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Archiv: Dezember 2012

2012 31 Dez

Gilded: Terrane

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Hidden Shoal Recordings is proud to announce the official release of Terrane, the debut album by Australian experimental/ambient duo Gilded. The album is now available for purchase on CD and digitally.

Gilded brings together the similar but distinct musical directions of West Australian experimental musicians Matt Rösner and Adam Trainer, forging an approach to composition and sound creation that is based as much around rhythm and repetition as it is around drone and abstraction.

“There are worlds in here, in this record. Microscopic examinations of simple figures and patterns, that could fill whole sides; a focus and determination that wraps everything up in 45 minutes. Beautiful, simple, deep.” – Fluid Radio on Terrane

“Terrane is a work of adeptly inspired craftsmanship that’s very nearly breathtaking in its evolving forms, ambient without being soporific, containing an evocative and far from melancholic energy at its core …” – DOA on Terrane

 

Album Teaser

Pictorial Review

Im Alpha-Room wartete nach Sylvians erstmals live dargebotener Version seiner alten Komposition “Plight & Premonition” ein allerseltsamstes Set-Up auf die Zuhörer: ein altes, leicht derangiert wirkendes Kofferradio von Telefunken, eine Tischzither, die, wie ich später erfuhr, vor Ewigkeiten von Gospelmusikern gespielt wurde, kleine wie Kinderspielzeug aussehende Klangerzeuger, mit denen die Saiten der Zither in Schwingung versetzt werden. Mittels Frequenzanalyse werden die für Mathieu nicht vorherhörbaren Radiosignale und die obertonreichen Tischzithermanipulationen verrechnet, und zaubern ein faszinierendes Soundgewebe in den Hörraum, das von Stephan Mathieu in der Live-Situation subtil verwandelt wird.

Der Mann aus Saarbrücken arbeitet mit lebendigen Drones, er fühlte sich auf seinem Weg gewiss ermutigt von La Monte Young, Phil Niblock oder Thomas Köner. Interessant auch, dass Klangströme aus Sylvians “Plight and Premonition” vollkommen verwandelt auftauchten, Spuren des Originals liessen sich allenfalls ahnen und “hellhören”. Es war der ideale Ausklang dieses Konzerttages, eine Musik, die sich, wie Sylvians Zeitreise, in manche Träume eingeschmuggelt haben wird. Unter dem Strich gab es also drei “streams”, die einander modulieren: Zither, Radio, Davids Band. Stephan Mathieu bearbeitete gar die gesamte 2. Hälfte der Sylvian-Aufführung, also den kompletten Stereo-Mix, der aus der PA kam. Das Resultat hat natürlich wenig mit dem klassischen “Realismus” eines Samples zu tun. Man befindet sich eher in einer “Parallelwelt”.

Ähnlich scheint er mit Sylvians Album “Blemish” zu verfahren, dessen radikale Bearbeitung Anfang 2013 unter dem Titel “Wandermüde” erscheint. Oder wird es mehr Klangspuren des Ursprungswerkes geben?

Der Musiker und Komponist Peter Schwalm war tief beeindruckt von der Performance beim Punktfestival. Er fotografierte den kleinen Aufbau der Gerätschaften, man fühlte sich wahrlich wie in ein Museum versetzt. Stephan Mathieu kombiniert das Uralte und das Highfidele ohne nostalgischen Zierat. Er besitzt einer Sammlung rarer Schellackplatten aus den 10er und 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Und er nennt auch alte Grammophone sein eigen, räumt im Gespräch gern mit den Vorurteilen auf, diese ehrwürdigen Trumms hätten in ihrer Zeit eher gruselig geklungen. Das Gegenteil sei der Fall. Und er beschreibt, wie es sich anhörte, damals, als sich die Stahlnadel auf eine Robert Johnson-Bluesplatte senkte. Auch Mathieu pflegt die Praxis der Zeitreisen.

