Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Fremdes Land von James Lee Burke

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1934. Ödnis in einem stillen Amerika. Der Grossvater ein Zyniker. Die Mutter um den Verstand gebracht. Ein Paar im Wald. Der Junge sieht die schöne Frau und fängt unter einem Baum an zu träumen. Er träumt nicht lange. Und dann geht es los. „The only sound was the wind blowing in the trees. I felt like I was in the middle of a black-and-white photograph whose cintent could change for the worse in a second.“ Kurz taucht auch John Wesley Harding auf. Mehr wird nicht verraten. Am 9. Mai erscheint bei Heyne die nächste Chance, einen grossen amerikanischen Schriftsteller zu entdecken. Der Roman ist im Original nach einem uralten amerikanischen Song benannt, den schon unzählige Musiker interpretiert haben, von Charlie Haden bis Neil Young: „Wayfaring Stranger“. Diesmal kein Tausendseiter. Nur 500.

2016 29 Apr

„One Breath“

von | Kategorie: Blog | 1 Kommentar

 


 
 

„As much as The X-Files is a show about how horrifying the unknown and unknowable can be, and how powerless individuals are when facing the weight of oppression, it is also the story of two people who manage to find and maintain faith in one another. Mulder and Scully may never be able to topple a vast global conspiracy, but they will be able to help one another. In One Breath (from Season 2, 1994) Mulder’s affection helps to guide Scully home, and Scully helps to bring Mulder back into the light.“

And the winner is:
 
The Long and Faraway Gone by Lou Berney 
 
 

Die Schuldgefühle von Überlebenden: ein uraltes Thema. Der amerikanische Schriftsteller erzählt von zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit ihrem Trauma des Übriggebliebenseins umgehen: Verdrängung, und obsessive Wahrheitssuche.

Der eine stolpert zunehmend über die Rückkehr des Verdrängten, die andere, fällt, ein Element jeder Obsession, auf Phantasiegespinste herein, zieht ihre „fixen Ideen“ allem Loslassen vor. Die Geschichte ist, wie man meinem Interview mit Lou Berney auf diesem Blog entnehmen kann, u.a. inspiriert von zwei Verbrechen in Oklahoma City, in den Achtziger Jahren.

Lou Berneys Werk ist wohl einer der zwanzig besten Thriller/Krimnalromane, die ich je gelesen habe. Fortlaufend unterläuft Berney stereotype Handlungsmuster, naheliegende Erwartungen des Lesers, und all die Klischees konventioneller Thrillerliteratur.

Der Roman ist so flüssig erzählt, dass einem nur im nachhinein aufgeht, wie kunstvoll er komponiert ist. Es ist auch nicht alltäglich, dass ein Roman gleich vier (!) Showdowns der besonderen Art bereithält, und an auf den letzten fünfzig Seiten von einer Atemlosigkeit in die nächste gerät. Das Problem ist, er ist auch vor diesem Finale kaum aus der Hand zu legen.

Es gibt nicht viele Autoren (Elmore Leonard ist ein Meister darin gewesen), die es verstehen, mal trockenen, mal rabenschwarzen Humor und Caravaggio-Noir so zu verbinden, dass es nicht hanebüchen und manieriert wirkt. Lou Berney gelingt das geradezu schwebend. (m.e.)

2016 29 Apr

Andando el Tiempo

von | Kategorie: Blog | Tags:  | 4 Kommentare

 

 
 
 

Am 11. Mai feiert Carla Bley ihren 80. Geburtstag. ECM feiert mit und veröffentlicht am 6. Mai bei ECM Andando el Tiempo, das neue Album des Trios Carla Bley mit Andy Sheppard und Steve Swallow. Es präsentiert neue Musik aus der Feder Carla Bleys. Das Trio mit Sheppard und Swallow fungiert seit mehr als 20 Jahren als ideales Medium für Carlas Kompositionen und stellte zugleich auch immer einen der besten Kontexte für ihr unverwechselbares Klavierspiel dar. Genauso wie das von der Kritik viel gelobte Album Trios (2012) wurde auch „Andando el Tiempo“ in Luganos RSI Studio aufgenommen und von Manfred Eicher produziert. Im Juli kommt das Trio für Konzerte nach Europa.

2016 29 Apr

Moments with Monder (2)

von | Kategorie: Blog | Tags:  | Keine Kommentare

… I saw the Allman Brothers Band the 1st time play at Palm Beach Jr. College in 1970. Since then I’ve seen them play over 20 times. I listen to their music like a Dead head listens to the Grateful Dead – extensively! I’ve heard every bootleg record that’s widely available too. I can say with authority on their music that this recording is exceptional. In addition, you will hear Duane chatting with the audience as never before. Almost as if he knew that this would be one of the last recorded live performances before his tragic death. The quality of „Live from A&R Studios“ is superb. I’m really surprised that this session hasn’t appeared in it’s entirety before now? If this band – in their original line-up – isn’t the best improvisational blues band of all time I don’t know who is? Best, Richard!

