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Archiv: Mai 2011

2011 31 Mai

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http://www.youtube.com/watch?v=5gNi_n2p_fU&feature=related

in memoriam Mickey Newbury

(An American Trilogy, 2011, eine Wiederentdeckung!)

American Trilogy

Es sind Marktmechanismen und PR-Strategien, die Mumford & Sons (obwohl wesentlich untalentierter) zur großen jungen Folkrock-Band der Stunde gemacht haben – der Zauber der Leisure Society bleibt scheinbar vielen unerschlossen. Am Sonntagabend spielte die Band im Luxor in Köln, vor gerade mal fünfzig Hansels und Hannahs – die siebenköpfige Formation zelebrierte hinreissende Songs, voller Dynamik, plötzlicher Tempowechel – und reich an Melodien, die weich schwingen und tief reichen. Wer hat schon je dem letzten Rest des schmelzenden Schnees ein Lied gewidmet (und darin das Ende einer Liebe besungen)? Eröffnet wurde der Set mit dem Titelstück des neuen Album, „Into The Murky Water“. Aber fangen wir am Anfang an, bei ihrem Debutalbum „The Sleeper“.

Die Idee von der Freizeitgesellschaft stammt aus den 1930er Jahren. Alles ist automatisiert und mechanisiert, und wird von Robotern erledigt. Die Leute dachten damals, in der Zukunft brauchten sie nicht mehr zu arbeiten, weil die Maschinen das für sie tun. Sie selbst würden den ganzen Tag mit Freizeitvergnügen zubringen. So ist es natürlich nicht gekommen. Ich fand es immer romantisch, wie sich Menschen in der Vergangenheit die Zukunft vorstellten. Als es um das Cover unseres Albums ging, kaufte ich eine Menge amerikanische Magazine aus den 30er Jahren mit futuristischen Stadtansichten und Raumschiffen. Diese Bilderwelten fand ich sehr interessant.

The Leisure Society, die Freizeitgesellschaft, die der Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist Nick Hemming aus der englischen Provinzstadt Burton-On-Trent 2006 in London ins Leben rief, ist ein großes Ensemble mit bis zu 13 Mitgliedern. Mit Violinen, Celli, Flöten, Akustigitarren, Banjos, Piano, Glockenspiel und vielen weiteren Instrumenten haben sie auf ihrem Debütalbum „The Sleeper“ hart daran gearbeitet, Hemmings Vision eines orchestralen Folk-Pop so federleicht umzusetzen, dass man ganz verblüfft ist von der Beiläufigkeit des Tiefgangs. Das liegt sicher an der betörenden Poesie der Songs, aber auch an den Echos aus der Musik der späten 60er und frühen 70er Jahre, die in den weit aufgespannten Klangräumen der Leisure Society nachhallen:

Ich war in einem düsteren, deprimierten Zustand, als ich die Songs schrieb. Eine Liebesbeziehung war zerbrochen. Ich verließ meine Heimatstadt, um von meiner Ex-Partnerin und den schlechten Gefühlen wegzukommen. Ich zog nach London, schlief bei Freunden auf  Sofas und auf dem Fußboden, trank Wodka, und schrieb diese Songs in einer elenden Verfassung. Ich wollte aber nicht, dass das Album depressiv klingt. Ich hörte zu der Zeit viel Beach Boys und die Beatles, diese fröhlichen Melodien. So ergab sich diese Mischung aus traurigen Texten und aufmunternden Melodien, die uns wichtig war.

