Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archiv: November 2013

Hey, you, all Manafonistas, please send your top 20 of favourite records to Jochen’s or Michael’s email adress, just artist and title – will be posted on December 6th. Thanks!

 

 
 
 

In seiner ersten Therapiestunde mit Dr. Melfi erklärt Tony Soprano: Es ist gut, von Anfang an bei etwas dabei zu sein. Dafür war ich zu spät, ich weiß. Doch jetzt habe ich manchmal das Gefühl, dass ich erst am Ende dazukam. Dass alles schon vorbei ist. In seinem brillanten ersten Buch beschreibt Alan Sepinwall, dass es eben jener Satz Tonys ist, der nicht das Ende markiert, sondern den Aufbruch zu etwas völlig Neuem, bis dato in der Medienlandschaft Unbekanntem. Sepinwall wurde durch sein Blog What´s Alan Watching? zu einem der bekanntesten Blogger Amerikas. Als vielleicht bester Chronist der revolutionierten Fernsehlandschaft begleitet und erklärt er die Umwälzungen, die durch großartige, tief in die Verwerfungen der Postmoderne gestürzte Serien wie The Sopranos, Lost, Mad Men, 24, Breaking Bad, The Wire oder Deadwood entstanden sind. Gerade von der New York Times als eines der besten Bücher 2012 ausgezeichnet, ist dieses Buch eine geistreiche und kluge Kulturgeschichte. Zwölf Seriendramen der letzten 15 Jahre verhandelt Sepinwall. Er erklärt, wie die Künstler hinter diesen revolutionären Sagas die Zeit, den ihnen gegebenen Raum und die Vertrautheit des Fernsehens genutzt haben, um eben dort die Grenzen des Erzählens zu verschieben und wie sie gleichzeitig die komplexen philosophischen Ansätze hinter ihren Werken sichtbar machen.

2013 30 Nov

Copenhagen Blue Strings

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Fünf Saiten und jetzt noch die richtige Besetzung, um den Klang herauszuholen, hinaus in den Raum zu bringen …
 
 
 
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Besetzungsvorschläge?

2013 30 Nov

Copenhagen Blue Time

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Musik ist Zeitreisen. Musikhören ist Zeitreisen. Reise in die innere Zeit. Verbindung von Klangvergang und innerer Zeit des Zuhörers. Nichts so stark wie das Erleben, die Gewahrwerdung von vergehender Zeit.
 

2013 29 Nov

Guilty Pleasure

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I like Dead Meadow’s ‘Warble Womb’. It’s „stoner rock“, and it really gets some thumb-down reviews, but I really like it so much. Music that puts a smile on your face can’t be wrong. Nearly no one would suggest this is my music. But it is. Sometimes, not too often, you have to stay a stranger for your own appetites.

… also gut, die siebziger Jahre. Da hätte ich noch was, ein echter Burner: Vor fast 42 Jahren, Anfang 1972 erschien eine Platte der Gruppe NEU, auch die Platte, sie nannte sich schlicht NEU und auf ihr findet sich der 10-Minute-07-Hammer Hallogallo. Hinter NEU verbargen sich Klaus Dinger und Michael Rother, die mit Hallogallo ein magisches, ja, hypnotisch wirkendes Stück Musik geschaffen haben. Michael Rother sagte einmal über Hallogallo:
 
 
 


 
 
 

„Das Stück zieht nach vorne, ganz gerade Schnur. Wenn du auf diesem Zug bist, hast du keine Angst, dass da ein Bahnhof kommt mit drei Stunden Aufenthalt, es geht immer weiter. Keine Bridges, keine Refrains, einfach frei raus. Grenzenlos, in die Freiheit.” Recht hat er! Noch heute kann ich das genauso nachvollziehen. 2001 kamen die NEU-Platten auf CD heraus, auch NEU 2. Auf dieser Platte findet sich das Stück Für Immer auch hier wieder der gleiche Drive, aber die Betörung ist nicht so perfekt wie bei Hallogallo.

 
 
 


 
 
 

Ähnlich hypnotisch wirkende Musik erlebe ich auch bei Irmin Schmidt, das Stück Rapido de Noir ist gerade auf einer Doppel-CD wieder erschienen. Es handelt sich um eine Werkschau der Musik Irmen Schmidts aus den letzten 30 Jahren. Nach einem frühen Schmidt-Stück nennt sich die Platte Villa Wunderbar.  Die Zusammenstellung, zumindest, was die zweite CD betrifft (Filmmusik), wurde von Wim Wenders besorgt. Die ganze CD des CAN-gründungsmitglieds Irmin Schmidt scheint mir überaus gelungen und interessant. Aber zurück zu Rapido de Noir: der Hörer sitzt im Zug, die Landschaft rast vorüber, das Passieren von Weichen hört sich an wie zu meinen Jugendzeiten, als die Schienen noch verschraubt, nicht verschweißt waren, es geht durch Tunnel, andere Züge passieren …, schade, dass die Fahrt nach knapp sieben Minuten schon vorbei ist.

