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Brian Hylands Version von „Sealed With A Kiss“ ist kurz zu hören auf einer von Dons letzten Autofahrten. Man sieht ihn niemals so oft „on the road“ wie in den letzten sieben Folgen dieser Klasseserie. Der Mann von der Madison Avenue wird zum Drifter, zum Herumtreiber.

Und, ohne etwas zu verraten, sollte man sich, wenn man die letzte Folge gesehen hat, kurz die Hochgeschwindigkeit der ersten Szene und die absolute Ruhe des letzten Bildes (ein „film still“, das schon im bewegten Bild die Ruhe eines Mantras ausstrahlt) vergegenwärtigen. Und wie wunderbar gegenläufig, einen doppelten Boden auslegend, die beiden Schlussmusiken im Abspann …

Die vorletzte Folge legte vor, mit einem Titel, der einem, nach den ersten Szenen, den Atem stocken lässt, so dezent wird man in die Irre geführt: „The Milk And Honey Road“. Läuft das Leben nun fortwährend in vertrauten (unheimlichen oder harmlos eingeschliffenen) Mustern ab? Bis etwas endgültig reisst! Wie kommt man aus der eigenen Haut raus, und rettet sie gleichzeitig? Wie springt man über den Schatten, ohne sich in den Schatten zu verlieren? Wie retten die beteiligten Figuren (und können sie das überhaupt) ihre Würde?

Über die Schlusszene von „Lost“ wurde viel gelästert, sie machte Sinn, war aber schon grenzwertig nah am Kitsch. Es gibt allerdings eine Dosis von Kitsch, die dem üblichen Lamentieren über Hollywood’sche Gefühlsgängelei gute Argumente entgegen hält. Hier, in „Person To Person“, auch einem anfangs leicht wunderlich wirkenden Titel, ist nun alles kitschfrei, obwohl Sad Endings und Happy Endings sich die Waage halten.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 13. August 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Jan Reetze:

    Zu den faszinierendesten Aspekten von MAD MEN gehört, wie die Macher der Serie es immer wieder schaffen, mit den Schlussmusiken Inhalt und Atmosphäre der jeweiligen Episoden entweder zu bestätigen oder kippen zu lassen. Gerade, weil es Originalmusiken sind, keine speziell geschriebenen Filmmusiken, können diese meist ja nicht einmal ausgespielten Stücke die eben zu Ende gegangene Episode rückblickend in ein ganz anderes Licht setzen. Dieser Effekt ist ganz bewusst eingesetzt, und ich kann mich nicht erinnern, dass eine andere Serie das vorher schon gemacht hätte.

    Mein Eindruck ist, dass MAD MEN eher zu spät als zu früh beendet worden ist. Die Serie ist nach der siebten Staffel vollständig auserzählt und auf dem Weg zu Willkür und Beliebigkeit. Aber sie wird später einmal als Klassiker gesehen werden. Mit Recht.

  2. Michael Engelbrecht:

    Einspruch: it was worth all the time, for me at least.

    Auch, wenn gewisse Muster durchschaubar sind, ist das Überraschungselement für mich stets präsent geblieben.

    Mit den Musiken, ja, das ist hochinteressant. Würde aber bei Sons of Anarchy, Justified auch so gehandhabt, allerdings nicht immer gegenläufig zur Story!

  3. Michael Engelbrecht:

    Allerdings mag da mit hinein gespielt haben, dass ich stets grössere Pausen zwischen den Staffeln eingelegt habe, bis ich wieder neue Lust hatte, die Zeitmaschine in die Madison Avenue zu betreten.

    Und, hey, was gab es für exzellente Szenen und Szenarien in den letzten zwei Staffeln. Über WATERLOO allein könnte ich, gut bezahlt :), einen 50 Seiten-Text schreiben.


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