„The Last Of The Melting Snow“, im Frühjahr 2009 vollkommen überraschend als „bester Song“ für den Ivor Novello Award, den renommierten britischen Songwriter-Preis, nominiert, beförderte The Leisure Society mit einem Schlag ins Rampenlicht: symphonischer Kammer-Folk, der, was den Gesang angeht, an die heitere Wehmut von Brian Enos sanften Songs erinnert. Vor allem aber scheint das Stück sich The Leisure Society in typisch englischen Folk-Traditionen zu verorten:

Ich habe mir nie viel traditionelle Folk-Music angehört, allenfalls so etwas wie Nick Drake oder Joni Mitchell. Ich verwende ähnliche Instrumente, die auch im Folk vorkommen, ich mag zum Beispiel Banjos und akustische Gitarren. Mein Songwriting aber hat mit dem des Folk nichts zu tun, ich habe da eher einen Pop-Hintergrund. Jemand hat uns kürzlich für eine Dokumentation über englische Folk-Music interviewt. Und ich sagte, ich mag keinen traditionellen Folk. Ich finde ihn zu niedlich und muss dabei immer an Ein-Mann-Kapellen mit Schellenkranz um den Fuß denken. Ich stehe mehr auf den großen klassischen Pop.

Folk kann heute eine Million verschiedene Dinge bedeuten, sagt Nick Hemming. Und so kann man fasziniert verfolgen, wie er mit seiner Leisure Society folkige Miniaturen mit Hilfe von symphonischen Elementen in epische Songs verwandelt, in denen der freie Geist englischer Folk-Rock-Pioniere à la Fairport Convention, Pentangle, oder Steeleye Span in zeitgemäßer Form fortwirkt. Aber es kommen noch ganz andere Anklänge hinzu: 

Als ich mit The Leisure Society anfing, saß ich allein in meinem Schlafzimmer-Studio und komponierte Musik für den Film eines Freundes. Ich ließ mich durch die Musik von John Barry und Ennio Morricone inspirieren, denn mir gefiel die Art, wie dort die Instrumente zusammen flossen. Ich begann, Unmengen an Instrumenten zu sammeln: Sitars, Banjos, Ukulelen. Ich fand es aufregend, wie zum Beispiel eine Sitar und eine elektrische Gitarre zusammen klingen. Das brachte mich dazu, immer mehr Musik aufzunehmen.

Es ist nicht allein die Verwendung bestimmter akustischer Instrumente, die The Leisure Society ein folkiges Flair verleiht. Stellt man sich vor, wie Nick Hemming und seine Musikerfreunde aus Brighton in dem alten romantischen Seebad nicht weit von London zusammen an ihren Songs arbeiten, fühlt man sich leicht in andere Zeiten und Geschichten zurück versetzt:

Ich finde das Meer und die Küste ziemlich anregend und habe viele Songs dort geschrieben. „A Matter Of Time“, eine der Singles vom Album, ist dort entstanden. Wir nehmen die Stücke bei einem von uns zuhause auf oder mieten ein Haus auf dem Land, sitzen dort im Kreis und spielen Musik. Die spezielle Atmosphäre eines Raumes, in dem Leute zusammen Musik machen, auf einer Platte einzufangen, dafür spricht vieles.

Für die Aufnahme von „Into The Murky Water“ sind sie in eine alte Tudor-Villa gezogen. Im Luxor verging die Zeit (auch wenn hier viel „alte Zeit“ anklingt) im Flug. Nick Hemming ist ein so  begabter Melodienfinder! Hernach ging es auf die Zülpicher Strasse. Wir waren ein wenig berauscht von der Musik. Jegliches Sonntagabendfeeling ging verloren. Das Meer hätte gleich hinter der nächsten Ecke auftauchen können. Der Sommer pulsierte, die Fassbrause schmeckte, der Caipirinha erfrischte. Mir stand der Sinn nach einem Gedicht über ein himbeerrotes Sommerkleid.  

Das deutsche Feuilleton bearbeitet gerne solch hochtrabenden Blödsinn wie Lady Gaga, es hängt sich an jeden scheintoten Zeitgeist, es zelebriert jede einst gefeierte Rampensau, die den alten Schmus uninspiriert ins Ohr säuselt, Einschlafpillen für die 68er, hippies´little helpers, die den Partykeller so langsam, aber sicher mit Seniorenresidenzen eintauschen, ihre Träume  begraben haben, und sie nur noch da ausfindig machen, wo sie selbst „für immer jung“ waren, etwas doof und Luftschlösser bauten oder Karrierepläne bastelten. The Leisure Society funktionieren hier als Heilmittel: eine kleine Prise dieser Songs, und man kommt wieder in der Gegenwart an und checkt aus – aus dem „Hotel California“!

