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Archiv: April 2012

2012 25 Apr

Eine Peter Handke Biografie

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Was war er für ein Typ, zu Lebzeiten? Ein finster blickender Unglücksprophet, der schon als Kind um sich herum den “Tempel des Nichtendenwollenden Deutens und Bedeutens” errichtet hatte und fortan darin wie in einem Gefängnis saß. Ein Meister der Dämmerung. (Malte Herwig)

Die Neugierde ist ein ausgezeichneter Kompass: sich genau dem widmen, was gerade von Interesse ist. “Was ist der Peter Handke wert: was hat es mit ihm auf sich, wer ist dieser Autor?”, genau das war jetzt die Frage und die Zeit schien reif, endlich einmal Wissen zu erlangen, das über Wikipedia hinausgeht und – das Krakelen eines Literaturpapstes noch im Ohr – vorurteilsfrei diesem Schriftsteller zu begegnen sowie Bildungslücken aufzufüllen.

Eine aktuelle Biografie kommt da gerade recht. Unvergesslich jene Abendstunden, in denen man sich einst nach langem Arbeitstag im Winter auf der Baustelle den Feierabend schön machte: mit einem bis zum Rand gefüllten Glas Fernet Branca, einigen Zigaretten und der Lektüre von Rüdiger Safranskis Heidegger-Buch mit dem Titel Ein Meister aus Deutschland.

“Ein Meister der Dämmerung” – so heißt die Biografie über einen Meister aus Österreich, geschrieben von Malte Herwig und im letzten Jahr erschienen. Sie liest sich spannend wie ein Roman, sehr lebendig und frisch, und sie zeigt, um wen und was es sich handelt: um das paradigmatische Exempel eines Schriftstellers der Innenwelt-Erkundungen.

Peter Handke ist keiner für die großen Erzählungen, die sensationellen Plots und für das humoristische Fach. Was er schreibt, handelt vom Tiefgang seiner Empfindungen, von der Genauigkeit seiner Wahrnehmungen, dem angestrengten Bemühen um klischeefreie Wortfindungen. Wäre er Schweizer, es würde nicht wundern: ein Uhrmacher der Sprache, langsam, bedächtig, fast pedantisch. Hier kann man von Handke lernen: Sprache – schriftlich oder mündlich – präzise zu benutzen. Die Stunde der wahren Empfindung.

Etwas Wesentliches verbindet unsereins mit diesem bedeutenden Schriftsteller – und hier mag der Kernpunkt des Interesses liegen: es ist das Bedürfnis nach Stille. Wanderungen, Vereinzelung und Ausweitung, die Selbsterleichterung durch das Erleben von Landschaft und Natur werden als ein Ausweich-Pol benutzt, über den man dann wieder den Zugang zu den Mitmenschen findet. Wie beim Billard: über die Bande, das Dreieck, spielen. Auch bei Handke zeigt sich diese Ambiguität im Bedürfnis nach Rückzug und nach Gemeinschaft.

Malte Herwigs Biografie ist auch eine Anleitung zum Schriftstellerwerden, ohne dabei unglücklich zu sein. Ein facetten- und beziehungsreiches Leben, das da jemand führt und führte, mit der nötigen Portion Egozentrik und Rigorosität, die unabdingbar scheint für einen erfolgreichen künstlerischen Werdegang. Peter Handke ist Musikliebhaber, seine Tochter Amina ist DJ. Über Musikgeschmack kann man streiten, aber hier schreibt einer auch im Horizont von Selbstfindung – eine wichtige Stimme im Sound der Pop-Kultur.

 
 

 
Malte Herwig: “Meister der Dämmerung. Peter Handke. Eine Biografie”, DVA

Zuerst fuhr ich mit meinem Toyoten in den Randbezirk der City, in die Hafenkneipe SUB ROSA. Mir gefiel die knarzende Stimme des Radiomoderatoren, der Nina Simone spielte, einen exzellenten Donovan-Song (Colours?) und rootsigen Reggae. Der “Colonel” hat den Mitschnitt alter Radiosendungen von Joe Strummer (The Clash) aus dem Netz runtergeladen. Dortmund Calling! Burkinho wollte mich noch zu dem Italiener lotsen, wo die Borussen ihre erste Meisterfeier improvisierten,  in der Gartenstadt, aber die Zufahrtswege waren verstopft, ich  hätte schon gern im Regen gestanden und den Jubelperser gemacht. Das Geburtshaus von Burkinhos Mutter liegt hundert Meter von dem Edelitaliener entfernt, und ich weiß, wie warm es meinem Fusballfreund heute ums Herz werden muss. Keine Angst vor Sentimentalitäten. You’ ll never walk alone. Im Kreuzviertel wurde wild gesungen und gehupt, im Mundo’s gab es nur Bier, keinen Caipirinha; in meinem Auto lief die neue CD von TU FAWNING, und diese archaische Rockmusik aus defekten Synthesizern, scheppernden Trommeln und dunklen Herzschlägen war für mich der ideale alternative Soundtrack zur Meisterfeier. Manchmal ist es so hinreißend, wenn es Katze und Hunde regnet.    

