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on music beyond mainstream

 
bleeding edge
 
 
 

Es ist für mich seit meiner ersten Lektüre eines Pynchon-Buches – das war damals der Roman Enden der Parabel – immer wieder verblüffend, wie sauber und gründlich Pynchon recherchiert und mit welch riesigem Kenntnisreichtum dieser Autor seinen Lesern begegnet.

Ich dachte immer, ich würde mich in Wirtschaftsfragen einigermaßen auskennen, Pynchon belehrt mich ein ums andere Mal, dass dem nicht so ist. Was ein Hawala ist? Keine Ahnung. Wikipedia schreibt:

“Das Hawala-Finanzsystem (arabisch ‏حوالة‎, DMG Ḥawāla, von ‏حَوَّلَ‎ / ḥawwala / wechseln, überweisen‘; Hindi: Vertrauen; auch der moderne Begriff Avalkredit bezieht sich darauf) ist ein weltweit funktionierendes informelles Überweisungssystem, das seine Wurzeln in der frühmittelalterlichen Handelsgesellschaft des Vorderen und Mittleren Orients hat. Es ist nicht Teil des seit den 1970er Jahren entwickelten islamischen Bankwesens.”

Reg erklärt es Maxime mit folgenden Worten:

“… es ist eine Methode, Geld um die Welt zu schicken, und zwar ohne SWIFT oder Bankgebühren oder irgendwas von dem Scheiß, mit dem Chase Manhattan und die anderen Banken einem auf die Nerven gehen … Kein Papierkram, keine Bestimmungen, keine Überwachung.”

Mit Hawala kann man also Geld außer Landes schaffen und das in ganz großem Stil. Aha, na gut, wir lernen von Apple & Co, wie man Riesengewinne machen kann und fast keine Steuern zahlt und, wer es noch nicht wusste, bekommt bei Pynchon aufgetischt, wozu die unersättliche Gier fähig ist.

Erstaunlich, wie oft dieses Wort GIER in Bleeding Edge vorkommt – vielleicht eines der zentralen Themen des Buches? An einer Stelle des Romans (S.120) heißt es, dass Maxine beunruhigt sei, wenn sie an das hashslingrz-Projekt denke, ” … angesichts dieser Überschreitung der Grenzen gewöhnlicher Gier, angesichts dieser Maschinen der Nacht und der gewollten Auslöschung, die bereits unterwegs sind und Fahrt aufnehmen …”.

Und jetzt, in diesen Tagen, da wir gemeinsam Bleeding Edge lesen, bekommt ausgerechnet Jaron Lanier den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zwei Zitate nur, aus seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche:

“Ausgerechnet wenn digitale Unternehmen glauben, sie täten das Bestmögliche, optimieren die Welt, stellen sie plötzlich fest, dass sie ein gewaltiges Imperium der Spionage und Verhaltensmanipulation leiten. Man denke an Facebook, das erste öffentliche Unternehmen dieser Art, das von einem einzigen sterblichen Individuum kontrolliert wird. Facebook steuert heute zum großen Teil die Muster sozialer Verbindungen in der ganzen Welt.”

Und:

” … wir haben unsere Politik zum großen Teil an ferne Konzerne `outgesourct´, womit es oft keinen klaren Kanal zwischen dem Denken und dem Kodieren gibt, also zwischen dem Denken und der gesellschaftlichen Realität. Programmierer haben eine Kultur geschaffen, in der sie den Regulatoren davonlaufen können.”

Ein letzter Blick auf das dieswöchige Lesepaket: Auf diesen Seiten lernen wir auch Horst Loeffler kennen, den Exmann von Maxine, der unangemeldet in das Leben seiner Exfrau tritt, wie es ihm gerade beliebt und mit den Worten “Ihr habt mir gefehlt” den gefürchteten Exmann-Blues anstimmt.

Hans-Werner M.

 
 
 

 
 
 
Meine Ambivalenz zum Roman bleibt bestehen. Ich bin evtl. der erste Kandidat, der aus dem Lesekreis aussteigen könnte. Das Leben findet bekanntlich nicht im Konjunktiv statt, bei Thomas Pynchon jedoch oft in einem rasenden Parlando, mit einer Schlagzahl von Pointen und Punchlines, die an die Woody-Allen-Filme mit höchster Dialogdichte locker ranreicht. Es gibt postmoderne Opulenzschreiber wie Neal Stephenson, bei denen mir es ähnlich geht.