2012 29 Dez

A Song from Wandermüde by Stephan Mathieu and David Sylvian

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2012 28 Dez

Die Geburt der Mütter

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Eine wundersame Geschichte zu weihnachtlicher Zeit. Es war einmal eine Band mit einem Gitarristen, der es einfach nicht raffte, und ein anderer Gitarrist, der sich fest vorgenommen hatte, weltberühmt zu werden. Der Sänger der Band kannte diesen anderen Gitarristen, ohne jedoch eine Ahnung von dessen Drang zum Berühmtwerden zu haben. Wie das nun so geht und man sich vorstellen kann: es entstand eine neue Band mit dem anderen Gitarristen. Und dieser hatte – als unerlässlichen Baustein auf dem Wege zur Berühmtheit – gleich auch einen neuen Namen für die Band: Die Mütter. Es begab sich, dass die Band kurze Zeit später einen Plattenvertrag unterzeichnen durfte. Die Plattenfirmen waren in der Zeit regelrecht scharf auf Bands mit solchen Namen wie Die Mütter, Der Dankbare Tote, Hitze in Dosen, Die Türen, Landhannes und der Fisch, Jonastraube usw … Die Mütter ging der Plattenfirma jedoch etwas zu weit, weswegen sie den kleinen Zusatz “der Erfindungsgabe” bedung. Damit war die Band Mütter der Erfindungsgabe geboren und die Scharen strömten herbei, um die Ankunft der Geborenen zu begrüssen. Kurz darauf erschien die erste Langspielplatte mit dem Titel “Lass Dich gehen, klink Dich aus!”. Und siehe da, dieser neue Gitarrist mit dem schwarzen Schnauzer wurde im Handumdrehen berühmt, weltberühmt. Um dem noch nachzuhelfen, hatte er sich auf dem Lokus sitzend fotografieren und abbilden lassen. Ohne Gitarre. Vor ein paar Tagen, just am 24. Dezember, starb der Sänger, der am Anfang dieser Geschichte stand. Er hatte das rasante Berühmtwerden mitgemacht, klinkte sich kurz darauf aber auf seine Weise gleich aus der Band aus. Er liess sich zwar noch einmal für eine bevorstehende Plattenaufnahme, Titel “Rumdüsen mit Ruben und den Jägern” rumkriegen, weil seine Stimme einfach gebraucht wurde und so wunderbar passte. Als die Aufnahmen im Kasten waren, liess er sich nicht mehr erweichen. Nie mehr. Er spielte nie wieder in einer Band. Liess es laufen. Er hiess Ray Collins und vertat seine Zeit mit Unnützem wie man HIER und HIER im Boten von Pomona lesen kann. Nun steht seine Geschichte mal dort, wo sonst all die Geschichten über den Gitarristen stehen, der weltberühmt werden wollte.

2012 28 Dez

The Lone Bellow: Two Sides of Lonely

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“The world of acoustic music is about to get a new household name. The music of The Lone Bellow is born from tragedy and told with heart and simplicity. Zach Williams, a singer and songwriter for this Brooklyn-based group, is originally from Georgia, and his words began to flow following his wife’s catastrophic horse riding accident that nearly left her paralyzed. Listen to The Lone Bellows’ song “Two Sides of Lonely,” from the band’s forthcoming self-titled album.” (Bob Boilen, npr)

“Brian Eno hat mal erzählt, wie er Bono dazu animierte, seinen Gesang mit jeder Strophe leidenschaftlicher und verwundbarer werden zu lassen, ohne die Lautstärke seiner Stimme anzuheben. Er solle einfach nur, in den richtigen Momenten, etwas näher ans Mikrofon rücken. Die exzellenten Macher dieses Videos zeigen, wie man solch ein Crescendo mit filmischen Mitteln realisiert. Erster Teil: der Gesang aus der Ferne. Zweiter Teil: die drei Sänger gehen zur Kirche und singen dabei das Lied gemeinsam weiter. Da verliert sich noch etwas von der Dramatik in der schallschluckenden Winterlandschaft. Finale: die Drei versammeln sich um den Pianisten in der eiskalten Kirche (der Klavierspieler zieht sich die Mütze in einem kurzen Moment noch etwas tiefer übers Gesicht) – und singen sich den Schmerz aus dem Leib. Und dann, erschöpft, kehrt Ruhe ein.” (M.E.)
 
