Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2016 28 Nov

Walter Bachauer & Steve Reich (2)

von: Hans-Dieter Klinger Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , | 3 Kommentare

DRUMMING

 

Das Berliner Festival des Sommers 1972 – von Walter Bachauer initiiert nach dem Vorbild von Hans Ottes „pro musica nova“ – präsentierte Steve Reich and Musicians mit Drumming. Der RIAS und SFB nahmen auf. Im Mai 1973 sendete Bachauer diesen Mitschnitt im Avantgardemagazin. Ich saß vor den Lautsprechern, und mein Revox A77 lauschte mit. Meine Eindrücke sind nicht zu beschreiben – eine unerhörte, eine nie zuvor gehörte Art von Musik …

 
 
 

 
 
 

Das Tonband ist verschollen, nur meine Notizen in der Tonbänder-Kladde existieren noch. Im Jahre 1974 erschien bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft jene legendäre 3-LP-Box, die Steve Reichs Bekanntheit enorm förderte. Zum 80. Geburtstag Steve Reichs in diesem Jahr gab es ein 180g-Vinyl-Reissue dieser Box. Weil das Booklet meiner 1974-Ausgabe verloren gegangen ist, habe ich die Wiederveröffentlichung erworben. Das neue Beiheft enthält erstaunliche Ergänzungen …

 

By 1974 Steve Reich was emerging from what one music critic called „that underground pantheon where he was installed as composer in residence to the young and initiated“, going on to say that Deutsche Grammophon had now „produced the album which [brought] Reich above ground“: the 3-LP set of Drumming, Six Pianos and Music for Mallet Instruments, Voices and Organ. The album, recorded in Hamburg in January 1974, had been released in the autumn of that year (early 1975 in the US). The history of its inception, however, goes back to May 1972, and is richly documented in a remarkable series of letters, telexes, telegrams, internal memos and protocols preserved in a Deutsche Grammophon A & R file – including no fewer than 46 letters from Steve Reich himself, mainly addressed to his producer Dr. Rudolf (Rudi/ Rudy) Werner.
 
aus dem Beiheft zu
Drumming, Six Pianos, Music for Mallet Instruments, Voices and Organ
DGG 479 6310

 

… und weiter mit

It was Walter Bachauer, the director of avant-garde music at the Berlin Festival, who first recommended Drumming to Rudolf Werner in a letter of 11 May 1972 …
 
 
 

 
 
 
On 31 May Bachauer sent Werner a tape of Drumming, Reich’s tour plan and the Berlin Festival programme. Reich was to be in Berlin from 6 to 11 July; he and Werner first met up there.

 

Das kann nur ein Band eines frühen New Yorker Mitschnitts gewesen sein.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 28. November 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Im Mai 73 bekam ich mein offizielles Abitur bei einer totlangweiligen Feier. Hätte ich damals nur mehr von Walter Bachauer gewusst. Sein Avantgardemagazin war wohl in NRW nicht zu hören. Einen Teil von Drumming hörte ich in jener Zeit im WDR – ich war sofort hypnotisiert!

  2. Rosato:

    Bachauer lebte in einer Zeit, da empfing man nur die lokalen Sender über UKW. Der RIAS (Radio Im Amerikanischen Sektor) war in Berlin, in Oberfranken (Sender Hof) und in weiten Teilen der DDR zu hören. Die Information der DDR-Bürger war ja eine zentrale Aufgabe des Senders.

    Jan Reetze konnte RIAS in Hamburg nicht empfangen, NRW ist zu weit entfernt von den Senderstandorten. Bevor RIAS über UKW ausstrahlte, war RIAS 1 nur über MW zu hören, allerdings übel zugerichtet von Störsendern aus dem Osten.

    Soviel ich weiß, wurde der RIAS/SFB-Mitschnitt allen BRD-Sendern und einigen des Auslands zur einmaligen Sendung zur Verfügung gestellt. Vielleicht finde ich einen Beleg diesbezüglich. Wenn du 1973 Teile von Drumming gehört hast, dann war es vom Auftritt 1972 in Berlin.

  3. Michael Engelbrecht:

    Das war bestimmt die RIAS-Ausleihe.
    DRUMMING stand für mich da wie ein Solitär.

    Bis bei ECM Jahre spätet Music for 18 Musicians erschien.

    Bis Brian Eno mir von It“s Gonna Rain erzählte als Lieblingsstück, und wie die Asynchronizität der Tonbandschleifen unmittelbar die ganz anders klingende Welt von Music fir Airports beeinflusste.


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