Manafonistas

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The Enchanted Path heisst mein Lieblingswein von Mollydooker.  (Neben Two Left Feet, Ole‘ Blue Boy und anderen Roten Australiern von Molly, in Aachen z.B. leicht zu erwerben in der Kleinmarschierstrasse bei „Aix Vinum“). So ein Zufall. Habe gar nicht an Rodgers & Hammerstein gedacht. Aber dazu später. Natürlich kann man hier den Southern Folk-Mix von Natalie Prass ins Spiel bringen, der sowohl handwerklich wie gefühlstechnisch alle Register eines feinen Wechselspiels von orchestraler Palette und privater Verwundbarkeit zieht. Liebesleid made in Virginia. ***1/2 Sterne Und so kommt es zu dem Kuriosum, dass die ersten drei  grösseren Songalben anno 2015 allesamt explizit, implizit Break-Up-Werke sind, zudem meine eigenen Vorurteile und flüchtig erste Wahrnehmungen deutlich korrigieren. Auch Björk schafft auf „Vulnicura“ trotz kleiner Abzüge in der Lyrik-Note etliche herrlich verdrehte Lieder. Liebesleid (Wundheilung) made in England.  *** Sterne. Den Vogel abgeschossen hat jedoch tatsächlich Bob Dylan, der hier mal die Lieder nicht hemmungslos dekonstruiert, wie er es seit Jahren so grossartig tut, im Gegensatz zu vielen anderen, die ihrer eigenen Vergangenheit lieber restaurativ entgegentreten und somit die Nostalgiequote nach oben schrauben. Nein, da lasse ich meine fehlende Zuneigung zu Frank-Sinatra gerne ruhen, der ja auch bevorzugt das Great Amercian Songbook anzapfte. Nach oberflächlichem ersten Hören zweier im Netz rumschwirrender Samtlieder ist schnell die Schwelle übersprungen. Ein Rückblick mit Klasse und alles andere als gegen den Strich gebürstete Songs. Liebesleid made in USA. Einst. Dazumal. Bob Dylan gelingt auch in den Nachwehen eines New Yorker Blizzards ein ziemlich grosser Wurf. Der seltsam unkalkuliert, weil so glaubwürdig, klingt. Mein erstes ****-Sterne-Song-Album. New lamps for old! new lamps for old! Herr Frost hat das zudem hervorragend produziert.  Und eine Patina hergestellt, durch welche die desolaten Waidwundgesänge von Frankie Boy neu auferstehen und sich die passenden Jukeboxen suchen in Downtown Manhattan. Wie schreibt es Alex Petridis so treffend im Guardian: „His version of Rodgers and Hammerstein’s Some Enchanted Evening takes a song about a burgeoning romance and ferrets out the misery buried in the lyrics. “Fly to her side and make her your own/ Or all through your life you may dream all alone,” he sings, but there’s a rueful quality to his voice that undercuts the carpe diem sentiment and a song cautioning the listener not to miss their chances suddenly becomes a song about missed chances.“ Wahrscheinlich schon jetzt die beste Rotweinweltmusik des Jahres. Lebensberatung, Musikberatung, Weinberatung. Viel mehr geht nicht:)

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 30. Januar 2015 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

4 Kommentare

  1. Lajla nizinski:

    Edo Reents macht heute in der FAZ auf beleidigte Ehefrau, was das neue Bobby Album betrifft. Hier nun gelobt. Ich werde dir folgen: allerdings mit Malborough aus Neuseeland, wunderbarer Weisswein von der Südinsel. Und nach der Arbeit, versuche ich an die neue CD zu kommen.

  2. Michael Engelbrecht:

    Der Edo.

  3. Michael Engelbrecht:

    Email received:

    „Oh, Enchanted Path, what an evocative wine name is this one. It sounds like part of Willy Wonka’s chocolate factory actually, or a side trail off the yellow brick road in the land of Oz. Regardless, this looks particularly sensual even just a little magical.“

  4. Lajla nizinski:

    Ja der Edo will immer der Edo sein.
    Bei Saturn große Nachfrage nach der CD.
    Morgen kommt die Besprechung. Ohne Marlborough.


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