Video

2012 28 Dez

What will happen on this site before the end of 2012?

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Not much, you might think. Well, I don’t know. It’s an unspoken rule here (with rare exceptions) that no one knows what anyone will publish, and when. Maybe Bob will tell a story about the “cowboy in Sweden”, Mr. Lee Hazlewood, but I think the probability is low. Or Gregory will write what happened when I sent him, years ago, a totally new Robert Wyatt record (one of his fave musicians – he is not a fulltime “Bachomaniac”:) – to his holiday town in France, and he couldn’t open his mail box. The events took a dramatic turn. But he must tell himself. The writer Elizabeth Hand sent me an email today (she was just on her way to a surprise party for the 80th birthday of her mother) that she would write something about her desert island records. And I’m sure that will happen before the last hours of 2012. She is one of my discoveries of this year, AVAILABLE DARK is such a brilliant thriller. And I’m totally curious. That woman has definitely a connection with music. And, apart from that, you will see a fantastic performance of a heartbreaking song from a yet unknown band: a man comes through the snow, and you hear him singing from the distance long seconds before you see his face. He joins a woman and another man with a guitar. They go into a church. A piano player is waiting for them. And then you will definitely look at their faces when their way of shouting out loud seems to be the only way to prevent a collective nervous breakdown. Call it cathartic. There is a lot of darkness available in this song.

2012 28 Dez

Elizabeth Hand’s 6 favourite books

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The celebrated novelist recommends books with disturbing photos and eerie film stills, stories of Icelandic outlaws, drug-dealing surfers, and murdered teen campers

The Saga of Grettir the Strong (Wildside, $15). The last of the Icelandic sagas, featuring European literature’s first great anti-hero, an outlaw living in Iceland’s wilderness. This ancient story has it all — wicked humor, battles with a shadowy supernatural entity, and a ferociously uncompromising, startlingly modern protagonist.

Smilla’s Sense of Snow by Peter Hoeg (Delta, $16). W.H. Auden believed that north is “the direction for adventures,” an observation brought to life in a terrifyingly literal sense by Hoeg’s Smilla, a woman whose obsessive hunt to understand and avenge the mysterious death of a boy in Copenhagen leads her through a nightmarish, bleakly beautiful Nordic landscape.

Tapping the Source by Kem Nunn (out of print). A seminal punk-noir cult novel built around Huntington Beach, Calif.’s 1980s surf scene. Young Ike Tucker arrives from a desert town seeking to learn why his older sister disappeared after becoming involved with a group of drug-dealing surfers. The book includes an amazing cast of supporting characters.

Blackwater by Kerstin Ekman (Picador, $18). A teenage couple on a camping trip are found stabbed to death in their tent in the Swedish countryside. Years later, the truth behind both their deaths and the denizens of Starhill, a commune, gradually unfolds in a series of spare, beautifully written scenes. Ekman’s exceptionally complex novel is the rare thriller that rewards rereading.

The Complete Untitled Film Stills by Cindy Sherman (Museum of Modern Art, $45). This is Sherman’s groundbreaking sequence of black-and-white self-portraits, in which the photographer summons a pantheon of iconic, original female characters from some alternate cinematic universe. The images are at once dreamy, eerie, and enigmatic.

Pictures by Robert Mapplethorpe (out of print). Still shocking, still gorgeous: These are the black-and-white images that cemented Mapplethorpe’s underground reputation and now occupy a place among the greatest art of the 20th century. Each one is disturbing, revelatory, and timeless.

