Manafonistas

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Archiv: August 2015

2015 28 Aug

glatt – rau

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jetzt im Sommer liefert der Garten reichlich Gurken, Tomaten, Brombeeren …

In einer Schale auf dem Arbeitstisch in der Küche liegen sie, die grünen und roten Früchte und ich habe richtig Appetit auf einen frischen Salat. Ich ergreife die krumme, dicke Gurke, die oben liegt und hätte besser Handschuhe getragen, so stachelig war sie. Der Salat schmeckte köstlich. Süße Tomaten, geschmackvolle Gurkenscheiben, mit leichtem Bitteraroma. Das mag ich, und nicht diese glatten, geraden, grünen Schläuche aus dem Supermarkt.

Beim langsamen Kauen schweifen die Gedanken ab. Ich erinnere mich an die Gurkensalate meiner Kindheit. Die Großmutter hat immer die Enden abgeschnitten und die kleinen Stücklein einer Geschmacksprobe unterzogen: wo war das bittere Ende? Man musste in der richtigen Richtung schälen, um die Bitterstoffe nicht über das Gemüse zu verteilen.

Ach ja, die (wider)borstige, bittere Gurke … Das ist jetzt zwei Wochen her. Inzwischen bin ich aufgeklärt. Bitteres kann gefährlich sein.

Ach ja, die (wider)borstige, bittere Gurke … Über den letzten Bissen überfallen mich Assoziationen wie Stechmücken. Ich mag schwarzen Kaffee ohne Zucker, Schokolade mit hohem Kakaoanteil. An Musik muss ich auch denken. Es hätte Janis Joplin oder Tom Waits sein können, war es aber nicht, sondern jene CD die Prison Work Songs vorrätig hält, aufgenommen und herausgegeben von Alan Lomax. Namenlose KÜNSTLER, perfekt! Musik mit Schwielen an den Händen und nach Schweiß riechend, rau eben.

glatt, rau, bitter, süß – ambivalente Angelegenheiten.
 
(dedicated to L.N.)

2015 28 Aug

Turn on your turntable

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Jeden Tag gehe ich an einem Ort der Begehrlichkeiten vorbei. Ich sehe kurz durch die Scheibe, um einen Blick auf das Ding meiner Begierde zu werfen. Der blaue Plattenspieler war heute aus meinen ästhetischen Betrachtungen gestohlen worden. Er ist verkauft. Ich muss diese Dinge nicht besitzen, aber ich möchte sie anschauen können. Der blaue war besonders glatt. Byung-Chul Han schreibt, dass heute schön ist, was glatt ist. Nicht nur heute. Vor vielen Jahren erwarb ich den Mont Blanc Füller für Damen. Wie glatt er ist. Auch mein schon altes iPhone ist von geschmeidiger Oberfläche. „Wer aber will sagen, was Schõnheit wirklich ist?“ Marcel Breuer, Bauhausarchitekt, um akademisch korrekt zu sein, stellte diese Frage. Ich stelle mir vor, dass ich auf den roten Plattenspieler eine wilde, eckige, rauhe, schlampige, Janis Joplin like kaputte LP auflege von BETH HART: LEAVE THE LIGHT ON. Mit Jeff Beck.

2015 28 Aug

Spesenritter

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Real assholes. Man findet sie auf allen Musikfestivals. Kritiker, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, die äusserst limitiert über Konzertereignisse berichten, in keinem Verhältnis zum Luxus, mit dem sie in den Hotels dieser Welt durchgefüttert werden. Eine grosse Fresse, ein IQ, der mit Mühe die einhundert knackt, und sich durchmampfen an grossen Buffets, das ist ihre besondere Qualität. Auf der anderen Seite gibt es die gefriergetrockneten Intellektuellen, die sich Musikern bauernschlau und chronisch fasziniert andienen. Manche von ihnen sind etwas fotobesessen, und es wachsen ihnen kleine Hörner, wenn man mal etwas Diskutables vom Stapel lässt. Dann öffnen sie ihre akademische Gehirntruhe, schlaumeiern von oben herab. Diesem Typus ist am besten ein guter Fick in einem lokalen Bordell anzuraten. Das ist kein Scherz unter der Gürtellinie. Es wurde aus dem Fernen Osten schon von Erleuchtungen beim Geschlechtsverkehr mit kompetenten Geishas berichtet.