Ich bin kein Kenner der Historie des norwegischen Trios Motorpsycho. Und ein Teil der Nachtsendung morgen besteht darin, den Hörern zu erzählen, wieso mich dieses Post-Prog-Rock-Heavy-Ungetüm (“The Death Defying Unicorn”) in seinen Bann zog, denn normalerweise ist das weder mein Gebräu noch meine Tasse Tee. Aber hier bestätigt sich mal wieder: sometimes the things that are not your cup of tea are exactly that: your cup of tea.

Neben weiteren anarchischen und wilden Werken von EST und VOLCANO THE BEAR wird es zu Anfang und Ende der morgigen Klanghorizonte sehr ruhig zugehen. Das Finale kommt aus einem Planetarium in Barcelona,zumindest hat Santiago Latorre sich dort nächtelang mutterseelenallein aufgehalten, um sich inspirieren zu lassen. Gibt es eine schönere Form des Müssiggangs als nächtelang durch Teleskope im unendlichen Weltenraum herumzustromern?! Wen dieses Thema interessiert, den weise ich gerne auf einen Roman in dem es auch um die Erforschung des Dunkels geht, DIE KOMETENJÄGER. Von Marc Deckert.

http://www.youtube.com/watch?v=R_4wcvUKRzo  (Marc Deckert liest aus seinem Roman)

Musik, die mich rundum überzeugt, und in späteren Folgen der Klanghorizonte gespielt wird: Demdike Stare, Spiritualized, Tu Fawning, Fly Trio, John Surman.

2012 21 Apr

The Netherworld of Demdike Stare

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The music itself, though, is plenty compelling all on its own. More focused than Tryptych, Elemental hones in on its mood and conveys a genuine sense of mystery that goes way beyond mere affect. Part of it, I think, has to do with the fact that you never know quite what you’re hearing. Is that a foghorn or a Moog? A chorus of reeds or a bees’ nest? Where did those drums come from? Does it matter? The sound lingers in between the representational and the abstract, and that ambiguity– that impurity– only increases its expressive dimensions. At several points, Demdike Stare’s album sounds uncannily like Chris Watson’s recently released El Tren Fantasma, a sound portrait of a Mexican railway in its last month of operation. Blurring the lines between documentary, music, and noise, and between life and technology, Watson’s chronicle turned the real phantasmal. Demdike Stare do the opposite, conjuring a vivid fantasy world out of audio salvage and crusty circuitry. (Philip Sherbourne)

Aldo Romano, Louis Sclavis & Henri Texier – 3+3

Andrew Bird: Break It Away

Anne-James Chaton with Alva Noto and Andy Moor – Decade

Billy Hart: All Our Reasons

Burial – Distant Lights

Burnt Friedman: Bokoboko

Captain Beefheart and The Magic Band – Bat Chain Puller release 2012

Demdike Stare – Elemental Diagrams: Black Light

John Zorn – The Gnostic Preludes

Keiji Haino, Jim O’Rourke, Oren Ambarchi: Imikuzushi

Loscil – City Hospital

Machinefabriek – Colour Tones

Motorpsycho and Stale Storlokken: The Death Defying Unicorn

Oren Ambarchi – Knots

2012 16 Apr

Von Barmherzigen Schwestern, Munderkingen und Hannover 96

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Nachdem auf diesen Seiten immer wieder von Borussia Dortmund die Rede ist, ist es an der Zeit, auch mal von Hannover 96 zu schreiben.
Zehn Jahre alt war ich, als Horst Podlasly seinen Platz im Tor von Hannover 96 bezog, das er 203 Spiele lang hüten sollte (1963 bis 1971). Damals, in den sechziger Jahren, spielten noch Hans-Josef Hellingrath, Jürgen Bandura, Klaus Bohnsack,Otto Laszig, Werner Gräber, Walter Rodekamp, Udo Nix und viele andere bei Hannover 96. Natürlich hatte ich schon bald von allen Spielern mein Foto für das Fußball-Sammelbild-Album aus dem Bergmann-Verlag Unna der Saison 1966/67.
 
