaaaze.

This Friday The Beach Boys will play in Brussels. It’s always good to surf.

May 2017 – We were sitting under green green trees. I looked at Michael and Jochen, I know they like the Allmans. We didn’t know by then, that Gregg Allman has passed away. Everything and everybody was so heiter. How wonderful, we are all so much in the same spirit of our age.

 

Here my personal setlist:

  • Midnight Rider
  • Stormy Monday
  • Statesboro Blues
  • Trouble No More
  • Ain’t Wasting Time No More
  • Floating Bridge

2017 31 Mai

Ereignisgeschenke

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Kürzlich lud mich ein langjähriger Freund zum Abendessen in einem italienischen Restaurant ein. Er fragte mich, ob ich mich daran erinnern könne, dass wir in einer Zeit, in der er, aber noch nicht ich, in dieser Stadt lebten, in genau diesem Restaurant Pizza gekauft und uns auf eine bestimmte Bank im Park gegenüber gesetzt hatten. F – ich nenne ihn F – wusste noch genau, welche Art von Pizza wir geordert hatten. Ich weiß es nicht einmal mehr jetzt, nachdem F es mir erzählt hat. So funktioniert Erinnerung. Wir saßen auf Hochstühlen an einem der wenigen hohen Tische. Eigentlich sah es eher aus wie ein Imbiss als wie ein Restaurant. An der Eingangstür klebte ein Plakat, auf dem groß „25 Jahre“ stand und eine gute Gastronomiebewertung, aber als F den Inhaber fragte, wann sie das Restaurant (er sagte Restaurant, nicht Imbiss) eröffnet hatten, sagte er, vor 32 Jahren, und sie hatten nur fünf Jahre bleiben wollen. Es war Fs Geburtstag und ich fragte ihn, was ich ihm schenken könne. Heutzutage verschenkt man keine Bücher mehr, schon gar nicht solche, die man (der Beschenkte) angeblich unbedingt lesen müsse. Und Musik? Mein letztes Mixtape ging an T., das war im Spätsommer 2012. Hier ist die Tracklist. Einige Jahre lang habe ich meinen Geburtstag so gefeiert, dass ich meine Gäste darum bat, auf keinen Fall ein Geschenk mitzubringen, dafür aber eine kleine artistische Einlage vorzubereiten, das Thema war frei. Jemand führte einen Zaubertrick vor, es gab einen mathematischen Beweis, ich erinnere mich an selbst angefertigte Comics, die Panels lagen im Großformat auf dem Teppich, einer führte auf einem winzigen Kinderklavier mit höchstens 16 Tasten John Cages 4.33 auf, einmal brachte jemand einen Kurzfilm auf VHS mit, über den wir dann diskutierten, jemand warf den alten Diaprojektor an und zeigte Landschaftaufnahmen aus aller Welt, und Städte aus den 60er Jahren und wir sollten herausfinden, aus welcher Region sie stammten. Die Idee verbreitete sich. Es gab eine legendäre Geburtstagsfeier bei S, einer gemeinsamen Freundin von F und mir, bei der F und ich aus Peter Handkes „Publikumsbeschimpfung“ im Wechsel lasen und ein anderer Gast eine lange, lässige selbst verfasste Geschichte, an deren Inhalt ich aber keinerlei Erinnerung mehr habe, weil ich mich auf seine Stimme und auf die Art seins Vortrags konzentrierte. Ich könnte F fragen, worum es in der story ging, er erinnert sich, fast wahllos, an alles. F arbeitet als Selbstständiger in einem Gemeinschaftsbüro und er erzählte mir, sie würden seit neuestem jeden Mittwoch beim gemeinsamen Mittagessen kleine Referate anhören, zu beliebigen Themen, wobei es nur eine Vorgabe gäbe: sie dürfen nichts mit dem Job zu tun haben.

