Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archiv: April 2016

2016 30 Apr

Merman’s Song for Jim, Lou and David

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If the doors of perception were cleansed

everything would appear to man as it is, infinite (W.Blake)

In der „hauseigenen Review“ ist nicht zu viel versprochen worden. Ich habe die neue Brian Eno CD THE SHIP inzwischen etliche Male angehört: sie bleibt immer von gleich hoher Qualität. Vielleicht haben mich die pastoralen Klänge am Anfang mit Blake assoziieren lassen, vielleicht sind es die düsteren Wortfetzen, die ich herausverstehen kann:
 

Thin hour, wicked sun, young sky, I am lost …
 

Es erinnert mich an The END von den Doors, an deren metaphysische Welt, die den Versuch wagt: break on through to the other side. Die Sonne zeigt sich launisch,  abwartend, noch heisst es „waiting for the sun“ (Doors) und dann, maybe, „after the rain, after the rain“, vielleicht doch ein Befreiendes: „Here comes the sun?“ (Beatles)

„Piper pipe that song again!“, will man rufen. Eno versucht es schließlich mit seiner wunderbaren Stimme – jetzt nicht so sonorig wie im ersten Teil The Ship. Er hebt zum Lou Reed Song an:
 

I’m set free to find a new illusion.
 

Das Lebensschiff ist untergegangen. Arche Noah schwimmt weiter, bereits mit Meeresmann Kierkegaard an Bord.

Solange jemand Geräusche von Möwen, Wellen, Maschinenräumen so wunderbar in Musik umwandeln kann, solange gibt es Trost!

Was für ein Geschenk.

2016 30 Apr

Ad hoc!

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Es ist eine interessante Situation entstanden, was meinen Arbeitsmix aus Journalismus und Psychotherapie angeht – ein „drittes Territorium“ hat sich geöffnet, wie der Eingang einer Höhle in 1001 Nacht – und ich weiss keineswegs, ob ich hinterher mit leeren Händen oder einem Sack voller Gold an die Oberfläche zurückkehre. Nur stellt sich der Arbeitsalltag in Kürze dermassen drastisch um, dass ich einen Zeittrick, eine „Eselsbrücke“ anwende, um der Runde der Manafonisten erhalten zu bleiben.

Ich bin hinfort, ähnlich wie Gregor (der alle zwei Wochenenden zur Feder greift) der „Samstagsmann“. Was immer ich zu erzählen habe, wird hier an Samstagen auftauchen, wobei durchaus auch mal ein, zwei dieser Wochenendtage am Stück ausfallen können, ohne dass gleich Suchtrupps losgeschickt werden müssen. So wird es kommen – dieser selbst ausgehandelte Deal gilt bis Ende 2017.

2016 30 Apr

Short Energy Talk

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MHQ: Ist das die beste Reggae-Compilation?
 

Michael: Es ist eine verdammt gute Zusammenstellung,  sicher der Verkaufsschlager Nr. 1  von Soul Jazz Records, was ihre Ausgrabungen angeht aus den Archiven von – er war ein harter Bursche, aber er wurde gern so genannt – Sir Clemens Coxsone Dodd; tolle Kompilationen, die gibt es in berrächtlicher Menge, nicht nur bei Soul Jazz, auch die „Trojan Box Sets“ fallen mir da ein. „The Harder They Come“ von Jimmy Cliff war ja im Grunde die erste grosse Zusammenstellung, und mit ihr landete der Reggae im Bewusstsein der Westländer.

 
MHQ: Wie hast du „100 % Dynamite“ entdeckt?
 

Michael: Ein Bekannter eines Bekannten galt als Roots Reggae-Spezialist, und er brachte an einem Nachmittag ins  Waldhäuschen meines Kumpels einen Stapel alter Schallplatten mit, teilweise Originalpressungen aus Kingston. Und was ich da hörte, machte mich baff. Da waren sicher auch Leute dabei, die auf „100%“ versammelt sind: Ken Boothe, Horace Andy (der apäter auf grossartigen Massive Attack-Platten auftauchte), Lee Perry, Sound Dimension, solche Kaliber!

 
MHQ: Also eine Einstiegsdroge.
 

Michael: Auch eine Partydroge. Daniel Lanois, um den es so still geworden ist zuletzt, hat mir mal erzählt von einer Waldparty mit U2, und dass sie alle total auf „100 %  Dynamite“ abgefahren sind. Er erzählte auch, wie faszinierend er eine Musiksprache fände, in den Zeiten, wo sie noch auf der Suche sei, nicht perfekt formuliert, und, hier etwa, der Calypso und ältere Sachen noch ein wenig  im Hintergrund mitschwingen.

 
MHQ: Kannst du ein Lieblingsstück benennen aus dieser Sammlung?
 

Michael: Hmm. Jaaa, aber nur deshalb, weil dieses Album im letzten Jahr neu rausgebracht wurde, eine Art Jubiläumsausgabe mit Extratracks. Vinyl und CD. Da habe ich sie wieder gehört. Es gibt ja etliche grandiose Platten aus diesem „Studio 1“, Soul Jazz hat das ganze Arbeit geleistet. Also, das Tolle an solchen Sammlungen ist ja, nebenbei, die Erkenntnis: was für begnadete Sänger ballen sich da in der Urzeit des Reggae. „Scenius instead of Genius“, würde Brian Eno sagen. Eine völlig absurdistische Mythologie um den zwielichtigen Haile Selassie als Heilsbringer, aber unfassbar reichhaltige Musik. Wer da zum Rastafari wird, hat zuviel Ganja geraucht. Ah, ich schweife ab. Kürze bitte mein Geschwafel aus dem Diktafon! (Nö; Anm. des Herausgebers) Also, kurz und grossartig: ein „Killertune“ fällt mir sofort ein: „Drum Song“ von „Sound Dimension“, mit Jackie Mittoo an den Tasten! Laut hören, im Dunkeln hören! Natürlich die volle Dröhnung!