Hier zwei Beispielbilder aus dieser Zeit – Horst Podlasly und Jürgen Bandura:
 
 

 
 
Die Saison 2011/12 war und ist für alle 96-Fans, auch wenn sie so manchen Frust einstecken mussten, ein einziges Fußball-Fest. Was konnten wir nicht für wunderbare und vor allem spannende Spiele ansehen. Und natürlich: es durfte auf keinen Fall eines verpasst werden und vor allem nicht das entscheidende Spiel Atletico Madrid – Hannover 96! Doch genau das Schauen dieses Spiel sollte mir große Probleme bereiten. Dies ist meine Geschichte:
 
Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal ist eine katholische Ordensgemeinschaft in der Diözese Rottenburg – Stuttgart. Dort in Untermarchtal auf der Schwäbischen Alb betreiben die Barmherzigen Schwestern unter anderem ein Tagungshaus. Vom 28.03. bis zum 30.03.12 hatte ich dort an einer Tagung teilzunehmen. Natürlich war mein erster Gedanke „…und, was ist mit Fußball?“ Atletico Madrid – Hannover 96 , das große Europa League Spiel war für den 29.03. 21.00Uhr angesetzt, Übertragung durch Kabel 1. Es gab im Tagungshaus einen betagten Fernsehapparat, der allerdings nur Sat 1 und damit lediglich in der Lage war, das Schalke-Spiel zu übertragen. Und nun nahm ich allen Mut zusammen und fragte die Barmherzigen Schwestern, ob sie mir in einer zutiefst weltlichen Angelegenheit weiterhelfen könnten. Mit einer nie erlebten Hilfsbereitschaft wurde versucht, mir in irgendeiner Weise – und sei es nur über PC – das Schauen des Spieles zu ermöglichen. Doch leider, nach Stunden der vergeblichen Mühen, das Ende: keine Übertragungsmöglichkeit! Mir war natürlich klar: dieses Spiel musste miterlebt werden, koste es, was es wolle. In Begleitung eines Freundes klapperten wir die umliegenden Dörfer ab. In Munderkingen fanden wir schließlich das WALK IN, eine Kneipe, vor der die Vereinsfahne von Bayern München wehte. Sei´s drum! In der Dorfgaststätte dann das Wunder: In einem riesigen Hinterzimmer hatte der Wirt richtige Ränge aufgebaut, mit Beamer und Leinwand konnten die Spiele hervorragend angeschaut werden. Da wir die ersten Gäste waren, die an diesem Abend Fußball schauen wollten, bekamen wir mit Kabel 1 und der Übertragung des 96er-Spiels natürlich den Zuschlag. Und was für ein Spiel das war!

2012 15 Apr

The Story of the Tranquil Club (Part 1)

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Johannes Delmere is telling the whole truth: The Tranquil Club left its marks in the late 80ies/early 90ies in the Ruhrgebiet, a large conglomerate of towns right in the middle of (former) West-Germany. The members of The Tranquil Club only had one quest: to play music to as few people as possible as silently as possible. It started with an idea by Brian Eno, who fancied to have a house or a club with a few circles of rooms, adding more and more quietness and silence when entering the next circle. The Tranquil Club did not have a house, but tried to put this idea on stage. The first event of The Tranquil Club took place in Bochum, in a room very well suited for the occasion. It had the shape of a cocoon, lots of soft and colourful lights and the floor was laid out with soft material. You could walk around without being heard. Events of The Tranquil Club did not last for one evening, they lasted for 5 nights. Music was created, the stage was lightened by TV-Sets that were put up on their sides or on their top, switched to near invisibility or just a mess of colours. The sound system had 6 channels with different sounds coming out of each channel, there were films and tapes. Even the main evening news from Germany’s leading TV station were an integral part of the show, slightly distorted by very low-level sounds. Words were spoken, films were accompanied, stories were told, pictures were taken, sounds came from everywhere. It was very strange, sometimes entertaining, sometimes not. The Tranquil Club even made it onto nationwide radio in Germany when it took hold of the airwaves for one whole hour.