Ich gehe jetzt mal absichtlich nicht durch die Seiten, um mich an Bonmots und scharfen Dialogen zu erfreuen. Das Thema Paranoia wird eimal sehr gewitzt und interessant aufgetischt, als die McCarthy-Ära Thema wird. Da erinnere ich mich, wie der von mir geschätzte James Garner (“Detektiv Rockford”, später auch die “Space Cowboys”) damals meistens in die zweite und dritte Reihe abgedrängt wurde, weil er nicht, wie andere Schauspieler (nehmen wir nur den Helden aus High Noon, “12 Uhr Mittags”), das Spiel der Kommunistenhatz mitmachte.

Ansonsten ist also Maxines Ex zurück, Horst, der, wie manch andere Figuren, einen gewissen Hang zum Überdrehtsein hat. Horst bezieht ein Büro im World Trade Center. Das, und ein paar andere Recherchen von Maxine lassen dunkle Vorahnungen aufkommen: ob der Roman irgendwann selbst düsterer wird, härter – keine Ahnung. Beim Lesen von Romanen ist nämlich das Burleske für mich ein Spannungstöter. Andererseits: das “Blitzlichtgewitter” dieser virtuosen Prosa hat einen betörenden Charme. Mitunter fliege ich durch die Seiten. Aber ob es nachwirkt? Ob es unter die Haut geht?

Also, da fällt mir (Abschweifung!) die hierzulande wenig bekannte Serie “Longmire” an. Der Protagonist ist Detektiv, seine Arbeit im Niemandsland der USA führt immer wieder in indianische Mythen hinein, die Handlungsstränge bleiben aber trotz einiger mystery-Elemente durchaus konventionell angelegt. Kollisionen mit den Interessen eines Indianerreservats, Aufklärung von Mordfällen etc. …

Dennoch haben die Hauptfiguren eine beträchtliche Tiefe (und Fallhöhe). Der Detektiv erinnert mich an James Garner, die drei Staffeln sind aber, basierend auf Romanen und Ideen von Craig Johnstons “Longmire Mysteries”, wesentlich dunklerer Stoff als die Rockford-Stories alter Zeiten: schönes langsames Erzähltempo in weiten Prairielandschaften. Ein wohltuender Kontrast (auf meinem IPad) zu Pynchons Staccato. Und “Homeland 4″ gibt es jetzt, Woche für Woche, mit Untertiteln. Amerika 2014. Hart, verstörend, anti-burlesk. Viel Konkurrenz für “Bleeding Edge” :)

Michael E.

 
 

Da Thomas Pynchon es auch gerne tut, erlaube ich mir heute, in Nebensächlichkeiten abzuschweifen. In Stuttgart gab es neulich zur Zeit des Volksfestes einen mittelgroßen Skandal um die Anzeigetafeln im Hauptbahnhof, auf denen für eine Dreiviertelstunde zu lesen stand: „Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen.“ Niemand, der jemals in eine S-Bahn voller Volksfestbesucher geraten ist, zweifelt am Wahrheitsgehalt dieses Satzes; die Bahn jedoch drohte dem textenden Mitarbeiter mit Kündigung und kriegte sich garnicht mehr ein vor lauter Entschuldigungen bei ihren Kunden. Dabei ist „verhaltensgestört“ (heute sagt man gern „verhaltensoriginell“) ein Etikett, das jedes auch nur halbwegs lebendige Schulkind ständig aufgeklebt bekommt. Man erinnere sich, kurz zum Roman zurückgeschweift, an die Kugelblitz-Schule, die Maxines Kinder besuchen – dort steht jahrgangsweise jeweils eine bestimmte Psychopathologie im Mittelpunkt. Ob da auch Kaufsucht dabei ist? 130.000 kamen am Eröffnungstag in den Stuttgarter Konsumbunker „Milaneo“, obwohl bereits zwei Wochen vorher ein ähnlich großes Event stattfand. In den USA sind die großen Malls inzwischen out; 2002 spielt Maxines Sohn Otis mit seiner Freundin Fiona „Melanie Mall“: das ist eine Glitzerwelt aus Plastik mit Geldautomat und Rolltreppe. Sie spielen jedoch nicht klassisch „Kaufladen“, sondern ballern mit Action-Figuren, bis die Mall zerstört ist. „Inmitten von heftig imaginierten Trümmern und Rauchschwaden, umgeben von hingestreckten und zerstückelten Plastikkörpern, klatschen Otis und Fiona sich am Ende einer jeden Episode ab“. Das klingt vernünftig. In Stuttgart dagegen ist die nächste Neueröffnung für den kommenden Sommer geplant.

