Manafonistas

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Archiv: Dezember 2014

2014 28 Dez

Flüster

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Desert island: a remote uninhabited tropical island.
 

„I feel like growling, packing a bag and heading for a remote desert island where only the wind bothers to whisper.“

 

Desert islands scheinen in erster Linie tropisch gedacht zu werden – ja Crusoe als immerwährendes Leitbild – aber es gibt natürlich auch genug abgelegene unbewohnte Inseln im (sub)arktischen Bereich oder vor der Küste von Kamchatka. Was man dort mit Tonträgern anfangen will, weiss der Geier.
 
Was man sich wohl vorstellen kann: Musik, an die man sich wohl am ehesten erinnern wird und die man in der Einsamkeit summt – wartend auf das rettende Boot oder den Hubschrauber. Und sowieso, weil der Wind der ständige singende Geselle ist.
 
 
 

 
 
 
Diese abgelegene Insel vermachte Island seiner Künstlerin Björk Guðmundsdóttir. Man kann sich gut vorstellen, dass dort Musik e n s t e h e n kann. Man kann sie fast schon beim Anschauen hören.
 
 
 

 

2014 27 Dez

Today´s Desert Island: fixed::context (Labradford)

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In Colmar faellt es leicht, ein Weihnachtsgefuehl zu bekommen: es gibt ueberall weissbespruehte Tannen und in den kahlen Buchen haengen grosse rote Christbaumkugeln. Die Crepes auf den Weihnachtsmaerkten sind mit heissen Maronen gefuellt, den Pinot noir benutzen sie zum Gluehwein machen, es gibt ja genug Weinanbau im Elsass. Wer beim Anblick des Isenheimer Altars von Gruenewald immernoch nichts Weihennachtliches verspuert, der ist verloren und sollte sich bei Karl Valentin Trost holen.

 
 

 
 

Am 26.12. kaufte ich mir die Liberation und setzte mich von der Family ab/allein ins Cafe. Ich las den Artikel ueber die ‚Chauvet‘ Grotte, die 1994 von drei Maennern in der Ardeche entdeckt wurde und im naechsten Jahr ab April besichtigt werden kann. Auf dem Foto von der Grotte sind sehr gut Loewen, Bisons, Wildpferde auf der weissen Kalkwand zu erkennen, auch rote und braune Toene durchziehen die glazialgeformte Wand.

Eine mittelalterliche Dame setzte sich zu mir, wir kamen ins Gespraech, wie immer fragte ich auch sie, welche Musik sie hoert. Elle a dit: „Sylvie Vartan.“ Sylvie Vartan, das yeye-girl, das dem franzoesischen Hunter Johnny Hallyday gehoerte. Als 15 Jaehrige hatte ich die franzoesische Musikzeitschrift „Salut les copins“ abonniert. Ich war weder Fan von Sylvie noch von Johnny Hallyday. Ich mochte Francoise Hardy lieber.

Sie war meine Vorbildfrau: schoen, stark, erotisch, in der Liebe und dem damit verbundenen Leid erfahren. Ihre laszive Stimme, ihre intensiven Texte: „Tous les garcons … erlebte ich nach. Trotzdem hing ein Foto von Sylvie Vartan an meiner Wand. Sie war die blonde goddess, die Kindfrau, die alle verwirrt. Spaeter fiel mir eine aehnliche Kindfrau an den Seiten von George Harrison und Eric Clapton auf: Pattie Boyd. Zum Niederknien.

Johnny Halliday endeckte ich erst viel spaeter als Musiker, als ich einmal durch eine Ausstellung ueber Bob Dylan in Paris schlenderte. Da war er auf einem Foto mit Bobby zu sehen. Sein Song „Laura“ geht mir noch heute unter die Haut und der Schweiss von Johnny perlt zum Ablecken wie Prosecco …

