Manafonistas

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2017 28 Apr

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (136)

von: Gregor Mundt Abgelegt unter: Blog | TB | 3 Kommentare

Was für ein Moment, wenn die neue, noch ungehörte, lang erwartete Schallplatte auf den Plattenspieler gelegt wird und Musik erklingt, die sich noch als viel großartiger erweist als erwartet! Genau das durfte ich gestern wieder erleben. Die Platte war eigentlich so bestellt worden, dass sie am Erscheinungstermin bei mir hätte eintreffen sollen, spätestens aber einen Tag darauf. Nun musste ich fast eine Woche auf die Scheibe warten, weiß der Teufel, was da schiefgelaufen ist. Dadurch wurde allerdings die Vorfreude gesteigert, natürlich auch wegen der Artikel, die hier auf manafonistas.de über die Neuerscheinung bereits veröffentlicht wurden. Die Rede ist natürlich von Ray Davies von den Kinks, der sich mit Americana nach zehn Jahren wieder zurückmeldet. Im Juni wird der wunderbare Sänger und Komponist 73 Jahre alt und, man fasst es kaum, seiner Stimme merkt man das Alter kaum, eigentlich gar nicht an an.

 
 
 

 
 
 

Über den Bezug der Platte zur Biographie des Meisters, die Mitwirkung von Karen Grotberg und The Jayhawks muss hier jetzt nichts wiederholt werden, aber etwas möchte ich schon noch anmerken:

Ehrlich, mich fasziniert das ganze Album, viel mehr noch als die vor einem Jahrzehnt erschienene letzte Platte des Meisters Working Man’s Café und die war auch schon wirklich gut. Americana ist persönlicher, ja, nahezu intim geraten. Wirklich anrührend die Spoken Word-Passagen, die hören sich an, als seien sie mit einem Uher-Report und ziemlich einfachen Mikrophonen aufgenommen worden und dann auch noch sehr nah, ungeheuer direkt gesprochen: besonders schön kann man das bei den Stücken „Silent Movie“ und dem Übergang zu „Rock`n`Roll Cowboy“ hören.

Und dann singt Ray Davies die Einleitung zu einem Song, den wir alle kennen, ganz unbegleitet, ganz allein, auch wieder sehr persönlich und direkt, nur fünf Sekunden lang, zunächst hört man ein Knarzen, etwa so, wie sich eine alte Holztreppe anhört, dann singt Ray Davies eine Zeile aus dem Song, kurz an “All Day And All Of The Night“ (ein Song, der es 1964 bis auf Platz 2 der englischen Hitparade schaffte), es folgt eine kurzes Intro auf einer akustischen Gitarre, das Thema des Songs wird wiederholt, bevor “The Man Upstairs“ beginnt und in “I’ve Heard That Beat Before“ übergeht. Ganz große Klasse! Also diese Platte gehört für mich in die Top 10 des Jahres 2017 und sollte in jedem Plattenschrank zu finden sein. Ich bin begeistert!

 

P.S. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem Cover meiner ersten Kinks-LP Face To Face!

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 28. April 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Lajla:

    Dann hat’s dich also auch erwischt. Über ‚All Day And All Of The Night‘ gibt es ja von Ray selbst die schoene Anekdote, dass einmal auf Tour bei Marianne Faithful gefensterlt wurde, der Minnesaenger jedoch leider von der Feuerleiter fiel. Gerry von den Peacemakers und Ray spekulierten, wer wohl bei ihr war und verdaechtigten hauptsaechlich den Tour Manager.Als Ray dann beim naechsten Konzert mit Krücken auf die Bühne kam, konnte sich Gerry die Melodie nicht verkneifen, er sang tagelang ‚ All Day And All Of The Night.‘
    „What can I say what can I do those memories keep reappearing.“

  2. Gregor:

    Diese Geschichte ist mir neu, ist ja der Hammer!

  3. Michael Engelbrecht:

    Wie wahr und wunderbar, das alles.

    So toll wie eine neue Robert Wyatt-Platte, die es nicht mehr geben wird. Aber immerhin singt Robert Wyatt ein wenig auf einem Song von Paul Wellers in Kürze erscheinender „A Kind Revolution“. Und spielt ein bisschen auf seiner Trompete, die ihm einst Harry Beckett schenkte.

    (Ja, mein neues Leben als comment-writer. Den nächsten Blogtext dann kurz vor oder kurz nach dem Mana-Treffen in Münster, die Empfehlungen für Juni dann …)


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