Wolfram G.

 
 
 

 
 
 
Gehackte Furbies? Zwölfjährige Hackerinnen? Und warum geht das Geld in den nahen Osten? Mein Leseverhalten ist jedenfalls seit Seite 107 folgendes: es wird nicht zu viel herumgerätselt und versucht zu dekodieren, ich lese jetzt großzügig über dieses und jenes hinweg.

Die Zusammenhänge werden – nicht nur deswegen – unschärfer, das Lesevergnügen steigt. Der Schwindel bleibt; momentan fühlt sich das ganze an, als wenn ich zwischen verschiedenen Sendern beständig hin- und herschalte und so viele Momente aufschnappe, aber kaum einen Zusammenhang ausmachen kann. Doch wahrscheinlich ist dieser Effekt beabsichtigt. Dafür gewinne ich eine stärkere Beziehung zu Maxine und den anderen Charakteren.

Erstmals taucht “der auf Ben & Jerry´s spezialisierte Wünschelrutengänger”, “irgendwie Ex” Horst richtig auf – anrührend, wie die beiden Söhne und ihr Vater beim Fernsehen einschlafen, gespenstisch, dass Horst ausgerechnet im World Trade Center ein Büro mietet. Unheimliche Araber treten auch auf … “das Ganze beginnt sich in einen Wüstenfilm zu verwandeln”, mal sehen ob/wie Pynchon hier die Zusammenhänge herstellt.

Wer oder was will eigentlich der FBI/Fango Typ Windust? Was wird mit Maxis Schwester und ihrem Mann Avi passieren? Wer schickt den lustigen Fahrradkurier zu Maxine? Wie soll ich mir die ganzen Namen merken? Ich glaub´ ich benutze doch schneller als mir lieb ist wieder den Computer und das Pynchon Wiki …

Ein Seitenthema – Gregor hat letzte Woche drauf hingewiesen – ist die Vereinheitlichung New Yorks. Bei Frühstück mit Maxine sagt March: “In dieser Stadt bleibt nichts auch nur für fünf Jahre an derselben Adresse, dafür sorgen schon diese Schleimbeutel von Vermietern und Stadtentwicklern. Nenn mir ein Gebäude, dass dir am Herzen liegt, und eines nicht allzu fernen Tages ist da entweder ein Stapel schicker Geschäfte oder ein Haufen schicker Wohnungen für Yups mit mehr Geld als Hirn.”

Olaf W.
 
 

Bleeding Edge ist in ruhigeren Fahrwassern. Pynchon drosselt das Tempo und nimmt sich (endlich?) etwas mehr Zeit, einige Hauptcharaktere zu beschreiben und zu entwickeln. March Keleher, die schrullig-schräge Schwiegermutter von Gabriel Ice, dem potenziellen Oberbösewicht, trägt ihr Herz auf der Zunge: ” … some faceless yuppie shoved past March saying “Excuse me”, which in New York translates to “Get the fuck outta my way”, and which turned out finally to be once too often. March dropped the bags she was carrying in the filthy slush of the street, gave them a good kick, and screamed as loud as she could, “I hate this miserable shithole of a city!”. Das große Nebenthema New York scheint immer wieder unter der Haupthandlung hervor und Pynchon konfrontiert uns und seine Heldin Maxine mit Verschwörungstheorien und den Machenschaften der amerikanischen Geheimdienste in Süd- und Mittelamerika. Natürlich ruft Pynchon auch in diesen Kapiteln Klassiker wie Psycho oder Strangers in the Night ab, um seine Protagonisten in Szene zu setzen, und arbeitet mit Anspielungen aller Art. Das ist jedoch nicht nervtötend, sondern höchst vergnüglich, weil es nicht im “Seht-her-ich-weiß-was”-Stil daherkommt und zu Entdeckungen anregt. Meine größte Entdeckung dieser Kapitel ist “Nessun Dorma” gesungen von Aretha Franklin, die 1998 bei der Grammy-Verleihung für Luciano Pavarotti eingesprungen ist, was man sich natürlich bei YouTube anschauen kann.