Audio

(from Wandermüde © 2012)

„Einer der Tischgenossen zog die verstreuten Karten an sich und machte so einen Großteil des Tisches frei; doch er tat sie nicht zu einem Päckchen zusammen und mischte sie auch nicht; er nahm eine Karte und legte sie vor sich hin. Wir alle erkannten die Ähnlichkeit seines Gesichtes mit demjenigen der Kartenfigur und glaubten zu verstehen, dass er damit ‚ich‘ sagen wollte und sich anschickte, seine Geschichte zu erzählen.“

(Italo Calvino)

 

Ray Davies should have been our special guest, but he couldn’t make it, possibly he will, at one time, return to his favourite German town. A perfect place for re-installing his „Green Preservation Society“, in a hinterland full of castles, horses, dead rails and whimsical country lads. So there we were, the fearless six, girls and guys, Lajla, Martina, Gregor, Jochen, Ulrich and me, coming together at the „Dorfkrug“, under old trees, on green grass, soft drinks on the table. We had many stories to tell in the heat of the day, a soft breeze kept everything swinging and everybody at good mood. Though half of the bunch were missing, this mix of old and new friends, aquaintancies and lovely strangers, with all their different backgrounds, had a touch of Italo Calvino – unclear proportions of fate and randomness, talking to the rhythm of the moment – holes and revelations, strictly confidential. Thinking music, Ulrich and I hailed Peter Gabriel’s „Melt“ as being his best solo album. At least that can be revealed.

2017 29 Mai

Grüne Nostalgie …

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Ein Ausschnitt aus dem Parteiprogramm der Grünen aus dem Jahr 1987. Wer es nicht mehr erinnert: „IuK-Techniken“ (sie meinen „Technologien“, aber lassen wir das mal beiseite) steht für „Informations- und Kommunikationstechnologien“, im Vor-Internetzeitalter das Schlagwort für alles, was mit Computern und Digitalisierung zu tun hatte.

Man fragt sich, was sie wohl damals unter „nicht-technologischen Alternativen“ verstanden haben mögen. Trommeln? Treppenhaustratsch? Flurfunk? Rauchzeichen?

2017 29 Mai

Mary Anne Hobbs remembers „Low“

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„I remember sitting on my bedroom floor, playing Low over and over again. It was one particular track that really resonated with me, which was ‚Subterraneans‘. My love of space and texture probably established itself in that moment. As a kid I remember thinking to myself, ‚I wonder what he’s trying to tell me in these lyrics?‘ in that extraordinary language that he created for this piece. I honestly believed that if I could decode the lyrics that I would get the keys to the gate. I interviewed him a couple of times and I did have the opportunity to talk to him about the lyrics to ‚Subterraneans‘ but I decided not to, actively so. I didn’t want a straight answer. I love the idea of being lost inside that mystery and having to solve it personally and I’m still trying to do that, I return to it over and over again.

One of Bowie’s favourite artists was Francis Bacon and his greatest quote was, „it’s the job of the artist to deepen the mystery“ and it was just something that Bowie excelled at, no matter how much he gave, which was so much of himself in every dimension. The element of mystery still superseded everything. I think texturally, definitely, that was the seed for me. That beautiful atmosphere that Eno creates as that track rolls out. At that age, I hadn’t experienced anything like that in my life, so it touched me very, very profoundly. For me one of the primary reasons to buy an album has always been the artwork and I remember seeing his face, that beautiful image of him, his head and shoulders sideways facing on and the orange glow all around him. I thought, ‚I need to know who this man is'“.