2014 27 Dez

Comet Way

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2014 27 Dez

„Desert 100“

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1) Brian Eno: Another Green World
2) Talk Talk: Laughing Stock
3) Talking Heads: Fear Of Music
4) Joni Mitchell: Hejira
5) Miles Davis: In A Silent Way
6) Robert Wyatt: Rock Bottom
7) Brian Eno: On Land
8) Keith Jarrett: The Survivors´ Suite
9) The Kinks: The Greatest Hits
10) Scott Walker: The Drift
11) Neil Young: After The Goldrush
12) Gustav Mahler: Symphony No. 6 (or 5, 2, 3)
13) Young Marble Giants: Colossal Youth
14) Leonard Cohen: Songs of Love and Hate
15) Paul Bley: Open, To Love
16) Can: Tago Mago
17) Weather Report: Mysterious Traveller
18) Van Morrison: Astral Weeks
19) Wire: Chairs Missing (or 154)
20) Ralph Towner: Solstice
21) Brian Eno and David Byrne: My Life In The Bush of Ghosts
22) The Go-Betweens: Spring Hill Fair
23) Jan Garbarek: All Those Born With Wings
24) The Beatles: Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band
25) Neu!: Neu! (with red letters)
26) Jon Hassell/Brian Eno: Possible Musics
27) Laurie Anderson: Big Science
28) The Books: Lost And Safe
29) John Cale: Music For A New Society
30) David Sylvian: Manafon
31) Steve Tibbetts: The Fall Of Us All
32) Miles Davis: Big Fun
33) Supersilent: Supersilent 5
34) David Bowie: Low
35) Cluster: Sowiesoso
36) Marion Brown: Geechee Recollections
37) Codona: Codona 3 (or 2)
38) Jacques Brel: Brel (his last one, with clouds on the cover)
39) Soft Machine: Third
40) The Necks: Drive-By
41) Joanna Newsom: Ys
42) Bill Callahan: Apocalypse
43) John Coltrane: Live At The Village Vanguard…Again
44) Brian Eno: Taking Tiger Mountain (By Strategy)
45) J.J. Cale: Naturally
46) Edvard Vesala: Nan Madol
47) Sidsel Endresen / Stian Westerhus: Bonita
48) Gavin Bryars: The Sinking of the Titanic (Obscure Records)
49) Ian Dury an the Blockheads: New Boots and Panties
50) Portishead: Third
51) Miles Davis: Kind of Blue
52) Brian Eno: Here Come The Warm Jets
53) Chick Corea: Return to Forever
54) Talking Heads: More Songs about Buildings and Food
55) John Coltrane: A Love Supreme
56) Wilco: A Gost Is Born
57) Laurie Anderson: Bright Red
58) Thomas Köner: Novaya Zemlya
59) Harold Budd & Brian Eno: The Plateaux of Mirror
60) Arthur Russell: Another Thought (Arc Light Editions, Vinyl)
61) The Beatles: dito (White Album)
62) Lucinda Williams: Essence
63) Punkt: Crime Scenes
64) Jon Hassell: Power Spot
65) Keith Jarrett: Belonging
66) Robert Fripp: Let The Power Fall
67) Tigran Hamasyan w/ Arve Henriksen, Eivind Aarset, Jan Bang (t.b.a.)
68) Bonnie Prince Billy: Master and Everyone
69) David Holland: Conference Of The Birds
70) Can: Ege Bamyasi
71) Kraftwerk: Transeuropa Express
72) Robert Wyatt: Dondestan
73) Labradford: Fixed::Context
74) The Go-Betweens: Liberty Belle and the Black Diamond Express
75) Beach Boys: Pet Sounds
76) Joni Mitchell: Mingus
77) Keith Jarrett: Facing You
78) Steve Tibbetts: Northern Song
79) Music from the Penguin Cafe Orchestra (Obscure Records)
80) Van Morrison: Veedon Fleece
81) Television: Marquee Moon
82) Art Ensemble of Chicago: A Jackson in Your House/ Message To Our Folks
83) Jackie McLean: A Long Drink of the Blues
84) Meredith Monk: Book of Days
85) Svalastog: Woodwork
86) King Crimson: Islands
87) Ornette Coleman: American Skies
88) Al Green: The Greatest Hits
89) Keith Jarrett / Jan Garbarek: Luminessence
90) Fennesz: Becs
91) T. Rex: Electric Warrior
92) Caetano Veloso: Estrangero
93) Thelonious Monk: Alone in San Francisco
94) Robert Wyatt: Shleep
95) Johnny Cash: Solitary Man
96) Lewis: L’Amour
97) Kammerflimmer Kollektief: Absencen
98) Bo Hansson: Lord of the Rings (a teenager’s door of perception, for me)
99) Byard Lancaster: Us (Palm Records)
100) Bobo Stenson: Serenity