Thomas S.
 

“Some roads you shouldn’t go down because maps used to say there’d be dragons there. Now they don’t, but that don’t mean the dragons aren’t there.”
(From: Fargo)

 
Orkun Ertener: Lebt

Fargo -Season One

Nils Okland – Per Steinar Lie – Orjan Haaland: Lumen Drones
 
 

Nur erste Eindrücke, nach 79 Seiten, einer gesehenen Folge, und vier gehörten Tracks: aber, wenn mich nicht alles täuscht, ist Ortun Ertener, dem Mann, der einige der wenigen Klassekriminalserien der jüngeren deutschen Fernsehgeschichte entwickelte – KDD Kriminaldauerdienst – ein grosser spannender Roman geglückt. Fargo hatte ich lang im Verdacht, ein Abklatsch des film noir der Coen-Brüder zu sein, bis ich in diese Serie einstieg, und was eine “psycedelic drone band” aus Norwegen zuwege bringen kann, scheint diese in einer Woche bei ECM erscheinende CD deutlich zu machen: weder hard core noch Kammertöne, eher ein dunkles Dazwischen. Darüber wird wohl noch zu reden sein. Ausserdem ist das Cover scharf (ich liebe den Blick dieses Tieres, und assoziiere dazu die konzentrierte Wildheit der Klänge). Was sind “Lumen Drones”? P.S. Als Freund guter Thriller hier noch eine Minderheitenmeinung: den vielgelobten Roman “Gone Girl” habe ich vor Monaten nach ca. 80  Seiten in die Tonne gehauen, weil mich die Gespreiztheit, die kokette Intellektualität der Sprache nervten, und mir beide Protagonisten herzlich unsympathisch waren. Dann, in London, habe ich mir die nicht minder gerühmte Verfilmung angesehen. Und wusste anschliessend endgültig, wieso mir solche hypermanierierten “Dornenkriege” von Eheleuten nur das grossse  Gähnen entlocken. Trotz aller Drastik fand ich die ganze Story verklemmt und pseudogeistreich. Die “letzten Eindrücke” der obigen drei Empfehlungen (ohne Gewähr bis jetzt, und später natürlich auch!) folgen beizeiten.

Herr Wundersam wieder mal. Denkend: es ist schon erstaunlich, was Leute heutzutage zum Erstaunen bringt! Hat wohl etwas (oder sogar viel) mit Entrinnen zu tun. Hm … . Und was sie dann mit Wörtern machen, erstaunlich! Und was die Wörter mit sich machen lassen. Und was sich damit offenbart. Und … undund, und. Da nahm Herr W. sich vor, erstmal eine Weile nicht mehr zu staunen. Wenn wundert´s! Erstmal eine Weile nicht mehr staunen, nur noch staunungslos registrieren.
 
 
 

 
 

©FoBo_HenningBolte

 

 
 
 

Heute Nacht, in den “Klanghorizonten”, war meine Nase eine ziemlich geschlossene Veranstaltung. Ist es dem Londoner Dauerregen geschuldet? Meiner Lust, touristisch hochfrequenzierte Orte zu untouristischen Zeiten aufzusuchen? So hielt mich auch der Wolkenbruch am Mittwoch nicht davon ab, in aller Herrgottsfrüh, bevor die Japaner und andere Nostalgiewandler sich auf den Weg machten, nur Minuten von meinem Hotel entfernt, den berühmtesten Zebrastreifen der Welt zu überqueren. Und das war, im Morgendämmer, ein angenehm geisterhaftes Erlebnis. Ich machte kein Bild, der dezente “power spot” schien sich selbst und seiner reinen Nutzfunktion überlassen: es stand auch kein Volkswagen am Strassenrand. Sie kennen den Ort ja schon so lang, werte Leser, auf dem sich die Beatles für das Cover von “Abbey Road” ablichten liessen. Paul ist da, glaube ich, barfuss unterwegs gewesen, oder spielt die Erinnerung mir einen Streich? Der Zebrastreifen ist immer an diesem Platz geblieben, er wurde nie verlegt, und auch nie an eine Ausstellung in eine andere grosse Stadt verliehen. Eigentlich erstaunlich.

