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2016 30 Dez

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (127)

von: Gregor Mundt Abgelegt unter: Blog | TB | 8 Kommentare

was noch zu sagen wäre …

 

Das sich nun zu seinem Ende neigende Jahr hat uns so viel wirklich gute Musik gebracht … und doch, es war so traurig, denn unglaublich viele herausragende Musiker, die uns über lange Zeit mit so guter Musik beschenkt haben, sind gestorben. Wenn ich nun an die für mich wichtigsten Musiker, Musikproduzenten und Tonmeister erinnere, möchte ich auch gleich jeweils ein hervorragendes Werk der Verstorbenen nennen.

 
 
 

 
 
 

03.01. Paul Bley: „Tears“ Eine wunderbare Soloplatte des Meisters, aufgenommen in Paris und veröffentlicht auf dem OWL-Label, produziert von Jean-Jacques Pussiau.

05.01. Pierre Boulez, er studierte Harmonielehre bei Olivier Messiaen, das nur nebenbei (!). 1981 wurde in Donaueschingen „Répons“ uraufgeführt, ein Werk für sechs Solisten, Ensemble und Live-Electronic.

10.01. David Bowie! Erinnern möchte ich an meine erste Bowie-Platte „Space Oddity“ von 1969.

08.03. George Martin: 1966 und 67 von Martin produziert und im Juni 1967 veröffentlicht: The Beatles „Sgt.Pepper´s Lonely Hearts Club Band“.

09.03. Nana Vasconcelos: Zwischen den Jahren 1978 und 1982 erschien „Codona“, mit Collin Walcott und Don Cherry.

Am 11.03. verstarb Keith Emerson und am 07.12. folgte ihm Greg Lake, letzterer, Sänger und Gitarrist, arbeitete bei King Crimson und war Mitbegründer von Emerson, Lake and Palmer. Keith Emerson, Keyboarder bei Nice, gründete 1970 ebendiese Band, von der ich das 1971 vorgestellte Live-Album „Pictures at an Exhibition“ auswähle.

02.04. Gato Barbieri. Der Tenorsaxophonist arbeitete oft mit Nana Vasconcelos, auch mit Dino Saluzzi und vielen anderen. Auf dem großartigem Album, das unter der Leitung von Carla Bley entstand, „Escalator Over The Hill“, wirkte er mit.

Am 15. August verstarb Bobby Hutcherson, ein Vibraphonist, den ich besonders verehrt habe, zahlreiche LPs von ihm finden sich in meinem Plattenschrank. 1994 veröffentlichte er zusammen mit McCoy Tyner „Manhattan Moods“.

Eine Woche später, am 22.08. verließ uns Toots Thielemans, der Mundharmonikaspieler. Er wirkte auf so vielen Platten mit, spielte mit NHOP, mit Joe Pass, Shirley Horn und eben auch mit Bill Evans, 1979 erschien das wunderbare Album „Affinity“.

1964 wurde „A Love Supreme“ von John Coltrane veröffentlicht, er hat es aufgenommen, viele andere legendäre Platten in seinem Tonstudio produziert; Rudy Van Gelder, er starb am 25. August.

Am 7. November dann verließ uns Leonard Cohen, „You Want It Darker“ ist inzwischen meine liebste Platte von ihm.

Pauline Oliveros folgte ihm am 24. November, sie war eine Komponistin und ganz außergewöhnliche Akkordeonistin. 2006 veröffentlichte sie „The Roots Of The Moment“.

 
 
 

 
 
 

Noch ein letztes: schade, manchmal entdecke ich im Dezember noch Schallplatten, die ich zu gerne mit in die Bestenliste des Jahres eingebracht hätte, aber leider, zu spät. Dieses Jahr geht es mir so mit zwei ganz wunderbaren Veröffentlichungen des Pianisten Stéphan Oliva, die eine zusammen mit Francois Raulin „Correspondances“ (hier kann man das Stück „Jimmy (á Paul Bley)“ hören oder eine besonders hörenswerte Version von „Sometime I Feel Like A Motherless Child“), die andere gemeinsam mit dem Klarinettisten Jean-Marc Foltz: „Gershwin“, eine Platte, die, hätte ich sie früher entdeckt, unter die ersten 10 Lieblingsplatten des Jahres 2016 gekommen wäre. Anyway!

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 30. Dezember 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

8 Kommentare

  1. Radiohoerer:

    Hallo Gregor, danke dass du an Stèphan Oliva und Jean-Marc Foltz gedacht hast.

    Ich finde ihre Gershwin-CD zwar nicht zu 100% gelungen, aber den Mut die wohl sehr bekannten Lieder von ihm neu zu interpretieren, kann man nicht genug Respekt entgegen bringen. Ein Geheimtipp, den ich vielen Hörern wünsche!

  2. Jan Reetze:

    Zu der Verlustliste würde ich gern noch Nikolaus Harnoncourt hinzufügen, der meine Klassikwahrnehmung beeinflusst hat wie sonst wohl nur noch Guenter Wand.

    Und ja, die Jahresbestenliste am 6. Dezember ist zu früh. So konnte ich dieses Jahr Kate Bush nicht mehr berücksichtigen. Die wird dann in meiner 2017-Liste erscheinen, aber da gehört „Before the Dawn“ ja dann eigentlich nicht mehr hin.

  3. Martina Weber:

    Ich verstehe auch nicht, warum wir die Jahresbestenliste schon bis 6.12. erstellen und veröffentlichen sollen. Wenn man nicht bei den Gründungsriten mitmischt, sind die Regeln immer schon da. Ich habe es einem Freund erzählt, dass wir die Listen bis 6.12. machen, und er sagte, wahrscheinlich soll es zu Weihnachtskäufen animieren. – Aber wir sind doch antikommerziell. Also, warum nicht den Termin verschieben?

  4. Michael Engelbrecht:

    Ich glaube, diese Dinge sind nicht so weitreichend und bedeutungsträchtig, dass man ihnen mit totaler Terminseriosität begegenen sollte. Der Nikolaustag hat was Spielerisches, und enthält, was die Listen einzelner angeht, genug Anregung.

    Niemand verfügt ohnehin über den Überblick über alle Jahresveröffentlichungen, die Listen sind also sowieso selektiv, tagesempfindungsbeeinflusst, und das eine oder andere wird gar schlicht vegessen. Eine Diskussion hierzu hat den Charme von Putzplänen für Wohngemeinschaften. Wo das Spielerische fehlt, produziert der Ernst nur lachhafte Pointen.

  5. uwe meilchen:

    „Nip in the bud“, I’d say.

  6. Martina Weber:

    The kahuna has spoken. I´d say.

  7. W.P.:

    Auf die Verlustliste ist auch Schlagzeuger Alphonse Mouzon zu setzen. Er starb mit 68 am 25.12. Jeder kennt wohl den Auftritt auf den Berliner Jazztagen 1976 mit Albert Mangelsdorff und Jaco Pastorius. Vielleicht erlebe ich ja noch die Veröffentlichung dieses Konzertes auf DVD oder Blue Ray.

  8. Lajla:

    MERLE HAGGARD 6. April. Sein Erbe trägt der 22 jährige Mo Pitney ebenbürtig. Listen to „Farmer’s daughter“.


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