(Source: theweek.com)

2012 27 Dez

Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht

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Mechtild Borrmann ist eine Schriftstellerin, die darauf spezialisiert ist, abgerissene Zeitlinien der (weitgehend) deutschen Geschichte zu verbinden. In ihrem gewiss zurecht mit dem Deutschen Krimipreis 2012 ausgezeichneten Kriminalroman zeichnet sie die Geschichte von sechs Freunden, die sich im Nazi-Deutschland schworen, immer füreinander da zu sein. Das geht gründlich schief.

Ein erfolgreicher Arzt stösst im Nachlass seines Vaters auf das Foto einer unbekannten, attraktiven Frau, und wünscht sich insgeheim, dem selbstgerechten Vater endlich eine kleine Unvollkommenheit in seiner perfekten Vita nachweisen zu können. Das geht ebenfalls gründlich schief.

Der Roman bewegt sich zwischen den Zeitzonen des Zweiten Weltkrieges und des Jahres 1998. Jede Figur ist lebendig gezeichnet, meine Lieblingsfigur ist der kauzige Polizist, der nur darüber schmunzelt, wenn man ihn “Dorfsheriff” nennt, und seine Liebe der Langsamkeit mit einer Sammlung von Sanduhren kultiviert.

Muss man noch extra erwähnen, dass Mechtild Borrmann hervorragend mit Sprache umzugehen weiss, ob es sich um Naturschilderungen handelt, die immer auch (beiläufig) Seelenzustände skizzieren, um Dialoge, oder das angemessene Tempo bei der Entfaltung des Handlungsgefüges?! Ihre Kenntnis der deutschen Historie (und ihrer dunkelsten Zeit) wird nie belehrend ins Feld geführt, sie erzeugt Schrecken mit klaren, alles Pathos meidenden Schilderungen, in denen das Grauen zu einem irrationalen und irrsinnigen Alltag wird.

 
 

 
 
 
Sophie Calle: The Address Book
 
In 1983, the French artist Sophie Calle found a lost address book on a street in Paris. She rang up the people listed and asked about the owner of the book, whom she calls Pierre D. (“I will try to discover who he is without ever meeting him.”) She published her findings in a newspaper — to the outrage of the real Pierre, who threatened to sue. Calle agreed to hold off republishing the pieces until after his death.

Pierre died in 2005, and this book is now available in English. I’d foolishly worried that there would be something self-consciously whimsical, something Amelie about the project. But from the outset, Calle’s inquiry is too serious and strange and plain difficult. A few people refuse to speak to her. Others agree to meet Calle, but can’t recall Pierre. The testimonies add up; our quarry comes into focus then blurs again: He lives alone. His hair went white the week his mother died. He has conventional sexual fantasies. He wears ill-fitting clothes, like a clown. Assembling a personality from these shards is intoxicating, a bit like solving a mystery, a bit like falling in love. But whom are we falling in love with? Is it Pierre? Or is it our guide? The book includes photographs of the people, paintings and places dear to Pierre. The most arresting portrait is of a young woman — could it be Calle? — in profile, hiding her face behind long dark hair, inscrutable to the last.

(Parul Sehgal)

Today I stumbled across a song of Jessica Pratt. Rings a bell, that name? No, not really. After listening to her song “Night Faces” and looking at the video several times I thought: does she come from the West Coast anno 1969? Is she a time traveller that has enjoyed a bit too much the company of Dr. Who? There is something ghostlike in her high trembling voice that always seems to be able to vanish into space from one moment to the other. But, to my surprise, she doesn’t leave the song by some secret exit long before its end. And the video is good, adds to the dreamlike quality with its flow of apparitions. I was so absorbed by the simple guitar arpeggios, the skeletal and raw mood, the sound of the voice that I only catched some of the words. A distant memory at work? And, then again, this name: Jessica Pratt – and old “psych-folk” soul swirling around the echoes of a long lost summer. No wonder she’s from San Francisco. Had a look at the cover of her self-titled album – at least she wears no flowers in her hair.

VIDEO


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