Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

NEULAND (1 & 2): Roly Porter / Ben Monder / Tindersticks / Ryuichi Sakamoto & Alva Noto /  Jon Balke  / Tortoise / Yorkston, Thorn & Khan / Michel Benita /  Federico Albanese  // Thomas Köner / Tindersticks (second appearance) / Avishai Cohen / Lucinda Williams / Fire! / Stavros Gasparatos / Ches Smith / Thomas Köner (second appearance) // NAHAUFNAHME: King Crimson: „The Thrak Box Set“ (1994-97) // ZEITREISE (1): Sun Ra / Count Ossie / David Bowie / Mikael Teraverdiev / Parush Parushev ((„Jon Ward’s Excavated Shellac focuses on ethnic music on 78’s. He’s one of the smartest obsessive record collectors I know, and the stuff he posts I would gladly pay to download…it is always stuff you would never hear anywhere else, nothing here on CD. This is the rarest of the rare and the best of the best. Stellar!“ – Steve Roden, Wire Magazine’s Web Exclusive)) // ZEITREISE (2 & 3): Underworld: Second Toughest in the Infance (1996)  // Bert Jansch: Avocet (1978)

2016 12 Feb

Things in the Key of Life

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„Coast to coast, LA to Chicago, western male –
across the north and south, to Key Largo, love for sale …“

… so besang eine Schönheit mit Samtstimme namens Sade einst ihren Smooth Operator. Ich mochte den Song, ihre Stimme, verband damit auf ewig diesen geheimnisvollen Begriff, der nach „Großem Schlüssel“ klang, ohne zu wissen, was das ist. Als Neuankömmling in einer rasant wachsenden Gemeinde Netflix-Beflissener weiss ich es nun und dieser blinde Fleck in meinen Wissenshorizont ist endlich ausradiert.

Das gibt mir wiedermal zu denken: unsere Kenntnisse sind stets von seltsamen Irrlichtern des Nichtwissens umgeben, denn wir Menschen sind nicht wie Wikipedia. Gottseidank ist diese Wissensbank ja lediglich ein tool, das man benutzen und beiseite legen kann. Sonst ginge es uns wie diesem Helden in Stanley Kubricks Clockwork Orange, wir würden damit gefoltert, permanent wissen zu müssen, so wie jener pausenlos sehen sollte.

Aber die Unvollkommenheit einer nie zum Abschluss kommenden Horizonterweiterung von Erfahrungen beschert uns den Genuss ewiger Entdeckerfreude. Botho Strauss´ Buch Lichter des Idioten ist hier hilfreich – es ist ein Lobgesang aufs Dummbleiben und zielt auch kritisch auf diese digital gestützen Schlaumeiereien. Milan Kunderas Lachen und Vergessen gehört in diesen Kontext. Und Philosoph Peter Sloterdijk bemerkte hierzu, so mancher Geisteswissenschaftler habe sich ja schon in jungen Jahren zuschanden gelesen.

 

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Hinterlässt nicht jeder gute Film, jede gelungene Serie, die zuende geht, ein Gefühl von Wehmut, als wäre man ein Heimatvertriebener? Hat man sich doch vertraut gemacht mit Personen, Schauspielern, Orten, Handlung. Wenn man sich dann damit identifizieren kann, vielleicht Parallelen endeckt zur eigenen Lebensgeschichte, umso besser. Im Falle der amerikanischen Serie Bloodline heisst das verlorene Paradies Florida Keys. Gleich hinter Miami beginnt nicht Delmenhorst, vielmehr Key Largo. Den Schlusspunkt dieser Inselkette setzt Key West – Kuba und die Bahamas sind nicht weit.

Is Florida Keys paradise, now? Beinahe – und dennoch weit gefehlt. Auch Sade kommt in der Serie nicht vor, das mag manchen beruhigen. Exquisite Klänge aber, strains of Jimi Hendrix, Metal, Salsa – alles wohldosiert und gut plaziert.

Nachdem man also Season One final passieren liess, hernach aus jenem Sehnsuchtsgefühl heraus noch einmal recherchierte über Schauspieler, deren Vita, Emmyverleihungen, Binge-Watching-Gewohnheiten (haha!) – macht man die Probe aufs Exempel. Man drückt die Returntaste und was im real life nicht möglich ist, beim Filmegucken geht´s.