(These are, in this moment of time, my 100+ favourite albums. This list will constantly be revised:) In the January edition of Mojo, Robert Wyatt was asked what his all time favorite album is, if it comes push to shove: he chose Duke Ellington’s “Such Sweet Thunder”. There’s still a lot lurking in the underground. Worlds within worlds within worlds.)

2014 26 Dez

Sound of Music, Johannesburg, Anfang der 60er Jahre

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Es war eine inzwischen rotstichig gewordene Serie über Schafzucht in Südafrika dabei, und eine über die Herstellung von Wein, wobei sich die Dias nicht von denen unterscheiden, die den Weinanbau etwa in der Bergstraße dokumentieren. Die Serie „Flugreise von Frankfurt nach Johannesburg“ begann mit einem Bild, in dem ein blonder kleiner Junge mit seiner attraktiven Mutter im Flugzeug sitzt und von einer lächelnden dunkelhäutigen Stewardess ein Stück Obst oder ein Getränk oder ein Spielzeug angeboten bekommt. Ein Strand nur für die Weißen, Woodoozauber, Klimadiagramme. Ich mochte am liebsten die ganz gewöhnlichen Straßenszenen. Die Farbschattierungen, Menschen, die Schatten, das Licht.

2014 25 Dez

Early Morning View

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2014 24 Dez

Merry Christmas allerseits

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Der Text ist übrigens von Wolfgang Hofer, einem der besten Schlagertexter, die ich kenne. (Erinnert sich noch jemand an den „Trödler Abraham„? Der Wolfgang ist das. Er hat über hundert Texte für Udo Jürgens geschrieben.)

 
Schöne Feiertage!

Weihnachten mit Robert Wyatt

 

Weihnachten ist Wyatt-Zeit, Musik und Texte seiner Kompositionen passen so gut zum Fest, dass man sich einen der Weihnachtsabende für einen Besuch von Robert Wyatt vorbehalten sollte. Idealerweise verfügt man dafür über einige der wichtigsten Schallplatten und CDs des Meisters, ganz gut wäre es auch, wenn die Biographie über R.Wyatt von Marcus O´Dair, Different Every Time, auf dem Gabentisch gelegen hätte, dann eine gute Flasche Rotwein und, um den Abend würdig abzuschließen, vielleicht noch ein Fläschchen Lagavulin.

 

 

 

 

Um den Abend vernünftig vorzubereiten, habe ich eine Auswahl aus den Veröffentlichungen Roberts Wyatts getroffen und mich dann auch für einzelne Titel der jeweiligen Werke entschieden. Ich gehe chronologisch vor, beginne mit „Moon In June“ , von Robert Wyatt und Soft Machine, allerdings wähle ich die Version, die auf der im November 2014 erschienen Doppel-CD Different Every Time enthalten ist. Diese Veröffentlichung stellt quasi die CD zum Buch, der oben genannten Biographie, dar, eine wunderbare Werkschau, mit auch für mich einigen Überraschungen und ungehörten Stücken.
1970 erschien The End of an Ear, von dieser Platte höre ich „To Carla, Marsha and Caroline“, um dann einen ersten Weihnachtsabend-Höhepunkt mit Rock Bottom aus dem Jahre 1974 zu erleben, einer von vier Wyatt-Platten, denen ich die Auszeichnung *****+ geben würde (eigentlich gibt es nur fünf Sterne, aber für die herausragendste Musik eben noch ein + obendrauf). Da der Wyatt-Weihnachtsabend auch zeitlich begrenzt ist, muss ich mich entscheiden und wähle „Sea Song“ und „Little Red Robin Hood Hit the Road“.-

