Manafonistas

on music beyond mainstream

Du durchsuchst gerade das Archiv des Monats Oktober 2012.

Archiv: Oktober 2012

2012 31 Okt

John Cage erzählt eine Geschichte

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

“Vor vier Jahren sprach ich einmal mit Hidekazu Yoshida. Wir sassen im Zug von Donaueschingen nach Köln. Ich erwähnte Herrigels Buch ZEN ODER DIE KUNST DES BOGENSCHIESSENS. (Der melodramatische Höhepunkt dieses Buches handelt von einem Bogenschützen, der, obschon in völliger Dunkelheit, ins Schwarze traf.) Yoshida erzählte mir, der Autor habe etwas Wichtiges zu erwähnen vergessen: dass nämlich gegenwärtig in Japan ein hochgeschätzter Bogenschütze lebt, dem es noch niemals gelang, ins Schwarze zu treffen, auch nicht am hellichten Tag.”

(aus: John Cage, EMPTY MIND – Bibliothek Suhrkamp, S.58)

2012 30 Okt

Frankenstorm

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

www.touchshop.org/touchradio/Radio86.mp3

Recording of post-tropical cyclone Sandy by Irene Moon in Brooklyn, New York, the night of 29th-30th October 2012 (source: touchradio)

2012 30 Okt

Phantastische Ausgrabung aus dem Jahre 1981

| Abgelegt unter: Blog,Musik aus 2012 | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

 
 

 
 
Ist schon eine knappe Woche her. Ich wurde nach Mitternacht wach, und statt mich auf die andere Seite zu drehen, oder die wirren Fäden eines Traums zusammen zu fügen, legte ich die beiden Cds des Doppelalbums MAGICO – CARTA DE AMOR auf, die an diesem Freitag erstmals erscheinende Aufnahme des Trios Garbarek – Gismonti – Haden aus dem Amerikahaus, München, 1981. Allein im Haus, verzichtete ich auf die Sittsamkeit der Zimmerlautstärke und liess die Musik so laut erschallen, wie sie damals wohl glücklichen Hörern zu Ohren gekommen sein muss. 31 (!!) Jahre liegen zwischen damals und heute, ohne dass irgendwas an diesem Mitschnitt gediegen, in die Jahre gekommen oder sonstwie museal erscheint. Auch die beliebte Rede von “feinem kammermusikalischem Jazz” oder “weltmusikalischem Horizont” straft die Intensität dieser Musik Lügen. Selbst wer die zwei Studioaufnahmen des Trios, MAGICO umd FOLK SONGS, kennt, wird hier aus der Verblüffung kaum heraus finden. Und eine Live-Aufnahme aus dem Jahre 1981 kann, denke ich, kaum besser klingen. Und, in dieser Nacht vor eimer knappen Woche, hatte ich echte Probleme, wieder einschlafen zu können.
 
1. Carta de Amor 07:25
2. La Pasionaria 16:26
3. Cego Aderaldo 09:51
4. Folk Song 08:10
5. Don Quixote 08:25
6. Spor 14:01

1. Branquinho 07:37
2. All That Is Beautiful 15:35
3. Palhaço 09:13
4. Two Folk Songs 03:40
5. Carta de Amor, var. 07:35

Discussion on allaboutjazz:
 
Michael Engelbrecht wrote (see John Kelman’s review at www.allaboutjazz.com): This is purely “magico”. I listened to it some nights ago, very late in the night, and I could afford to play it loud, on a great sound system. 31 years old, and it sounds fantastic! How do you call it: “world chamber jazz”? Doesn’t matter. This music is so relaxed and intense at the same time, my goodness! How can one bury such a treasure for such a long time! Well, John, old companero of Kristiansand, my enthusiasm for this live document might even surpass your surprisingly cool praise:)

John Kelman wrote: I wouldn’t say my praise is cool…I love the disc….I just don’t get particularly effusive, rat her, I describe the music and let readers make up their own minds.But you are absolutely correct; this is magical stuff, and I can only hope there’s more archival material that might see the light of day from ECM. Am in Heidelberg now, and will be at Manfred’s evening as part of Enjoy Jazz on November 3, so we’ll see then,perhaps.In the meantime, glad we agree on this one…. :) Cheers!John

Henning Bolte wrote: I’d say: Jan is the magic piper here … (although it’s out of past)