 http://www.youtube.com/watch?v=9MhHXAIGhQQ
 
(Am Anfang des Gitarrenintros zitiert Nick Hemming Neil Youngs “Only Love Can Break Yor Heart”. Der Text ist eine Zusammenarbeit von Andreas Dewald und mir. Das Interview hat Andreas Dewald gemacht. Ein guter Freund, und mein treuester Mitarbeiter bei “Corso am Samstag”, einer Sendung, bei der ich jetzt, auf grund inhaltlicher Differenzen mit dem Redakteur, ausgestiegen bin.)

2011 29 Mai

The Beginning Of Memory

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Zugegeben: ich zitiere gerne, finde in so manchem Zitat meine Gedanken, Erinnerungen und Erlebnisse objektiviert. Wie im Folgenden:

“Genazino ist ein Prosa-Kleinod gelungen, das nebenbei vom Erzählen selbst erzählt:
Denn was ist Literatur im Grunde anderes als die Absicht, Erinnerungen mitzuteilen?”
(Der Spiegel zu Genazinos “Das Licht brennt ein Loch in den Tag”)

Geschichten zu verfassen von dem, was man erlebt hat: das könnte sogar
so manches Ungemach des Älterwerdens kompensieren …

2011 28 Mai

The Last Days of December

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Gestern, es war gerade dunkel geworden, hatte ich große Lust, mich in einen Song des neuen Sylvian-Werkes zu vertiefen, der mich nach dem ersten und zweiten Hören im Stillen verfolgte - ich dachte an jenes Lied wieder und wieder, das ich weder nachsingen konnte noch textlich in Erinnerung hatte: THE LAST DAYS OF DECEMBER. Und beim Wiederhören fielen die berühmten Schuppen von den Ohren. Diese kleine Melodie, die an zwei Stellen auftaucht, wie einem schwebend leichten Pop-Song (Sylvian doppelt seine Stimme) entsprungen! Nach kurzer Zeit ist der schöne Spuk der federleichten Schwingung vorbei. Es ist nicht weiter erwähnenswert, daß ich hier Pop-Qualitäten aufgespürt hate, sondern daß sich auf einmal dieses ganze Lied in seiner bizarren Wunderlichkeit erschloss: Begriffe wie “Avantgarde”, “strenge Kost” oder “Musik für die Wittener Tage der Kammermusik” verschwanden. Und plötzlich (etwas später, kurz vorm Einschlafen in meinem cloud 22-Bett) tauchte ein anderes, das zweite Lied des Albums, vor dem inneren Ohr auf: ein Domino-Effekt permanent zu entdeckender Brillianz.

Die Zeit ist ein Dieb. Sie stiehlt unser Leben. Frisst unsere Tage, wie man behaupten könnte, und verschlingt unsere Nächte. Stunde für Stunde, Minute für Minute. Menschen, Augenblicke, Geheimnisse. Ganz hinten in meiner unordentlichen Schreibtischschublade, der mittleren, die ich nie leere, sondern immer nur fülle, da bewahre ich seit Jahren einen Daumen auf.

Mit diesen Sätzen beginnt der neue Roman des schwedischen Kriminalschriftstellers Hakan Nesser. Und der in Formalin eingelegte Daumen ist nicht das einzige exotisch wirkende Körperteil, dem eine besondere Rolle zukommt. Da gibt es schließlich noch einen Schädel, der, auf dem Kopf stehend, auf einem Nachttisch ruht – nur bei so genannten Quadratschädeln ist so was möglich – und diesem steckt noch dazu ein Papierfetzen im Mund mit dem Schachzug “e2- e4 schachmatt”. Wie kann der klassische Eröffnungszug eines Bauern zum Matt führen? Man fühlt sich an abstruse Mordszenarien erinnert, die einst Arthur Conan Doyle oder John Dickson Carr konstruiert haben. Aber dieses Buch wird nicht zur Groteske, es erzählt eine Liebes- und Mordgeschichte, die sich in den späten sechziger Jahren in einem kleinen Ort in der schwedischen Provinz zugetragen hat.