Man schaut also erneut Episode eins, kennt nun das Ende ja und ist verblüfft. Denn alles erscheint jetzt in einem anderen Licht. Die vielen flashbacks beispielsweise, mit denen der Neueinsteiger anfangs malträtiert wurde: nun kann man sie zuordnen. Spätestens hier wird klar, dass sie auch Stilmittel sind zur Unterstützung dessen, was der australische Schauspieler Ben Mendelsohn in hervorragender Weise darstellt: being traumatized.

 

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Die andere Leidenschaft bleibt: Songs dechiffrieren. Mittels Youtube, wo man nicht nur den Akteuren auf die Finger schauen kann und sich als Vorlage diese eine Fassung aussucht, die den feinen Unterschied ausmacht – denn die meisten Musiker haben ihre brillianten Momente, wo alles zusammenpasst, vielleicht das Publikum auch den richtigen spirit abgibt.

Und natürlich die Aufnahmequalität: in diesem Falle war es ein Live-Video von King Crimson, das mich antörnte. Einer jener vielen Titel dieser Band mit der guten Mischung aus Melodie (Adrian Belew) und abgefahrener („fucking“ würde Robert Fripp wohl dazu sagen) Gitarrenarbeit. Nun erst wird mir die Schnelligkeit des Saitenpriesters bewußt. Impossible for me to do that, Mister. „Frame By Frame“, step by step. Hey, what is the key?

2016 11 Feb

A Winter Walk

von | Kategorie: Blog | 1 Kommentar

Eager I hasten to the vale
As if I heard brave news
How nature held high festival
Which it were hard to lose

(aus: „A Winter Walk“ von H.D .Thoreau)

 
Ein Spaziergang in klarer Winterluft mit Ohrschuetzern, die die neuen Songs von Don Henley durchlassen. CASS COUNTY, wo das wohl sein mag? Vielleicht in Massachusetts, dort in Walden Woods, wo Thoreau fuer die kommenden Generationen ein nachahmenswertes Dasein vorlebte. Don Henley von den Eagles gruendete das „Walden Woods Projekt“. Was sind die Gruende? Er geht nicht nur auf dieser CD in seine Kindheit zurueck, in die wetlands, in die Oekotopen nach Texas, woher er kommt. Fuer unsere Generation ist es ein besonderes Erlebnis, den Bogen „unserer“ Musiker mit zurueckzuspannen und daran teilzunehmen.
 

„A long time ago
when we were young and pretty
we ruled the world, we stopped the time, we knew it all, we owned this city
Running with the crowd, carefree and proud
I heard somebody say
Take a picture of this
Take a picture of this“

(„Take A Picture Of This“)

 
Was geht wohl in Don vor, wenn er sein Fotoalbum durchblaettert? Sehnt er sich nach der friedsonnigen, mellow time zurueck?
 

„Speak to me plain
Tell me the truth
Is it really me you miss
Or just your long lost youth?“

(„That Old Flame“)

 
Nein, er ist ziemlich erwachsen geworden. Mit seiner Band und an der Gitarre richtet er sich, mitten im amerikanischen Wahlkampf, an Donald Trump:
 

„You don’t have to be right, Donald, all the time
You can’t go on with all these axes to grind. So why don’t you lighten up and let it ride? Too much pride. Now listen, Mr. Trump, empires rise, and empires fall,
you stick around here long enough, you’ll see it all
Now it loos like it’s gone nationwide, too much pride.“

(„Too Much Pride“)

 
Sein Verhalten gefaellt mir. Vielleicht besser als diese neue CD. Obwohl wirklich gute Texte drauf sind und der gefaellige driving sound, mit Tunes, gesungen von Starguests like Lucinda Williams, Mick Jagger, Merle Haggard und vielen anderen einen absoluten Hoerspass verspricht – bei einem winterwalk with a warm heart.