The Tranquil Club was:

Michael Engelbrecht: concept, installation, spoken words and piano (who left before the end, due to “musical differences”)

Olaf Guenther: concept, installation, electronic devices, mix, piano, voice, fluegelhorn and didgeridoo (who went all the way)

Dr. Johannes Delmere: electric and acoustic guitars, keyboards & sequenzers, synthesizers, recording and effects (who liked the idea and joined)

Frank Westerdorff: bassoon and contrabassoon, english horn, piano, flutes and voices (who wasn’t sure at first, but got going)

and sometimes

Merle Hettersheim: cello (who had a short stay in Castrop-Rauxel)

Claudia Roellecke: drums (who came to join in Dortmund and Cologne)

2012 15 Apr

Tödlicher Schönklang

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Wenn einer sich Gedanken macht über die Banalität des Schönklangs beim Hören der neuesten Silje Nergaard Platte und sich schwört, nie wieder gefällige Gitarrenklänge in die Welt zu setzen, weil er nicht mitwirken will an diesem bis an die Schmerzgrenze Süßlichen und jene bemitleidet, die sich darin weiden und nicht wissen: sie kommen darin um – dann greift derjenige schnell mal ins rettende Bücherregal, um sich zu vergewissern, dass er nicht allein auf dieser Welt ist und Heimat für ihn heisst: Geborgenheit in der Gemeinschaft negativer Denker.

Wie zufällig zieht er dann ein Buch von Cioran aus dem Regal, jenem grossen Schriftsteller, Philosophen und Stilisten, der aus der Kunst des negativen Denkens und Schreibens heraus jene Kraft entwickelte, die Leben spendet und die so manchem Selbstmörder die Tat vereitelte. Denn erstaunlicherweise bewirkt die Freiheit, sich schonungslos negativ äussern zu dürfen, eine befreiende Öffnung, die ins Leben zurückweist. Ebenso verhält es sich ja auch mit der Langeweile.

Negativität und Langeweile sind, ähnlich wie etwa das Cholesterin oder der Stress, sowohl als negative wie auch als positive Wirkkräfte vorhanden. Allein von Übel sind ausweglose Monotonie und bildungslose Stumpfheit. Aber glaubt denn jemand, wenn ihm beim Flanieren durch die Gassen von Paris jener Cioran zufällig begegnet wäre, er hätte dann das Antlitz eines Griesgrams erblickt? Mitnichten – einen mitfühlenden, würdevollen, sanftmütigen und leidenschaftlichen Menschen hätte er gesehen, fernab aller kruden Grobschlächtigkeit.

Die Langeweile hat Eröffnungscharakter: im besten Falle ist sie wie ein Nadelör, durch das man zurückgelangt ins Hier und Jetzt, zwischen die Dinge. Was hingegen an Silje Nergaards Süßklang stört, ist diese sentimentale, einlullende Verhangenheit, die ähnlich fatale Wirkungen zeigen kann wie ein in ewigem Minnesang gefangener Romeo sie erfahren würde. Da hätte dann jemand noch nie den Himmel gesehen, weil er stets nur unter Weiberröcke blickte und unter den Balkonen sitzend Nackenschmerzen kriegte.
 
 
 

 

2012 15 Apr

Von Nierensteinen, Fussballspielen und Sam Cooke

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Der eine Mitbewohner meines Zimmers lag mit einer gebrochenen Nase und anderen Frakturen danieder. Er hatte einen Freund beschützen wollen, auf den die Türsteher einer Disko hemmungslos eingeprügelt hatten. In der Chirurgie waren keine Zimmer mehr frei, also kam er zu uns in die Urologie. Der andere Kollege war, wie ich, streinreich, und wartete auf die Entfernung seiner Nierensteine. Ich kam als erster dran, hatte mir vorher das im Mai erscheinende Soloalbum von John Surman gegönnt. Sehr empfohlen für solche feinen Anlässe. In den Sekunden, bevor die Nacht mich umhüllte, stellte ich mir etwas vor, das ich hier für mich behalte – und den Papagayo-Strand von Lanzarote. Als ich wach wurde, trug ich einen Blasenkatheter, und ab und zu spritzte eine freundliche Schwester eine schmerzlindernde Flüssigkeit in meine Harnröhre. Es gab schon erotischere Momente in meinem Leben. Blut und Urin sammelten sich in meinem Beutel. Am Nachmittag kam der Oberarzt, der mich operiert hatte und teilte mir mit, dass er zu 99 Prozent alle Nierensteine meiner rechten Niere entfernen konnte. I was a happy man. Es war unlustigerweise der Tag, an dem mein Ballspielverein Borussia gegen Bayern München spielte. Wie gerne wäre ich wenigstens im Strobels gewesen! Aus dem sechsten Stock des Klinikum Nord sah ich in der Ferne die Pylone des Westfalenstadions. Am liebsten hätte ich mir einen Fesselballon gemietet. Diesen „Hitchcock“ am Radio zu verfolgen, war mir zu stressig. Ich vertrieb mir die Zeit mit den herrlich altmodischen Einflüsterungen von M. Wards „A Wasteland Companion“ (oh, my love!). Ein „blauer Engel“ hatte mich dermassen sediert, dass ich darüber einschlief, und erst kurz vor Spielschluss erwachte: fiebrig begab ich mich auf Ergebnissuche , und mein Jubelschrei riss meine Kumpels kurz aus dem Dämmerschlaf. Mein bester Freund dort war ein Krankenpfleger, ein Heavy Metal-Fan, aber offen für meine „komische Musik“. Der Tag darauf: ein Rettungshubschrauber landete in aller Frühe auf dem Landeplatz vor dem Klinikum. Ein Mann erzählte mir von seinem Stein, der so gross war wie ein Straussenei, und in viele Einzelsteine zertrümmert wurde, die immer noch zu gross waren, um sie über die Harnröhre raus zu fischen. Seine Schmerzgeschichte war  ein Drama, er tat mir unendlich leid. Kumpel Rolf brachte mir den „Kicker“ vom Kiosk mit. Am Schluss zog ich mein „LOST“-T-Shirt an. “Ich bin der letzte Überlebende der Dharma-Initiative.” Während ich dies schreibe, laufen alte Songs von Sam Cooke im Hintergrund. Dortmund hat das Derby auf Schalke gewonnen. Ich bin im siebten Fussballhimmel. Das Kind im Mann lebt noch.