John Kelman wrote: Hey Henning!Yes, Garbarek’s playing here truly stands out….but I really do think this was an inspired combination, across the board…. Cheers! John

Michael Engelbrecht wrote:  This is such a great year for ECM: CARTA DE AMOR, Tim Berne’s SNAKEOIL, the “sleeping” Jarrett album, John Surman’ best solo album ever, SALTASH BELLS, Eivind Aarset’s forthcoming album DREAM LOGIC (a silent “killer”; tonight, in my German radio show, I played two pieces of DREAM LOGIC, framing Brian Eno’s new ambient work LUX – these two records replace a good trance session at your hypnotherapist, deep, deep music…) the list could go on for a while even leaving out ECM’s NEW SERIES. There is one really boring ECM album, easy listening without any profoundness, and that is, well, Manu Katche’s work, a hugely overrated composer, and here the cliche of “coffee shop jazz” becomes reality. on the other hand, who wants to drink his caffe latte while hearing Coltrane’s MEDITATIONS!?:)

John Kelman wrote:  Well, I agree with you Michael..almost.; I like the Katché. Doesn’t break and new ground or shatter any rules, but solid grooves and strong playing…..saw ythe group last night (with another trumpeter replacing NPM) and it was actually smokin’ hot. I think Manu is like Robert Fripp always said about King Crimson: the studio records are love letters, the live ones a hot date :) Cheers from Heidelberg, my friend! – and I’m wearing my Pat Metheny Trio shirt today, by the way :) John

Michael Engelbrecht wrote:  I saw Manu Katche in Dortmund some days ago, and, well, our idea of “smokin’ hot” may differ a bit. You might ask: why did you go there? The answer is: I thought, mhm , he might be smokin’ hot live. If that music was smokin’ hot, then I am a burrning potato:) Ups, a Pat Metheny TShirt. I know you love this guy, I will never understand why. He was great in the 70′s. And early 80′s. He has lost it all over the years. Few exceptions. This solo guitar album, for instance, a year ago. might work in the waiting room of your local dentist. Michael

“Beginne an einem beliebigen Zeitpunkt deines Lebens, durchwandere dein Leben, wie du lustig bist, rede nur über das, was dich im Augenblick interessiert, lass das Thema fallen, sobald dein Interesse zu erlahmen droht; und bring das Gespräch auf die neuere und interessantere Sache, die sich dir inzwischen aufgedrängt hat.” (Mark Twain)

Das könnte ein Motto der Manafonistas sein, bei denen gewiss keiner Interesse an der Niederschrift seiner Lebensgeschichte hat; umso mehr aber am durchaus sprunghaften, zugleich konzentrierten Erzählen von musikalischen Erlebnissen und Entdeckungen, flüchtigen, aber folgenreichen Erinnerungen, satirischen Seitenhieben etc. Da mehrere an der Arbeit sind, entsteht Stimmenvielfalt; Zufälle kreuzen sich und bilden interessante Muster!

Es passieren ja auch im Restjahr noch die skurrilsten Dinge: Bryan Ferry beschwört die Zwanziger Jahre, das “Jazz Age” der Fitzgeralds, und er wird knietief in Nostalgie versinken, sogar mit dem “Bogus Man”; reines Party-Album, und gefällige Selbstausbeutung; die Alt-Hippies werden in Teilen immer stockkonservativer, sie hören öfter WDR 4, und warten sehnsüchtig auf die neue Joe Cocker-Platte. Oder die neue, heisse Bardame im “Hotel California”. Manchmal sind verwegene Norweger, die zum Gitarrespielen schon mal in ein eiskaltes Mausoleum gehen, die einzige Rettung. Oder Free Jazz. Oder auch, keine Frage, “Drifting Back” mit Neil Young. Auch ein Entfesseler! Auch ein Autobiograph. Wie einst Samuel Langhorne Clemens!

Die guten Dinge: die Seitensprünge, der “laterale Drift”, wenn man in eine unerwartete Klang- oder Geschichtenwelt eintaucht. Wer erst mal auf Seite 235 der geheimen Autobiographie von Mark Twain vorgedrungen ist, könnte eine minutenlange Lachattacke erleiden und mit einem ewigen Kiffer verwechselt werden; und, wenngleich nicht mit einem einzigen “Emmy” gekrönt, ist die fünfte Staffel von “Mad Men” die vielleicht beste dieser exzellenten Serie über ein wiederum anderes altes Amerika! Zum Glück gibt es auch Zeitreisen in die Gegenwart. Guter Stoff entfesselt. Jeder ist sein eigener Houdini. Gute Nacht.