Nun hat also auch für den schwarzgelben Fan unter und in uns die Fußballsaison noch happy geendet, nachdem bereits letzte Woche Hannover auf-, Stuttgart glanzvoll auf-, Düsseldorf nicht abgestiegen sind. Aber wieso wurde Helene Fischer in der Halbzeitpause in Berlin ausgepfiffen? Ich dachte eher, dass es gemeinsame Schnittmengen o.ä. bei den Fanclubs gibt. Freddy Bobic, früher Stuttgart, jetzt Frankfurt, immer gern mehr Äffle als Pferdle, hatte eine Erklärung parat: „Weil wir Fußball spielen und die wahren Fans des Fußballs haben da in der Halbzeitpause keine Lust drauf.“ Geht es also um ein Stück Leitkultur: wir singen, wenn wir gefragt sind (gell, Herr Özil? Und laut wie Buffon)!“ Auch Anastacia bekam den Unmut der „Fans des Fussballs“ zu spüren, als sie zum Ende der Saison im Münchner Stadion in der Halbzeit nicht zu leise, aber zu lang sang; das Spiel wurde mit einer Viertelstunde Verspätung wieder angepfiffen. In Stuttgart ist für Verspätungen kein Star zuständig, sondern der Stadionwirt. Der ist bei jedem Heimspiel aufs Neue überrascht, dass nach 45 Minuten Pause ist, und beginnt, die Würste auf den Grill zu legen … Wahrscheinlich hängt eh alles mit den Würstchen zusammen: wer kann schon mit einer Wurst in der einen, einem vollen Pappbecher in der anderen Hand auf die Eins klatschen? Da hatten es die Stuttgarter mit ihren Aufstiegspartygästen DIE FANTASTISCHEN VIER besser: die Fäuste kann man auch mit Roter Wurst und Bier in die Luft strecken, vorausgesetzt, man hält die Wurst ganz fest und den Pappbecher eher weniger fest umklammert.

2017 27 Mai

Kindheitsdinge

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Es ist ein Kindheitsding, zu Sgt. Pepper zurückzukehren. Und wie es so ist auf Zeitreisen, ist das Ich des Reisenden ein anderes – nicht so häufig passiert es, dass auch das Zielobjekt eine veränderte Gestalt annimmt, aber diese neuen Stereo- und Surroundmixe des Sohns des fünften Beatles sind genauso verblüffend, wie es unzählige Magazine und Internetforen verkünden. Ich konnte gestern mein elektrisches Kino kaum verlassen, als ich den Tag zur Nacht machte, und das wichtigste Album meiner frühen Teenagerjahre (fucking 12) von allen Seiten auf mich einrauschte, wieder und wieder, und der unfassbare Schlussakkord des finalen Songs eine wiederkehrende Ganzkörpergänsehaut erzeugte. Vielleicht ist heute einer der Tage, an denen ich einen Wunsch frei habe: ich will, unbedingt, Pokalsieger werden. Als magisches Ritual lief heute, als Einstimmung, Grandaddys jüngstes Album, auf der Autobahn, nonstop. Ich bin nicht in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, um den Fussballblues zu erleben. Das ist übrigens auch ein Kindheitsding. (Münster, Marktcafé, 11.02 Uhr) P.S.: DONE! Morgen dann in Dortmund, Kreuzviertel, you’re welcome!

 
 
 

 

 

von links nach rechts: 1. Reihe, Sgt. Pepper, Apfelsaftschorle, Currywurst mit Pommes Frittes und hauseigener Sauce (Strobels, neben dem Stadion) – 2. Reihe: alles Dortmunder (lauter Wesen und Dinge, die in der alten BRD und noch früher Spuren hinterlassen haben; keine Ahnung, allerdings, ob der BVB vor der Erfindung der Currywurst gegründet wurde, Uwe Timm hat mal ein Buch darüber geschrieben) 

2017 26 Mai

Beware of Brutter

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„For all its seeming randomness, music like this doesn’t just happen. What might seem on the surface like chance events are actually compositional strategies (even when they are also, at least partly, chance events too). We have to credit the broad range of experience in the varied careers of Christian Wallumrød (born 1971) and Fredrik Wallumrød (born 1973) as both composers and instrumentalists (in other lives Christian is a pianist; Fredrik a drummer; both have long and impressive discographies). They take joint credit for all of the contents of ‘Reveal and Rise’, co-composing and playing drum machines, synths and electronics.“

(Hubro Headquarter)

 

Man könnte auch sagen: „Beware of the dog!“ Man ist selber dafür verantwortlich, was passiert, wenn man sich auf diese Platte einlässt. Es ist weder Free Jazz noch Free Techno oder Norwegian Death Metal, es ist schlicht eine unheimliche Vibrationsdichte in diesen Stücken, die wenig Raum zwischen Flucht- und Suchtreflexen lässt. Ganz anders, aber die gleiche Klasse wie das erste Album der Battles. (m.e.)


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