 

 
 
 

Es geht ums Älterwerden und um die Bedeutung von Erfolg, um den künstlerischen Prozess und wie er sich entwickelt und wie er verhindert wird. Es geht um die Definition von Krankheit, immer geht es um Abgrenzung, um Schönheit und was sie wirklich ausmacht, um Machtausübung und die Rechtfertigung von Machtausübung, um Grenzerfahrungen mit Körper und Geist. Die Konfrontation mit der eigenen Arbeit aus der Vergangenheit. Und die Entstehung von Musik. Ziemlich guter Musik.

2014 17 Okt

Herbst oder was?

von | Kategorie: Blog | 1 Kommentar

 
Herbst oder was? Ja, das Licht fällt anders. Das Licht, die grosse Macht.
 
 
 

 
 
 
Und dann noch zum Abschluss des Tages: mongolische Pferdehaare, die geben Klang,
 
 
 

 
 
 
die geben den besten Klang, Musik
 
 
 

 
 
 
der Genosse Reijseger vor der Jurte
 
 
 

 
 
 
©FoBo_HenningBolte
 

2014 17 Okt

Wieder ein Tag

von | Kategorie: Blog | 6 Kommentare

 
Wieder ein Tag
 
 
 
 
 
 
 
Regen, ja
 
 
 
 
 
 
 
Aber auch Sonnengefunkel, kurzzeitig  
 
 
 
Es passiert ab und zu, dass man nichtsahnend und wenig erwartungsvoll ein Album auflegt und richtig überrascht wird …
 
 
 
VIDEO The Morning
 
 
 
 
 
 
 
Boris Kovač — soprano and alto saxophone, bass clarinet
Stevan Kovač Tickmayer — piano
Miloš Matić — double bass
Lav Kovač — drums
 
 

©FoBo_HenningBolte

 

 

 

Zatter – Julian Sartorius plays music of the alps  green fields, and some really unknown areas, with a touch of humour and playful intensity,  all solo 

Cease To Matter - Burnt Friedman and Daniel Dodd-Ellis create a deceptively simple spoken-world electronica album with a strange seductive quality 

Heliographs - Erik Honore’s may have addictive qualities, for those at least who believe in the uninhibited power of fragility 

Give My Love To London – Marianne Faithful masters the disparity of her new songs with her voice and intensity – a great mix of chasing shadows, adressing enemies and embracing life’s last offers 

Moderato Cantabile – violoncello and grand piano, Anja Lechner and Francois Couturier follow the tracks of Komitas, Mompou and Gurdjieff (i just forgot it at home, otherwise i’d given this album to Scott Walker, he would surely love the crisp sound, the unforced laments, the en passant sadness of the music

Supersilent 12 – this album is really creepy, unheimliche Musik, it’s not to blame on the mausoleum alone. There is nothing uplifting here, it’s blue music for thinking and deep listening (your choice) 

Outland – Jokleba will not be the cup of tea for those who think jazz should be fucking groovy. Can you stand anger, eruption, strangeness? To get it, one has to get inside the sound (explosives should be handled with care!) Damn rich music! 

Soused - “Drone is everywhere”, Scott Waker said to me yesterday, “you find it even in Beethoven’s music!” – and when he had come to the studio where his collaborators of Sunn O))) already had turned everythng on, on, on, it was like entering a furnace.

Sirene – Robert Curvengen’s drone music fills the Cornish coasts with big pipe organs, and soznds s that turn you on like crushing waves 

Live in Paris 1975 - Restored with painful concentration – the only live-document of the only Fripp/Eno journey through Europe that was hugely controversial and highly rewarding, because their drones and textures and ambiences and expressionism were anything else but a rip-off from Amercan minimalists. Truely original. 