Die Rezeption schwedischer Krimis leidet darunter, dass so gut wie jeder Autor erst einmal mit Henning Mankell verglichen wird, um ihm den gebührenden literarischen Platz an seiner Seite, etwas erhöht oder erniedrigt, zuzuweisen. Da geht es dann immer wieder um die von Sjöwall/Wahlöö begründete Schule des “schwedischen Realismus”, und wie kunstvoll ein Autor gesellschaftliche Wirklichkeit mit möglichst Nerven zerreißender Spannung koppelt. “Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla” schert sich keinen Deut um irgendwelche brennenden sozialen Themen im Schweden jener Jahre, und die Spannung baut sich ganz langsam auf, in einem 324 Seiten währenden Crescendo!

Hakan Nesser interessiert sich vor allem für das Innenleben des jungen Mauritz, der früh seine große Liebe entdeckt – die “klassische” Nachbarstochter -, der nach geistiger Nahrung sucht und – gefiltert durch das naive Gemüt eines Heranwachsenden – fündig wird bei Jean Paul Sartre und Albert Camus, und der sich bei Kräfte zehrender Arbeit des Torfstechens die nötigen Mittel verdient, um seine Schallplattensammlung zu vergrößern. Denn auch im verschlafenen Kumla ist die große Welle der Hippie-Bewegung angekommen. Mauritz holt sich bei den Texten seiner Dylans und Lennons Gebrauchsanweisung fürs richtige Leben und Fühlen – und wird dabei selber kreativ.

A working class hero is something to be. Und genauso fühlte ich mich, aber die Worte wollten mich einfach nicht loslassen. Wenn ich Songschreiber statt Torfarbeiter wäre, dachte ich, dann würde ich genau diese Worte in Musik kleiden. Eine Viertelstunde später war ich immer noch nicht eingeschlafen. Ich machte wieder das Licht an, setzte mich an den Schreibtisch und brachte die Zeile zu Papier. Dann suchte ich einen Briefumschlag heraus, adressierte ihn an John Lennon, Apple Studios, London, UK, und klebte eine Briefmarke darauf. Vielleicht kann der ab und zu auch ein wenig Unterstützung gebrauchen.

Was leicht zu ironisch gefärbter Erinnerungsseligkeit werden könnte – wird durch den Einbruch von irrwitziger Gewalt getrübt. Ein Mord wirft Schatten auf die junge Liebe des Protagonisten, Schatten auf seine gesammelten Träume von “freier Liebe”, Schatten auf alle kommenden Jahre!

Hakan Nesser versammelt in seinem Roman eine Schar geradezu archetypischer Krimifiguren: die rätselhafte Schöne, der geduldige Kommissar, der gelehrte Vater, der schrullige Polizist, der exzentrische Dandy, das versoffene Dorfgenie! An der Oberfläche ist dies dann auch der alte “Whodunnit”: Der Leser wird einbezogen in die Tätersuche und mit geschickt lancierten Informationen immer aufs Neue geködert. Doch Hakan Nesser gibt sich nicht damit zufrieden, altmodische Krimikunst ins schwedische Hinterland zu Zeiten weltweiten Aufruhrs zu transportieren. Mit einem beiläufigen, allem tragischen zuwiderlaufenden Erzählton, spürt der 1950 geborene Autor eine unüberbrückbare Diskrepanz auf – von Lebenstraum und Lebenstrauma!

Und hierbei entpuppt sich dieser vorzügliche Roman als entfernter “Seelenverwandter” von Maarten T’Harts “Das Wüten der weiten Welt”. In beiden Romanen bildet die Musik – dort Bach, hier die Rockmusik – einen fulminanten Gegenentwurf zu den Dämonen, mit denen man sich innerhalb der eigenen, gern heil genannten Welt, auseinandersetzen muss.

