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2017 20 Mrz

Von griechischer Musik …

von: Lajla Nizinski Abgelegt unter: Blog | TB | 8 Kommentare

Die Sprache reicht zur Verständigung nicht aus.

Maria Callas höre ich gerne an verregneten Sonntagmorgen, wenn die Sternstunde der Philosophie wegen der Themenwoche ins Wasser fällt. DIE Callas verspricht Drama und Tragödie, sie ist die von Richard Wagner modellierte Sãngerin für seine Opern. Ihr Stimme ist hart wie Hera, Maria mochte sie selber nicht besonders. Mit ähnlich faszinierendem, antiwarmem Timbre sang Maria Farantouri, als ich vor ein paar Jahren in ihrem Konzert in Athen war. Diese beiden Divas sind von einer unnahbaren Entrücktheit, die bei mir Ehrfurcht auslöst.

Hier in Paphos erlebe ich in den lokalen Clubs meist sehr talentierte Bouzouki Spieler, die meist Sängerinnen im Rembetiko style begleiten. Auf die Dauer wirkt diese Musik auf mich etwas eintönig, vergleichbar einfallslos wie das Essen hier.

Gestern Abend war allerdings ein hoch diffiziles, dramatisches Tanzgeschehen auf dem Town Hall Square. Zu allen möglichen Musikgenres wurden exzellente Tänze aufgeführt. Ich konnte mit mehreren Zyprioten ins Gespräch kommen. Und alle antworteten auf meine Frage, wer ihr Lieblingssänger sei mit: Pantelis Pantelidis. Ich hörte mir auf youtube das Stück „Ginete“ an. In der Pubertät wäre ich ihm verfallen und hätte tief geschluchzt. Er ist mit nur 32 Jahren vor einem Jahr bei einem Autocrash ums Leben gekommen. Einige nannten Remos Antonio und Chatrigianis. Ich habe diese beiden Musiker nicht im Netz gesucht, aber eine zypriotische Sängerin, die in Paris lebt und hier als Gast auftreten wird. Ihre Stimme ist sensual wie velvet, ihre Feelings weich wie Feigen. Sie heisst Vakia Stavrou. Für mich ist sie eine schöne Entdeckung.

Natürlich muss hier Eleni Karaindrou genannt werden. Meist lief auf meinem Tablet ihr für den Film Ulysses Gaze komponierter Soundtrack: Ulysses. Ein klarer Klang wie die Luft im Trodoosgebirge.

Ein Jungferngrauenerlebnis hatte ich in einer englischen Bar mit Karaoke. Die Engländer besetzen die Küstenstreifen immer noch und liefern sich an den noch kühlen Abenden diese Singerwettstreits. Deep Purple, U2 und Dannyboy waren die Hits. Als ich aufgefordert wurde, auch mal zu singen, winkte ich scheu ab. Später dachte ich nach, was ich gesungen hätte:
 
Day in my life / Beatles

Don’t forget to dance / Kinks

Und Ihr?

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 20. März 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

8 Kommentare

  1. Jan Reetze:

    Ich wusste gar nicht, dass die Callas auch Wagner gesungen hat. Eigentlich sollte ich das wissen, da ich nun gerade ihre nicht-italienischen Opern mehr schätze als die italienischen.

    Man kann halt nicht alles kennen.

  2. Michael Engelbrecht:

    Gut, dass du nicht Zypern im Juni anbietest, L – ich müsste mir Sorgen um meine Karriere als Reiseleiter und Animateur machen! Bei Callas kann ich natürlich gar nicht mitreden – ich wäre ihr nur in Jean-Jacques Berneixs Film DIVA verfallen! If you see her, say hello!

  3. Wolfram Gekeler:

    Was ist denn ein Jungferngrauenerlebnis??? Vielleicht Wagner in einer griechischen Karaoke-Bar. Oder DeepPurpleChildInTime-die-eine-Stelle: ujuju ujuju uju oder die andere: ayyaya ayyaya yya. Vielleicht kommt man diesem Grauen-Dinx-Xanx mit deutschem Liedgut am nächsten: heejo heeejoh hejoheejo. Als Kind gefiel mir die 4.Strophe am besten, da saß plötzlich hoch auf dem gelben Wagen ein Gerippe … Aber nicht mal darüber würde ich in einer Bar singen.

  4. Michael Engelbrecht:

    My singing is so terrible that I would kill every song I love.

    So I would sing Elton John’s CANDLE IN THE WIND.

  5. Lajla:

    Jan, Tristan und Isolde, sehr ergreifend.

    Michael, nun hast du von so einer großen Elton John Vorlage „Candle in the Wind“ ausgewählt, ich fasse es nicht :)

    Wolfram, wenn zum ersten mal, dann Jungfer :) Karaoke war ziemlich gruselig.

  6. Uwe Meilchen:

    Lajla, ich habe gestern zufällig zwei Alben gehört, die zu deinem griechisch angehauchten Blogeintrag passen, und zwar zwei Alben von Irene Papas, griechische Sängerin und Schauspielerin: „Odes“ und „Rhapsodies“… bei YouTube gibt es einige Clips um Dir einen Eindruck von Ihrem Gesang zu vermitteln. (Lass‘ mich einmal wissen, ob „das“ etwas für Dich ist!) ;-)

  7. Michael Engelbrecht:

    Ich würde auch GRIECHISCHER WEIN singen, L!

  8. Lajla:

    Uwe, habe mir zwei Stücke von Irene Papas angehört. Sie hat auch so eine starke, leider harte STIMME.

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