2016 28 Apr

Lesezeichen # 15

von | Kategorie: Blog | Keine Kommentare

 

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Lese ich gerade. Hochinteressante Materie, von der man als Laie ja nur kleine Details versteht. Und ich bin auch etwas vorbelastet: Ein guter Freund von mir hatte einen Hirntumor; vor einigen Jahren war er fuer eine noch notwendige OP in Hannover in einer Spezialklinik, und ich habe ihn dort besucht. Und ein zweiter guter Freund starb vor einigen Jahren an einem Aneurysma … – so lernen wir alle frueher oder spaeter, wie zerbrechlich alles ist. Wie es ist, ein Hirnchirurg zu sein, von schwierigen Entscheidungen, die Risiken der OP, den Risiken des Verschiebens einer OP, von alldem erzaehlt dieses Buch in nuechternem, aber mitfuehlendem Ton.

2016 28 Apr

In High Esteem # 7

von | Kategorie: Blog | Keine Kommentare

 

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Ein Film aus einer Zeit, als die Kinofilme noch in Technicolor waren; und die Kindheitserinnerungen gleich mit. Eine ferne und maerchenhafte Welt, aus tausendundeiner Nacht entstiegen, wurde hier praesentiert; die Guten und die Boesen klar verteilt, und auch ein Happy End war vorgesehen. Fuer die damalige Zeit recht eindrucksvolle Effekte und Trickdarstellungen (der Geist aus der Flasche!), die, so will mir scheinen, schoener als mancher technische gimmick aus der Neuzeit, in der Forrest Gump  Praesident Kennedy die Hand gibt, oder John Lennon begegnet. Ich habe diesen Film lange nicht mehr gesehen und vermutlich sollte es auch so bleiben; die Erinnerungen an frueher heissgeliebte Fernsehnachmittage – und das damit einhergehende Vermoegen zu staunen – sind zu oft schoener als die Wiederbegegnung mit den Augen des Erwachsenen.

Ein sehr erstaunlicher Gedichtband, sehr amerikanisch. US-amerikanisch. Die Gedichte sind im Blocksatz gesetzt und wer schon einmal Gedichte im Blocksatz geschrieben hat, weiß, dass das eine neue Art von Freiheit ermöglicht, keineswegs Willkür in der Gestaltung. Es sind kleine Geschichten, meist über Grenzerfahrungen im politischen und im privaten Bereich, der Zugang wirkt sehr persönlich. Der Umfang: Eine halbe Seite, eine Seite, zwei. Die Texte chancieren zwischen Kürzestprosa, Essay und Gedicht. Die Grenzen der Textgattung erweitern. Kleine Skizzen, zum Beispiel vom menschlichen Torso und dem Schattenriss des Staates als Verdauungstrakt. Fotografien, die man eher nicht in einem Gedichband erwartet. Wussten Sie, dass die Exekution mehrfacher Mörder über closed-circuit-televison in die Wohnzimmer der Angehörigen übertragen wird? Da geht es dann ums Verzeihen. Ein Fernseher mit Schneebild, immer wieder. Ist das eine Provokation, eine Erinnerung an alte Zeiten, in denen es noch Sendepausen gab? Es erinnert mich an eine Zeile aus einem Song des Sixto Rodriguez („Sugar Man“), turn it off. That was a political statement. Ich mag die kleinen surrealen Elemente. Eine Einladung zur Party bei den Kennedys. Das lyrische Ich trinkt nur ein paar Gläser Perrier mit Zitrone. Als sie gehen will, erscheint der Kellner mit einem Kamel an seiner Seite und verlangt zehntausend Dollar.

 

Define loneliness?

Yes.

It´s what we can´t do for each other.

 
 
 

 

Lieber Michael,

 

kurzzeitig aus meinem 9 to 5 auftauchend sehe ich, dass Du nach Lieblingsplatten des Reggae gefragt hast. Ich muss hier zugeben, dass es meine Plattensammlung nie ueber Exodous von Bob Marley & The Wailers, einer „Best of“ von eben diesem in Sachen Reggae hinausgewachsen ist.

Vermutlich waren die 1970iger, als all die Protagonisten wie Jimmy Cliff, Peter Tosh und auch Bob Marley ihre Fruehwerke vorlegten, die Bluetezeit – aber da sass ich auf einem kleinen Stuehlchen in der Schule und spaeter hat mich mein Interesse nicht mehr an Reggae herangefuehrt; von den ganzen Unterarten wie „Dub“ ganz zu schweigen. Alan Bangs hat in seinem BFBS Nightflight im Sommer (der idealen Sendezeit dafuer) viele Sendungen mit Reggae und Dub bestritten; aber diese Sendungen waren dann nicht so ganz meins.

Ich kann da also leider keine entlegene 7″ oder 12″ B-Seite nennen bei denen der Kenner dann heftig nickend Zustimmung signalisiert.

 

Etwas anders sieht es bei der World Music aus. Erinnere da einen ganz hervorragenden Auftritt von „King Sunny Ade and his African Beats“ im Rockpalast; vor ihm Kevin Rowland und Joe Jackson.

King Sunny Ade and his African Beats: das war in den 1980igern und dererlei Musik noch relativ selten im Fernsehen und Radio; das WOMAD Festival gab es noch nicht; und Charlie Gillett bei der BBC fuer mich nicht empfangbar.

Ach ja, und letztens habe ich mir eine DCD mit einer sehr guten Zusammenstellung von Fela Kuti gekauft und bin da sehr sehr fasziniert. (Brian Eno hat uebrigens von Fela Kuti eine Vinylbox kuratiert ueber die mir viel Gutes berichtet wurde; aber die kennst Du sicherlich!)

Soviel fuer jetzt. Lass Dich bei deinen Spaziergaengen mit Hund nicht allzu nass regnen !

 

Bis die Tage,

Uwe


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