2016 10 Feb

Postcard to Pittsburgh

von | Kategorie: Blog | 5 Kommentare

 
 

 
 

So ein Buch, dass Spuren hinterlässt bis heute, weil es mir in den seltsamsten Momenten einfällt, kommt mir rasch in den Sinn. Es gibt natürlich mehr als nur eines solcher nachwirkenden Leseabenteuer, aber dieses ganz besondere Buch, ein Roman, macht sich tatsächlich ungefähr so oft bemerkbar (im Hinterkopf) wie sonst nur Don Quixote, auch wenn es da, was Berühmtheit angeht, in jeder Weise hinterher hinkt. Wahrscheinlich taucht das kleine Wunderwerk hier und da in Proseminaren der Germanistik auf, wenn es um den Unterschied von „Erzählzeit“ und „erzählter Zeit“ geht. Dabei ist es für mich eines meiner Lieblingsbücher aus der viel zu flüchtigen Zeit, sagen wir mal, zwischen 1968 bis 1988. Ich weiss noch genau, wie es mich mit Vorfreude erfüllte, das Buch plötzlich vor meinen Augen zu sehen, in der Buchhandlung Lensing, denn ein Lieblingsbuch des Schriftstellers hatte ich schon Jahre zuvor und gleich zweimal (!) verschlungen, was sehr selten ist. Ich sehe den Umschlag, das Hard Cover, genau vor mir. Die Erstausgabe. Suhrkamp. Später habe ich einer Frau zugehört, die genau das erlebt hat, was der Junge, der Held des Buches, im ersten Kapitel erlebt. Der Unterschied: sie hat überlebt. Der Junge zumindest eine Weile. Zumindest lang genug, um all das ungelebte Leben nachzuholen, einmal, für immer. Und so begegnen wir dem grossen weiten Amerika, Latino-Träumen, tollem Hard Bop (Lee Morgans „The Sidewinder“) – und „richtigen Detektiven“. Der amerikanische Traum heisst das Buch, Ernst Augustin hat es geschrieben. Dieses Buch wird nie entsorgt, bleibt in Reichweite. Always.

Manchmal schreibe ich auf die Vorderseite eines Buches ein paar Zahlen: Monat und Jahr, in dem ich begonnen habe, es zu lesen. Bei diesem Buch habe ich es nicht gemacht. Genau gesagt sind es zwei Bücher mit Erzählungen von Doris Lessing und ich erinnere mich daran, dass ich sie in einem Antiquariat entdeckt habe, ich war wahrscheinlich Mitte bis Ende Zwanzig. Es sind richtige, gebundene Bücher, wie ich sie selten kaufe, mit einem Einband und einem gestalteten Cover. Im Inhaltsverzeichnis des Bandes „Die Frau auf dem Dach“ habe ich drei Überschriften angestrichen. „Zimmer neunzehn“, das ist ein guter Titel für eine Erzählung. Ich erinnere mich an C., die eine Geschichte schrieb, über die wir diskutierten, sie trug den Titel „Im zweiten Stock“. Da entsteht gleich ein Bild, aber es bleibt mysteriös. „Zimmer neunzehn“ ist noch konkreter als „Im zweiten Stock“. Es entsteht ein klareres Bild, und zwar das eines Hotelzimmers, jedenfalls eines gemieteten Raums. „Dies ist eine Geschichte, nehme ich an, über ein Versagen der Vernunft.“ So fängt es an und es geht ums Ganze, nämlich um die Lebensgestaltung und wie eine Frau sie mit einem Partner hinbekommt. Es ist lange her, dass ich die Geschichte gelesen habe, und ich will sie jetzt nicht noch einmal lesen, denn es passiert selten, dass etwas so einschlägt wie es diese Geschichte bei mir getan hat, und das ist in der Erinnerung interessanter als es bei einer erneuten Lektüre sein könnte, wenn ich den Text jetzt auch ein wenig überfliege. Worum geht es im Leben, was ist wichtig, und wie gestalten wir es konkret? Welche Bedeutung hat die Arbeit, ein Beruf, eine sonstige Beschäftigung, Freunde, ein Partner, vielleicht eine Familie, das Eingebundensein in etwas Größeres? Was macht überhaupt Sinn? Und bei allen Schwierigkeiten, die schon damit verbunden sind, ein berufliches Ziel zu verfolgen: Es gibt etwas, was stärker ist als Planung. Es sind Strukturen, die einfach da sind, vor uns, und die wirken, in uns allen, und denen wir zum Teil auch ausgeliefert sind. Ich liebe es, in Büchern Anstreichungen zu machen, ein Buch mit meinen Anstreichungen ist für mich viel wertvoller als ein neues Buch, und angestrichen habe ich unter anderem diesen Satz: „Er war wie andere Ehemänner geworden, sein wirkliches Leben spielte sich ab in seiner Arbeit“ (…). Und wie fing es an? Beide hatten gut bezahlte Berufe. Susan oder später dann Mrs Rawlings, war sie nicht eine kluge Frau, reflektiert, sinnlich und mit Stil? Was ist ein Grund zum Leben? Die Geschichte hat keine fünfzig Seiten, und auf einmal finden wir uns in Rollen, in denen wir uns gefangen fühlen. In Zimmer neunzehn passiert nicht das, was es suggeriert. Sie wollte einfach nur glücklich sein. Ich habe versucht, ein paar Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Erzählung selbst benötige ich nicht mehr dafür. Zimmer neunzehn ist präsent.

