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2017 27 Apr

Der Münsteraner Liederdieb

von: Jochen Siemer Abgelegt unter: Blog | TB | Kommentare geschlossen

In Münster geht ein Liederdieb umher. Er entstammt der gleichen diabolischen Dynastie wie einst der Rattenfänger zu Hameln und ebenso listig versucht er seine Gefolgschaft zu betören, durch Musik. Es handelt sich bei dem westfälischen Artgenossen allerdings um artfremdes Material, das er – ohne hierfür auch nur im Geringsten die Kopierrechte zu besitzen – in simples Fingerzupfen transkribiert: in münsteraner Pickingmuster. Das bringt die Plattenindustrie zur Weissglut, sie schickt ihm zwei der besten Fernsehkommissare auf die Fersen. Doch leicht ist ihm nicht beizukommen, er wechselt die Gestalt mit jedem seiner Lieder. Die eignet er sich an und also fragen sich Inspektor Thiel und Jurist Börne: wer ist der Mann und wenn ja – wie viele? Jüngst sah man ihn des Nachts bei Vollmond freihändig auf einem schwarzen Schimmel reitend, am Ufer des Aasees entlang, dazu auf der Flamencogitarre die Version eines bekannten Songs der Band Blonde Redhead spielend. Deutet der Titel „Dr. Strangeluv“ schon auf den Songverfälscher hin, ist das eine seiner Maskeraden, mit denen er stets entkommt? Auf einem Kurzfilm, den ein Filmemacher aus Berlin den Kommissaren zuspielt, sieht man den Übeltäter frech in eine Kameralinse grinsen und hierbei in bekannt verzerrter Weise den Philosophen Georges Bataille zitieren: „Ich spiele meine Lieder wie ein Mädchen, das sein Kleid auszieht … .“ Rätsel über Rätsel: Who the fuck is this invisible man? Nach langem Suchen fand sich nun das Original, auf Youtube – in Schwarzweiss nur, doch zumindest eine wage Spur.

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