 
 

 
 

Stephen Kalman says it all without revealing anything. Be ready for one of the best thrillers of 2012, now out in Germany. Don’t read any reviews, just take a risk, buy this book and start reading.

“I read this on my Kindle while coming back to the US from Frankfurt. I was at 92% when the announcement came on. Let me tell you, if I had a blanket, I would have been 8 years old again, blanket over my head, sneak-reading another chapter.I almost finished it waiting for my luggage, then sat in the lobby for another 5 minutes to get it done.”

Manfred Sarrazin (Alibi-Krimibuchhandlung, Köln) empfahl mir die Originalausgabe, “The Lock Artist”, vor einem guten Jahr, und ich war begeistert.

2012 28 Okt

Vom Lustwandeln auf einem leeren Fussballfeld

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

 
 
 
 
 

Von dem Psychoanalytiker Georg Groddeck stammt der Ausdruck “Regressionen im Dienste des Ichs”, womit er auf Alltagshandlungen zielte, die nicht gerade von enormer Reife und Weisheit zeugen, aber zu den kleinen Dingen zählen, die das Leben in Schwung halten und die wagemutige  Konstruktion unseres Egos ganz sachte stabilisieren. Beispiele: Comics auf dem Klo lesen, spät abends alte Jerry Cotton-Filme gucken, einer erotischen Fantasie nachhängen, Fotos aus der ersten Heimat schiessen. Diese Dinge haben keinen grösseren Mitteilungswert, ausser vielleicht, Sie liegen auf der Couch Ihres Analytikers, oder Sie wären Woody Allen und würden gerade am Drehbuch von “Manhattan” schreiben. Kulturarbeiter sind Menschen, die sich vorzugsweise den schönen und wahren und erfundenen Dingen zuwenden, sie bevorzugen eine ausgefeilte Sprache, hohen Anspielungsreichtum, sie öffnen Referenzsysteme und spielen mit dem weiten Horizont ihres jeweiligen Spezialgebietes. Spannend, wie wichtig sich mitunter Menschen nehmen, die mit primär unnützen Dingen wie Kunst befasst sind.

Eine besondere Knalltüte erzählte mir mal lang und breit, wieso die Musik von Arvo Pärt eine billige Simulation mittelalterlicher Klangmodelle darstelle. Meine Einwände behandelte er wie flüchtige Satzzeichen, die ihm ein kurzes Atemholen erlaubten, um dann gönnerhaft seine Sicht der Dinge weiter auszubreiten. Er liebte den Ton seiner eigenen Stimme, und normalerweise hätte ich ihn rasch mit der gebotenen Arroganz umterbrochen, und ihm mitgeiteilt, meine Friseuse wollte mir jetzt unbedingt einen blasen, aber hier hatte ich einen aus der obersten deutschen Kulturriege am Telefon, und diese Erfahrung wollte ich mir einfach mal geben. In einem anderen, und ich versichere, wahren Fall, sprach ich mit einem Kulturarbeiter, über dessen Drogenkonsum ich nicht genau informiert bin, aber ich tippe auf Koks bis in die Haarspitzen, über eine estländische Folkgruppe. Er fragte mich , ob man zu der Musik, die er bislang nur flüchtig gehört habe, mit 200 über die Autobahn brettern könne, und ob man bei einer solchen, eher kammermusikalischen “Färbung”, auch guten Sex haben könne. Ich erklärte ihm, dass man zu diesen engelsgleichen Stimmen ganz wunderbaren slow-motion-Sex haben könne, was er bitte nicht mit “Blümchensex” verwechseln möge; und auf der A1 würden einen diese Mädels selbst bei 220 auf dem Tacho ganz locker ins Kissen drücken. (Immerhin ein Beispiel für Regressionen, wenngleich nicht für einen besonders sympathischen Zeitgenossen.)