 

 

 

 

Schon ein Jahr später – die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Wyatt-Veröffentlichungen sollten später viel größer werden – erschien Ruth Is Stranger Than Richard, von dieser Platte lege ich „Solar Flares“ auf.
Mit der 1982 veröffentlichten Platte Nothing Can Stop Us geht es mir wie mit Rock Bottom, eigentlich möchte ich wiederum die ganze CD hören, beschränke mich aber auf „Born again Cretin“, „At Last I Am Free“, „Red Flag“ und „Strange Fruit“.
1986 bracht Wyatt die zweite *****+Platte heraus, Old Rottenhat, unbedingt spielen: „Alliance“, „United States of Amnesia“, „East Timor“ und „P.L.A“. Spätestens jetzt weiß jeder, warum dieser Wyatt-abend zwingend sein muss!
Fünf Jahre später, 1991, erscheint die nächste *****+Platte – inzwischen war es auch so, dass jede neue Wyatt-Schallplatte meine Platte des Jahres wurde: Dondestan, ein Hammer von einer Platte. Ich lege die erste Seite auf, höre „Costa“ und „Sight of The Wind“, trenne mich von der A-Seite, lege die B-Seite auf und suche „Left und Man“, das zweite Stück dieser Seite.
1997 dann Shleep, einmal sei nun doch die Besetzung genannt: u.a. Philip Catherine, Phil Manzanera, Brian Eno, Evan Parker. Von dieser CD lege ich natürlich das Catherine-Stück „Nayram“ auf, das Wyatt „Maryan“ titelt, höre aber auch „Blues in Bob minor“.

 

 

 

 

Cuckooland erblickt 2003 das Licht der Welt, von dieser Platte hören wir: „Old Europe“, „Forest“, Beware“ und „Lullaby For Hamza“. 2007 veröffentlicht Wyatt Comicopera. Das Werk beginnt mit „Stay Tuned“, ein sehr schönes Stück, das ich mir allerdings denn doch in der Version von Anja Gabarek und Robert Wyatt anhören werde, das Stück findet sich dem Album Smiling & Waving, von Comicpera hören wir „Beautiful Peace“ und „Be Serious“.
Der Abend neigt sich dem Ende zu, ein weiterer Höhepunkt naht mit der Platte …for the ghosts within aus dem Jahre 2010, das ist nun die letzte *****+Platte von Robert Wyatt. Ich lege auf: „Lullaby For Irena“, „Where Are They Now“, „Lush Life“, „In A Sentimental Mood“ und mit „What A Wonderful World“ verabschiedet sich Robert Wyatt.
Robert Wyatt gehört zweifellos zu meinen wichtigsten Musikern, neben Paul Bley und Olivier Messiaen.

 

 

 

 

Schöne Weihnachten!

Der Kollege drehte sich eine Zigarette, er sass mir gegenüber in unserem Zwei-Mann-Büro. Michael, um aus dieser Nummer raus zu kommen, flieg nach London, über Weihnachten, das ist doch deine Stadt. Du musst einfach ständig wach sein, saug Piccadilly auf, das tut richtig weh, alleine, saug die Einsamkeit auf. In vollen Zügen. Das hilft … Down to the bottom! Ja, sie ist bestimmt eine der schönsten Frauen Regensburgs, und ihr habt ein Jahr lang gevögelt wie die Weltmeister. Aber sie ist konservativ, und macht jetzt eine Partnertherapie mit ihrem Ehemann, ihrer Jugendliebe. Du warst ihr Ausbruch, aber als sie schwanger wurde von dir, hat sie sich zur Abtreibung entschieden.

Die Würfel sind gefallen. Fuck. Er hatte ja so recht. Ich hatte ihr angeboten, das Kind alleine grosszuziehen, aber sie hatte sich festgelegt. Ich wohnte noch immer am Ende der Welt, die Wölfe der Tschechei kamen manchmal über die Grenze. Ich hörte in jenen Wochen am liebsten Ian Dury. Ich fuhr nach Frankfurt und besorgte mir ein Flugticket nach London. So allein wollte ich auch nicht sein, und so kündigte ich meinem alten Würzburger Freund David Webster meinen Besuch an. Er freute sich darauf, mich wiederzusehen.