 
 
 

 
 
 

Übrigens, Randy Newman ist gestern 70 Jahre alt geworden. Ich erinnere mich an ein wunderbares Konzert in der Stuttgarter Liederhalle und hab zur Feier des Tages die Platte 12Songs aus dem Jahre 19070 herausgesucht und wieder einmal genossen.

2013 28 Nov

Cuba Libre, Dancing, and a Jazz Record

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Oh, it’s so much fun to listen to fresh vibes that have survived the 70s and boo-boo-boomerang now in the most thrilling ways of heavily distorded keyboards with tender moments – ya know Keith and Chick and Herbie have performed that way (a little bit) in the crew of the Dark Magus called Miles. The band is called Satelliti, and the title of the record (vinyl/cd) is Transister. And, yes, they incorporate modern dancefloor architecture with a sardonic smile. The drummer is the groover. Join your beloved, your absent lover in the neon lights, oh, passages of classic House, drink your Cuba Libre (a drink that is really out of fashion), and don’t give a damn. Buy yourself a long black coat. The days will be cold.

„1964 wurde eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Anarchie“ veröffentlicht, die sich der Stadt Nottingham widmet. Auf der Rückseite des Journals zitierten die Herausgeber den amerikanischen Autor Paul Goodman. „Die Gesellschaft, in der ich lebe, ist meine“, heisst es da, „offen für meine Stimme und meine Handlungen, andernfalls lebe ich  gar nicht.“ In der Zeitschrift nehmen Schriftsteller aus Nottingham (Alan Silitoe, Ray Gosling) die Stadt als ihr Revier wahr. Sie erzählen Stories von Kampf, Hoffnung und Ehrgeiz, vom „Broast Street Beat Club“, von der Kommunistischen Partei, von der Zeit um 1831, als die Bewohner von Nottingham das Schloss niederbrannten, aus Abscheu gegnüber dem Brotpreis. Es werden keine Forderungen an die Stadt gestellt, es gibt keinen grossmäuligen romantischen Unsinn über den Wert von Nottingham gegenüber anderen Städten des Vereinigten Königreiches. Einfach Portraits einer Stadt, die mit dem Jazz lebt, der Ungleichheit, und schlecht geplantem Kreisverkehr.“ So beginnt eine neue, exzellente Besprechung einer meiner zwei englischen Lieblings-Songplatten des Jahres 2013 in thequietus.com. Die Rede ist von „Austerity Dogs“ von Sleaford Mods. Die andere Platte  (um die es hier aber nicht geht), heisst „Field of Reeds“ von „These New Puritans“. In beiden Werken wird  die eigene Scholle, das eigene Stück Land, zum Thema. Und wie man überlebt, auch wenn ringsum die Verluste zunehmen, und vertraute Räume sich auflösen. Sleaford Mods arbeiten mit schroffer Härte, These New Puritans mit einer ausgefeilteren Klangsprache. Zwei Meisterstücke allemal.

2013 28 Nov

Vinyl Dreams

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Wenn man sich einen Plattenspieler kauft, und eine alte Liebe neu entfacht wird, ergeben sich ganz neue Perspektiven, von alten Archivschätzen bis zu jüngsten Publikationen. Und so fanden sich, unabhängig von Jahreszahlen und Genres, die aufregendsten Platten in ungewohnter Nachbarschaft, man kam gar nicht heraus aus der Zeitmaschine, und atmelos liste ich hier 10 Traum-Vinyl-Ereignisse auf meinem Dreher im Herbst 2013. erwähnt sei noch, dass Stephan Mathieu mich auf die Spur brachte des grandiosen ECM-Albums El Corazon aus den frühen 80ern, das ich bei einem Umzug irgendwann verloren hatte. Er nannte es, als alter Vinyl-Freak, auch das ideale Werk zum Testen von Anlagen, und es ist kein Witz, dass er damit a) Recht hat, und b) der Nachbarssohn (so sind sie heute, die Jungen, die Nachfahren der 68er) mit der Polizei drohte, nach zwanzig Minuten von Blackwells Getrommel und Cherrys steten Wechseln zwischen Piano, Taschentrompete und Kalimba. Im Februar werde ich es in den Milestones des Deutschlandfunks vorstellen.  P.S.: Und Neils Cellar Door-Schatz kommt ja erst noch:)

 

1) Don Cherry/Ed Blackwell: El Corazon
2) Sleaford Mods: Austerity Dogs
3) International Philadelphia Classics: The Tom Moulton Remixes
4) Sonny Rollins: Way Out West
5) Arthur Russell: Another Thought
6) Robert Fripp: Let The Power Fall 
7) Laughing Hands (The Box)
8) Burnt Friedman: Tohuwabohu (10-inch)
9) Townes van Zandt: The Late, Great Townes Van Zandt
10) Cluster: Grosses Wasser


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