Der “Deus ex machina” im Sinne eines alle Widersprüche auflösenden Handlungsentwurfs, bzw. eines von Johann Sebastian Bach oder Jim Morrison veranstalteten Kunstgriffes, funktioniert nicht! Da, wo die dramatischen Momente eines Lebens keine Lösung erfahren, bleibt Musik nur Trostspender – und Aufklärung ein klassisches Schachmatt! Mit einem profunden Pessimismus, der in eine herrlich leicht erzählte Geschichte eingeschleust wird, unterläuft Hakan Nesser das ganze altmodische Gefüge seines Romans.

2011 26 Mai

Scobel (1)

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Mich interessiert´s, vielleicht den Einen und die Andere auch:

Nicht nur wirtschaftlich hat sich der Alltag durch das World Wide Web dramatisch verändert. Es gibt kaum Modelle, wie durch eine geeignete Ordnungskompetenz die Flut von Information sinnvoll genutzt werden kann. Auch an die Kosten des Internets verschwenden wir nur wenig Gedanken. Über diese und andere Themen diskutiert Gert Scobel mit Constanze Kurz vom Chaos Computer Club, Frank Schirrmacher von der FAZ und Gisela Schmalz von der Rheinische Fachhochschule Köln. (3sat)

Heute um 21:00 Uhr auf 3Sat.

2011 26 Mai

TREME – SEASON ONE

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Endlich kann man jetzt TREME – SEASON 1 (DVD/BLURAY) kaufen; Originalsprache. Die Serie ist umwerfend. Post-Katrina-Stories aus einem Vorort von New Orleans. Die Macher von THE WIRE (einer anderen umwerfenden Serie) haben es wieder getan. Hier das Intro:

http://www.youtube.com/watch?v=1M1Iagf3GSs&feature=related

Lucy Mangan (The Guardian) : Treme is The Wire creator David Simon’s exploration of the aftermath of Hurricane Katrina on one particular working-class neighbourhood of New Orleans. The pilot opens with the area’s first jazz parade through the streets since the disaster and ends with a funeral parade – not the first – through the same battered places. Between the two fundamental rhythms of life and death is the story of the struggle of the people of Treme to restore harmony to their city and among themselves.

Like The Wire, Treme is a sprawling business that is going to take a little time to pull itself together into a cohesive and coherent narrative. For now, it is mainly the characters establishing themselves and dropping the smallest seeds of plot into the clearly fertile soil. Each one leaves you wanting more, from trombonist Antoine Batiste (Wendell Pierce, one of the most well-known and well-used members of Simon’s repertory company), whose talent is all that stands between him and penury, to Mardi Gras Indian Chief Albert Lambreaux (Clarke Peters, another central member of the company), who is busy restoring a downtown bar so he has somewhere to practise. Then there’s Antoine’s sister LaDonna (Khandi Alexander), who is trying to trace her missing brother with the help of civil rights lawyer Toni (Melissa Leo), and the intensely irritating Davis (Steve Zahn), a DJ in love with New Orleans but forever trying to subvert its hedonistic spirit with pleas and plans for its inhabitants to “stick it to the man”.

It’s as elliptical as ever. It’s got no obvious heart yet (if a heart is something we should be looking for), but Treme is as supple and confident as a jazz riff in the hands of a maestro. Which is of course – despite the occasional false note, such as the impossibly snotty British journalist who sneers at the city during his report, and the odd moment of preachiness, as when Toni’s English professor husband rails against “this manmade catastrophe” to the same reporter – exactly what Simon is.

 
 

 
 
 
Jetzt also eine neue, aktuelle Wasserstandsmeldung aus der Alchemistenküche -
und man kann Entwarnung geben allen Hasenfüßlern, die noch in den drögen Tälern
und klammkaltem Wäldern von MANAFON vor dem Rabbitskinner flüchteten und
aufgeregt umherirrend riefen: “What a Noisemaking and Troubleshooting!”

Die Variationen des umstrittenen, kontrovers rezipierten Erstlings kommen jetzt
in eingänglicher Form daher und bestätigen wieder mal: “Die Wahrheit ist milde”.
Denn das hört sich gar nicht mehr so sperrig und schwer verdaulich an wie die
vormals mit Improv-Ballaststoffen dargereichte Magerkost.