Ich werde hier keine Namen nennen, weil ich dann gleich sympathische Post von diversen Anwälten bekommen. Obwohl: mir macht das eigentlich Spass, wenn Anwälte meinen, mal ein gepfeffertes Schreiben verfassen zu müssen, denn ich kann so antworten, dass sie mit den Unterkiefern Knochen mahlen möchten, mich aber nicht wegen Beleidigung drankriegen.

Einmal wollte mir meine Stiefmutter Einlass ins elterliche Haus untersagen, und liess einen besonders berüchtigten Winkeladvokaten auf mich los. Sein Pech. Meine Antwort liess ihn vollends die Fassung verlieren, und seine Replik steckte voller leerer dummer Drohungen. Ich konnte damals meinen Vater besuchen, wann ich wollte, dieser Rechtsverdreher beherrschte das Geschäft der Einschüchterung etwa so wie ein komplett unfähiger Zuhälter sein erbärmliches Geschäft.

Er spielte auch Gitarre in einer lokalen Kneipenband, und nachdem er mit  einem Ansinnen nicht durchkam, ging ich nach einem besonders erbärmlichen Cover eines Rolling Stones-Liedes zu ihm auf die kleine Bühne, und sagte ihm freundlich etwas ins Ohr, das ihm alles Rote aus dem Gesicht trieb. Er war ganz blass geworden, der Arme. Er hatte Glück, die Selbstbeherrschung zu wahren, ich hatte zwei Zeugen mitgebracht. Ich wollte ihn eigentlich auf die Rolle nehmen. Ich schweife ab.

Es gibt wunderbare, kundige Menschen in der High End-Branche, aber auch da werde ich jetzt keine Namen nennen. Ich nehme mir derzeit die Klientel auf der anderen Seite des Spektrums vor. In Bezug auf ein erworbenes Produkt habe ich die Verbraucherberatung zurate gezogen, und nun meinerseits einen Anwaltstermin ausgemacht. Mein Anwalt gehört zu den Guten – und Humorlosen. Das ist eine gute Mischung. Ich gehöre, wenn es darum geht, dass ich verarscht werde, zu den Nicht-Ganz-So-Guten und Humorvollen, was auch eine gute Mischung ist.

Ich habe mich in den letzten Wochen als alles anderer als Technik-affiner Typ kundig gemacht, was Plattenspieler, Phonovorstufen und Tonabnehmer angeht. Hochinteressant. Wie Günter Wallraff in besten Zeiten habe ich in diversen Teilen der Republik angerufen, und mich schlau gemacht, ansatzweise, bei Vertrieben, Firmen, Händlern. Hätte ich das alles mitgeschnitten, wäre eine herrliche Mischung aus profunder Kenntnis und Märchen aus Absurdistan heraus gekommen.

Meine ganz persönliche Lehre: glauben Sie auf keinen Fall, was in Hifi-Zeitschriften steht. Trauen Sie niemals den Ohren Ihres Händlers, nur Ihren eigenen. Und wenn sie wirklich etwas mehr Geld ausgeben wollen, für Ihre Musikanlage, dann wenden Sie sich an mich. Ich habe wenig technisches Knowhow, aber ich kann verhindern, dass Ihnen zu viel Geld aus der Tasche gezogen wird. Übrigens: dem ganzen Kabelunsinn sollten Sie auch nicht viel Bedeutung zu messen. Total überschätzt. (Fortsetzung folgt)

2015 28 Aug

New Brighton, Merseyside

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Welcome to New Brighton, says the metal mammal that looks like something out of a Russell Hoban novel.
 
 
 

 
 
 
Welcome to New Brighton. It looks fuck-all like it did in the Michael Head documentary from 1992, that’s for sure.
 
 
 

 
 
 
Turn up the colour volume and it could be 1973.
 
 
 

 
 
 
Here’s not really that far – as the crow flies – from Prestatyn, Rhyl, Llandudno or even Dublin. Your Celt aerial picks up no static here. This is somewhere.
 
 
 

 
 
 
Soundtrack:
 

It’s Immaterial (New Brighton)

The Strands (Loaded Man)

The Beatles (only kidding)

Gesundheitlich kann einen ja immer wieder was Neues erwischen, man mag gar nicht in den Pschyrembel mit seinen morbiden Bildern schauen. Diesmal bestätigte sich, dass kein Alkohol auch keine Lösung ist, d.h., ich sah auch ohne Getränke am Computerbildschirm oder im Fernsehen alles doppelt. Beim Tatort ist das nicht weiter schlimm; aus dem Mord wird halt ein Doppelmord, und da sind wir anderes gewohnt. Richtig lästig ist es bei Fußballübertragungen, wenn sich plötzlich 44 Spieler und 8 Schiedsrichter und 2 Bälle auf dem Platz bzw. dem Bildschirm tummeln.