In Frankfurt verweigerten sie mir die Einreise nach London. Ich landete in Büros, und musste sogar zu einem amerikanischen Konsulat, wieso musste ich auf das fucking amerikanische Konsulat! Ein Riesentheater, und ich war sauer, und zeigte das auch. Da klärte sich auf, dass ich als Amerikareisender gebucht war, ohne Visum, alles war ein Missverständnis im Frankfurter Nieselregen. Lauter Sorrys und Entschuldigungen, und Lufthansa schenkte mir ein Ticket für die Business Class, mit Sekt und allem Drum und Dran für eine Dreiviertelstunde Flug in den Londoner Nieselregen.

Heiligabend war ich bei den Websters eingeladen, bis dahin hatte ich zwei Tage: billige Absteigen, alte Cafes, und ich besorgte mir sofort ein Musikmagazin. Musik sollte Teil meiner Selbsttherapie sein. Ich liess mich in einem Pub, erleichtert nach dem Tagesstress, auf eine Sitzbank fallen, der Kaktus auf der Ablage über mir geriet in Bewegung und plumpste dem Mann hinter mir in den Nacken. Ein Aufsschrei. Ich kümmerte mich sofort um ihn, zog ihm einzelne Stachel raus, ein paar Stellen waren blutig, aber er blieb freundlich. Der Pubbesitzer hatte sogar ein Desinfektionsmittel. Am Abend ging ich in den Marquee Club, um Jah Wobble & The Invaders of the Heart zu erleben.

Jah Wobble hatte einen Trenchcoat an, der aussah, als wäre er den ganzen Tag durch den Londoner Regen geschleppt worden. Man konnte hören, dass Jah Wobble nach der Zeit mit Public Image Ltd. noch viel mehr in die Welt des „elektrischen Miles“ eingetaucht war. Dunkel pulste sein Bass durch den Raum. Eine Trompete mit Wah-Wah-Pedal verschickte knappe telegraphische Notizen, der Drummer hämmerte wohltuende Monotonie. Da erkannte ich sie und taufte sie Healy. Du bist die Fremde, mit der ich diese Nacht erobern werde. Sie stand alleine an der Seite, und trug auch einen fucking Trenchcoat. Hoffentlich war sie kein Jah Wobble-Groupie. War sie nicht.

Nach dem Konzert lud ich sie zu einem Drink ein, nachdem ich mich freundlich vorgestellt hatte. Why me, fragte sie mich, und ich sagte, your eyes. Sie hatte ein kleines Appartment in West Hampstead. Sie legte eine gemeinsame Lieblingsplatte auf, Chairs Missing von Wire, und dann schliefen wir miteinander. Es tat gut, und in dieser Nacht lösten sich die Bilder der schönsten Frau Regensburgs in Luft auf. Wir kifften, lachten, und wussten, wir werden uns nie wieder sehen. Aber wir mochten uns, und waren ganz Auge und Ohr füreinander. Ich kann mich gut an ihren wohlriechenden Schweiss erinnern. Sie hatte kleine feste Brüste und einen extrem schlanken Körper, Londoner Regenblässe. Sexual Healing. Ein wenig.

Ich wanderte den ganzen Tag durch Hampstead Heath, ich hörte spät am Abend John Peel im billigen Hotelzimmer (er spielte Magazine, ich weiss es noch genau, einen Song aus „Second Hand Daylight“, oder „The Correct Use of Soap“, wunderbar) und am nächsten Abend, Heiligabend, traf ich bei den Websters ein. Es gab Gans. Es waren noch andere Gäste da. Ich hatte mir einen Infekt eingefangen, 38.9 Grad. Ich schnupfte. David sagte: Michael, erzähl, wie war das Jahr. Wollt ihr das wirklich hören? Ja, Mann! Und ich erzählte die ganze Geschichte. Bis zu dem Augenblick, wo mein Kollege sich eine Zigarette drehte. In einer Fachklinik für Suchtabhängige.


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