Trotzdem war MANAFON wichtig und unverzichtbar, denn: “Im Mangel blüht der gelbe Ginster der Erleuchtung”. Und nur, wer die Hohe Schule der Enthaltsamkeit erduldet,
wird die Schule der Besänftigung dann umsomehr geniessen können – das wußte
schon Altgrieche Epikur.

Auf DEAD BEES ON A CAKE gab´s ein Stück Kuchen, das besonders schmackhaft war:
der Song Alphabet Angels. Gern hätt ich mehr davon gehabt. Nun endlich die Fortsetzung dieser besonderen Art des Songwritings: I Should Not Dare - and should I dare to say
that it´s one of the best songs, that i´ve ever heard?

Aber auch A Certain Slant Of Light ist ein aussergewöhnlich schöner Song:

Sylvian, once more a creator of sublime beauty – he promised us poetry and kept to this promise. Arve Hendriksens Trompetenausklang hier: wie mit einem Stock beiläufig in Sand gezeichnete Linien eines buddhistischen Mandalas, das dann vom Winde verweht wird. Ephemere Reflektionen; flüchtiges Nebenbei; ästhetische Sensationen an den Rändern des Geschehens. Als ein mehr Song- denn Albumorientierter ist mein erster Eindruck: dies sind zwei sehr gute CDs mit zwei Liedern drauf, die Ihresgleichen suchen und nicht finden.

Manchmal mag ich es, die Welt eines andern zu verfolgen, z. B. anhand einer Fotoserie. Diese Orte, an denen ich nie weilte, sind diesem Fremden gewiss ans Herz gewachsen. Mindestens für den Moment, in dem er sie ablichtete. Man muss auch nicht immer bei Sonnenuntergängen und Regenbögen an Kitsch denken. Diese unspektakuläre Bilderreihe hat mir besonders gefallen (das Liebespaar darin hat sich sehr dezent porträtiert) – und da der Fotomacher  dazu Bill Callahans “Riding for the Feeling” laufen lässt, gehen mir die Bilder noch viel näher. Denn hier nimmt man gleichsam auch Abschied, von Orten, an denen man nie war, an denen man kaum je sein wird.

http://www.youtube.com/watch?v=G4JfANKACoo

“Es ist nie einfach, Goodbye zu sagen zu den Gesichtern / So selten sehen wir einander / so nah und so long / Ich fragte den Raum: habe ich genug gesagt / Niemand antwortete wirklich / Sie sagten nur: geh nicht, geh nicht / All dieses Fortgehen hört niemals auf / ich hoffte auf eine weitere Frage / oder auf jemanden, der sagt: wer denkst, wer du bist? / Sodass ich es ihnen sagen könnte  / Mit der Intensität, mit der sich ein Tropfen gesetzmässig verflüchtigt, ist, insgesamt, Fortgehen leicht, wenn du einen Ort hast, an dem du verweilen kannst. / Vor dem stummgestellten Fernseher / höre ich, auf dem Hotelbett alte Kassetten / meine, meine, meine Apokalypse / Mir wurde klar, wie wenig ich gesagt hatte über Wellen oder Räder / oder darüber zur reiten für das Gefühl / Reiten für das Gefühl ist die schnellste Art, die Küste zu erreichen / Was, wenn ich dort, am Ende gestanden hätte und wieder und wieder gesagt hätte / Reiten für das Gefühl / Reiten für das Gefühl / Reiten für das Gefühl / wäre das ein angemessenes Goodbye gewesen?“

2011 25 Mai

RE: ECM

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Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Klanghorizonte im Deutschlandfunk am 6. Juni: da spiele ich einige Stücke der neuen Doppel-CD von Riccardo Villalobos & Max Loderbauer. Die Hauptfrage: wie funktioniert das, Klänge aus ECM-Produktionen in eine elektronische Landschaft zu transportieren, ohne aus einem alten Zauber einen “special effect” zu machen? Loderbauer und Villalobos geben ein paar Einblicke in ihre Vorgehensweisen:  http://www.youtube.com/watch?v=Ofg9ioa3h88


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