Revolver – Always regarded as an all time-classic, only some of the songs blew me away, but, I have to concede, far, far away. Oh, so far away! 

Atomos - i always doubted that Dustin O’Halloran would ever leave the nice area of Erik Satie’s romantic side, but he did it, with one guy of Stars of the Lid. Post-ambient-chamber music full of dark undercurrents. And a guitar-drone is also present in the right moments. Discovery! 

Climate of Hunter – Scott Walker never left, from this time onwards (1984), the climate of hunter 

Tilt - I asked Scott Walker what the meaning of the number “21” was in “Farmer in the City”, a song about the killing of film maker Pasolini. He thougt about it, but he couldn’t remember. When the record saw the twilight of day, in 1984, i was overwhelmed. I understood the music without understanding it. 

The Drift - Another masterpiece of decay and things falling apart, bodies, attitudes, buildings, another journey to the end of the night. 

Bish Bosch - Scott’s next chapter of blackness, an absurdist take on things between post-colonialist horror, collapsing twin towers and ancient, but never heared rituals – by the way, a compelling memory that rock music once started (after Elvis, the Pelvis) to expand our consciousness. 

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

Fork Deli Patisserie is my new favourite London cafe, on Marchmont Rd. (near tube station: Russell Square). The toasted banana bread surely is more delicious than Alan’s scrambled eggs on that old Pink Floyd song. The women working here take care for good atmospheric values, the music in the background doesn’t attack your senses and seems to come from some unknown 80’s bands who were definitely anti-Duran Duran, in melodic mood & occupied with their daily losses and discoveries. Oh, and what do I read in the Mojo magazine: “The results gull the senses, the conjured drones from these 19th-century wood-and-metal beasts resembling everything from crashing waves and crackling gorse fires, to plangent choirs and moorland winds”. Andrew Male speaks of the huge 19th century pipe organs that reside in many cornish churches. Robert Curgenven’s beautifully recorded SIRENE (on vinyl, of couse!) will be played in my show and transport you to some distant coastal paths. Change of scene: the wonderful smell of banana bread in Fork Deli Patisserie is returning. Time stands still.

 

Never believe a band that says it’s going to make a “dark” album, Robert Forster once wrote. So, being very careful, I won’t say I will do a “dark” radio show between Friday night and Saturday morning, but looking at the titles of the compositions alone might suggest to the innocent reader it possibly might become a “rather dark” affair. And it cannot really calm anyone down announcing that my Scott Walker interview from today’s afternoon will probably be presented in three little excerpts – time enough left  for him to shout out (hair rising, shiver sending, making the idea of sleep a courageous thing) his “Lullaby”.

 
2

Ueb / Cease To Matter / Last Chance Gas & Water / Late Victorian Holocaust / Red Cafe / Soleil rouge / 12.1 / Tremens / 12.4 / Fetish / Night Procession / Bull / Cornubia / A Fearful Proper Din / A Darn Psi Inferno / Evening Star / Softy Gun Poison / Tomorrow Never Knows/ Atomos XI / Rawhide / Farmer in the City / Jesse / Epizootics! / Lullaby / Atomos II

 

3

Tremens is, as the other tracks, created in a state of amazement at the state of the world crumbling and tipping over to direct madness around us, as we play.

In the spring months we recorded, Ukraine, Syria, and ISIL happened, and for us, for the first time it is as if we are looking collective insanity in the eye.

We do not want to make program music as such, but this reality is reflected in the outpouring of sound as we try to sort out the bits of information we are fed, but are constantly diverted elsewhere.

In the same manner clarity in the music ( = pulse) is fed to you in bits, but ripped apart by sudden currents of parallel or opposite information .

This record is not a planned career move, it is a direct output of the energy in spring 2014 between the three of us.”

- Jon Balke on the track “Tremens” and the forthcoming album “Outland” from Jokleba (Balke, Kleive, Jorgensen)

 
4

Jokleba never said they were going to make a dark album. It just happened, and it is so wild and uncompromising that it deserves the absence of the usual old words.  (me) 


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