If there was an award for saddest-slowest-quietest abstract songwriter of the last five years, Jesy Fortino (better known as Tiny Vipers) and Liz Harris (better known as Grouper) would have to duke it out. But there is no such prize. Instead, Fortino and Harris have formed some sort of sad-slow-quiet abstract Dream Team, named it Mirrorring, and put out a record.

Foreign Body inches carefully forward like a slow exhale, but it’s not relaxed, it’s restrained. The record is tense and haunted, full of whispered melodies and dark washes of electronic noise. Harris’s dark electronic ambience and Fortino’s acoustic vulnerability blend so seamlessly that it’s impossible to tell where Group ends and Tiny Vipers begins. The muted dissonance and introspective melodies recall Cat Power at her best.

“Fell Sound” opens the album with a uncanny electronic hum. Like the rise and fall of a wave, it drifts between two chords. It’s in moments like this that it’s easy to see why Fortino and Harris have garnered so much respect and acclaim—few musicians have the ability to make just two slow chords this captivating for this long, and few have the patience to try. I also don’t usually have the patience to listen when they do try, but there’s something mysterious and compelling about Mirrorring that draws me in. A vocal melody, then an acoustic guitar, venture gingerly through the ambient tide, never rising about a murmur.

“Silent from Above” flips “Fell Sound” inside out, with voice and acoustic guitar leading the way, homey and wistful. The faint wash of a suspended cymbal and careful production lend texture. The song turns on a simple vocal melody, as Fortino and Harris echo and answer each other in chorus. It’s the ghost of a folk song, or the folk song of a ghost.

The album’s most impressive track is its ten-minute centerpiece “Cliffs”. Acoustic guitar and electronic ambience cast chilling spires of sound. Every voice is so subtle, so austere, that it’s difficult to comprehend the song’s swelling intensity until an unsettling ringing overpowers the guitar and singing. Soon, however, the simple acoustic arpeggio that introduced the song returns alongside the haunting melody, bolder this time against the murky flood of noise. And then, the song breaks apart into deep drones and clattering echoes. The final two minutes buzz and whirr like the remenants of broken machines, and I don’t know why, but my blood runs cold.

Out of this eerie quiet, the first note of “Drowning the Call” is startling, but the song is actually the album’s calmest, drifting hazily through its seven minutes. There is something desolate about the song’s calm though, the way it refuses to grow or move, a bleak fog that only makes sense after the destructive colossus of “Cliffs”. “Mine” is the most vocal-anchored track, though the voices are still low in the swirling sound. The instruments creak like the wood of an old house while an distant pulse, a sort of chirping deep below the surface, swells in urgent horror.

“Mirror of Our Sleeping”, the album’s closing track, gives meaning to the collaboration’s name, as unadorned vocals and a simple instrumental echo in the calm. This is the album’s only track empty of hovering ambience; although the sounds are still laden with effects, you can make out every note played or sung. The reverb, the repetition, the warped pitches, all evoke moonlit reflections and refractions on the surface of some dark lake.

Foreign Body is stunningly beautiful, crafted with tremendous care and talent. Could we expect anything less from two musicians of the caliber of these two women? Although it’s not explicitly “about” anything, the record is profoundly troubling—spectral, pained and cryptic. There are moments here to take your breath away.

 

(source: Pop Matters)


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