Das Schreiben mit 20 Fingern mit verdoppelten Tasten macht die Arbeit am Computer fast unmöglich. In Krisenzeiten tendiere ich zu Rückzug, um mich auf das Lebensnotwendige zu konzentrieren. Inzwischen geht’s mit dem Sehen besser, durch Augentraining und Schonung (ins Grüne schauen); auch die Stimmung ist bereits gestiegen. Also gibt’s demnächst wieder Beiträge von mir.
 
 
PS 1. Vielleicht einen (oder zwei) zur Überwindung des Monotheismus? Zwei x Gott, zwei x Papst, „Two Bourbon two Scotch two Beer“ (John Lee Hooker).

PS 2. Gerade lese ich in der Zeitung: Papst Franziskus und Papst Benedikt planen einen gemeinsamen Single-Urlaub.

PS 3. Was für Päpste und Fussbälle gilt, gilt auch für Buchprojekte: zwei sind besser als eines, denn wird das eine gestorben, dann ist immer noch das andere da.

PS 4. Was antwortete doch Jürgen von Manger zu seinem Fahrlehrer, als der ihn fragte, was bei zwei nachts entgegenkommenden Lichtern zu tun sei: „Dat sinn zwei Motorräder, da fahr ich am besten zwischen dorch, woll?“

PS 5. Es passt nicht ganz zur Jahreszeit, aber umso besser zum Thema, und stammt sinngemäß aus der wirklich witzigen Psychoanalytikerkomödie „Was ist mit Bob?“:
 
 
Frühlingsgedicht eines Schizophrenen
 
Es blühen die Tulpen,
es blühet der Lauch.
Ich bin glücklich –
und ich bin es auch.

2015 27 Aug

Turn on the rain

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Don’t stare at the heavens
For guidance or reason or even rhyme
Don’t stare at the heavens
Hoping to find the movement of time
It’s not on my mind
But I know that there’s someone
To turn on the rain.
 
We walked down through the city
We were happy and it was hot in the shade
And to make it a perfect day
I knew there was someone
To turn on the rain.
 
Turn on the rain
Come on let it pour
As we huddled in the shade
Turn on the rain.
 
Turn on the rain
Turn on the rain
Make it loud and make it plain
Oh yeah, please turn on the rain.

 

– R. Forster

2015 27 Aug

I love myself (and i always have)

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I love myself and I always have
I love myself and I always have
I had the light and I cut it shade
I had the dark but I made it brave
 
I look into the mirror and I smile, and I’m running wild
 
Well, the whispered word is always true
What I could and couldn’t do
What I could and couldn’t achieve
A lap of honour a time to leave
 
I march to my own beat, with a banner in the street
 
I love myself and I always have
I love myself and I always have
I hold myself in high regard
Loving yourself shouldn’t be so hard
 
And I’m running wild
No, I’m not an only child
It’s to the mirror that I smiled
I love myself and I always have
 

– R. Forster

2015 27 Aug

I’m so happy for you

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Well she’s up and she’s down in my town
And I see that it’s tough hanging round
Then a change of events
Meant she’s up and went Oh!
 
I’m so happy for you
 
Well she is as she is and that’s true
And her eyes and her mood had turned blue
Then a change came about
There was joy and a shout Oh!
 
I’m so happy for you
 
It gets me so high to see you by with a smile
And it is perfectly clear we’re both going to be here for awhile
 
And don’t it make you smile, don’t it make you smile
 
I’m so happy oh it’s true
I’m so happy for you
 
It gets me so high to see you walk by with a smile on your face
And it is perfectly clear we’re both going to be here for awhile
And our bags are unpacked, great to be back here in style
And it is perfectly clear we’re both going to be here for awhile, awhile
Yeah it’s true.
 

– R. Forster

2015 27 Aug

Love is where it is

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She tells me everything in advance
The secrets in the tress and in the plants
Oh she does, yes she does
I’m walking down the street and I’m flash
A suit and a tie and a pair of black new pants
And leather shoes, they bring my news.
 
The sun is down and fallen in her eyes
The look she throws me takes me by surprise
A butterfly, flutters by
She tells there’s a place that we must go
We’re leaving in an hour I hope you know
Where to go? I don’t know.
 
Love Is Where It Is
 
In her arms is where I come alive
The way she makes me feel I can’t describe
Words have flown, words are gone
 
La la la la la la la
 
Love Is Where It Is
 

– R. Forster


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