The first album of the British new wave expressionists of Magazine: wasn’t it called REAL LIFE? It was, wasn’t it? This is no quiz, so don’t bother, don’t look. The explosion of punk and post-punk (first wave of post-punk) was about a certain vision of „real life“, and, get used to it, real life is about the everyday, the lust, the burden, the thrill, the boredom, the fake, the excellence, it’s the agenda of living in wartimes and in protected areas. Have a look at outer space! It’s not funny. Fucking black holes. It’s real. Even here. Like the people you know so well via radio or TV, Roger Willemsen for example, he just died, aged 60. It’s like he went downstairs for a whisky and never came back. He loved jazz. There are no jazz bands in heaven. No cappuccino up there, too. I liked the way he created a sense of wonder. So he’s just another fine guy in a line of fine guys who shared their thoughts, travelled, loved, looked, thought, died. Here we are, in our real lifes left with what is left: a story of long goodbyes, great evenings, vanishing in never ending books, ashes to ashes, ready for love, through with love, listening to Blackstar or Astral Weeks or Another Green World, in Pittsburgh, Glasgow, Hannover, Frankfurt, Düsseldorf, Aachen, Schwerte, Stuttgart, Kronach, Leinfelden. Tutti forgetti? Entropy. Memories. Howard Devoto. Ghosts.

 

Mulder: I’m thinking maybe it’s time to put away childish things. The sasquatches, the mothmen, the jackalopes. I thought it’s be great to get back to work. But is this really how I want to spend the rest of my days? Chasing after monsters?

Scully: We’ve been given another case, Mulder. It has a monster in it.

Auf der Finissage war sie in ein Gespraech verwickelt worden, das sie zuhause noch einmal Revue passieren liess.

Was hatte er damit gemeint, Zizek sei ein Idiot, wenn er den neuen Klassenkampf herbeiwuensche. Sie hatte ihn am Arm beruehrt, so als wolle sie ihn beschwichtigen. Zizek sei von Kind auf Kommunist gewesen, er kaeme wohl mit dem globalen Kapitalismus auf der einen Seite und der Empathie fuer die Fluechtlinge auf der anderen Seite nicht zurecht. „Nein, nein“, sagte der ihr Fremde, Zizek haette ja noch mehr Idiotisches veroeffentlicht, z.B. ueber Hitchcock: Warum greifen die Voegel an? Das sei dort seine zentrale Frage. Er behaupte, dass dieser Angriff sich auf die ganze Welt beziehe, auf unseren Kosmos und jetzt kaemen die Fluechtlinge und stoerten den Verlauf unseres friedlichen Lebens.

Sie liess den Monologisten einfach stehen. Sie ging hinunter an die Getraenkevergabe, wo sie immer der gleiche Anblick von jungen Leuten an ihren Nuckelbierflaschen nicht ueberraschte. Sie fragte ein Finissagenbaby, wer die CD von CSN mitgebracht haette, sie hoere in der letzten Zeit gerne WOODEN SHIPS:

 

„If you smile at me I will understand, ‚cause that is something everyone does in the same language. I can see by your coat, my friend, you’re from the other side. There’s just one thing I’ve got to know, can you tell me please, who won?“

 

Der Schwarzhaargegelte grinste: „Du bist so cool, bleib bis zu meiner Mitternachtsperformance“. Es war erst 22 Uhr. Sie wuerde sich hier langweilen. Reinste Lebenszeitverschwendung. Sie wollte nach Hause – in der Biografie ueber Roland Barthes weiterlesen.