Wenn Kulturarbeiter gut sind, machen sie Lust auf neue Erfahrungen und predigen nicht nur denjenigen, die eh schon bekehrt sind, wo immer auch zu. Selten berichten Kulturarbeter mit einem Anflug von Selbstironie von ihren Regressionen im Dienste des Ichs, und dabei laufen einige besonders aufgeblasene Exemplare in eine gefährliche Falle. Im Zuge ihrer zwar höchst subjektiven, aber irgendwie erlesenen Sicht auf die Dinge, bauen einige Vertreter dieser Spezies ihr Selbstwertgefühl ein bisschen zu sehr auf den Fundamenten ihres vermeintlich profunden ästhetischen Urteilsvermögens auf. Schnell erleiden sie narzisstische Kränkungen, wenn jemand mal mit einem Schneeball eine Fensterscheibe ihres Elfenbeinturms zerdeppert. Ich weiss natürlich, dass ich hier selbst im Glashaus hocke. Es ist allerdings schlicht hilfreich, wenn man gerade mal aus eisigen Höhen zurückgekehrt ist, wo man in einer Blockhütte Viola-Solo-Stücken von Ligeti gelauscht hat, oder Sun Ra auf einen fernen Planeten gefolgt ist, sich all der zauberhaften Regressionen im Dienste des Ichs bewusst zu bleiben. So werde ich beispielsweise in der kommenden Woche den neuen Bond-Film sehen, verschwundene Orte meiner frühesten Kindheit besichtigen, die Weihnachtsplatte von Tracey Thorn hören, im Auto lauthals mit Neil Young “Walk Like A Giant” singen, mit meiner Lieblingstürkin über Waffelrezepte plaudern (running gag!), lustvoll in Berichten zum Schneeballgestöbersieg meiner Borussen in Freiburg versinken, und im leeren Fussballstadion der Hombrucher an der Deutsch-Luxemburger Strasse traumverloren über den Rasen schleichen.

Und weiter, immer weiter. Werde die alten Strassen noch einmal gehen, kurz anhalten, wo wir den Helge abholten, dessen Vater gerade gestorben war. Dass  ich mich an den Namen noch erinnern kann. Margarete Scheibenhut war mein Schwarm mit acht, lustiger Name, woll? Aber ich kam nicht mal in die Nähe ihres Poesiealbums. Mit zehn Lenzen schrieb ich auf ein Löschblatt, “Ich liebe Jutta Kortmann”, und der doofe Peter übergab es der Lehrerin, Frau Oel fragte, ob das von mir stamme; ich hatte keine Traute und stritt das ab, alles nur peinlich. Vielleicht wäre ich mutiger gewesen, wenn ich zu dem Zeitpunkt schon die Single der Stones geklaut hätte, “Get Off Of My Cloud”. Nicht gerade ein Liebeslied, aber eine gute Dröhnung für romantische Jungs. Für kurze Zeit war ich ein Ladendieb (Singles, Schokolade) und  lag einmal nachts neben den Bahngeleisen, wollte den Zügen hinterher in die Ferne, voller Brennesselstiche. Die Liebe meines Lebens hat einen anderen Namen, aber ich darf ihn nicht singen und sagen hier, weil ich dann ein Maulheld wäre. Kein Name in diesem sich herumtreibenden Text ist frei erfunden, und der unausgesprochene ist der am meisten geflüsterte. Ich übe schon den Cappuccino-Song. Zwei Akkorde, kein Kitsch, und der Himmel so nah wie fallende Blätter. Reiner Oktober, es leuchten die hintersten Winkel taubengrau.
 
 

 

2012 28 Okt

My 12 favourite albums of 2012

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

 

  1. Scott Walker: Bish Bosh  - record of the year  (4AD)
  2. Thomas Köner: Novaya Zemlya (Touch)
  3. Jan Bang & Erik Honore: Uncommon Deities (samadhisound)
  4. Sidsel  Endresen & Stian Westerhus: Didymoi Dreams (Rune Grammofon)
  5. Jan Garbarek – Charlie Haden – Egberto Gismonti: Carta de Amor (ECM)
  6. Eivind Aarset: Dream Logic (ECM)
  7. Swans: The Seer (Young Gods)
  8. Fiona Apple: The Idler Wheel Is Wiser Than the Driver of the Screw and Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Ever Do (Epic)
  9. Burnt Friedman: Bokoboko (nonplace)
  10. Wadada Leo Smith & Louis Moholo-Moholo: Ancestors (TUM)
  11. Astrid: High Blues (Rune Grammofon)
  12. Lambchop: Mr. M (City Slang)

 

Other outstanding records were made / released by Food, Arvo Pärt, Paul Buchanan, Leonard Cohen, James Yorkston, Stian Westerhus (solo), Frank Ocean, Keith Jarrett, Brian Eno, Dan Michaelson, Cyclobe, Tindersticks, Heiner Goebbels, Ivar Grydeland, Gerry Diver, Wilco, Diagrams, John Surman, Neil Young and Can (The Lost Tapes).