2016 29 Apr

Wayfaring Stranger

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1934. Ödnis in einem stillen Amerika. Der Grossvater ein Zyniker. Die Mutter um den Verstand gebracht. Ein Paar im Wald. Der Junge sieht die schöne Frau und fängt unter einem Baum an zu träumen. Er träumt nicht lange. Und dann geht es los. „The only sound was the wind blowing in the trees. I felt like I was in the middle of a black-and-white photograph whose content could change for the worse in a second.“ Am Rande taucht auch John Wesley Harding auf. Mehr wird aber nicht verraten. Am 9. Mai erscheint bei Heyne die nächste Chance, einen grossen amerikanischen Schriftsteller zu entdecken. Der Roman ist im Original nach einem uralten amerikanischen Song benannt, den schon unzählige Musiker interpretiert haben, von Charlie Haden bis Neil Young: „Wayfaring Stranger“. Diesmal kein Tausendseiter. Nur 500.

2016 29 Apr

„One Breath“

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„As much as The X-Files is a show about how horrifying the unknown and unknowable can be, and how powerless individuals are when facing the weight of oppression, it is also the story of two people who manage to find and maintain faith in one another. Mulder and Scully may never be able to topple a vast global conspiracy, but they will be able to help one another. In One Breath (from Season 2, 1994) Mulder’s affection helps to guide Scully home, and Scully helps to bring Mulder back into the light.“

2016 29 Apr

The Edgar Award 2016 for „The best paperback original“

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And the winner is:
 
The Long and Faraway Gone by Lou Berney 
 
 

Die Schuldgefühle von Überlebenden: ein uraltes Thema. Der amerikanische Schriftsteller erzählt von zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit ihrem Trauma des Übriggebliebenseins umgehen: Verdrängung, und obsessive Wahrheitssuche.

Der eine stolpert zunehmend über die Rückkehr des Verdrängten, die andere, fällt, ein Element jeder Obsession, auf Phantasiegespinste herein, zieht ihre „fixen Ideen“ allem Loslassen vor. Die Geschichte ist, wie man meinem Interview mit Lou Berney auf diesem Blog entnehmen kann, u.a. inspiriert von zwei Verbrechen in Oklahoma City, in den Achtziger Jahren.

Lou Berneys Werk ist wohl einer der zwanzig besten Thriller/Krimnalromane, die ich je gelesen habe. Fortlaufend unterläuft Berney stereotype Handlungsmuster, naheliegende Erwartungen des Lesers, und all die Klischees konventioneller Thrillerliteratur.

Der Roman ist so flüssig erzählt, dass einem nur im nachhinein aufgeht, wie kunstvoll er komponiert ist. Es ist auch nicht alltäglich, dass ein Roman gleich vier (!) Showdowns der besonderen Art bereithält, und an auf den letzten fünfzig Seiten von einer Atemlosigkeit in die nächste gerät. Das Problem ist, er ist auch vor diesem Finale kaum aus der Hand zu legen.

Es gibt nicht viele Autoren (Elmore Leonard ist ein Meister darin gewesen), die es verstehen, mal trockenen, mal rabenschwarzen Humor und Caravaggio-Noir so zu verbinden, dass es nicht hanebüchen und manieriert wirkt. Lou Berney gelingt das geradezu schwebend. (m.e.)

2016 29 Apr

Andando el Tiempo

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Am 11. Mai feiert Carla Bley ihren 80. Geburtstag. ECM feiert mit und veröffentlicht am 6. Mai bei ECM Andando el Tiempo, das neue Album des Trios Carla Bley mit Andy Sheppard und Steve Swallow. Es präsentiert neue Musik aus der Feder Carla Bleys. Das Trio mit Sheppard und Swallow fungiert seit mehr als 20 Jahren als ideales Medium für Carlas Kompositionen und stellte zugleich auch immer einen der besten Kontexte für ihr unverwechselbares Klavierspiel dar. Genauso wie das von der Kritik viel gelobte Album Trios (2012) wurde auch „Andando el Tiempo“ in Luganos RSI Studio aufgenommen und von Manfred Eicher produziert. Im Juli kommt das Trio für Konzerte nach Europa.

2016 29 Apr

Moments with Monder (2)

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… I saw the Allman Brothers Band the 1st time play at Palm Beach Jr. College in 1970. Since then I’ve seen them play over 20 times. I listen to their music like a Dead head listens to the Grateful Dead – extensively! I’ve heard every bootleg record that’s widely available too. I can say with authority on their music that this recording is exceptional. In addition, you will hear Duane chatting with the audience as never before. Almost as if he knew that this would be one of the last recorded live performances before his tragic death. The quality of „Live from A&R Studios“ is superb. I’m really surprised that this session hasn’t appeared in it’s entirety before now? If this band – in their original line-up – isn’t the best improvisational blues band of all time I don’t know who is? Best, Richard!


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