Jemand legte eine Hand auf ihre Schulter: „Findest du diese Musik auch zum Kotzen?“ fragte der ihr Fremde. Sie wich ihm aus: „Welche Musik waere jetzt besser?“ „Bach, die Inventionen von Bach.“ „Sie sind ein seltsamer Vogel. Wissen Sie was, Slavoj Zizek hat mal vorgeschlagen: Voegel aller Laender vereinigt Euch!“ Jetzt liess er sie kopfschuettelnd stehen.

Stephen Stills sang das, mit dem sie einverstanden war:
 

„And it’s a fair wind, blowin‘ warm out of the south
Over my shoulder, Guess I’ll set a course and go.“

David Bowie’s ‚David Bowie‘ contains 14 Schneekugeln. I had high hopes for doing them all here, but no. It’s time to call time. Not because the remaining 7 aren’t any good: of course they are

It’s just that it’s a listening thing. David Bowie’s ‚David Bowie‘. Doing the first 7 you realise this shit is like William Blake’s ‚Songs of Innocence and Experience‘: the simple ain’t simple, time ain’t time, gravity ain’t gravity. Nothing to throw adjectives or musicological pseudo-theory at

Or: Auch Zwerge haben klein angefangen

 

 
 
 

Next Friday, on Feb. 12th, Warp will be released. Carefully handled sonics, field recordings, voices (placed the the middle-, back- and back-back-ground) extend the format of the pure solo album. Highly concentrated, strangely laid back at the same time. Accessible and experimental. Warp is an instruction-free manual for getting yourself lost in. And the world keeps knocking on the door.

How did the different strands of ideas come together to create one of 2016’s most captivating „piano & beyond“-albums? It took some time after having started with initial recordings in Oslo. „I will definitely perform Warp live, the first is in Copenhagen on the day of its release. Another one at the Oslo Jazz festival in August, I hope a lot more also. I control the sound layers myself, using very simple and intuitive tools.“

 

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Michael Engelbrecht: What was the basic idea that triggered „Warp“ as a melange of solo piano composition and all the other things and sounds surrounding the Steinway?

 

Jon Balke: I think the starting point was an abstract idea about making an architecture of sound: walls, curved spaces, light and darkness, actually a question: can this be done? Can we experience sound as a physical environment? And then as I developed my piano playing in paralell. I wanted to try to place the piano inside these imaginary spaces. I am still not sure if I achieved what I wanted, but the process is very intriguing and interesting. And it continues. It has also led to my collaboration with Bjarte Eike and his ensemble, called “the image of melancholy” where I make sonic spaces around live performances of renaissance music.

 

Michael: What kind of sonic spaces?

 

Jon: I have used a mixture of actual instrument sounds from his ensemble, filtered and processed, plus layers of composed reverberations that are in accordance with the different pieces they play.

 

Michael: Has there been an inspiration by other recordings where pianists have surrounded their piano or keyboard music with electronic spheres, natural sounds @ samples?

 

Jon: Actually I have not been researching by listening to other composers or producers. I had this idea in my head and I have just gone for exploring that. Of course there are many projects with electroaccoustic combinations in music history, so in that sense Warp is in a tradition. But my starting point and inspiration has been an imagination.

 

Michael: There is one „groove track“ called „Shibboleth“. Sounds Jewish, the word. Is there, in the electronic keyboard figure a short reminder of Joe Zawinul, soundwise. He used some field recordings on his first solo album, and sometimes for „Weather Report“, too …

 

Jon: I think „Shibboleth“ is actually Hebrew, yes. But it means a slogan or something special that identifies something or someone. Could be special way of dressing up also. I guess it´s sort of iconic for me to dive into this kind of rhythmic textures. I know it is not „modern“, but … I cant help it :-) Hence the title. I was not concious of any Zawinul reference, but of course he is in my blood system so … .

 

Michael: „Warp“ ist surely a road not taken before in the way it sounds. There is the piano being strictly (most of the time) in the foreground, center stage, the crystalline sound, and then the music is surrounded by a second or third layer – something quiet or „far away“. What was the thrill?

 

Jon: It is fascinating to shape dimensions in sound. We are acually the first humans who have the possibility to warp and shape sound in this manner, by using technology previously not available, or seriously degraded by unwanted noise and problems. Also, I guess, as the project developed, it started to mean more than just the sound idea in itself. The title refers to the relation between the artist in his or her bubble of esthetic values and choices, as opposed to the external reality of the world of cars and rivers, birds and business. The artist has a warped image of the world and the world has a warped image of the artist. We are living in very turbulent times, and the musician isolated with his piano is starting to seem like an impossibility.