“Thank you for advising me how to judge music, with patience and enough listening sessions! Never had this idea :( What you call “sheer lyricism”, I would call “sterile lyricism”. A bag of cliches. And I don’ t want to challenge your opinion either.

I can love a lot of music that is not groundbreaking. Let’ s say it this way: the last albums of John contain nearly all the things I don’t like at all in this post-or-not-post-fusion-area. Fine you detect so many subtleties here. For me the magic factor comes dangerously close to zero. But, as an old Zen teacher said, enlightenment can even happen when being confronted with unbearable boredom. So if I get my mini-satori, I will let you know immeditately.”

(These lines contain a strong warning to buy McLaughlin’s new album called NOW HERE THIS.)

We were riding on a desert wind
We were pulling in the spiritual
Riding on the desert wind
We could see it in the distance
Getting closer every minute
We saw the lights and spiritual shining
Getting closer every minute
Then we skipped the rails, and we started to fail
And we folded you, and it’s not enough
Think about how close we came

I wanna walk like a giant on the land
I wanna walk like a giant on the land
Now I feel like a leaf floating in a atream

Whenever I see the big fire coming,
Coming to burn down all my ideas
I try to hold down to my thinking, and remember how it feels
When I’m looking right in your eyes
And hearing your happy laugh
When I’m seeing your blue eyes shining
And hear your happy laugh
So the moment came, and the big sky rained and
and a ṗool of fire served in my desire

(lyrics not complete)

2012 27 Okt

Der Traum vom 27. Oktober (Traumzeit ca. 5.30 Uhr)

| Abgelegt unter: Blog | RSS 2.0 | TB | Kommentare geschlossen

Ich war auf einem Boot, das in rasendem Tempo über den Rhein jagte, manchmal hörte ich von ferne ein dumpfes Grollen, jemand vom Bootspersomal meinte, es sei aber kein Krieg. Seltsamerweise war dieser Rhein voller Flussschnellen, und einmal kamen wir einem Wasserfall bedrohlich nah. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich auf das Boot gekommen war, geschweige, was hier, mitten in der Nacht, im Gange war. Wir hielten an einer Plattform, wo Verletzte behandelt wurden. Als die Morgendämmerung aufzog, war ich ziemlich gerädert, und bekam einen Anruf von meinem Redakteur, der mich bat, Samstag in Düsseldorf für einen kranken Kollegen einzuspringen, eine Sendung über “neue Popkultur”. Er lockte mich mit einem hohen Honorar, sagte aber, es gebe noch keine Beiträge. Okay, antwortete ich, immerhin gibt es gute Musik. Im Kopf ging ich die Namen durch: Scott Walker, Neil Young. Von Walker wollte ich den 4-Minuten-Song spielen, in dem er jene Szene aus dem Film “From Here To Eternity” benutzt, in der Montgomery Clift Anweisungen gibt, was man mit der Leiche von Frank Sinatra anstellen solle. Ich dachte auch an Hans Unstern, keine Ahnung, was der für Musik macht. Und keinen Joe Cocker, sagte ich meinem Chef, nach diesem Bootstrip spiele ich keinen sentimentalen Retro-Scheiss. Und dann erinnerte ich mich, dass ich ja erst kürzlich ein Interview gemacht hatte (dessen Inhalt ich allerdings komplett vergessen hatte): das Thema war Konrads neues Buch “Über den Scherz in misslicher Lage”. Schnitt. Ich sass mit Konrad zusammen, und wir gingen das Skript des Interviews durch. Witzig ist das aber nicht, sagte ich ihm, eher ernst. Ja, stimmt, meinte er, er hätte mehr Witze erzählen sollen, schliesslich sei es ein Witzbuch, in gewisser Weise. Langsam wachte ich auf, und mein erster Gedanke war, das Konrad schon einige Jahre tot ist.


Manafonistas | Impressum | Kontakt
Wordpress 3.9.1 Design basiert auf Gabis Wordpress-Templates
84 Verweise - 0,871 Sekunden.