 

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Michael: Let’s stay in the impossible for a while. As a listener you tend to try (at first) to identify the sources: the first „noise“ on the record – carefully repeated during the album – sounds like someone playing with the pages of a book, the sound of it. The „listening area“ is extended, an open field beyond the habit of just concentrating on the piano …

 

Jon: That is in fact what I wanted to achieve, to open up the space or reverb of the piano sound and stretch it out to the world and the sounds in it. You are right about the first sounds, they are recordings of paper shuffling that are warped in the stereo image. I like to think of the listener attaching their own associations to the sounds. It is not important what the sounds really are, I am more interested in the impression on the listener.

 

Michael: There is this track „This is the movie“. There is a distant electronic sound, you’re playing a soft melodic phrase, a reminder „film music“, more Claude Lelouch than one for Claude Chabrol …

 

Jon: That title is actually from a text by Sidsel Endresen. Many of the tracks are based on songs or tunes I have made, to text or just instrumental tunes. But I dont play these songs on Warp, I just use them as a reference buried deep down in the mix. This helps me to find structure in the material.

 

Michael: Did some movies or cinematic „moods“ spring to mind in the long process of giving „Warp“ its last shape?

 

Jon: Music is always visual for me. I can´t really pinpoint any clear references to movies or images in Warp, but I “see” the spaces and the piano sound as abstract shapes and colors.

 

Michael: A piano solo album normally takes the time it takes to record it. But on this one, recording the piano pieces had only been one step. You were in that house in the mountains with Audun Kleive adding sounds & atmosheres to the piano tracks. The mixing in Lugano with Manfred Eicher, the final sequencing. A long journey …

 

Jon: I had an initial stage of recording of soundscapes and voices (with the vocalists) with the clear intention of having all this sound very deep and far around the piano. In the first recording of piano in Rainbow studio, playing on top of the imported soundscapes, I actually had quite a struggle to feel free in this landscape, so I did another pass just playing solo piano and imagining the soundscapes. Then I went home and actually ended up mixing these two approaches. Next we sat down, Audun Kleive and me, and actually shaped (warped) the sounds around the piano sound, using different software tools like Ircams Spat and others, working with spatialisation and imaging.

 

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Michael: Interesting, too, the way, you’re working with a fabric of voices. There is choir-like humming, purely instrumental; there is an unusual take on the „pop song“-format with the vocals in the background; there are the quite hidden „airport announcements“. Quite a „theatre of voices“!

 

Jon: We had actually recorded a lot more singing with Mattis and Wenche, but this felt too imposing in this context, so I kept the more abstract remnants of the recordings. I might release an album of songs later with the actual recordings. But, yes I like to work with voices as colors. If text and melodies become too present, they would shift the focus of this project very fast.

 

Michael: It would be very interesting to compare the „pure solo version“ against the final work. I think they both would be rewarding listening experiences, but with the adding of all the other elements „Warp“ becomes a different, surely not less „organic beast“…

 

Jon: I guess that this approaches the psychological phonomenon where you, if you sit near a waterfall, start to hear voices speaking and singing inside the water. If someone has listened to Warp for a while and then heard the piano track alone, they would still hear the soundscapes in the reverberation of the piano, maybe?

 

Michael: For example, some of the „sounds“ of „Warp“ adopt the role of „leitmotifs“. It’s like returning to a room that has meanwhile changed its colour. That would fit your intention of experiencing sound as a physical environment, wouldn’t it?

 

Jon: That is a nice way of putting it.

 

Michael: You are speaking of using the non-musical elements as „remnants“. Shadows of the real world, so to speak. You deliberately treat, for example, these „airport announcements“ making them nearly unrecognizable. The real world is not documented like neo-realism. It’s fragmented, dreamlike, loses its urgency.

 

Jon: I guess, since you mentioned the movie association earlier, that this might be a way of relating to the sounds of the world and the piano as an instrument in the direction that for instance Tarkovskij relates to the visual media. The world is strange and alien, but also miracolous and beautiful. And it is my role as an artist to go on exploring it, I believe.


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